-Das JPX Tierabwehrgerät

-Unterscheidung der 1. und 2. Generation

-Den JPX zerlegen

-Eine Waffenlampe in den JPX einbauen

-Umbauten und Tuning

-Das Tritiumvisier am JPX

-Schusstest und Haltbarkeit

Tierabwehrgerät Jet Protector JPX von Piexon

Schnittmodell der JPX Jet Protector Pfefferpistole von Piexon. Die Kartusche treibt den Piston an und dieser drückt den Reizstoff durch die Düse.
Schnittmodell der JPX Jet Protector Pfefferpistole von Piexon. Die Kartusche treibt den Piston an und dieser drückt den Reizstoff durch die Düse.

Der Jet Protector ist meiner Meinung nach die beste frei verkäufliche Selbstschutzwaffe am Deutschen Markt. Er fühlt sich für den Besitzer an wie eine Schusswaffe, was Sicherheit verleiht. Und dazu hat er diverse Nachteile nicht, die Schreckschusswaffen haben. Er erweckt nicht den Eindruck einer scharfen Schusswaffe. Vor allem wird der "Abschuss" kaum als "Schuss" wahrgenommen. Das sind wesentliche Vorteile, damit Unbeteiligte im Notfall nicht von dem Einsatz einer scharfen Schusswaffen ausgehen. Im Gegensatz zu einer Schreckschusswaffe, die eine unkontrollierbare Gaswolke verursacht, kann der JPX auch wesentlich gezielter eingesetzt werden und sein Wirkstoff wird auch nicht vom Wind weg geweht. Aber einen ganz entscheidenden Nachteil, der kaum bekannt ist, hat auch der JPX: Der Pfefferwirkstoff darin ist rot-orange eingefärbt. Also obwohl er nicht 100%ig wie eine Schusswaffe aussieht, könnte gegenüber Unbeteiligten der Eindruck enstehen, dass man jemandem mit einer scharfen Waffe in das Gesicht geschossen hat, das dieser den Pfefferwirkstoff mit Blut verwechselt.  

 

Der JPX kostet ohne Laservisier etwa 190 Euro und mit Laser etwa 250 Euro. Das Laufbündel ist ein zweischüssiges Wegwerfmagazin, das etwa 30 Euro kostet. Und wer jetzt meint, dass das teuer ist, sollte bedenken, dass einem seine Sicherheit dieses Geld wert sein sollte.

 

Das faszinierendste am JPX ist für mich die Selbstschalldämpfung durch den Treibspiegel, der im Lauf hängen bleibt. Dadurch ist der Abschuss recht leise.


Der JPX ist trotz seiner Breite recht führig. Ich kann aber lediglich das Führen im Insideholster im Apendixcarry empfehlen. Gürtelholster, die außen befestigt sind, eigenen sich eigentlich nie zum verdeckten Tragen. Für Uniformierte empfehle ich ihn links am Gürtel zu montieren für den crossdraw. Oder vorne rechts, vor der Pistole. An der Waffe ist nichts zu entsichern und sie ist sofort mit zwei Schuss einsatzbereit.

 

Die Wirkung des JPX:

Die Reichweite beträgt etwa 7 Meter, was viel weiter ist als normale Pfeffersprays. Es sollte eine Mindestdistanz eingehalten werden von etwa 1 Meter. Um euch die Wirkung des JPX besser vorstellen zu können solltet Ihr die Videos dazu im Internet anschauen. Ich wurde gefragt, ob ich nicht auch solche Tests machen könnte, aber da es schon massenweise derartige Schusstest gibt, sehe ich darin wenig Sinn.

Ich will auch noch etwas zu einigen, wenigen, schlechten Bewertungen des JPX aus dem Internet sagen. Dort wird behauptet, dass der Reizstoff aus dem JPX, bei einem simplen Test, angeblich keine Wirkung gehabt hätte. Dazu kommt auch noch, dass sich seit einigen Jahren Gerüchte um eine schwächere Treibladung ranken. Diese Gerüchte beruhen auf den Angaben der Strahlgeschwindigkeit vom Hersteller selber. Z.B. in einer Anleitung des JPX von 2010 wird eine Geschwindigkeit von 175m/s angegeben, auf eine Entfernung von 1,5m. Auf der Homepage des Herstellers wird aktuell (2021) eine Geschwindigkeit von 80m/s, auf 1m Entfernung, angegeben. Es ist ja völlig logisch, dass die Daten stark abweichen, wenn in unterschiedlichen Entfernungen gemessen wird! Bisher hat kein einziger "Geartester" die Stahlgeschwindigkeit nachgemessen und geprüft ob diese Angaben stimmen. Daher habe ich bei Piexon direkt nachgefragt und diese habe mir auch geantwortet. Mir wurde gesagt, dass sie niemals etwas an der Zusammensetzung des Reizstoffes oder der Treibladung geändert haben. Ich vermute, dass wenn man intensiv noch nach weiteren Quellen sucht, man auch noch mehr abweichende Daten zur Strahlgeschwindigkeit findet. Abweichende Daten dazu können übrigens auch auf unterschiedlichen Messverfahren basieren, ohne dass sich jemals etwas am Aufbau geändert hat. Lasst Euch nicht von dem vielen Gerede im Internet verunsichern, der JPX ist eine sehr gute Waffe und selber wenn die Strahlgeschwindigkeit irgend wann doch mal reduziert worden wäre, wäre er immer noch sehr effektiv.

Nachtrag vom 16.05.2021: Ein Mitarbeiter von Piexon hat einem Leser gesagt, dass die Geschwindigkeit doch mal etwas gesenkt wurde, entgegen der Auskunft die man mir gegeben hat. Aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass das für die Wirkung vermutlich überhaupt keine Rolle spielen wird.

 

In den USA ist es zu einem Fall gekommen, wo ein Polizist eine Frau beim Einsatz damit langfristig geblendet hat. Und 2018 gab es einen tödlichen Einsatz in Deutschland, HIER und HIER sind Berichte dazu. 

 

Das Gerät ist beim Justizvollzug in Bayern eingeführt, da die Beamten dort keine Schusswaffen in das Gefängnis mit nehmen können. Dort wird gelehrt, dass auf kurze Entfernung der erste Schuss auf die Brust des Angreifers abgegeben wird. Die deutsche Version ist vom BKA als Tierabwehrgerät eingestuft worden und unterliegt nicht dem WaffG. Daher gibt es auch keine Altersbeschränkung für das Gerät. Ein zweiter Feststellungsbescheid vom BKA stellt klar, dass das Gerät keineAnscheinswaffe ist. Daher darf es fast überall geführt werden (Das Versammlungsgesetz, das auch für öffent. Veranstaltungen unter freiem Himmel gilt, stuft es evtl. als Schutzbewaffnung ein). Bei Versammlungen (Demonstrationen) ist er auf alle Fälle als "Waffe im technischen Sinne" verboten mitzuführen.

 

Da kaum ein Polizist den JPX kennt kann ich nur raten beide BKA Bescheide mit zu Führen. Ich will auch davor warnen den JPX blindlings ins Ausland mitzunehmen. Z.B. in der Schweiz oder in Frankreich darf er nicht ohne Erlaubnis geführt werden. 

Nachdem ich nun mehrfach nach einem brauchbaren JPX Holster gefragt wurde: Dieses selbst gekürzte Radar 1957 IWB Holster mit Clip verwende ich.
Nachdem ich nun mehrfach nach einem brauchbaren JPX Holster gefragt wurde: Dieses selbst gekürzte Radar 1957 IWB Holster mit Clip verwende ich.

 

Meine Erfahrungen in 10 Jahren, die ich den JPX jetzt habe:

Es hat sich für mich persönlich sehr gut bewährt den JPX immer dann an den Gürtel zu schnallen wenn ich meine Pistole Zuhause lasse. Entweder weil das Führen der Pistole nicht angebracht ist (z.B. beim Ausgehen mit Freunden) oder wenn das Führen einer Pistole nicht erlaubt ist (z.B. im Ausland) oder wenn ich für die sichere Lagerung einer anderen Waffe nicht sorgen kann (z.B. beim Schwimmbad Besuch).

 

Gebraucht habe ich den JPX bisher noch nie. Jedesmal wenn ich ihn gebraucht hätte, hatte ich nur normales Pfefferspray dabei. Ich habe aber absolut keinen Zweifel an der Wirksamkeit.


Mein Fazit:

Der JPX ist das Beste was es in Deutschland frei verkäuflich zur SV gibt.

 

JPX mit abgenommenem Magazin.  Auf dem einen Foto ist auf der Unterseite vom Magazin ein Tesastreifen zu sehen. Den habe ich dort angebracht, weil das Magazin gewackelt hat.
JPX mit abgenommenem Magazin. Auf dem einen Foto ist auf der Unterseite vom Magazin ein Tesastreifen zu sehen. Den habe ich dort angebracht, weil das Magazin gewackelt hat.
JPX mit Holster am Einsatzgürtel, zusammen mit ASP-Handfesseln.
JPX mit Holster am Einsatzgürtel, zusammen mit ASP-Handfesseln.
Ein altes Werbeprospekt vom JPX, die "Distance Control Unit" ist nie auf den Markt gekommen. Sie hätte bei einer gefährlich kurzen Entfernung zum Ziel Alarm gegeben.
Ein altes Werbeprospekt vom JPX, die "Distance Control Unit" ist nie auf den Markt gekommen. Sie hätte bei einer gefährlich kurzen Entfernung zum Ziel Alarm gegeben.
Im Justizvollzug wird der JPX Jet Protector bereits eingesetzt.
Im Justizvollzug wird der JPX Jet Protector bereits eingesetzt.

Diese Fotos von einem sehr gut passenden Vega Holster wurden mir von einem Leser geschickt. Danke nach Niedersachsen :-)

 

 

Das Holster bekommt man für 24  Euro bei ASMC: https://www.asmc.de/Vega-Holster-Inside-IA325-Leder-beige

Unterscheidung der 1. und 2. Generation des JPX

JPX Jet Protector der 1. Generation.
JPX Jet Protector der 1. Generation.
JPX Jet Protector der 2. Generation.
JPX Jet Protector der 2. Generation.
Hier seht Ihr die unterschiedlichen Magazine für den JPX Jet Protector.
Hier seht Ihr die unterschiedlichen Magazine für den JPX Jet Protector.
Beachtet bei diesem Foto, dass ich bei dem oberen Magazin nachträglich ein Tritiumvisier verbaut habe.
Beachtet bei diesem Foto, dass ich bei dem oberen Magazin nachträglich ein Tritiumvisier verbaut habe.

JPX Jet Protector zerlegen / disassembly

Viele (ich auch) haben die alte Version. Ich hab auch nicht wirklich vor für 250 Euro einen Neuen JPX auszugeben, nur um das zusätzliche Laservisier darin zu haben. Noch dazu halte ich das Laservisier auch für nicht wirklich nützlich, eher für ein lustiges Spielzeug. Ich wollte schon lange eine Lampe am JPX, hatte aber nie eine richtig gute Idee zum Umbau. Es wäre rechtlich zwar möglich einen lampenhalter dauerhaft am JPX anzubringen, aber dann wäre er für mich wiederum zu groß zum verdeckten tragen. Heute hab ich es endlich in Angriff genommen, den JPX zu zerlegen. Das Zerlegen davon ist zweifellos nicht einfach, aber auch für technisch Normalbegabte möglich. Vor allem habe ich im ganzen Internet kein einziges Foto eines zerlegten JPX gefunden. Und auch keine Anleitung dazu.

Das Problem dabei ist erst mal, dass die Schrauben in der Mitte in eine Stahlhülse geschraubt sind. Man bekommt zwar eine Schraube raus, aber die zweite nicht. Also löst man erst alle Schrauben auf einer Seite. Wenn man dann die hintere Schraube raus dreht, löst sich der Stoßboden, und bleibt in dieser Position hängen. Man sollte ihn beim Öffnen festhalten, denn er steht unter Federspannung.

Ich hab als erstes alle Schrauben raus gedreht, die zugänglich sind. Auch die hinten, die im Stoßboden verschraubt ist. Dann habe ich mit einem breiten Schraubenzieher das ganze Gehäuse auseinander gedrückt:

Es hat etwas gerummst, der Abzug vom Piexon JPX fiel raus, und das Ergebnis lag so vor mir.  Links seht Ihr meine 5.11 Ratsche (Ratchet Kit), ein lustiges kleines Werkzeug.
Es hat etwas gerummst, der Abzug vom Piexon JPX fiel raus, und das Ergebnis lag so vor mir. Links seht Ihr meine 5.11 Ratsche (Ratchet Kit), ein lustiges kleines Werkzeug.

Jetzt konnte ich die kleinen Edelstahlteile im Gehäuse mit einer Zange festhalten und die Schrauben alle lösen. Im Inneren fällt noch mehr auf, wie hochwertig der JPX gefertigt ist!

Hier seht Ihr das Fach, wo das Laservisier untergebracht werden kann.

Waffenlampe in den Piexon JPX einbauen mit der Nitecore TIP

Der JPX ist ein "Tierabwehrgerät" und unterliegt nicht dem Waffenrecht. Alles was ich hier zeige ist vollkommen legal und Jedermann darf das!

Meine Nitecor TIP Taschenlampe ist, nach langem und zuverlässigem Dienst , kaputt gegangen. Also konnte ich sie bedenkenlos zerlegen um mir die Umbaumöglichkeiten anzuschauen. Meine Idee war nämlich, ob ich den Reflektor der TIP in das Griffstück, bzw. die Weaverschiene einbauen kann? Das hier auf dem Bild ist eine nagelneue, die ich mir für mein JPX Waffenlampen Projekt gekauft habe. Das Zerlegen der Lampe funktionierte recht problemlos. Der Reflektor der LED ist von der LED abgefallen, was beim Umbau immer etwas gestört hat, ich wollte ihn nicht festkleben, dass die Dämpfe von Klebern schnell mal das Glas matt machen, vor allem bei Sekundenkleber. Mit dem Lampenkopf sollte man wirklich vorsichtig umgehen.

Das Herzstück meines Umbaus ist die LED der Nitecore TIP. Für sie habe ich mit einem Dremel den Weaverschiene innen wesentlich geweitet. Bei meiner kaputten TIP habe ich angefangen eine Flanke der dazugehörigen Platine weg zu schleifen, das war eine dumme Idee, die Platine muss intakt bleiben. Nach dem meine alte LED nun nicht mehr funktionierte, verwendete ich die neue und war gezwungen, um Platz für die LED zu machen, die Weaverschiene unten etwas zu öffnen. Dort steht die Platine nun etwas raus.

Der Dremel war zum Umbau meiner JPX Pfefferpistole, für eine Waffenlampe, das wichtigste Werkzeug.
Der Dremel war zum Umbau meiner JPX Pfefferpistole, für eine Waffenlampe, das wichtigste Werkzeug.

Der Kabelkanal für das vorgesehene Laservisier befindet sich in der rechten Gehäusehälfte. Die Elektronik, die Schalter, den USB-Anschluss und den Akku habe ich in den Griff der linken Gehäusehälfte eingebaut. Dafür habe ich mit dem Dremel einiges Material entfernt.

Eigentlich wollte ich die Bauteile mit schwarzem FIMO im Griff fixieren. Leider hab ich mir aber ausversehen FIMO bestellt, das im Ofen härtet, und keines das an der Luft trocknet. Also habe ich alles vorerst recht provisorisch mit mehrlagigem Papier und Tesafilm befestigt.

Die Platine der Nitecore Lampe passt recht gut in den JPX. Den Bereich um die Löcher für die beiden Schalter habe ich etwas abgesenkt, da das Gehäuse vom JPX dicker ist als das von der Nitecore Lampe. Vor allem bei den beiden Löchern für die Schalter muss man vorsichtig sein, dort wird das Material etwas schwach.

 

An der Elektronik musste ich nur eines machen. Die LED abzwicken und dort ein Kabel, zur Verlängerung, einlöten. Da die originalen Kabel recht kurz sind, und die kleine Elektronik vermutlich auch etwas empfindlich ist, bin ich hierbei sehr vorsichtig vorgegangen. Meine Kentnisse über das Löten, aus meiner Jugend, haben dafür aber ausgereicht.

So sah der Piexon JPX vor dem Zusammenbau aus. Die Teile der Lampe muss man einigermaßen befestigten, damit sie beim Zusammensetzen nicht raus fallen.
So sah der Piexon JPX vor dem Zusammenbau aus. Die Teile der Lampe muss man einigermaßen befestigten, damit sie beim Zusammensetzen nicht raus fallen.

Der Zusammenbau war wesentlich einfacher, als ich es gedacht hatte. Die rechte Schlagbolzeneinheit ließ ich den ganzen Umbau über im Gehäuse und auch den Stoßboden. Ich setzte Den Abzug wieder ein, schraubte die Gewindestücke auf der rechten Seite des Gehäuses schon fest und schraubte auch schon den Stoßboden, ganz leicht mit der langen schwarzen Schraube ans Gehäuse. Dann hab ich beides zusammengeklappt und Stück für Stück alles in Position gedrückt. Wenn man den linken Schlagbolzen dabei tief ins Gehäuse drückt, bekommt man auch ihn wieder in Position. 

Meine Waffelampe ist jetzt im JPX eingebaut und die Schalter kann ich sehr gut mit dem Daumen der Schusshand erreichen.
Meine Waffelampe ist jetzt im JPX eingebaut und die Schalter kann ich sehr gut mit dem Daumen der Schusshand erreichen.

Die Elektronik der Lampe und die Mechanik des JPX funktionieren einwandfrei. Leider steht die Platine der LED doch unten etwa einen halben Milimeter über die Weaverschiene.

 

Wenn Piexon meine Vorschläge nicht umsetzt muss ich sie halt selber realisieren ;-)

Umbauten und Tuning des JPX

Als der JPX etwa 2008 auf den Markt gekommen ist hat Piexon ihn dem BKA in einer Version mit Laservisier, und einer als "Tierabwehr" ohne Laservisier zur Prüfung vorgelegt. Was damals gefehlt hat war eine Tierabwehr Version mit Laservisier. Und so kam es, dass der JPX lange nur ohne Laservisier am Deutschen Markt verfügbar war. 2017 teilte das BKA Piexon schriftlich mit, dass sie den Tierabwehr JPX ebenfalls mit einem Laservisier ausrüsten dürfen.

 

Im Internet gibt es eine Anleitung um nachträglich einen Laser in das "Tierabwehrgriffstück" einzubauen. Bisher war so ein Umbau rechtlich etwas grau, jedoch eigentlich möglich. Seit dem Schreiben des BKA, von 2017, ist der nachträgliche Einbau eines Laservisiers, oder eine Waffenlampe, erlaubt. Bedenkt aber, dass derartige Gegenstände, die auch an Schusswaffen montiert werden können (idR. mit einer Weaverschiene) aber verboten sind. 

 

Nachtrag von 04/2021: Ihr braucht mir keine Lesermails mehr zu schicken, um mich auf die Griffverlängerung für den JPX aufmerksam zu machen, die es bei Ebay zu kaufen gibt. Ich kenne das Teil schon lange.  Aber ich brauche keine Griffverlängerung und daher interessiert sie mich nicht. Ich trage meinen JPX schließlich verdeckt und das würde die Waffe dafür zu groß machen. Und was mich selber nicht interessiert, thematisiere ich üblichweise auch nicht auf meinem Blog.

 

Ich versuche immer "Gastbeiträge" aller Art auf meinem Blog zu vermeiden. Ich glaube mein Blog ist dadurch authentischer. Aber da mir ein Leser Fotos seines JPX Konzepts geschickt hat und dieses wirklich gut gelungen ist, will ich es Euch nicht vorenthalten. Denn ich könnte es nicht besser machen.

Lampenhalter sind in Deutschland erlaubt, wenn sie als Einzelteil besessen werden. Der Lampenhalter wurde hier am JPX verklebt. Hierdurch ist klar erkennbar, dass er nicht für eine "Waffe", sondern ausschließlich, für das Tierabwehrgerät bestimmt ist. Ich persönlich wurde den Halter noch mit "Nur für JPX Tierabwehrgerät bestimmt" beschriften. Die Lampe ist eine 900 Lumen Nitecore EA11. Der Griff ist mit einer Magazinbodenverlängerung von Glock vergrößert und mit einem Gummiüberzug darüber versehen.

Das Klettholster steckt in einem Helikon-Tex Downton Rucksack. Ich kannte den Rucksack bis zu seiner Mail noch nicht. Er hat mich aber in wenigen Minuten derart überzeugt, dass ich ihn auch bald besitzen werden. Er besitzt eine Schnelltrennung am Gurt, dass man in vor die Brust bringen kann und guten Zugriff auf das Waffenfach hat. Dazu hat er auch noch Fach für einen ballistischen Schutz. Er ist sehr unauffällig und kann innen mit Taschen ausgestattet werden. Das Konzept meines Maxpedition Rucksacks als Plattform gegen Messerangriffe und Terroranschläge stelle ich HIER vor. Es wird aber Zeit etwas unauffälliger zu werden. Wenn ich meinen Helikon Tex Rucksack habe werde ich ihn Euch bestimmt auch vorstellen.

 

JPX Jet Protector mit Tritiumvisier

Vom Hersteller mb-microtec, die auch die Zeiger von Traser Uhren herstellen, habe ich drei Leuchtelemente bekommen. Diese liegen in der Strahlung unterhalb des Grenzwertes und dürfte in Deutschland verkauft werden. Diese habe ich in meinen JPX als Nachtvisier eingebaut. Das Korn habe ich mit dem Dremel so weit gespalten, dass ich ein Element einlegen und mit flüssigem Gummi einkleben konnte. Die Kimme habe ich seitlich an beiden Seiten eingekerbt und die Elemente eingelegt. Mein Gummi ist bereits älter und zu fest, daher ist alles etwas grob geworden. Solchen Gummi in der Dose bekommt man im Baumarkt als Isolierung zum Verstreichen. Das Gummi kann man einfach abziehen und die Elemente, nach einer Benutzung, in ein anderes Magazin einbauen. Sie leuchten über 15 Jahre. Anhänger mit diesen Elementen bekommt man z.B. HIER.

Mein Fazit zu dem Tritiumvisier: Ich bin auf die Idee und dem Umbau durchaus stolz und ich habe Freude daran. Für mich ist der JPX durch das Leuchtvisier relevant aufgewertet. Den entscheidenden taktischen Vorteil wird man durch das Visier in einem Notfall vermutlich nicht haben. Aber wenn ich ein neues Magazin für den JPX brauche, oder meine Tritiumelemente nicht mehr leuchten, werde ich auf jeden Fall wieder eines auf diese Art umbauen.

Das Tritiumvisier auf meiner Jet Protector (JPX) Pfefferpistole ermöglicht mir auch in der Dunkelheit ein klares Visierbild.
Das Tritiumvisier auf meiner Jet Protector (JPX) Pfefferpistole ermöglicht mir auch in der Dunkelheit ein klares Visierbild.

Schusstest und Haltbarkeit des JPX

Mein Test mit 4 Schuss aus der JPX Jet Protector Pfefferpistole erfolgte auf 6 Meter.
Mein Test mit 4 Schuss aus der JPX Jet Protector Pfefferpistole erfolgte auf 6 Meter.

Auf diesem Bild vom Schuss seht Ihr zwei Wolken. Die weiße stammt vom Treibladungspulver. Der Rückstoß ist sehr schwach und der Knall nicht lauter, als von einer Luftpistole. Rechts im Bild sieht man, etwas verschwommen, den flüssigen OC-Reizstoff auf seinem Weg ins Ziel.

Ich habe viele Fragen zum JPX, seiner Wirkung und der Haltbarkeit der Munition bekommen. Und dazu muss ich zu aller erst sagen, dass ich bisher nur wenig mit ihm geschossen habe. Er ist bei mir nur eine Waffen von vielen und wenn ich unterwegs bin, habe ich meist normales Pfefferspray dabei. Einige Ersatzmagazine waren aber wirklich schon alt geworden und ich hatte Zeit und Lust für einen Test. Beide verwendeten Magazine sind im 1. Quartal 2008 hergestellt worden und waren seit 2012 angelaufen (sie waren beim Test also 13 Jahre alt). Das Herstellungsjahr ist auf der Unterseite der Magazine, in den Kunststoff eingegossen. Alle Schüsse lösten sich perfekt und bildeten auch alle sehr  ähnliche Ergebnisse.

 

Links seht ihr das Trefferbild des 1. Schusses alleine. Der Reizstoff konzentrierte sich auf einen Bereich von etwa 60x30cm und lag etwas zu weit links oben. Das war bei allem vier Schüssen so. Die "Deckung" (ein Begriff vom Schrot-Schießen) ist hervorragend. Trotz des etwas abweichenden Treffpunktes wären absolut alle Schleimhäute im Gesicht eines Angreifers perfekt getroffen worden. Das Foto unten entstand nach dem 2. Schuss. Es befindet sich schon mehr Reizstoff auf dem A4 Papier.

Etwas verwundert stellte ich fest, dass ich den OC-Reizstoff auf dem Ziel überhaupt nicht "riechen" konnte (an einer Covid-19 Erkrankung kann es nicht gelegen haben, mein letzter derartiger Test war erst einen Tag alt (sorry für den dummen Witz)). Meist ist es so, dass man den Reizstoff sofort in den Augen merkt, wenn man sich ihm nähert. Die Firma Piexon schreibt auf ihrer Homepage, dass der Wirkstoff im Lauf der Zeit in der Wirkung nachlässt. Aber wir haben bei diesem Test etwas von den Schwebstoffen, wenige Sekunden nach dem Abschuss, abbekommen. Und alleine diese Schwebstoffe verursachten ein sofortiges Husten und Brennen. Alleine diese winzigen Partikel hatten eine starke Wirkung, genau wie bei nagelneuem Pfefferpsray. Ich habe also keine Zweifel daran, dass der alte und seit vielen Jahren abgelaufene Reizstoff, bei einem Treffer, eine absolut ausreichende Wirkung hat. Zum Vergleich habe ich ein weniger altes Pfefferspray auf die selbe Stelle gesprüht und auch dieses konnte ich nicht "riechen". Vielleicht ist das also sogar ein gutes Zeichen dafür gewesen, dass der Reizstoff gut in der Trägerflüssigkeit gebunden ist. Das wird wenig Einfluss auf die Wirkung in einer Notwehrhandlung haben. Aber sehr wohl auf die Wirkung im Anschluss daran auf die umstehenden Personen, vor allem in geschlossenen Räumen. Ich hatte leider kein aktuelles Wechselmagazin, für einen Vergleich.

Positiv anmerken muss ich auch noch, dass der JPX nach keinem der vier Schüsse an der Mündung Reizstoff Tropfen aufwies. Dass die Waffe so sauber arbeitet, hätte ich nicht erwartet.

Auf dem Waldboden waren überall, unter der Schusslinie, kleine rote Tropfen vom Reizstoff.
Auf dem Waldboden waren überall, unter der Schusslinie, kleine rote Tropfen vom Reizstoff.

Mein Fazit zum Test:

Ich würde auch den 13 Jahre alten Magazinen vom JPX vertrauen, dass sie eine ausreichende Wirkung haben. Da ich finanziell in der Lage bin, alle paar Jahre 30 Euro für ein neues Wechselmagazin auszugeben, werde ich mich ganz sicher nicht auf so alten Reizstoff verlassen. Ganz einfach aus Prinzip, weil es unnötig ist und keinen Sinn macht. Schließlich sprechen wir hier von einer Notwehrwaffe und nicht von einer Konservendose. Wenn man dazu auch noch für den Schutz einer Familie sorgen muss, wäre es ziemlich verantwortungslos so altes Zeug vorzuhalten. Wer sich eine 230 Euro Selbstschutzwaffe gekauft hat, sollte auch alle paar Jahre ein neues Magazin dafür kaufen können. Und wenn man die alten (und natürlich teuren) Magazine aufhebt und einlagert, macht man sicher auch nichts falsch. Wenn die Magazine aber bereits 10 Jahre alt sind, rate ich dazu sie zum trainieren zu verwenden.

 

(Ich habe noch ein paar alte Magazine und plane in naher Zukunft weitere Tests)