Selbstverteidigung mit Paintballwaffen

Meine Berichte zu den Paintballwaffen sind auf ein Interesse gestoßen, das ich mir früher nie hätte vorstellen können. Sie werden inzwischen weit über 15.000 Mal pro Monat gelesen. Und daher vermute ich durchaus, dass meine Berichte einen relevanten Einfluss auf die aktuellen Neuentwicklungen der Hersteller hatten. Ich habe mittlerweile so viel über Paintballwaffen geschrieben, Ihr habt so viel davon gelesen und irgendwie ergeben sich doch mehr Fragen als Antworten  für Viele (vor allem weil ich viel über Waffen berichtet habe, die nicht mehr im Handel erhältlich sind). Die Berichte hier sind Stück für Stück entstanden und daher sind die meisten Informationen etwas verstreut darin. Z.B. Ich strukturiere diese Seite nun etwas um und mache diese eigene Unterkategorie. Bedenkt beim Lesen bitte, dass ich kein Paintballspieler bin, und daher eine andere Sicht auf diese Waffen habe. Ich kenne mich zwar mit Dingen wie Selbstverteidigung, oder dem Waffenrecht aus, aber z.B. zur Technik von Paintballwaffen bin ich wirklich kein Fachmann.

 

Ein Problem bei dem ganzen Thema ist, dass Paintballspieler meist ihre Waffen tunen und an ihnen rumbasteln wollen. Sie sind auch eher bereit viel Geld für die Waffen auszugeben. Aber wer eine Selbstverteidigungswaffe sucht will eine günstige und einfache Komplettlösung. Und diese gibt es halt leider kaum. Für viele ist alleine die Vorstellung so eine Waffe zur Wartung komplett zerlegen zu müssen abschreckend.

 

Die 4 üblichen Arten Paintballwaffen zur Verteidigung einzusetzen

Bei Demonstrationen gegen Flächenziele mit Pepperballs (also der Schuss auf den Boden):

Bei vielen Behörden ist der Einsatz von Pepperballs vor allem so vorgesehen, dass diese in großen Mengen auf den Boden abgegeben werden. So sollen aggressive Personengruppen vertrieben werden. Die Firmen Pepperball und Mission geben dafür beide Reichweiten von etwa 50m an. Dafür werden fast nur Hopper verwendet und keine Magazine. Hier ist ein passendes Video von einem solchen Einsatz.

 

 

Im Streifendienst und bei Demonstrationen gegen Einzelziele mit Pepperballs und Gummigeschossen (also direkt auf Angreifer):

Bei der "Riot Control" werden fast nur Gewehre verwendet und im Streifendienst meist Pistolen. Pepperball Pistolen werden wesentlich seltener bei Polizeibehörden eingeführt als Gewehre. Eine Kuriosität sind zweifellos die P99 RAM Pistolen mit .43 Pepperballs des KOD Dresden. Die mögliche Reichweite von Schüssen auf Einzelziele hängt vor allem von der Präzision des jeweiligen Waffensystems ab. Mission verwendet ausschließlich Rundkugeln und sie geben eine Reichweite von 20m für Einzelziele an.

Pepperballwaffen können meist Rundkugeln und VXR Geschosse verwenden ("First Strike") und die Firma gibt bei der Verwendung von VXR Geschossen eine Reichweite von 50m an. Auch FN gibt die Reichweite des FN303 allgemein mit 50m an. Die 8,5g schweren FN Geschosse erzeugen immer auch eine Schlagwirkung und sind quasi ein moderner Ersatz für Gummigeschosse denen eine Wirkladung beigefügt ist. Der polizeiliche Einsatz von Gummigeschossen aus Paintballwaffen ist recht selten, meist werden daraus nur Pepperballs verschossen.

 

Hier seht Ihr bei min. 8:30 einen Kopftreffer mit Pepperballs. Vermutlich also mit etwa 16 Joule. Er kippt einfach um. Man muss aber hierbei bedenken, dass dieser Schuss gefährlich war! Mit Pepperballs wird auf die Brust geschossen.

 

 

Private Selbstverteidigung mit Pepperballs:

Diese Option hat einen recht neuen, aber durchaus relevanten, Markt erschlossen. Tippmann bietet dafür extra die PG7 (Pepper Gun) an und Pepperball die TCP. Die recht neue Byrna Pistole ist bisher noch nicht in Deutschland verfügbar.

 

In den meisten Ländern darf man diese Waffen frei erwerben und in vielen auch führen. In den USA werden solche Waffen auch oft von verurteilten Straftätern zur Selbstverteidigung getragen, da diese dort meist keine scharfen Waffen besitzen dürfen. Das bekannteste Beispiel dafür ist der Kopfgeldjäger Dog Chapman. In Deutschland ist meist aber nur die Benutzung Zuhause erlaubt, denn sie unterliegen der Waffenscheinpflicht. Ein kleiner Waffenschein hat für Paintballwaffen keinerlei Bedeutung. Ich habe im Internet abenteuerlichste waffenrechtliche Phantasien im Zusammenhang mit Pepperballpistolen gelesen. Es gibt zwischen einer "Paintball TIPX" und einer "Selbstverteidigungs PG7" keinen waffenrechtlichen Unterschied. Wichtig ist nur, dass die Pepperballs selber, als "Tierabwehrgeschosse" beschriftet sein müssen (auf der Verpackung natürlich). Sollte das nicht der Fall sein, sind sie verbotene Gegenstände.

 

 

Private Selbstverteidigung mit "Gummigeschossen":

Kein Hersteller verkauft die Waffen ausdrücklich für die Verwendung von Gummigeschossen, sondern immer nur für Pepperballs. Aber zweifellos eignen sich die Waffen auch für feste Geschosse und die Besitzer der Waffen sind oft auch sehr kreativ dabei. Es werden nicht nur Gummigeschosse verwendet, sondern auch alle anderen harten Geschosse. Getan hat sich am Markt einiges. Die Eierlegende Wollmichsau gibt es aber immer noch nicht frei verfügbar (das wären meiner Meinung nach die FN303 Geschosse). Denn z.B. die neuen First Strike Geschosse von Umarex sind sehr leicht, was den Vorteil einer starken Waffen nicht ausnutzen kann. Die leichten Umarex Geschosse machen vor allem bei den schwachen deutschen 7,5 Joule Waffen sinn. In den letzten Jahren behalfen sich viele z.B. in dem sie die Frist Strike Reballs mit Schrauben beschwerten. Die besten Geschosse sind aktuell vermutlich die etwa 8g schweren Grimburg Less Lethal Anti Riot Bullets. Und dann hat die Firma Tech23 den "Slugmaker .688" entwickelt, mit dem man viele unterschiedliche Geschosse aus Heißkleber machen kann. Die Möglichkeiten reichen dabei von Geschossen, die 4,5mm Stahlrundkugeln eingegossen haben, bis hin zur Schrothülsen für die HDS68 Flinte. Bedenken muss man bei allen harten Geschossen aber, dass diese ein wesentlich größeres Verletzungspotential haben. Knochenbrüche und Organrisse werden bei diesen schneller eintreten, als bei Gummigeschossen. Ich gehe davon aus, dass sie dafür aber keine bessere "Stoppwirkung" haben. Eine gerissene Leber z.B. wird den Angreifer im Anschluss evtl. in Lebensgefahr bringen, aber es wird in den Sekunden des Angriffs keinen Einfluss auf sein Tun haben. Das ist sehr ähnlich wie beim Einsatz von Messern, die Stoppwirkung ist dabei sogar sehr schlecht, aber die Folgen furchtbar. Da das Ziel eines Waffeneinsatzes nicht schwere Verletzungen des Angreifers sind, sondern das Stoppen des Angriffs halte ich harte Geschosse meist nicht für sinnvoll.

 

Mehr über andere Gummigeschoss-Waffen findet Ihr in meinem Bericht über Traumatic Waffen.

Paintball "Markierer" sind zum Sport bestimmt...

Ich selber habe wenig Bezug zu reinrassigen Paintballwaffen und interessiere mich auch fast nur für die sogenannten Magfed Waffen, wo die Geschosse in einem richtige Magazin liegen, und nicht einem "Hopper". Aber auch diese "Sportwaffen" haben oft ein Potential für eine hohe Geschossenergie und diverse Umbauoptionen. Sie sind wirklich nicht ideal für eine Verwendung zur Selbstverteidigung, aber sie können dafür verwendet werden und kosten auf dem Gebrauchtmarkt nicht viel. Soweit ich das aus diversen Internetforen lesen konnte, liefern z.B. die weit verbreiteten Tippmann 98 und A5 Waffen, bereits ohne den Einbau von "Tuningfedern", "Exportventilen" usw., Geschossenergien von über 12 Joule. Auch in Deutschland wird dafür Zubehör verkauft, wie der nachrüstbare "E-Grip", für eine vollautomatische Funktion. Diese vollautomatik Abzüge von Tippmann benötigen jedoch Batterien, die von der Tiberius T15 arbeiten dagegen mechanisch. Und der sogenannte "Response Trigger" von Tippmann arbeitet mit Druckluft. Der Response Trigger ermöglicht eine Art Vollautomatik und stellt einen rechtlichen Graubereich dar, so wie die BumpFire Schäfte. Jedem wird aber klar sein, dass der Einbau von derartigen Gegenständen, oder das Verstellen über die beim Kauf eingestellten 7,5 Joule, strafbar ist. Sie werden in Deutschland hauptsächlich verkauft, damit die Paintballspieler ihre Waffen mit ins Ausland nehmen, und dort entsprechend umbauen können.

Tippmann 98 Custom Paintballmarkierer

Die Tippmann 98 Custom ist ein reinrassiger Paintballmarkierer, aber auch er wird als Pepperball Custom SX an Behörden verkauft.
Die Tippmann 98 Custom ist ein reinrassiger Paintballmarkierer, aber auch er wird als Pepperball Custom SX an Behörden verkauft.

"Die Tippmann 98 ist die AK-47 unter den Paintballmarkierern", habe ich mal in einem Bericht gehört. Sie ist sehr haltbar und wird oft als Leihwaffe verwendet, für große Belastungen, untrainierte Anwender und eine hohe Schusszahl. Die Tippmann 98 ist aber zweifellos auch ein "Schweizer Taschenmesser", denn sie bietet unzählige Umbauoptionen. Ich stelle Sie Euch hier vor, weil sie eben so viele Optionen bietet. Und wenn ich sie Euch vorstelle hat sie natürlich auch eine Bedeutung als Behördenwaffe. Denn die Tippmann 98 wurde auch als Pepperball Custom SX an Behörden verkauft (Beim Modell TX ist die Flasche nach vorne gerichtet montiert) . Sie ist auch sehr eng mit der Empire BT4 Combat verwand, deren Hersteller zu Tippmann gehört. Und die BT4 Combat wiederum wird als Pepperball FTC von einigen Polizeibehörden verwendet. In großen Mengen konnte man sie bei den Ausschreitungen in Hongkong im Einsatz sehen. Eine gebrauchte Tippmann 98, FT-12 usw. bekommt man bereits für 50 Euro, was sie auch interessant macht. Der Vorteil dieser weit verbreiteten Waffen ist zweifellos auch, dass es dafür sehr viel Zubehör gibt. Und über das viele Zubehör gibt es massenweise Anleitungsvideos auf Youtube. Für die, denen ein Hopper nicht taktisch genug ist gibt es von BT auch ein Stangenmagazin, dass seitlich am Gehäuse befestigt wird und von Tippmann das "Magfed Conversion Kit"(für TIPX und TCP Magazine). Und von Tippmann gibt es z.B. den Flatline Barrel, der die Geschosse, wie ein Airsoft HopUp, in Rotation versetzt, um weiter schießen zu können. Mit dem "Apex Barrel" ist es sogar möglich, die Geschosse so in Rotation zu versetzen, dass man um Hindernisse herum schießen kann.

 

Bedenkt bei den Fotos meiner Tippmann 98 bitte, dass die Weaverschiene, der Klappschaft und der hässliche große Abzugsbügel vom Vorbesitzer nachgerüstet wurden. Das Gehäuse der Waffe besteht aus gegossenem Aluminium und ist recht massiv. Der untere Teil vom hässlichen Frontgriff ist aus Plastik und ist in das Alugehäuse geschraubt. Auf der linken Seite ist das Gehäuse zweigeteilt. Für einfachere Wartungsarbeiten kann der hintere Teil alleine abgeschraubt werden. Dann ist schon fast alles zugänglich. Wenn man dazu noch den Pressluftanschluss etwas raus dreht kann auch der "Bolt" und "Powertube" nach hinten raus gezogen werden, ohne die vordere Gehäusehälfte abmontieren zu müssen. Das System der Waffe ist eigentlich recht einfach und man kann es sehr gut mit zuschießenden MPs vergleichen. Vor dem Schießen muss der Verschluss ("Rear Bolt") nach hinten gezogen werden, wo er arretiert. Beim Abziehen schnellt er vor und schlägt auf das Ventil, dass Pressluft (oder CO2) in beide Richtungen raus lässt. Die Luft, die nach vorne geht, treibt das .68er Geschoss an. Die nach hinten spannt den Verschluss wieder. Die Stange über dem Powertube (der schwarze Zylinder) verbindet den Front Bolt und den Rear Bolt. Der Front Bolt ist der Teil, der das Geschoss beim Abziehen in den Lauf drückt. Ein gutes Video über die Funktionen in der Waffe findet Ihr HIER. Wenn Ihr so eine Waffe habt müsst Ihr vor dem Zerlegen wirklich keine Angst haben. Vor allem zu so verbreiteten Waffen findet Ihr massenweise Zerlegevideos im Internet (gebt in die Suche  "disassebmly" ein).

Die Tippmann 98 Custom ist bereits ab Werk für einige Umbauten vorbereitet. Wer sie zum Paintball mit ins Ausland nimmt, kann dort Exportfedern, "E-Grips" oder "Response Trigger" einbauen.
Die Tippmann 98 Custom ist bereits ab Werk für einige Umbauten vorbereitet. Wer sie zum Paintball mit ins Ausland nimmt, kann dort Exportfedern, "E-Grips" oder "Response Trigger" einbauen.

Das "Cyclone Feed" ist ein System, bei dem die .68er Geschosse sehr genau gesteuert in die Waffe geführt werden. Das System zweigt etwas von der Druckluft ab und führt sie über einen Schlauch zum Hopper. Mit etwas Übung sind solche Einbauten in 5 Minuten erledigt. Alle Umbauten die Paintballwaffen über 7,5 Joule bringen, oder vollautomatisch machen, sind natürlich verboten, bzw. erlaubnispflichtig. Aber bedenkt bitte, dass fast alle Umbauten an Paintballwaffen einen rechtlichen Graubereich darstellen. Denn die Waffen sind bauartzugelassen und viele solche Umbauten können die Waffen WBK pflichtig machen, bzw. ein genehmigungspflichtiges "Bearbeiten" darstellen. Die Energie der meisten "normalen" Paintballwaffen kann, ohne bauliche Veränderungen, auf etwa 12-18 Joule eingestellt werden. Sie können entweder mit wieder befüllbaren CO2 Flaschen, Pressluftflaschen, oder mit 12g CO2 Kapseln (mit einem sogenannten "Quick Charger" betrieben werden. Die Flaschen schraubt man entweder direkt an die Waffe, oder man verwendet einen "Mamba Schlauch" und trägt die Flasche am Körper. Von Pepperball werden die Waffen meist mit einer Pressluftflasche ausgeliefert, die unter dem Lauf montiert ist. Die übliche und unfassbar hässliche Montage der Flaschen hinten am Griff kommt daher, dass Paintballspieler mit ihrer Maske meist gar keine Visierung benutzen können und eine Schulterstütze nicht verwenden wollen. Echten taktischen Anforderungen kann das natürlich nicht gerecht werden. Die Magfed Waffen spielen dahingehen in einer ganz anderen Liga.

 

Die Mission MLR basiert übrigens auf der Tippmann A5 , das sind hochwertigere Waffen als die Tippmann 98 und sie haben das Cyclon Feed System bereits eingebaut.

 

Das hier links ist aus der Anleitung der Pepperball Custom SX. Die Firma rät dazu die Waffen aus ballistischen Gründen in einem bestimmten FPS Bereich zu betreiben, der etwa 11 bis 23 Joule entspricht.

 

 

 

 

Weil einige meiner Berichte sich auf Waffen beziehen, die nicht mehr im Handel sind, zeige ich Euch hier nun Magfed Waffen, die man noch in den Fachgeschäften bekommt:

Pepperball / First Strike Waffen ("Magfed")

Das hier links ist die First Strike FSC, die fast baugleich auch für zur Selbstverteidigung von der Firma Pepperball als TCP verkauft wird. Sie hat Potential für eine sehr hohe Leistung. Pepperballwaffen sind nicht am deutschen Markt verfügbar, aber die FSC gibt es zu kaufen. Seit einigen Jahren wird sie aber offenbar mit einer verklebten V0 Schraube in Deutschland verkauft.

Tippmann / Mission Waffen ("Magfed")

Die Tippmann TCR ist eine Paintballwaffe, die es nur noch auf dem Gebrauchtmarkt gibt. Die Selbstverteidigungssparte von Tippmann heißt Mission und diese wiederum haben zwei Produktlinien. "PROTX" sind zivile Selbstverteidigungswaffen und "TACTX" Waffen werden nur an Behörden verkauft. 

Die Firma Paintballsports hat nun offenbar den Import der Mission Waffen übernommen und das TCR-LE gelistet. Der Preis ist dort mit 715 Euro aber etwa doppelt so hoch wie bisher beim Tippmann TCR.

Das hier links ist das "Mission4", was die Behördenversion der Tippmann TMC ist. Das TMC ist eine sehr günstige Paintballwaffen die viele Optionen bietet. Es wird auch in großen Mengen verkauft. Das Energiepotential der Paintballwaffe ist aber offenbar recht beschränkt und ich VERMUTE daher, dass die Behördenversion innen etwas andere Technik verbaut hat.

Tippmann verkauft ihre Pistole unter vielen unterschiedlichen Namen. Tippmann TIPX, Tippmann PG7 (Pepper Gun), Mission PG7, Mission TRP, Sabre SL7. Ich vermute, dass alle komplett baugleich sind. Die Preise schwanken bei den Händlern ziemlich und man findet sie neu von etwa 240 bis 400 Euro. Ein Video über das Potential der TIPX findet Ihr z.B. HIER.

Umarex Paintballwaffen

Die Umarex HDS68 wird in großen Mengen verkauft. Für Käufer aus dem Ausland, oder für welche mit Berechtigung, gibt es auch "Exportventile" dafür zu kaufen. Ihr Konzept ist sehr gut durchdacht, wobei mir für einen ernsthaften Selbstverteidigungseinsatz 2 Schuss zu wenig sind.

 

Von mir wurde bisher die Umarex SG68 Repetierflinte kaum thematisiert. Früher hat mich an ihr gestört, dass sie nicht halbautomatisch ist. Aber auch sie bietet einiges und ist vermutlich auch ihren Preis von über 300 Euro wert.

 

 

Neuheiten:

Das Hero 2020 wurde auf der Shot Show vorgestellt. Es hat eine Lampe und ein Laservisier eingebaut und kann entweder Pepperballs ("Pava-Balls") verschießen, oder Pfefferspray, ähnlich dem JPX. Das Gerät ist bereits in den USA relativ teuer und der Import nach Deutschland würde sich daher nicht lohnen (drüber habe ich bereits mit einem Waffenhändler diskutiert)

 

Quelle: https://hero.us.com/

RAM-Waffen im Kaliber .43 zur Selbstverteidigung? Ganz sicher nicht!

Mit einer großen Regelmäßigkeit bekomme ich Lesermails, warum ich "RAM-Waffen" zur Selbstverteidigung für untauglich halte. Und eigentlich habe ich schon sehr viel dazu geschrieben und es ausführlich dargelegt. RAM Waffen sind zum Training und zum Spiel bestimmt. Und falls jetzt jemand meint, dass meine Wortwahl "Spiel" verantwortungslos von mir ist. Das ist der Gesetzestext und die Definition für die RAM-Waffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.1 WaffG)! Sie sind dafür vorgesehen und konstruiert, dass man damit auf Freunde schießt, ohne diese zu verletzen. Es gibt in Ländern, mit einem strengen Waffengesetz, eine seltsame Verhaltensweise. Die Leute reden sich ein, dass die Waffen wirkungsvoll wären, die sie frei kaufen können. Natürlich vor allem die, die am meisten Ähnlichkeit zu scharfen Waffen haben. Bei einer Schreckschusswaffe besteht wenigstens noch eine Chance, dass ein Angreifer sie für eine scharfe Waffe hält, das er Reizstoff davon abbekommt, oder dass er durch den Knall ausreichend Angst bekommt. Aber man kann unmöglich erwarten, dass ein 1g leichtes Kaliber .43 Geschoss, mit realistischen 4 Joule, in der Lage ist einen Angriff zu stoppen. Sobald der Angreifer eine dickere Jacke trägt wird der Aufprall nur noch dem einer 0,5 Joule Airsoft Kugel entsprechen. Das passiert in Russland sogar mit 40 Joule starken Traumatic Waffen regelmäßig. Mehr über die "Traumatic Waffen" habe ich HIER geschrieben. Und von den .50 Paintball- / RAM-Waffen halte ich auch nicht mehr. Realistisch betrachtet werden diese doch nur wegen ihres geringen Preises gekauft. Ein großes Pfefferspay und ein Schlagstock sind, im Gegensatz zu solchen "Waffen die zum Spiel bestimmt sind", wesentlich sinn- und wirkungsvoller. Vielleicht werde sogar ich mir irgendwann mal eine .50 Waffe kaufen, aber nur um zu testen in welchen Situationen die .50 Pepperballs mit den 7,5 Joule überhaupt nicht mehr platzen.

 

Der Umarex HDR50 Revolver wurde auch in großer Zahl verkauft. Ich halte ihn wegen seinen kleinen, leichten und schwachen Geschossen lediglich für ein Erwachsenen-Spielzeug und zähle ihn auch zu den "RAM-Waffen". Mir wäre jeder Holzknüppel zur Selbstverteidigung lieber. Ich verstehe, dass man ihn wegen seinem kleinen Preis kauft, aber jeder Gedanke an die Selbstverteidigung damit ist aus meiner Sicht relativ albern. Ich hätte vor wenigen Tagen aber fast die neue Umarex HDP50 vorbestellt, weil sie ein lustiges "Spielzeug" ist. Aber die Vernunft hielt mich zum Glück noch schnell genug davon ab.

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