Es gibt unzählige Möglichkeiten Feuer zu machen und auch ich habe schon viel ausprobiert. Ich benutze seit einigen Jahren ausschließlich die hier gezeigten Dinge. Ein Überlebensmesser mit Firesteel und Kienspan. Zum Anzünden von ESBIT, oder wenn es mal schnell gehen muss, habe ich zusätzlich ein Clipper Feuerzeug dabei.

 

 

-Das Überlebensmesser zum Feuermachen

-Der Firesteel

-Feuerzeuge und Streichhölzer

-Der Zunder

-Das Feuermachen

-Wie kocht man ein EPA-Gericht richtig?

-Das Kochgeschirr der schwedischen Armee

-Der ESBIT Kocher

-Trioxane und Hexamine Brennstoff (braucht kein Mensch)

-Brennpaste und der Notkocher 71 der schweizer Armee

-Bundeswehr Besteck, Spork, Flöffel, Göffel usw.

 

Das Überlebensmesser zum Feuermachen

Wenn ich draußen unterwegs bin habe ich meist das Ganzo 803 Überlebensmesser dabei. Damit kann man Zunder fertigen, Batonieren und mit dem Firesteel das Feuer anzünden.
Wenn ich draußen unterwegs bin habe ich meist das Ganzo 803 Überlebensmesser dabei. Damit kann man Zunder fertigen, Batonieren und mit dem Firesteel das Feuer anzünden.

Ich benutze im Wald fast nur mein Ganzo F803 Überlebensmesser. Dieses Messer ist sehr hochwertig und günstig. Ich habe einige Messer und auch ein paar wirklich tolle Überlebensmesser. Aber wenn man ein Ganzo Überlebensmesser hat, braucht man nichts anderes mehr. Und vor allem bezahlt man nichts für einen Markennamen. An dem Messer hab ich den nutzlosen Gurtschneider unten an der Scheide einfach abgesägt und auch den Halter für den Firesteel (der dem Messer sowieso nicht beiliegt) und den Gürtelhalter habe ich entfernt. Das Messer trage ich nicht am Gürtel, sondern es liegt im Rucksack. Nach einigen Jahren intensiver Nutzung und unzähligen Schlägen beim Batonieren sieht es immer noch toll aus und zeigt keinerlei Schäden. Der Stahl des Messers ist übrigens hervorragend. Zweifellos hat das F803 auch Fehler im Design und natürlich gibt es bessere Messer. Ich will hier auf keinen Fall die Kaufentscheidung von irgend wem kritisieren, der 300 Euro für ein Messer bezahlt hat. Ich will Euch hier nur zeigen, was ich benutze. Z.B. mein Mauser Überlebensmesser mit den integrierten Leuchtraketen war auch nicht billig, aber es ist für mich nur ein Sammlerstück, das ich sicher nicht mit in den Wald nehme.

Der Firesteel zum Feuermachen

Firesteels sind toll. Das steht überall und dem stimme ich auch zu. Aber man muss den Umgang damit üben. Das bezieht sich nicht nur auf die Firesteels, sondern auf das Feuermachen insgesamt. Und ganz ehrlich muss ich auch sagen, dass ich erst seit einigen Jahren wirklich Feuer machen kann. Und das, obwohl ich es in meinem Leben schon sehr oft gemacht habe. Ich habe das in meiner Jugend halt eher pragmatisch gesehen und das Lagerfeuer mit viel Papier, oder Benzin aus dem Mofa angemacht. Und als Soldat verwendet man auch alles mögliche dafür, vom Epa Karton, bis zur Signalfackel. Erst viel später wollte ich den Umgang mit dem Firesteel lernen und seit dem brauche ich nichts weiter, außer etwas trockenes Holz, einen Firesteel und ein Messer. Und genau das, was ich dabei gelernt habe und wie ich Feuer mache, will ich Euch hier erzählen. Ich hoffe Ihr habt, wie ich derzeit, genug öffentliche Feuerstellen in eurer Umgebung. Wenn Du noch nie ein Feuer ohne Hilfsmittel (außer einem Feuerzeug) gemacht hast, solltest Du unbedingt öffentliche Feuerstellen suchen und anfangen zu üben.

 

Die letzten Jahre verwende ich hauptsächlich einen schwedischen "Fire-Flash" Feuerstahl. Und ich zünde meist mit dem dazugehörigen Striker und ab und zu mit einem Messerrücken. Die billigen chinesischen Firesteels funktionieren zwar auch, wirklich gut sind sie aber nicht. 

Es gibt bei den Firesteels einen Faktor den seltsamerweise niemand sonst erwähnt. Sie sind nur bedingt lagerfähig und zerfallen im Lauf der Jahre. Der Firesteel auf dem Magnesiumblock ist etwa 10 Jahre und der Gerber Strike Force unten etwa 20 Jahre alt. In meiner Jugend hatte ich meist so einen Magnesiumblock dabei. Ich habe viel Zeit mit dem Magnesium Block verbracht und erst Jahre später gemerkt, wie schlecht diese Feuerstarter in Wirklichkeit sind. Bis man eine brauchbare Menge Magnesium Späne abgeschabt hat, braucht man etwa eine ganze Stunde. In einer Survival Situation hat man diese Zeit nicht und beim Camping will man sich auch nicht so lange damit beschäftigen.

 

Feuerzeuge und Streichhölzer

Streichhölzer verwende ich überhaupt nicht. Ich finde sie schlecht und nutzlos, wenn man Anderes zur Verfügung hat. Warum sollte ich sie dann überhaupt mit mir rum tragen? Nur in meinem Survival Kit habe ich noch ein paar eingeschweißte Sturmstreichhölzer.

Für die private Krisenvorsorge halte ich Elektrofeuerzeuge mit Nachfüllventil für sinnvoll. Lasst Euch auch meinen Bericht über das Clipper Feuerzeug nicht entgehen. Es ist eigentlich zum Drogenkonsum vorgesehen, eignet sich aber auch für alles Andere sehr gut.

Benzinfeuerzeuge machen Spaß. Aber das Benzin verdunstet und für Nichtraucher sehe ich in ihnen wenig praktischen Nutzen.

Zunder zum Feuermachen

Es gibt unzählige Arten von Zunder. Ich habe schon ein paar Dinge ausprobiert, aber ich benutze seit Jahren nur noch Kienspan. Ab und zu auch einfaches Fichtenholz oder Birkenrinde. Mit etwas Übung geht das alles mit einem Firesteel an. Aber auch Zunder muss entsprechend vorbereitet werden. Ein paar Funken auf Birkenrinde werden sie nicht in Brand setzen. Man muss sie zerkleinern und aufrauen. Und genau das gilt für alle Arten von Zunder.

 

 

 

Bei dem Foto habe ich aus einer umgefallenen Kiefer Kienspan raus geschnitten. Wenn mir mal langweilig ist, gehe ich ab und zu in den Wald um Kienspan zu suchen. Das halte ich für wesentlich sinnvoller, als ihn sich zu kaufen ("Maya Sticks").

Früher habe ich Baumwollfasern oder Tampons verwendet. Geeignete Fasern kann man sich z.B. aus dem Wäschetrockner holen, oder mit dem Messer von der Kleidung abschaben. Was auch gut funktioniert sind mit Vaseline getränkte Wattepads. Mit anderem Zunder habe ich kaum Erfahrung. Es wird oft empfohlen, mit einem Bleistiftspitzer Zunder zu machen. Ich habe das noch nie ausprobiert, weil ich es mit dem Überlebensmesser kann. Vermutlich funktioniert es aber recht gut.

Das Feuermachen

Erfolgreich ein Feuer zu entfachen hängt von zwei Faktoren ab, dem Zubereiten von Zunder und dem Zerkleinern von Holz für den Anfang.

Es gibt so viele Arten von Zunder, Birkenrinde, von der Kleidung abgeschabte Baumwollfasern, in Vaseline getränkte Watte usw. Ich selber verwende aber fast nur Kienspan oder trockenes Nadelholz. Das entscheidende dabei ist, dass man beides entsprechend aufbereiten muss. Und dann reicht auch ganz einfaches Fichtenholz als Zunder.

Wenn man die Klinge senkrecht zum Holz, oder dem Kienspan, hält und daran runter schabt bekommt man eine Art "Wolle". Diese ist sehr fein, hat eine große Oberfläche, fängt Funken und brennt sehr leicht an. Das dunkle Holz ist Kienspan, das helle daneben Fichtenholz. Wenn man genug von der "Wolle" hat kann man noch Späne abschnitzen.

Das Feuerholz wird dann entweder mit einem Beil, oder mit einem stabilen Messer klein gemacht. Das Ganzo Überlebensmesser hat eine recht massive Klinge die sich super zum "Batonieren" eignet. Wenn man so, wie hier auf dem Foto, mit einem massiven Holzscheit auf den Messerrücken schlägt, kann man das Holz gut und recht einfach spalten.

Um zu zeigen, was mein Ganzo Messer alles aushält zeige ich euch hier noch ein Foto vom Batonieren. Mit dem kleineren Holzscheit, der rechts liegt, habe ich auf den Messerrücken geschlagen. Den dicken Holzscheit habe ich klein gemacht. Und das mache ich jedes Mal mit diesem Messer, wenn ich mit den Kindern draußen Feuer mache. Das Messer ist wirklich sehr gut und extrem günstig. Und vor allem würde kaum jemand so etwas mit einem 200 Euro Messer machen.

Das hier ist genau genommen eine eher mittelmäßig vorbereitete Feuerstelle. Aber dennoch, nach dem ich den Firesteel auf einen Span gedrückt hatte und drei mal mit dem Striker daran runter gefahren bin, brannte das Feuer problemlos. Entscheidend ist, dass genug von der abgeschabten "Wolle" und genug Späne vorhanden sind.

 

 

Ich hoffe Ihr habt genug Zeit und Gelegenheit draußen eure Fähigkeiten im Bushcraften zu verbessern und zu üben.

Wie kocht man ein EPA Gericht richtig?

Jeder Soldat kocht EPA etwas anders. Beachtet aber, dass kaum ein Soldat seinen ESBIT Kocher gegen etwas anders austauscht. Denn der funktioniert einfach sehr gut und zuverlässig. Auch ich verwende, fast ausschließlich, seit über 20 Jahren ESBIT als Brennstoff.

Legt ein EPA-Gericht nicht in einen Topf mit Wasser. Das verbraucht viel zu viel Energie.

Unter Soldaten gibt es drei verbreitete Varianten:

-Man legt die geschlossene Konserve auf den Kocher und schüttelt sie zwischendurch kräftig mit Handschuhen, damit sich die Hitze etwas verteilt.

-Man sticht kleine Löcher in den Deckel und legt sie so auf den Kocher. So kann sie nicht platzen, weil der Druck entweichen kann.

-Ich koche sie immer auf die dritte Art. Ich schneide den Deckel auf und kann so während dem Erhitzen den Inhalt umrühren. Zusätzlich schütte ich ein bisschen Wasser in das Essen, damit es die Hitze besser verteilen kann. Dabei fällt aber oft etwas vom Inhalt raus.

 

Die echten EPA Konserven haben auf der Innenseite keine sichtbare Kunststoffschicht. Ich habe sie immer direkt über die Flamme gestellt. Das Erhitzen geht hierbei so schnell, dass fast nichts vom Inhalt anbrennt. Wenn Ihr Euch im Supermark derartige zivile Konserven (z.B. von Buss) kauft prüft erst, ob diese innen beschichtet sind. Vermutlich würde ich dann den Inhalt in ein Kochgeschirr schütten und dieses auf den Kocher stellen.

Eine Nachfrage von mir bei der Firma Buss ergab, dasss Ihre "Freizeitmacher" Fertiggerichte alle innen mit PP Kunststoff beschichtet sind. Sie meinten auch, dass es unbedenklich wäre, sie mit einem ESBIT-Kocher zu erwärmen. Weitere Details wurden mir nicht mitgeteilt. Ich vermute, dass es unbedenklich sein soll, weil PP ein relativ ungefährlicher Kunststoff ist (auch wenn er verbrennt). 

Das Kochgeschirr der schwedischen Armee

Unten in das schwedische Kochgeschrirr kann man alle möglichen Kocher rein stellen und notfalls sogar Holz verbrennen.
Unten in das schwedische Kochgeschrirr kann man alle möglichen Kocher rein stellen und notfalls sogar Holz verbrennen.

In meiner Jugend bekam ich von meinem Vater ein umfangreiches Kochgeschirr von Trangia (auch aus Schweden) geschenkt. Es war ein großes und schweres Set mit mehren Töpfen, einer Pfanne, einem Windschutz und einem Spiritus Kocher. Das habe ich damals viel benutzt, wenn wir wandern oder zelten waren. In meiner Jugend machten wir in den Sommerferien immer eine etwa einwöchige Wanderung und kochten dabei nur mit diesem Set.

Wenige Jahre später waren wir in einem Army Shop und ich habe dort das Kochgeschirr der schwedischen Armee gekauft. Dieses Kochgeschirr besteht aus dem Set, das Ihr links  auf dem Bild seht. Dazu gehört auch noch eine kleine Plastikflasche für Spiritus. Meine ist aber irgendwo verschwunden. Das schwedische Kochgeschirr hat sofort mein großes und schweres Trangia Set ersetzt. Auch heute ist das Trangia Set für meine Ansprüche nicht mehr das Richtige und es liegt seit über 15 Jahren nur noch im Regal. Erwähnen will ich hier noch, dass ich niemals einen Kocher mit Gaskartuschen gekauft habe. Benutzt habe ich Gaskocher ab und zu. Überzeugen konnten sie mich, alleine schon wegen der Abhängigkeit von den Gaskartuschen, nie. Mit Benzin- und Multifuel-Kochern habe ich keine Erfahrung.

Das Kochgeschirr der schwedische Armee unterscheidet sich z.B. vom Bundeswehr Kochgeschirr vor allem durch den zusätzlichen Windschutz. Wenn er einem zu schwer ist, kann man ihn auch Zuhause lassen. Ich habe es meist in Verbindung mit dem Windschutz und einem ESBIT Kocher verwendet. Mit Spiritus verwende ich es nur sehr selten. Ich nehme Spiritus nur ungern mit in den Wald, da die Flaschen weniger praktisch sind und z.B. auch der Kocher selber auslaufen kann usw.

Einige Jahre später wurde ich Soldat und ich verwendete dort, nach der Grundausbildung, nur mein eigenes schwedisches Kochgeschirr. Das von der Bundeswehr ist natürlich auch gut, aber der Energiegewinn durch den Windschutz war mir immer das Zusatzgewicht wert. Das Kochgeschirr steht auf dem schwedischen Set auch wesentlich stabiler, als nur auf dem ESBIT Kocher. Der ein oder andere mag jetzt vielleicht einwenden, dass man sich leicht einen Windschutz bauen kann. Aber beim Militär hat man diese Zeit oft nicht, oder kann evtl. auch gar nicht rum laufen um sich geeignetes Material im Wald zu suchen. Das militärische "Leben im Feld" (oder auch Biwak) ist nun mal etwas Anderes, als Survival oder Bushcraft. Es gibt beim Kochen viele Möglichkeiten und ich will hier lediglich zeigen was ich verwende. Die berühmten Hobo-Kocher und Bush-Boxen sind erst in Mode gekommen, als ich schon Soldat war und anderes nutzte. Ich selber benutze entweder einen ESBIT Kocher oder mache ein Lagerfeuer. Ich hatte daher nie den Bedarf an einem Hobo-Kocher und habe keine Erfahrung damit. Für viele Bushcrafter sind diese Kocher aber offenbar sinnvoll und eine gute Option. Ich habe testweise auch mal mit dem schwedischen Kochgeschirr Holz verbrannt. Das funktioniert einigermaßen, aber nicht wirklich toll.

 

Mein schwedisches Kochgeschirr begleitet mich jetzt schon seit über 20 Jahren, egal ob ich mit dem Fallschirm abgesprungen bin, länger auf der Jagd unterwegs war, oder mit den Kindern einen Auflug mache. Wenn ich an die belastenden Erlebnisse meiner Dienstzeit zurück denke, fallen mir erst einige schlimme Unfälle ein, die ich erlebt habe. Aber gleich als nächstes sind es die kalten Nächte im Biwak. Ich habe sehr kalte Nächte erlebt und das Kochgeschirr war dann ein zentraler Ausrüstungsgegenstand. Es sind einprägsame Erlebnisse, wenn man beim Spieß heißen Tee in seinem Kochgeschirr empfängt und dieser wenige min. später, bevor man überhaupt mit dem Trinken begonnen hat, bereits gefroren ist. Es gibt nicht nur unterschiedliche Arten von Soldaten, sondern vor allem auch unterschiedliche Einheiten. Ich weiß tatsächlich von Wehrpflichtigen, die ihr Kochgeschirr niemals verwendet haben. Ich selber habe es (und den ESBIT Kocher) regelmäßig benötigt. Es war für mich genau so wichtig wie mein Poncho, die Zeltbahn oder der Schlafsack. Je öfter man draußen unterwegs ist und je weniger man von den Versorgungskräften abhängig sein will, desto mehr benötigt man derartig grundlegende Ausrüstungsgegenstände.

 

Das Kochgeschirr hänge ich übers Lagerfeuer, stelle es auf Grillroste von öffentlichen Feuerstellen, oder stelle es auf unterschiedliche Kocher. Es funktioniert für so ziemlich alles und bietet ein paar mehr Möglichkeiten als vergleichbare "Töpfe". Ich habe immer mal wieder mit modernere Ausrüstung geliebäugelt (Titantöpfe usw.). Aber ich brauche schlichtweg nichts anders. Es funktioniert für mich sehr gut und ist schon lange mit mir unterwegs (was man auch deutlich an seinem Zustand sieht). 

 

Ich hab seit etwa 10 Jahren auch zusätzlich ein Bundeswehr Kochgeschirr, das packe ich gelegentlich noch zusätzlich ein, wenn wir mehr Kochgefäße benötigen. Das Bundeswehr Kochgeschirr hat innen ein zusätzliches Gefäß, in dem man sich z.B. Kaffee kochen kann. Der große Unterschied zwischen beiden ist die Form. Das schwedische ist oval, was das Kochen und Umrühren etwas erleichtert.

 

Bundeswehr Kochgeschirr (Nieren Form):

Gewicht: 0,5 kg

Maße innen: 15,5x8,5cm

Maße außen: 19x11cm

 

Schwedisches Kochgeschirr:

Gewicht von Topf und Deckel: 0,49kg

Gewicht inkl. Windschutz: 0,7 kg

Gewicht inkl. Windschutz und Brenner: 0,8 kg

Maße innen: 16x10,5cm

Maße außen (inkl. Windschutz): 20x12cm

Egal ob man das schwedische oder das Bundeswehr Kochgeschirr verwendet, beide sind gut und schon lange bewährt.
Egal ob man das schwedische oder das Bundeswehr Kochgeschirr verwendet, beide sind gut und schon lange bewährt.

Ich selber halte Spiritus vor allem für die Krisenvorsorge für nützlich, günstig und sinnvoll. Wenn ich draußen unterwegs bin, nutze ich fast nur meinen ESBIT Kocher. Die Brennstofftabletten sind sehr praktisch und können auch nicht auslaufen.

Im schweizer Sprachgebrauch wird das Kochgeschirr "Gamelle" genannt. Das links ist das Kochbuch der schweizer Armee ("Reglement 60.6 d"). Es ist für die Großküchen von Militär und Zivilschutz gemacht. Es gibt auch noch das Kochbuch vom österreichischen Zivilschutz und bald das Kochbuch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Diese beiden sind für das Kochen bei Stromausfällen, Kochen mit eingelagerten Lebensmitteln usw.

 

 

 

 

Tipps rund ums Kochgeschirr:

Nimm einen Messbecher zu Hilfe und markiere die Füllmengen mit einem spitzen Schraubenzieher am Kochgeschirr. Das ermöglicht Dir im Feld ein genaues Abmessen von Wasser.

Zum Transport solltest Du den Platz im Kochgeschirr nutzen, da passt z.B. ein Kocher oder Verpflegung rein.

Sorge immer dafür, dass die Griffe, Befestigungshaken usw. beim Kochen nicht seitlich runter hängen. Die Griffe werden sonst sehr heiß.

Wenn ich das Kochgeschirr Zuhause sauber mache, stelle ich es einfach in die Spülmaschine. Unterwegs eignet sich z.B. Sand recht gut um die Reste daraus zu entfernen.

Die Griffe an den Deckeln sind dafür ausgelegt, dass man dort einen zurecht geschnittenen Ast als zusätzlichen Griff rein stecken kann. Das ermöglicht das halten, wenn sie heiß geworden sind.

Wenn man das Innengefäß vom Bundeswehr Kochgeschirr zum Kaffeekochen verwendet, kann man es im Anschluss mit dem Griff vom Deckel vom Kocher runter heben.

Ein Leatherman, oder eine andere Zange, sind sehr hilfreich beim Umgang mit den heißen Gefäßen oder EPA-Gerichten.

Wenn Du dich bei sehr kalten Temperaturen rasieren musst, kannst Du Wasser zum Reinigen des Rasierers im Kochgeschirr warm machen. Mit kalten Wasser bekommt man die Klingen vom Rasierer sonst kaum sauber.

Ich bin immer wieder erschrocken, wie wenige junge Männer gedient haben. Fast alle davon merken dann irgendwann, dass sie etwas verpasst haben. Ich habe hierbei dann auch immer wieder den Eindruck, dass es genau diese ungedienten Männer sind, die dann schlecht über Soldaten und das Militär sprechen.

 

Da ich das leider fast täglich bemerke, will ich hier noch zeigen, für was das Bundeswehr Kochgeschirr genau entworfen ist. Es wird genau so, wie links oben auf dem Foto, gehalten um beim Spieß seine Verpflegung zu empfangen. In den Deckel kommt dabei immer ein Getränk (Kaltgetränk, Kaffee, Tee usw.). In das große Gefäß das Hauptgericht und in das kleine Innengefäß die Beilagen.

Wer eine nicht alltägliche, günstige und kompakte Alternative zu den nierenförmigen Kochgeschirren will, findet evtl. das Serbische interessant (auf dem Foto links). Es ist eine Kombination, aus Feldflasche, Kochgeschirr und Besteck. Man bekommt es für etwa 10 Euro. Eigene Erfahrungen damit habe ich bisher leider noch nicht, ich habe es nur ein Mal verschenkt.

ESBIT (Natit) Trockenbrennstoff Kocher

Es gibt viele unterschiedliche ESBIT Kocher, die beiden links sind von der Bundeswehr, der rechts von der französischen Armee.
Es gibt viele unterschiedliche ESBIT Kocher, die beiden links sind von der Bundeswehr, der rechts von der französischen Armee.

ESBIT bedeutet "Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform". Er ist der Kocher mit dem ich seit über 20 Jahren dienstlich und privat unterwegs bin. Er ist klein, leicht, günstig und zuverlässig (Hersteller Video). Die Kocher wurden bereits von der Wehrmacht verwendet und auch heute noch gehören sie zur Ausrüstung jedes Bundeswehr Soldaten. Vorab wissen muss man, dass man ESBIT nicht mit einem Firesteel anzünden kann. Ob dieser Kocher und ESBIT als Brennstoff auch für Dich das Richtige ist, weiß ich natürlich nicht. Für mich ist der ESBIT Kocher einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände überhaupt. 

Tipp: Halb abgebrannte Tabletten können, entgegen einiger Aussagen, sehr wohl ausgeblasen und später erneut verwendet werden. 

Bei den alten Schachteln war es bisher so, dass die kleinen Tabletten nicht luftdicht verpackt waren. Ich kaufe daher nur die großen Tabletten. Die Folie hilft gegen den Geruch und sorgt dafür, dass das ESBIT keine Feuchtigkeit aufnimmt.

Zum Aufwärmen eines Bechers benötigt man etwa eine kleine Tablette. Zum Erwärmen eines EPA-Gerichts etwa 1-2 große Tabletten. Wenn man ein größeres Gericht kochen will, braucht man etwa zwei große Tabletten. Wenn ich mehr Brennleistung benötige, lege ich von Anfang an gleich zwei Tabletten nebeneinander in den Kocher. Vor allem wenn man etwas wirklich zum ordentlichen Kochen bringen will, sollte man zwei Tabletten nebeneinander anzünden.

 

Trioxane und Hexamine Brennstoff

Bei den internationalen Streitkräften wurde nur sehr selten Heamine oder Trioxane Brennstoff beschafft. Viele verwenden aber seit langer Zeit ESBIT (Hexamethylentetramin).
Bei den internationalen Streitkräften wurde nur sehr selten Heamine oder Trioxane Brennstoff beschafft. Viele verwenden aber seit langer Zeit ESBIT (Hexamethylentetramin).

Hexamine ist wachsartig und brennt mit einer sehr großen Flamme. Die Flamme des Hexamine war selbst bei zerschnittenen Stücken viel zu groß und es war schwer die Hitze irgendwie zu regulieren. Die Stücke brannten dafür recht lange. Es ließ sich selbst mit einem Feuerzeug nur recht schwer anzünden. Wenn man einen wesentlich größeren Kocher verwendet ist Hexamine sicher eine brauchbare Alternative. Auf einem kleinen Kocher, wie dem dazu gehörenden von der US-Army, taugt es aber nichts.

Trioxane muss luftdicht verpackt sein. Wenn man die Verpackung geöffnet hat, muss man den Block innerhalb kurzer Zeit verbrauchen. Der Vorteil von Trioxane ist, dass man es auch mit einem Firesteel sehr einfach anzünden kann. Das Trioxane verbrennt aber in sehr schnell. Selbst wenn die Flamme dafür heißer ist als bei anderen Brennstoffen, es taugt halt einfach wenig für Unterwegs. Ein weiterer Nachteil davon ist auch seine Giftigkeit.

Fazit: Nicht ohne Grund hat sich am Markt seit vielen Jahren ESBIT durchgesetzt!

 

Brennpaste und der Notkocher 71 der schweizer Armee

Der schweizer Notkocher 71 ist eine gute Alternative zum ESBIT Kocher.
Der schweizer Notkocher 71 ist eine gute Alternative zum ESBIT Kocher.

Der schweizer Notkocher 71 wird in Plastikfolie eingeschweißt, zusammen mit einem Aufsatz und Streichhölzern ausgeliefert. Nach dem Öffnen muss man erst eine Metallfolie zerschneiden, dann kann man die Brennpaste anzünden. Sehr gut ist, dass er sich selbst mit einem Firesteel sehr leicht anzünden lässt. Bei ESBIT Tabletten sollte man schon ein Feuerzeug zum anzünden haben.

Ein Nachteil des Notkocher71 ist die kleine und wackelige Auflagefläche vom Aufsatz. Ich selber habe ihn fast nur mit meinem schwedischen Kochgeschirr benutzt. Er ist wirklich eine gute Alternative zum ESBIT Kocher. Aber weil ich schon immer ein überzeugter ESBIT Nutzer war, werde ich natürlich auch beim ESBIT bleiben. Ich habe auch den Eindruck, dass die Notkocher 71 etwas im Preis angezogen haben und überall etwa 10 Euro kosten. Wenn die schweizer Armee ihre Bestände mal wieder erneuert, wird der Preis vermutlich auf etwa 2,5 Euro pro Stück fallen. Zum Erhitzen von zwei kompletten Mahlzeiten habe ich nur etwa den halben Doseninhalt an Brennstoff benötigt. Ein Vorteil des Kochers ist, dass man ihn mit dem Deckel löschen und wieder dicht verschließen kann. Im Deckel ist eine Gummidichtung.

 

Mein Fazit zum Notkocher 71: Er ist ein guter, durchdachter und bewährter Kocher. Man kann ihn gut verwenden und wieder nachfüllen. Ich bleibe aber langfristig beim ESBIT.

Nachtrag: Der Notkocher 71 hat sich während einem mehrtägigen Ausflug bewährt. Aber er hat zwei Probleme, die Auflagefläche ist sehr klein und es gibt keinen Windschutz. Auf dem Foto mache ich mir morgens auf einem Rastplatz einen Kaffee. Um wenigstens einen minimalen Windschutz zu haben, habe ich einiges außen rum gestellt. Ich werde mir versuchsweise eine Konservendose zurecht schneiden, in die ich den Kocher rein stelle.

2. Nachtrag: Wenn Ihr Notkocher 71 kauft, achtet unbedingt auf das Gewicht (normal etwa 200g). In Einzelnen ist der Inhalt durch Undichtigkeiten verdunstet, dann ist teilweise auch der Dichtungsgummi defekt und der Kocher kann nicht mehr transportiert werden. Defekte (also leere) Kocher wiegen eingepackt etwa nur 100g.

Auch im Supermarkt oder Baumarkt bekommt man Kocher für Brennpaste. Sie kosten nur wenige Euro und sind hauptsächlich zum Warmhalten von Essen, Fondue usw. gedacht. Ich habe mir testweise so einen Kocher und ein paar der Katzenfutter artigen Schalen mit Brennpaste gekauft. Man kann auch so einen Kocher beim Bushcraften verwenden. Der Inhalt der Schale reicht aber zum Erhitzen mehrerer Mahlzeiten und man kann das ganze System nicht wieder verschließen. Als ich den Kocher ausprobiert habe, hab ich den gesamten Inhalt abbrennen lassen. Er brannte etwa eine halbe Stunde. Der Kocher hat keinen Aufsatz, um einen Becher drauf stellen zu können. Ich habe die Schalen daher verwendet, um meinen Notkocher 71 damit aufzufüllen. In den Notkocher 71 passen etwa zwei der Schalen rein (ca. 150g). Wesentlich sinnvoller ist es vermutlich, wenn man sich gleich ein paar Notkocher 71 kauft und diese mit den 1L Brennpaste Flaschen auffüllt. Die Flaschen sind den kleinen Schalen preislich natürlich weit überlegen. Es wird übrigens jedem schweizer Soldaten ein Notkocher 71 ausgehändigt. In der Kompanie gibt es eine 5kg Dose mit Brennstoff, um die Kocher wieder aufzufüllen. 

Mein Fazit zum Brennpasten Kocher aus dem Baumarkt:

Zum Bushcraften ist er kaum zu gebrauchen. Für die Krisenvorsorge und zum Kochen bei einem Stromausfall ist er sicherlich eine gute, einfache und preiswerte Möglichkeit. Die Brennpaste ist auch bekannt dafür, dass sie sehr wenig Ruß bildet. Um damit bei einem Stromausfall kochen zu können, kann man z.B. den Rost aus dem Ofen verwenden. Der Rost wird mit etwas unterlegt, der Kocher kommt darunter und ein Topf darauf.

Bundeswehr Besteck, Spork, Göffel, Flöffel usw.

Bundeswehr Ausrüstung ist meist hochwertig und gut durchdacht. Aber bei der Entscheidung für das Besteck (ca. 200g) und das alte Taschenmesser (ca. 100g) ist etwas schief gelaufen. Beide Gegenstände waren nicht aufeinander abgestimmt und so waren einige Teile daran doppelt vorhanden. Über Jahrzehnte musste jeder Soldat nämlich zwei Messer und zwei Flaschenöffner mit sich rum tragen. Die Israelis haben übrigens ganz einfach in das Galil Sturmgewehr einen Flaschenöffner eingebaut. Das Bundeswehr Besteck besteht aus vier Stahlteilen, die ineinander gesteckt werden. Es hat sich daher für viele Soldaten bewährt, sich einen "Flöffel" (Feuerzeug mit Löffel) zu bauen und den Rest vom Besteck in der Kaserne zu lassen. Das einzige was dann fehlt ist die Gabel (entbehrlich) und der Dosenöffner. Aber wenn man von einem Soldaten erwartet, einen T-80 oder T-90 Kampfpanzer mit der Panzerfaust 3 zu vernichten, sollte man auch erwarten können, dass er mit seinem Taschenmesser eine Konservendose öffnen kann. Mit dem Flöffel und dem Taschenmesser kommt man sehr gut aus. Ich kann aber wirklich niemandem zum Kauf des Bundeswehr Bestecks raten, es gibt schlichtweg besseres. Die Bundeswehr Taschenmesser sind aber alle recht gut. Soldaten nannten das Taschenmesser übrigens "BW-stumpf". Auch hierzu könnte ich wieder etwas über die Moral einiger Soldaten los werden, die nicht in der Lage sind ihr Taschenmesser selber zu schärfen. Das lasse ich aber diesmal. Vermutlich war es auch Absicht von ein paar Verantwortlichen, dass den Soldaten keine Schleifsteine ausgegeben wurden. Die Klingen wären sonst vermutlich nach wenigen Jahren kaputt gewesen. Ich habe mir damals zwei Schleifsteine gekauft und nutzte die viele Zeit auf den Übungsplätzen damit sinnvoll. Mein Spieß war schwer begeistert, als ich sein Messer geschliffen hatte und so war er mir wohl gesonnen, was mir ein paar Vorteile verschaffte.

Ich selber habe in einer französischen Kaserne das Messer links gekauft und über viele Jahre benutzt. Ich war damit immer zufrieden. Es wiegt 130g und hat eine dünne und sehr scharf schleifbare Klinge. Löffel und Gabel sind daran etwas klein. Durch die lange und intensive Nutzung ist es Inzwischen etwas brüchig geworden. Ob ich dafür eine Kaufempfelung aussprechen kann, weiß ich nicht so richtig (Link zu einem sehr ähnlichen Besteck).

Nach meiner Dienstzeit stieß ich auf den "Spork" von Light My Fire. Er ist genial einfach und ich habe ihn viel benutzt. Es gibt von der Firma entweder den aus Plastik oder den aus Titan. Von denen aus Plastik sind mir ein paar im Lauf der Jahre bereits gebrochen. Der aus Titan ist wirklich toll, kostet aber etwa auch 20 Euro. Da ich viel unterwegs bin daher auch regelmäßig im Auto essen habe ich eigentlich immer einen Spork in meinem Rucksack. (Mein Bericht über die "taktische Familienkutsche" findet Ihr HIER).

Ich habe mir vor einer Weile dann mal eine chinesische Kopie des Spork aus angeblichem Titan bestellt (es ist einfaches Alu). Dazu muss man sagen, dass die Form des Löffels für Suppe eindeutig zu flach ist. Ein viel größeres Problem ist aber seine raue Oberfläche. Diese ist sehr schwer zu reinigen. Wenn man unterwegs ist muss das Besteck sich einfach reinigen lassen, was hierbei eindeutig nicht der Fall ist. Das links auf dem Foto ist diese Kopie aus China, von der ich nur abraten kann (Fura Gear).

 

Wenn ich mir jetzt eine neues Besteck kaufen wollte, würde ich mir vermutlich eines von ESBIT aus Titan kaufen (42g).