Cobray Derringer (Ducktown, Leinad) Modell-D Kaliber .45 long Colt / .410 Schrot

Als Fangschusswaffe auf der Jagd ist die .410 Patrone gut zu gebrauchen. Man hat die Wahl zwischen Slug und Schrot.
Als Fangschusswaffe auf der Jagd ist die .410 Patrone gut zu gebrauchen. Man hat die Wahl zwischen Slug und Schrot.

Ich habe diesen Derringer lange gesucht auf dem deutschen Markt, etwa 2 Jahre lang.  Dann hatte ich ihn bei einem Händler im Internet gefunden. Leider war der Versand mit Overnite mal wieder die reine Katastrophe! Ich hasse diesen Lieferdienst. Nach dem der Zusteller mal wieder nicht geklingelt hat und ich umsonst den ganzen Vormittag Zuhause gewartet hatte  rief ich beim Zustellzentrum an. Mir wurde zugesagt, dass ich mein Paket bei ihnen sofort abholen kann. Der Schichtleiter dort erklärte mir dann, dass mein Paket nicht auffindbar ist!? Nach dem ich ihm gesagt habe, dass ich dann von einem Diebstahl ausgehen muss und in dem Paket eine erlaubnispflichtige Waffe ist kündigte ich ihm an sofort zur Polizei zu gehen, wenn mein Paket nicht zu finden ist. Jetzt setzte er endlich ein paar Hebel in Bewegung. Nach über einer halben Stunde brachte er mir mein Paket und weigerte sich mir zu sagen wo es war.... (Bei UPS hab ich es mal erlebt, dass ein Zusteller mein Paket mit zu sich nach Hause genommen und aufgemacht hat)

Auf der Seite des Cobray Derringers stehen die wichtigsten Infos: Auf welcher Seite gesichert ist. Das Kaliber .45 und das Modell "D".
Auf der Seite des Cobray Derringers stehen die wichtigsten Infos: Auf welcher Seite gesichert ist. Das Kaliber .45 und das Modell "D".

Der Derringer ist ganz billig gefertigt. Man sieht auch deutliche Schweißspuren. Die Oberfläche ist Lackiert.

In den USA werden diese Waffen ganz billig überall verkauft. Es gibt sie in diversen Ausführungen. Sogar mit zwei Läufen .410/.22lfb (Bockbüchsflinten-Derringer) oder als Derringer mit 30cm langen Läufen und als Pepperbox mit etwa 6 Schuss .22er. Model "D" heißt, dass er einen Lauf hat. Es gibt ihn auch doppelläufig als Model "DD". Ducktown ist die Stadt in der die Firma Cobray (bekannt für ihre MPs und andere billige Waffen) sitzt. Er wird aber doch meist Ducktown Derringer genannt. Da die Firma Cobray sich rechtlich immer weit mit ihrem Waffen aus dem Fenster gelehnt hat wurde die Firma in Leinad umbekannt. Die Derringer sind daher mit beiden Namen auf dem Markt. Meiner hat auf den Griffschalen noch den Firmenname Cobray (Cobra und Manta Ray).

Die Lackierung des einläufigen Derringers löst sich schon. Er ist aus einfachen Blechteilen zusammengesetzt.
Die Lackierung des einläufigen Derringers löst sich schon. Er ist aus einfachen Blechteilen zusammengesetzt.

Der Lauf ist ziemlich dick. Man sieht auf dem Foto eine seltene Besonderheit. Er verfügt über angedeutete Züge. Diese haben keinerlei Wirkung. In den USA müssen diese angebracht werden, denn dort gelten sie sonst als "kurze Flinten" und wären dann verboten.

 

Unten links kann man gut den Übergang vom Patronenlager zum Lauf sehen. Für die .410/63,5 Patronen ist das nötig. Aber die .45 long Colt Geschosse haben einen sehr langen Freiflug. Ich habe mir für den Anfang erst mal nur sehr schwache .45lc Munition besorgt.

Und diese erreicht aus dem Derringer lediglich etwa 45m/sec! Damit prallen auf 25m viele Geschosse einfach von der Scheibe ab und kullern zurück, vor die eigenen Füße.... Wie es mit anderer .45lc Munition ist konnte ich noch nicht testen. Derzeit nutze ich nur .410 Flintenlaufgeschosse oder Schrotpatronen. Man kann mit dem Cobray Derringer aber wirklich auf 25m die Scheibe treffen.

Wenn man den geriffelten Knopf nach hinten zieht kann man den einläufigen Derringer öffnen.
Wenn man den geriffelten Knopf nach hinten zieht kann man den einläufigen Derringer öffnen.

Das größte Problem dieser Waffe ist, dass sie keine Sicherheitsrast hat. In entsichertem Zustand liegt also der Hahn auf dem Zündhütchen auf, was sehr gefährlich ist. Die Schlagfeder ist auch recht stark. Mann muss ihn also immer gesichert haben. Vor allem beim Laden muss die Waffe gesichert sein. Sonst wird sich beim schnellen Zuklappen des Laufes ein Schuss lösen!

Der Cobray / Ducktown Derringer ist gesichert. Der Hahn erreicht das Zündhütchen nicht. 

Der .410 Derringer ist entsichert. So ist die Waffe sehr gefährlich, denn es kann sich schnell ein Schuss lösen.

Man kann den Hahn des Derringers nur auf diese Art Spannen: Während man den Hahn etwas nach hinten zieht drückt man gleichzeitig die Sicherung nach rechts. 

"Safety on before Loading"! Das ist sogar im Lauf eingegossen. Seitlich am Patronenlager sind Rillen zum Ausziehen der Patronen.

Da die heißen Gase der .45lc im Freiflug am Geschoss vorbei gehen ist die Leistung eher mit einer Flobert-Pistole zu vergleichen. Aber sehr faszinierend ist, dass der Rückschlag damit ebenfalls sehr gering ist, lediglich etwa wie der einer KK-Pistole. Es macht immer wieder Spaß anderen den Derringer auf den Stand in die Hand zu drücken. Diese haben immer eine riesen Schussangst und mucken dermaßen, dass man es mit den .45lc deutlich sieht.

 

Die .410 Slugs haben aber natürlich einen starken und sehr ordentlichen Rückschlag. Ich bin kein Freund großer "Magnumwaffen" usw. Ich bevorzuge normalerweise Gebrauchskaliber die mehr Nutzen haben. Aber auch ich kann den Derringer mit den .410 Patronen gut beherrschen. Man muss ihn halt ordentlich festhalten.

 

In den Cobray Derringer passen nur .410/63,5 Patronen! Das entspricht 2 1/2 Zoll. Man darf niemals .410/76 laden!

.410 Schrotpatronen und Flintenlaufpatronen. Unten links ist eine .45 long Colt Patrone.
.410 Schrotpatronen und Flintenlaufpatronen. Unten links ist eine .45 long Colt Patrone.
Das Patronenlager des Derringers ist nur für 2,5 Zoll (64mm) lange Patronen im Kaliber .410 geeignet.
Das Patronenlager des Derringers ist nur für 2,5 Zoll (64mm) lange Patronen im Kaliber .410 geeignet.

Ein Beschusstest auf 1m Entfernung mit alten Eley 3,2mm Schrotpatronen .410/2,5" war sehr enttäuschend. Sie durchschlugen die große Blechdose nicht. Ich werde den Versuch mit anderer Munition bald wiederholen.

Ein zweiter Testschuss mit Remington"Express Long Range" .410/63,5 Munition mit 2,3mm Schroten verlief wesentlich überzeugender. Nun schlugen die Schrote durch und rissen auch ein großes Loch in die Dose. Es ist die selbe Dose. Die kleinen Dellen sind von den ersten beiden Testschüssen mit der schwachen und alten Munition vom letzten Mal.

 

David Canterbury hat auch meinen Derringer. Er hat einen Adapter um .410 Waffen als Vorderlader zu verwenden. Man kann diesen Adapter aber natürlich auch mit abgeschossenen Hülsen improvisieren. Das wäre auch gasdichter. Aber hinsichtlich dem Ausstoßen/Einsetzen der Zündhütchen aufwendiger. Laden kann man in die Waffe dann so ziemlich alles was einem einfällt...

 

Ich habe das mit dem Schwarzpulver bisher nicht ausprobiert. Die Idee ist mir völlig neu. Ich muss mir das alles auch noch rechtlich und ballistisch durchdenken (Wiederlade- Vorderladeerlaubnis, Beschuss... usw.).


Beretta Mod. 950B in .22 kurz Taschenpistole - konvertiert auf 6mm Flobert

(Spurensuche bei einer ziemlich nutzlosen aber durchaus interessanten Waffe).

Meine Beretta 950 B war im Kaliber .22 kurz und wurde später auf das Kaliber 6mm Flobert konvertiert.
Meine Beretta 950 B war im Kaliber .22 kurz und wurde später auf das Kaliber 6mm Flobert konvertiert.

Die Beretta 950 kam 1952 auf den Markt und wurde in 6,35mm Browning und .22 kurz hergestellt. Sie ist nur etwa so groß wie ein kompakter Geldbeutel und wiegt 300g. Das Griffstück ist aus gefrästem Alu und der Rest aus Stahl. Das macht sie wirklich sehr handlich und erklärt auch ihre Beliebtheit, z.B. in den USA. Und dass diese Pistole etwa 50 Jahre lang gefertigt wurde zeigt auch, dass Waffen nicht immer sinnvoll sein müssen.

 

Die 6,35er Version eignete sich noch bedingt zur Selbstverteidigung, aber mit .22 kurz kann man natürlich nichts wirklich anfangen. Diese Patronen entwickeln nur etwa 60 - 100 Joule Mündungsenergie und gelten, wie alle Randfeuerpatronen, als relativ unzuverlässig. Die Pistole weist innen einige gröbere Bearbeitungsspuren auf, ist aber doch recht anständig und hochwertig gefertigt. Mein Pistole ist stark gebraucht, technisch aber dennoch in einwandfreiem Zustand. Vergleichbare Waffen von anderen Herstellern wären, bei einer derartigen Nutzung, vermutlich schon lange kaputt. Vor allem auch an den Alu Teilen, konnte ich einen starken Abrieb feststellen. Ich habe die Pistole komplett zerlegt und fand in allen Ecken starke Ablagerungen von Staub und Schmauch (nur der Querbolzen vom Abzug war so fest, dass ich ihn nicht entfernen konnte).

Die Beretta 950B hat einen eher ungewöhnlichen Kipplauf. Wenn man die Verriegelung nach vorne schiebt, schnappt der Lauf auf und es kann dort die erste Patrone eingeführt werden. Alternativ kann man die erste Patrone auch aus dem Magazin per Hand repetieren. Eine weitere ungewöhnliche technische Eigenschaft findet man im Abzugsbügel. Wenn der Lauf geöffnet ist, schiebt sich der Abzugsbügel etwa 2mm weit nach oben. Und das blockiert den Abzug. Eine weitere Sicherheitseinrichtung ist die Sicherheitsrast am Hammer. Über einen manuellen Sicherungshebel verfügt die Pistole nicht. Ein Sicherungshebel wurde erst ab 1968 bei dem Nachfolgemodell 950 BS verbaut. Vor dem ersten Schuss muss man lediglich den Hammer spannen. Ihr Sicherheitssystem entspricht daher fast genau dem der Tokarev Pistole.

Fällt dir an diesem Stoßboden etwas auf? Die Beretta 950 hat tatsächlich keine Auszieherkralle. Bei wenigen Testschüssen hatte ich jedoch auch gleich eine Auswurfstörung. Man fragt sich notgedrungen gleich, wie man die Pistole dann entladen soll? Das Öffnen des Laufes entwickelt so viel Schwung, dass die Patrone dabei von alleine ausgeworfen wird.

Sollte man jedoch eine Auswurfstörung bei einer abgeschossenen Patrone haben, hilft nur ein Stab, den man von Vorne durch den Lauf schiebt, um die Hülse entfernen zu können.

 

Für die .22 kurz Patrone wurde ein Einsatz in den Magazinen verbaut. In das Magazin passen 6 der kleinen Patronen rein.

Eine weitere sehr ungwönliche technische Eigenheit der Beretta 950 Pistole ist die im Griffstück verbaute  Verschlussfeder.
Eine weitere sehr ungwönliche technische Eigenheit der Beretta 950 Pistole ist die im Griffstück verbaute Verschlussfeder.

Diese Art von Verschlussfeder findet man z.B. auch in den alten Webbley 1913 Pistolen. Da den Italienern auch das noch nicht als ausreichende Kuriosität gereicht hat, wird die Pistole auch ungewöhnlich zerlegt. Der hochgeklappte Lauf wird dafür nach vorne gezogen. Dann wird der Verschluss ein Stück zurück gezogen und kann dann vorne vom Griffstück abgehoben werden.  

Auf meiner kleinen Beretta sind alle Beschusszeichen nur recht schwer erkennbar. Ich konnte aber doch alle entziffern. Die Pistole wurde 1965 in Gardone beschossen. Eine sehr gute und umfangreiche Übersicht über Beschusszeichen findet Ihr HIER, beim österreichischen BKA. Eine Tabelle zur Entschlüsselung der Jahreszahl findet Ihr z.B. HIER und HIER.

Meine Beretta 950 B wurde 1998 vom Kaliber .22 kurz auf 6mm Flobert konvertiert. Hierfür wurde die ursprüngliche Kaliberangabe ausgefräst.
Meine Beretta 950 B wurde 1998 vom Kaliber .22 kurz auf 6mm Flobert konvertiert. Hierfür wurde die ursprüngliche Kaliberangabe ausgefräst.

Ich hatte auch schon andere, auf 6mm Flobert konvertierte, Kurzwaffen in der Hand. Da wurde das Patronenlager ausgebohrt und ein neues eingesetzt, in das nur 6mm Flobert geladen werden kann. An meiner Beretta wurde innen aber überhaupt nichts geändert und sie verschießt weiterhin .22 kurz. Der Neubeschuss nach der Konvertierung erfolgte 1998 in Suhl. Die neuen Beschusszeichen sind verdeckt unter den Griffschalen angebracht.

Mein Fazit zur Beretta 950 B Taschenpistole:

Zweifellos taugt sie für fast nichts, nicht zum Sport und nicht zur Selbstverteidigung. Für die Fangjagd könnte man sie einsetzen, wobei auch hier ein kleiner Revolver in .22lfB wesentlich sinnvoller und universeller ist. Ich muss aber ehrlich sagen, dass mir diese kleine billige Pistole durchaus gefällt. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, sich so eine Pistole in den Waffenschein eintragen zu lassen. Aber in einem Land wie den USA würde ich sie vermutlich schon gelegentlich in die Tasche stecken. Die Pistole zeigt auch, dass Beretta mit der Kontruktion Mut bewiesen hat, etwas was ich bei vielen Waffenherstellern vermisse.

 

Ich konnte nicht alle Rätsel lösen:

Was mir an meiner Pistole immer noch ein Rätsel ist, ist die Hersteller Kennzeichnung, auf dem Foto oben. Der Büchsenmacher, der die Pistole konvertiert hat, hat seinen Hersteller Stempel über das neue Kaliber eingeschlagen. Das ist ein "E" in einem umgedrehten "C". Sollte einer meiner Leser wissen, um welchen Büchsenmacher oder Waffenhersteller es sich dabei handelt, wäre ich um eine Information dazu sehr dankbar.

Nachtrag von 06/2022: Offenbar handelt es sich dabei um CDS Ehrenreich (Danke für den Hinweis eines Lesers).

 

Nicht ganz klar ist mir auch, warum überhaupt jemand Kurzwaffen in 6mm Flobert konvertiert hat? Selbst auf die gelbe WBK wäre diese Beretta nicht erwerbbar, da sie eine viel zu geringe Lauflänge für ein sportliches Bedürfnis hat und es auch keine Disziplin für 6mm Flobert gibt (14.4 WaffVwV). Ich vermute, dass diese Waffen vor der WaffG Änderung 2003 auf die alte gelbe WBK verkauft wurden, wo es noch nicht zwingend nötig war, dass die "Einzellader-Kurzwaffen" für eine spezielle Disziplin verwendet werden können. Wobei man hier natürlich darüber streiten kann, ob es sich überhaupt um eine Einzellader-Waffe handelt. Vielleicht waren diese Umbauten auch für den Weiterverkauf ins Ausland vorgesehen (was ich weniger glaube).

Nachtrag:

Hier seht Ihr den Lauf einer anderen Waffe, die auf 6mm Flobert konvertiert worden ist. Das ursprüngliche .22lfB Patronenlager wurde ausgebohrt und ein neues in 6mm Flobert wurde eingesetzt. .22lfB Patronen passen dort nicht mehr rein.

Schusstest der Beretta 950B Taschenpistole

Nach dem ich einen Schusstest mit meiner Beretta gemacht habe, will ich Euch natürlich auch davon erzählen. Ich habe ausschließlich mit .22 kurz geschossen und nicht mit 6mm Flobert. Das Laden der kleinen Patronen war eine ziemliche Fummelei. Ich habe immer 5 Schuss in das Magazin geladen und dann, durch zurückziehen vom Verschluss, durchgeladen.

Die Visierung war erstaunlich gut. Die Handlage war gut und das Abzugsverhalten auch. Der Rückschlag fühlte sich, für eine so kleine Pistole, perfekt an. Er war deutlich stärker als bei 6mm Flobert Kurzwaffen. Ich hatte auf dem Schießstand mehrere Waffen dabei, Wobei es sich um 6mm Flobert Revolver und 9mm Flobert Gewehre handelte.

Die Beretta 950B war tatsächlich die Präziseste davon. Der Streukreis der .22 kurz Geschosse war bei meiner ersten Serie etwa 25cm groß und es war kein Problem, die Treffer auf die Scheibe zu bringen (25m). Die kleine Pistole traf damit sogar besser, als mein 9mm Flobert Flinte von Rhöner mit Rundkugeln.

 

Nach einem kurzen Eingewöhnen und Ändern des Haltepunktes erreichte ich einen Streukreis von nur etwa 12cm. Damit eignet sich die Beretta 950B sogar zum Scheibenschießen auf kürzere Entfernungen.

Als etwas tückisch erwies sich die Konstruktion, ohne Auszieher, schon. Ich fand das durchaus interessant eine derartige Waffe zu testen. Ich habe 20 Patronen verschossen. Dabei traten keine Zündversager auf, dafür zwei Auswurfstörungen. Die leeren Hülsen konnte ich nicht durch das Abklappen vom Lauf auswerfen. Mein Otis Reinigungsset bewährt sich bei so etwas immer, da sich darin zusätzlich ein zerlegbarer Stock für die Patronenlagerbürste befindet. Damit konnte ich die Hülsen entfernen. Die Beretta 950B ist ganz klar keine Waffe, die für Profis entwickelt wurde. Sie ist zum Spaß gedacht und zur mittelmäßig ernst gemeinten Selbstverteidigung. Wenn man eine Ladestandskontrolle, durch das Zurückziehen vom Verschluss machen will, übersieht man sehr leicht die geladene Patrone im Lager. Das wird in einigen Fällen ein relevantes Sicherheitsproblem sein.

Fazit:

Die kleine Beretta hat wirklich Spaß gemacht. Wenn man sie in ihrer Zeit betrachtet, war es auch keine schlechte Waffe. Vor 50 Jahren war das Waffenrecht in den meisten Ländern noch nicht dermaßen überreguliert, wie heute. Die Zahl der erwerbbaren Waffen war damals nicht so stark eingeschränkt und dann kann so eine Taschenpistole auch ihren Platz finden. Der deutsche Waffenbesitz (gerade von Kurzwaffen) ist von Notwendigkeiten bestimmt. Ein Sportschütze oder Jäger benötigt in erster Linie eine, für seine Zwecke, notwendige und taugliche Kurzwaffe. Den Erwerb von weiteren Kurzwaffen, zum Spaß, sieht das WaffG kaum vor. Und genau hier ist die Beretta 950B eine willkommene und seltene Abwechslung.