Das Coronavirus, die Hamsterkäufe und die "Prepper"

Das Coronavirus geht um, Grenzen werden geschlossen, Städte abgeriegelt, die Menschen erkennen, dass Krisenvorsorge vielleicht doch nicht so dumm ist und kaufen beim Aldi das Klopapier weg.
Das Coronavirus geht um, Grenzen werden geschlossen, Städte abgeriegelt, die Menschen erkennen, dass Krisenvorsorge vielleicht doch nicht so dumm ist und kaufen beim Aldi das Klopapier weg.

Die Presse hat sich in den letzten Jahren viel Mühe gegeben "Prepper" in die rechte Ecke zu drängen und als Spinner darzustellen. Aber dass staatstragende Väter mit der Krisenvorsorge lediglich Verantwortung für ihre Familien übernommen haben, konnten sie sich nicht vorstellen. (Foto: In meiner Aldi Filiale gab es auch keine einzige Packung Mehl mehr)

In meinem örtlichen kleinen Supermarkt sah es in vielen Regalreihen so aus.

Aktuell wollen immer mehr Menschen einer Krise nicht schutzlos ausgeliefert sein. 2015 z.B. begrüßte mich mein örtlicher Waffenhändler im Geschäft mit "Schön, dass Du da bist, heute habe ich Zeit zum Quatschen. Ich habe nämlich eh nichts mehr was ich verkaufen könnte". Alle frei verkäuflichen Waffen waren damals auf Wochen ausverkauft, weil die Bevölkerung Angst vor der damaligen Situation hatte. Und im Jahr 2020 gibt es in den Supermärkten teilweise kein Klopapier, Küchenpapier, Mehl, Nudeln, Tütensuppen, Konserven und vor allem kein Desinfektionsmittel mehr... In den Krankenhäusern wird massenweise Desinfektionsmittel geklaut und OP-Schwestern fangen an wiederverwendbare Mundschützer zu nähen, weil es keine Einwegprodukte mehr am Markt gibt. Zum ersten Mal, seit 70 Jahren, wird in Deutschland wieder "gehamstert". Offensichtlich ist unser Land doch nicht so gut auf die Corona-Pandemie vorbereitet, wie einige Politiker behaupten... Versuchen wir doch etwas aus den aktuellen Ereignissen zu lernen. Sorgen wir rechtzeitig vor, denn wir wissen nie was die Zukunft bringt. Ein langjähriger und erfahrener "Prepper" schenkt mir gestern eine Flasche Desinfektionsmittel aus seinem Vorrat. Ich schätze, dass er diese alte Flasche in den 90er Jahren gekauft hat. Also einer Zeit in der es noch den Bundesverband für Selbstschutz gab. Im Gegensatz zu vielen Anderen, hat er damit zweifellos "rechtzeitig" vorgesorgt, bevor der Markt leergekauft war.

Foto links: "Soldaten Handbuch" der Schweiz von 1959. Es appelliert an den Gemeinsinn der Bevölkerung und versucht an die gesellschaftlichen Pflichten des Einzelnen zu erinnern. Was können wir daraus lernen? Das aktuelle Hamstern von Lebensmitteln, Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel, ist ein Zeichen für eine bisher vernachlässigte Krisenvorbereitung von Staat und Bürger. Je mehr Menschen sich rechtzeitig an die Empfehlungen des BBK zur Vorsorge halten, desto weniger muss in Krisen gehamstert werden. Das hat eben nicht etwas mit Egoismus zu tun, sondern mit dem Zusammenhalt unserer Gesellschaft ("Gemeinsinn"). Und vielleicht erkennt auch irgendwann mal der dümmste Reporter, dass "Prepper" nichts mit politischen Extremisten zu tun haben. Unter Vegetariern z.B. gibt es auch Massenmörder und Kinderschänder, aber Ihr erwähnt diese bei Berichten über Vegetarier ja auch nicht... Und Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass ich so blöd bin, Euch Interviews zu geben??? Derartige Anfragen werden von mir, auch in Zukunft, genau so abgelehnt wie Werbeanfragen.

 

(Liebe Hamsterkäufer, bittet beachtet auch meinen furchtbar ernst gemeinten Bericht über "Taktisches Kochen" :-)

 

Im 2. Weltkrieg unternahm die englische Regierung viel, damit die Lebensmittelversorgung nicht zusammenbricht. Es wurde vor allem viel Wert darauf gelegt, dass so viele wie möglich eigenes Gemüse anbauen ("Dig for Victory").
Im 2. Weltkrieg unternahm die englische Regierung viel, damit die Lebensmittelversorgung nicht zusammenbricht. Es wurde vor allem viel Wert darauf gelegt, dass so viele wie möglich eigenes Gemüse anbauen ("Dig for Victory").

Lebensmittelvorrat in der Krisenvorsorge

 Aus meiner Sicht ist das Wichtigste bei der Krisenvorsorge eine Wasserreserve im Haus. Diese lässt sich sehr einfach und billig organisieren. Jeder muss sich mal selber vorstellen was passiert wenn plötzlich nichts mehr aus der Leitung kommt... 

Das Zweitwichtigste ist ein Lebensmittelvorrat. Ich kann jedem nur die Monatstonne empfehlen. Diese ist für eine Person / Monat, kostet nur etwa 20 Euro und man kauft sie einfach nach einer Liste beim Aldi ein. Jeder kann so sehr leicht und günstig einen für sich passenden Vorrat bereitlegen. Die Kisten sind von Ikea. Ein ähnlicher Vorrat an Travelluch oder EPA wird mehrere hundert Euro kosten. 

 

Lagert keine US MRE Rationen ein. Diese sind nach 10 Jahren bereits fad im Geschmack und nach 20 Jahren nicht mehr genießbar. Und die Meisten die man bekommt haben schon einige Jahre Lagerzeit hinter sich. Und dazu kommt, dass die meisten MRE am Markt zivile Nachbauten sind.

Die "Monatstonne" als einfache Basis einer Vorratshaltung

Viele werden einfach die Tipps des Bundesamts für Bevölkerungsschutz befolgen. Das macht alles durchaus Sinn und es sind seriöse Tipps. Ich fand für mich persönlich jedoch die "Monatstonne" besser. Die Idee der Monatstonne stammt von dieser sehr empfehlenswerten Seite:  http://survival.4u.org/vorraete/monats-tonne-neu-2010.htm

 

Der Vorteil der Monatstonne ist, dass man ihren Inhalt einfach im Laufe der Jahre verbrauchen kann. Denn niemand wird Lust haben einen großen Vorrat an teuren und 10 Jahre alten gefriergetrockneten Travellunch zu essen! Wer jetzt meint, dass die doch ganz gut schmecken hat zwar Recht, aber hat sicher noch nie eine Woche am Stück Travelluch gegessen! Ich war bei der ein und anderen Übung oft froh auf Truppenteile außerhalb der DSO (Division für spezielle Operationen) zu treffen mit denen ich mein EPA-Leicht, mit Travellunch, gegen normale EPA tauschen konnte. Im Feld kann ich mir kaum was besseres als EPA vorstellen.

 

Ich habe mich ziemlich genau an deren Einkaufsliste gehalten um die Monatstonnen einfach und billig zu beschaffen:

3x Mehl

1x Zucker

1x Reis

3x Spaghetti

1x Haferflocken

1x Pflanzenöl                      (werde ich zukünftig in Glasflaschen kaufen)

2x rote Linsen

1x Linsen

1x Salz                                 (werde ich nicht mehr in jede Monatstonne legen)

1x Rosinen                          (werde ich nicht mehr einlagern)

1x Butterkekse

1x Kaltgetränkepulver     

1x Vitamine

Das hier ist eine meiner ersten Monatstonnen bei einer Inspektion 2017. Gekauft habe ich sie etwa 2011.
Das hier ist eine meiner ersten Monatstonnen bei einer Inspektion 2017. Gekauft habe ich sie etwa 2011.

Inspektion der Monatstonnen nach 6 Jahren:

Ich hatte das Klebeband leider nicht um den ganzen Rand des Deckels geklebt. So konnte etwas Ungeziefer eindringen. Jedoch haben sie es nicht in die Lebensmittel rein geschafft und sie sind nicht geschlüpft. Die Sachen sind noch gut.

 

Inspektion der Monatstonnen nach 8 Jahren

Das 8 Jahre alte Kaltgetränk hat einiges an Feuchtigkeit aufgenommen und war verklebt und sah nicht mehr sonderlich lecker aus. Es ist gleich in den Müll gewandert.

Das etwa 4 Jahre alte Kaltgetränk hatte auch bereits etwas Feuchtigkeit aufgenommen, war aber noch gut nutzbar. Es schmeckte noch einwandfrei und wird jetzt verbraucht.

Die Rosinen sahen ebenfalls nicht mehr wirklich appetitlich aus und ich habe sie entsorgt. Auch diese werde ich in Zukunft nicht mehr einlagern und von der Liste streichen.

Die Flaschen mit dem Sonnenblumenöl waren alle etwas verformt. Die Haltbarkeit davon wird mit etwa 2 Jahren angegeben. Da meine ältesten Flaschen nun bereits 8 Jahre alt sind werde ich sie entsorgen (am besten im Hausmüll) und durch neues Öl in Glasflaschen ersetzen. Ich will bei dem Konzept der Ikea Kisten bleiben und da man Flaschen stehend lagern muss sind mir stabilere Glasflaschen lieber.

Die Butterkekse von 2011 waren nun (im Jahr 2019) auch ziemlich ranzig. Ich hatte keinerlei Lust auch nur einen davon zu probieren! Da ich keine Lust hatte selber lange nach einer länger haltbaren Alternative zu suchen hab ich einfach neue gekauft. Das ist der große Vorteil vom Konzept der Monatstonne, sie ist schnell in jedem Supermarkt zusammengestellt. Die Bundeswehr Kekse aus dem EPA sind übrigens wesentlich länger haltbar und auch nach 20 Jahren schmecken sie noch.

Die Vollmilchschokolade aus meiner 2. Generation der Monatstonnen, die etwa 4-5 Jahre alt war, konnte man noch gut essen, aber ich merkte auch hier ein Nachlassen im Geschmack. Ich verbrauche sie und werde sie nicht länger lagern. Bitterschokolade ist länger haltbar, aber da ich diese selber nicht so gerne esse macht es eher Sinn Vollmilchschokolade einzulagern und die schneller zu ersetzen.

 

Bei den Spaghetti, den Linsen, Bohnen, dem Mehl usw. hab ich erst mal keine Sorgen hinsichtlich der Haltbarkeit und werde sie weiter in den Kisten belassen.

 

 

Die Brühwürfel (Fleischbrühe) waren 7 Jahr abgelaufen. Beim Öffnen der Folie bildeten sich klebrige Fäden und ich werde auch sie entsorgen. Die 4 Jahre abgelaufenen Gemüse-Brühwürfel waren noch einwandfrei und ich werde sie nun verbrauchen. Ich werde vielleicht in Zukunft nur noch Gemüsebrühwürfel einlagern. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese länger haltbar sind.

 

Lagerschäden nach den Jahren: Die Speiseöl Flaschen sind alle zerdrückt und zwei Deckel sind gebrochen.

Die Ölsardinen die bereits 4 Jahre abgelaufen waren habe ich probiert und sie waren einwandfrei. Ich meine eine ganz leichtes Nachlassen im Geschmack gemerkt zu haben. Konservendosen sind für die Vorratshaltung nun mal etwas vom Besten was es gibt.

 

Ich merkte übrigens auch bei meinem etwa 5 Jahre alten Kaffeepulver, dass es im Geschmack nachgelassen hat. Der Kaffee wurde etwas sauer. Er ist noch gut trinkbar und ich werde ihn jetzt verbrauchen und auch nicht länger lagern.

 

Ich habe vor einigen Jahren auch diverse Konservengerichte von Aldi und Lidl gekauft. Diese waren aber leider von Anfang an ekelhaft und ein Fehlkauf! Ich habe daher nicht vor sie nun zu probieren und werde sie weiter lagern und nur in einer wirklich schlimmen Krise essen, wenn mir nichts Anderes mehr bleibt... Dann sind sie vermutlich besser als z.B. Regenwürmer, mit Sägemehl gestrecktes Brot oder Ähnliches....

Die Dosenravioli sind auch bei den Discountern essbar. Dosenraviolo sind daher seit ein paar Jahren ein fester Bestandteil meines Vorrates. An sonsten kaufe ich nur noch Konservengerichte von Markenherstellern.

 

 

Fazit zur Inspektion:

Ich war nachlässig und hätte die Vorräte regelmäßig umwälzen müssen. Auf diesem Weg hätte ich Kosten sparen können und weniger wegwerfen müssen. Eigentlich wäre es überhaupt kein großer Aufwand, wenn man ein Mal pro Jahr einige Dinge aus 1-2 Monatstonnen neu kauft und ersetzt.

Auch wenn einige Dinge aus der Einkaufsliste nicht so lange haltbar sind, der große Vorteil an der Monatstonne ist, dass sie einfach, schnell und billig zu beschaffen ist. Daher funktioniert für mich das Konzept der Monatstonne sehr gut.

 Es ist unerlässlich, dass Ihr die Kunststoffkisten luftdicht verklebt. Noch professioneller wäre es zuvor unten etwas Trockeneis rein zu legen, um allen Sauerstoff zu verdrängen.

 

Nachtrag 03/2020: Ich habe heute die 7 Jahre abgelaufenen Spaghetti aus den 1. Monatstonnen gekocht. Sie waren noch in Ordnung und gut zu essen. Aber man konnte auch hier schmecken, dass sie etwas alt waren. Ich werde sie nicht länger lagern und sie im Vorrat bald ersetzen.

Bei meiner zweiten Anschaffung von Monatstonnen habe ich die obrige Liste bereits um einige Tafeln Schokolade und Kaugummi ergänzt. Das was Ihr hier links seht ist also meine 2. Generation der Monatstonne. Durch meine aktuellen Erfahrungen werde ich sie aber erneut etwas umgestalten.

 

Um was ich zwingend meinen Vorrat ergänzen muss ist Kaffee. Einen Teil davon auch als lösliches Kaffepulver.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Inhalt einer derart aufgeblasene Konservendose darf niemals gegessen werden. Es besteht der Verdacht auf die Bildung von Botulinum Toxin!

Erschreckend an dieser Dose hier war, dass sie erst wenige Monate abgelaufen war. Normalerweise halten Konservendosen ohne Probleme 10-20 Jahr. (Danke für die Mail, aber mit einer kurzen Google-News Suche findet man sehr schnell den Beweis dafür, dass Menschen sehr wohl so blöd sein können um so etwas zu essen).

1970 hatten nur 20% der Österreicher Lebensmittel eingelagert. Und das, obwohl ein 3. Weltkrieg damals drohte. Sie verließen sich offensichtlich auf die Behörden. (Quelle: Die Zeitschrift "Ziviler Bevölkerungsschutz" Ausgabe 197001)

Notrationen

Überlebensrationen und Notrationen der Bundeswehr. Es sind wirklich durchdachte Rationen.
Überlebensrationen und Notrationen der Bundeswehr. Es sind wirklich durchdachte Rationen.

Ein Teil meines Vorrates besteht auch aus BP-5 bzw. entsprechenden Rationen der Bundeswehr (Notration) oder von Reiter. Sie lagern einfach und werden kaum verbraucht. Sie haben schon einige Jahre hinter sich, sind aber auch lange lagerfähig. Wenn sie irgendwann nicht mehr gut sind werf ich sie weg und kaufe neue.

Die Notrationen beinhalten eine Art Mischung aus Keks und Kuchen. Das kann man einfach als Riegel essen, oder es mit Wasser zu einem Brei rühren. Das hier links ist mit Milch angerührt.Die Notration unterscheidet sich kaum von den zivil erhältlichen BP-5, NRG-5, der Reiter Kompakt Ration usw. Die Ration schmeckt eigentlich wirklich gut, der Brei ist mir Griesbrei vergleichbar. Er ist auch gut verdaulich. In meiner Jugend habe ich mal einen 50km Marsch durch die Nacht gemacht, zum Essen hatte ich versuchsweise nur BP-5 und Schoka-Kola dabei. In dieser kalten, anstrengenden und einsamen Nacht schmeckte das BP-5 überhaupt nicht und konnte meine Motivation kaum heben. Ich habe schon seit vielen Jahren auch eine davon immer im Kofferraum liegen.

Die Überlebensrationen bestehen aus unterschiedlichen Arten Zucker die man mit türkischem Honig vergleichen kann. Sie sind für Rettungsboote vorgesehen, sind wirklich keine Freude zu Essen und füllen den Magen nicht. Das Zeug löst sich im Mund auf. Sie werden oft sehr günstig angeboten, für die meisten wird die Notration oder BP5 wesentlich sinnvoller sein.

Ich besitze diverse Militärrationen. Ich werde diese jedoch nicht mehr für den Vorrat kaufen, sondern lediglich noch zum zeitnahen Verbrauch im Wald. Denn für einen Vorrat sind sie zu teuer und man weiß nie wie sie vor dem Kauf gelagert wurden. Meist sind sie beim Kauf nämlich schon einige Jahre alt.

Die linken Lebensmittel von Reiter habe ich aus den Resten einer Antarktisexpedition bekommen, davon habe ich zwei Kisten voll. Das Travellunch stammt aus dem EPA-Leicht, das ich auch als Soldat genutzt habe.
Die linken Lebensmittel von Reiter habe ich aus den Resten einer Antarktisexpedition bekommen, davon habe ich zwei Kisten voll. Das Travellunch stammt aus dem EPA-Leicht, das ich auch als Soldat genutzt habe.

Derartige gefriergetrocknete Lebensmittel sind eher für eine kurzzeitige Überbrückung geeignet, wenn man z.B. nur einen Vorrat für wenige Tage anlegen will. Der große Vorteil ist, dass man lediglich heißes Wasser benötigt um sie zu essen. Für einen Vorrat in einer Wohnung eignen sich Konservendosen prinzipiell besser. Diese sind auch kalt, ohne Wasser, essbar. Wenn man noch dazu Gerichte kauft die man auch im Alltag isst können sie regelmäßig verbaucht werden. 

Das ist meine selber zusammengestellte Notration zusätzlich zu meinem Survivalkit.
Das ist meine selber zusammengestellte Notration zusätzlich zu meinem Survivalkit.
Das ist meine selber zusammengestellte Notration zusätzlich zu meinem Survivalkit.
Das ist meine selber zusammengestellte Notration zusätzlich zu meinem Survivalkit.
Das was für die Deutschen Scho-Ka-Kola ist, ist für die Schweizer ihre Armee Schokolade oder die Stella Notportion. Sie ist gut für ein Bug Out Bag geeignet.
Das was für die Deutschen Scho-Ka-Kola ist, ist für die Schweizer ihre Armee Schokolade oder die Stella Notportion. Sie ist gut für ein Bug Out Bag geeignet.

Diese Überlebensnahrung wurde für viele Zivilschutzanlagen in der Schweiz beschafft. Nach Ende des kalten Krieges wurden die Dosen Tonnenweise in die ehemalige Sowjetunion verschenkt. Zu sehen im Zivilschutzmuseum Zürich.

Wie kocht man ein EPA richtig?

Jeder Soldat kocht EPA etwas anders. Beachtet aber, dass kaum ein Soldat seinen ESBIT Kocher gegen etwas anders austauscht. Denn der funktioniert einfach sehr gut und zuverlässig. Auch ich verwende, fast ausschließlich, seit über 20 Jahren, ESBIT als Brennstoff.

Legt ein EPA-Hauptgericht nicht in einen Topf mit kochendem Wasser. Das verbraucht viel zu viel Energie.

 

Unter Soldaten gibt es drei verbreitete Varianten:

-Man legt die geschlossene Konserve auf den Kocher und schüttelt sie zwischendurch kräftig mit Handschuhen, damit sich die Hitze etwas verteilt.

-Man sticht kleine Löcher in den Deckel und legt sie so auf den Kocher. So kann sie nicht platzen, weil der Druck entweichen kann.

-Ich koche sie immer auf die dritte Art. Ich schneide den Deckel auf und kann so während dem Erhitzen den Inhalt umrühren. Zusätzlich schütte ich ein bisschen Wasser in das Essen, damit es die Hitze besser verteilen kann. Dabei fällt aber oft etwas vom Inhalt raus.

 

Die echten EPA Konserven haben auf der Innenseite keine Kunststoffschicht. Daher ist es kein Problem sie direkt in eine Flamme zu stellen. Das Erhitzen geht hierbei so schnell, dass fast nichts vom Inhalt anbrennt. Wenn Ihr Euch im Supermark derartige zivile Konserven (z.B. von Busse) kauft prüft unbedingt erst, ob diese innen beschichtet sind. In dem Fall würde ich sie nicht in die Flamme stellen. Vermutlich würde ich dann den Inhalt in ein Kochgeschirr schütten und dieses auf den Kocher legen. Die Busse Gerichte, die ich bisher hatte, waren innen alle ohne Kunststoff.

 

Nachtrag: Die neuen EPAs haben die Hauptgerichte in Tüten verpackt und nicht mehr in Aluschalen. Wenn ich in den Wald gehe habe ich inzwischen aber eh meist die Fertiggerichte von Busse dabei, weil ich mir keine EPAs mehr kaufe.

Feuer machen mit Firesteel und dem Überlebensmesser

Wenn ich draußen unterwegs bin habe ich meist das Ganzo 803 Überlebensmesser dabei. Damit kann man Zunder fertigen, Batonieren und mit dem Firesteel das Feuer anzünden.
Wenn ich draußen unterwegs bin habe ich meist das Ganzo 803 Überlebensmesser dabei. Damit kann man Zunder fertigen, Batonieren und mit dem Firesteel das Feuer anzünden.

Ja, Firesteels sind toll. Das steht überall und dem stimme ich auch zu. Aber man muss dabei auch sagen, dass man den Umgang damit üben muss. Das bezieht sich nicht nur auf die Firesteels, sondern auf das Feuer machen insgesamt. Und ganz ehrlich muss ich auch sagen, dass ich erst seit wenigen Jahren wirklich Feuer machen kann. Und das, obwohl ich es in meinem Leben schon sehr oft gemacht habe. Ich habe das in meiner Jugend halt eher pragmatisch gesehen und das Lagerfeuer mit viel Papier, oder Benzin aus dem Mofa angemacht. Und als Soldat verwendet man auch alles möglich dafür, vom Epa Karton, bis zur Notsignalfackel. Erst viel später wollte ich den Umgang mit dem Firesteel lernen und seit dem brauche ich nichts weiter, außer etwas trockenes Holz, einen Firesteel und ein Messer. Und genau das, was ich dabei gelernt habe und wie ich Feuer mache, will ich Euch hier erzählen. Ich hoffe Ihr habt, wie ich derzeit, genug öffentliche Feuerstellen in eurer Umgebung. Es gibt leider Landkreise in denen das nicht der Fall ist. Es gibt so viele Hilfsmittel zum Feuer machen, aber ich will Euch hier nur recht kurz zeigen, wie ich es meist mache. Ich muss aber noch dazu sagen, dass ich es derzeit meist an diesen öffentlichen Feuerstellen mit den Kindern mache und dafür Holzscheite verwende.

Es gibt bei den Firesteels aber noch einen Faktor, den seltsamerweise niemand sonst erwähnt. Sie sind nur bedingt lagerfähig und zerfallen im Lauf der Jahre! Der Firesteel auf dem Magnesiumblock ist etwa 10 Jahre und der Gerber Strike Force unten etwa 20 Jahre alt. Ich habe in meiner Jugend oft versucht mit den Magnesiumblöcken Feuer zu machen. Aber sie sind dafür doch einfach ziemlich schlecht.

Für die private Krisenvorsorge sind, meiner Meinung nach, Elektrofeuerzeuge mit Nachfüllventil sinnvoller. Lasst Euch auch meinen Bericht über das Clipper Feuerzeug nicht entgehen, dass sich nicht nur zum Drogenkonsum eignet.

Die letzten Jahre verwende ich hauptsächlich einen schwedischen "Fire-Flash" Feuerstahl. Und ich zünde meist mit dem dazugehörigen Striker und ab und zu mit einem Messerrücken (wie dem des Ganzo 803).

Erfolgreich ein Feuer zu entfachen hängt von zwei Faktoren ab, dem Zubereiten von Zunder und dem Zerkleinern von Holz für den Anfang.

Es gibt so viele Arten von Zunder, Birkenrinde, von der Kleidung abgeschabte Baumwollfasern, in Vaseline getränkte Watte usw. Ich selber verwende aber fast nur Kienspan oder trockenes Nadelholz. Das entscheidende dabei ist, dass man beides entsprechend aufbereiten muss. Und dann reicht auch ganz einfaches Fichtenholz als Zunder.

Wenn man die Klinge senkrecht zum Holz, oder dem Kienspan, hält und daran runter schabt bekommt man eine Art "Wolle". Diese ist sehr fein, hat eine große Oberfläche, fängt Funken und brennt sehr leicht an. Das dunkle Holz ist Kienspan, das helle daneben Fichtenholz. Wenn man genug von der "Wolle" hat kann man noch Späne abschnitzen.

Das Feuerholz wird dann entweder mit einem Beil, oder mit einem stabilen Messer klein gemacht. Das Ganzo Überlebensmesser hat eine recht massive Klinge die sich super zum "Batonieren" eignet. Wenn man so, wie hier auf dem Foto, mit einem massiven Holzscheit auf den Messerrücken schlägt, kann man das Holz gut und recht einfach spalten.

Das hier ist genau genommen eine eher mittelmäßig vorbereitete Feuerstelle. Aber dennoch, nach dem ich den Firesteel auf einen Span gedrückt hatte und drei mal mit dem Striker daran runter gefahren bin, brannte das Feuer problemlos. Entscheidend ist, dass genug von der abgeschabten "Wolle" und genug Späne vorhanden sind.

 

 

 

Ich hoffe Ihr habt, im jetzt anstenden Sommer, genug Zeit und Gelegenheit draußen eure Fähigkeiten im Bushcraften zu verbessern und zu üben. Dann verbringt Ihr hoffentlich weniger Zeit vor dem Computer  ;-)