Wie bekomme ich mehr Kurzwaffen auf meine WBK als die zwei Stück des Regelbedürfnisses?

So viele Jäger und Sportschützen fragen es sich...

 

Sportschützen:

Für Sportschützen ist dies recht genau geregelt im §14 Abs. 3 WaffG:

wird unter Beachtung des Absatzes 2 durch Vorlage einer Bescheinigung des Schießsportverbandes des Antragstellers glaubhaft gemacht, wonach die weitere Waffe

1. von ihm zur Ausübung weiterer Sportdisziplinen benötigt wird oder

2. zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich ist

 

Also das Wichtigste dabei ist, dass es ohne die Teilnahme an Wettkämpfen überhaupt nicht geht. Und wenn man Wettkämpfe geschossen hat muss man sich zusätzlich in die Regularien des eigenen Verbandes (BDS, BDMP usw.) einlesen. Das kann sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Als erstes wird normalerweise die Nr. 1 angewendet. Wenn man z.B. eine 9mm und eine .45 Pistole hat wird man ohne große Probleme noch eine .22lfb Pistole bekommen. Sollte man aber für die 9mm Pistole bereits ein Wechselsystem erworben haben bekommt man die dritte Kurzwaffe nicht so einfach. Es kann sich hierbei lohnen sich sehr genau in die einzelnen Disziplinen der Sportordnung einzulesen. Denn wenn meine 9mm Glock ein Mikrometer-Visier aufweist kann man evtl. eine weitere 9mm Pistole mit festem Visier für andere Disziplinen beantragen wo nur das erlaubt ist.  Und so geht das mit fast allen Anforderungen der Sportordnung.

Über das Vorliegen eines Bedürfnisses für weitere Kurzwaffen enscheidet eigentlich der Verband und nicht die Waffenbehörde! Die Waffenbehörde wird diese Anträge in der Regel genehmigen. Aber jeder der schon mal weitere Anträge für Bedürfnisbescheinigungen gestellt hat weiß wie anstrengend und kompliziert das ist. Ohne Hilfe von erfahrenen Vereinskameraden kommt man da nicht weiter.

Bei den Verbänden gilt für die Genehmigung der Anträge über das Regelbedürfnis  der Grundsatz: Je mehr Waffen man hat desto strenger wird geprüft. 

 

Die Nr. 2 ist hauptsächlich für gute Wettkampfschützen interessant. Hierbei bekommt man auch mehrere Waffen für eine Disziplin. Es geht dabei z.B. darum Ersatzwaffen für Wettkämpfe verfügbar zu haben oder weitere Trainingswaffen an einem Zweitwohnsitz lagern zu können. Genehmigt wird so etwas meist nur, wenn man bei den Wettkämpfen erfolgreich ist.

 

 

 

Ich versuche jetzt mal beispielhaft zu zeigen wie man den Kauf geschickt anstellen und von Anfang an Planen kann (Ob das so klappt muss man mit den Sportordnungen und den Regularien zur Bescheinigung von Bedürfnissen prüfen):

- 1 Jahr regelmäßig im Verein Schießen (Man muss so schnell wie möglich Mitglied des Verbandes werden, denn erst dann beginnnt das Jahr zu zählen!). Fehlende, einzelne Schießtermine kann man evtl. mit einer 4mmM20 gem. BDS Sportordnung Zuhause nachholen.

- Beantragen der Bedürfnisbescheinigung für eine 9mm Pistole und eine .45er.

-Man kauft eine 9mm Glock und eine .45er H&K und schießt mit diesen weiter Regelmäßig und nimmt an so vielen Wettkämpfen wie möglich teil.

-Nach mehr als einem halben Jahr beantragt man das Bedürfnis für eine .22lfb Pistole und eine weitere 9mm Pistole, da man für eine andere Disziplin eine 9mm benötigt die ein anderes Visier, Abzugswiderstand, Gewicht usw. hat.

(Man muss von allen Anträgen Kopien aufheben, sonst vergisst man für welche Disziplin man eine Waffe beantragt hat!).  Wenn man vorher schon Wechselsysteme in .22 kauft bekommt man keine weitere .22 Pistole mehr. Die Wechselsysteme sollte man also erst später kaufen.

-Man erwirbt irgendwann in der Zwischenzeit Wechelsysteme für die Pistolen und beantragt eine gelbe WBK.

Jetzt hat man bereits vier Kurzwaffen und Wechselsysteme. Weitere Bedürfnisse könnten nun für Revolver beantragt werden.

Auf die gelbe WBK bekommt man mehrschüssige Vorderladerwaffen und einzellader Pistolen. Diese müssen nur für eine Disziplin irgend eines beliebigen Verbandes passen. Also z.B. kann ein BDS Schütze auch eine Silhouettenpistole oder Freie Pistole kaufen. Die Kurzwaffen die auf die gelbe WBK gekauft werden werden nicht auf das Regelbedürfnis von 2 Kurzwaffen angerechnet.

 

 

 

 

Das nun Folgende ist ein rechtlicher Graubereich! Auf keinen Fall ist es eine Rechtsberatung! Sprecht alles mit eurem Sachbearbeiter ab!

Wenn man die Verordnungen und Sportordnungen genau prüft kann man evtl. auch sehr interessante Waffen auf die gelbe WBK kaufen wie z.B. Derringer mit einem blockierten Lauf (wenn der Lauf über 3 Zoll Länge hat) oder Leuchtpistolen mit eingebautem Futterlauf in .38 Spez. Dafür muss man aber vorher diese Stelle im WaffG prüfen die gekohrene  4mmM20 Waffen WBK pflichtig macht (Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 1):

"Ist eine erlaubnispflichtige Feuerwaffe in eine Waffe umgearbeitet worden, deren Erwerb und Besitz unter erleichterten und wegfallenden Erlaubnisvoraussetzungen möglich wäre, so richtet sich die Erlaubnispflicht nach derjenigen für die ursprüngliche Waffe".

 

Die Antwort ob auf Einzellader umgebaute Waffen auf die gelbe WBK erworben werden dürfen sollte man besser vorab mit seinem SB der Waffenbehörde abklären. Evtl. ist so auch der Erwerb von Revolvern und Selbstladepistolen möglich die zu Einzelladern umgebaut wurden. Als mögliche Disziplinen für diese Waffen kommen Silhouettenpistole oder Freie Pistole des DSB in Frage. Evtl. auch praktische Pistole der Reservisten (dabei bin ich mir nicht ganz sicher).

Ich vermute, dass das von mir geschilderte durchaus möglich ist. Schließlich werde ja auch teilweise Klappschäfte blockiert, damit die Waffen verkauft werden können. Oder es wurden früher (da gab es den § aber auch noch nicht) Repetierbüchsen in Einzellader umgebaut, damit sie auf die "alte" gelbe WBK erworben werden konnte.

Beispielhaftes Bild einer konvertierten Leuchtpistole. Quelle: http://tipsforsurvivalists.com
Beispielhaftes Bild einer konvertierten Leuchtpistole. Quelle: http://tipsforsurvivalists.com
Derringer mit einer Lauflänge über 3 Zoll. Es müsste für die Disziplin nur noch ein Lauf blockiert werden. Quelle: http://www.armslist.com/posts/2575852
Derringer mit einer Lauflänge über 3 Zoll. Es müsste für die Disziplin nur noch ein Lauf blockiert werden. Quelle: http://www.armslist.com/posts/2575852
Einschüssiger .22 Derringer für die Disziplin "Freie Pistole". Nur der Lauf müsste etwas verlängert werden. Quelle:http://www.armslist.com/posts/2575852
Einschüssiger .22 Derringer für die Disziplin "Freie Pistole". Nur der Lauf müsste etwas verlängert werden. Quelle:http://www.armslist.com/posts/2575852
North American Arms Vorderladerrevolver "Earl" der vermutlich problemlos auf die gelbe WBK erworben werden kann. Quelle: northamericanarms.com
North American Arms Vorderladerrevolver "Earl" der vermutlich problemlos auf die gelbe WBK erworben werden kann. Quelle: northamericanarms.com

Beachtet hierzu auch meinen .410 Cobray Derringer. Er besitzt nur einen Lauf ist ist aufgrund seiner Lauflänge nicht vom Schießsport ausgeschlossen.

Das ist meine .38er Contender Pistole. Man bekommt sie auf die gelbe WBK ohne dass sie auf das Regelbedürfnis angerechnet wird.
Das ist meine .38er Contender Pistole. Man bekommt sie auf die gelbe WBK ohne dass sie auf das Regelbedürfnis angerechnet wird.

Nachtrag vom 20.06.2018: Mir ist eben eine weitere Möglichkeit eingefallen wie man auf diesem Weg weitere Kurzwaffen erwerben könnte. Wenn Eurer Büchsenmacher in die Lager einer Trommel Pistongewinde rein montiert und der Lauf des Revolvers lang genug ist, könnte dieser Revolver als Vorderlader auf die gelbe WBK erworben werden. Das Waffenrecht verlangt von Vorderlader Revolvern nicht, dass sie baugleich mit alten Vorderladern sind. Ob die Schießsportordnungen es verlangen weiß ich nicht. Das müsst Ihr ggf. selber nachprüfen.

Mehr als 2 Kurzwaffen für Jäger

 

Für Jäger ist das alles nicht so einfach und auch weniger geregelt. Das Regelbedürfnis beinhaltet auch für Jäger 2 Kurzwaffen. Früher war es üblich, das man probemlos eine dritte Kurzwaffe in .22lfB bekommen hat. Dies hat ein Urteil nun leider als Regelfall unterbunden. Man muss also den Antrag für jede weitere Waffe genau begründen. Jäger benötigen keine Bedürfnisbescheinigung eines Sportverbandes, daher werden diese Anträge von der Waffenbehörde geprüft. Die Regelung hierzu findet man in der WaffvWV Nr. 13.2:

13.2 Bei Inhabern eines gültigen Jahresjagdscheines nach § 15 Absatz 2 BJagdG entfällt die Bedürfnisprüfung bei der Erlaubniserteilung für den Erwerb und Besitz von nach
BJagdG nicht verbotenen Langwaffen und bis zu zwei Kurzwaffen sowie der zugehörigen Munition. Diese Kurzwaffen müssen nicht für den Fangschuss (Mündungsenergie der Ge-schosse mindestens 200 Joule, vgl. das Verbot des § 19 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe d BJagdG) zugelassen sein. Ein Bedürfnis für weitere Kurzwaffen (z. B. für die Bau- und Fallen-
jagd, zur Abgabe von Fangschüssen, das jagdliche Übungsschießen) ist jeweils im Einzel
fall glaubhaft zu machen; zur Glaubhaftmachung können auch Stellungnahmen des ört-
lichen Kreisjägermeisters, des Jagdberaters, des Landesjagdverbandes oder einer sonstigen sachverständigen Stelle vorgelegt werden. Ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz einer dritten oder weiteren Kurzwaffe ist jedoch nur dann anzuerkennen, wenn der Antragsteller insofern nachgewiesen hat, dass er sowohl die bereits vorhandenen Kurzwaffen als auch die nunmehr be-
antragte weitere Kurzwaffe konkret zur Jagdausübung ein schließlich des jagdlichen Schießens benötigt, ihm also insbesondere auch der Verzicht auf eine bereits in seinem Bestand
befindliche Kurzwaffe nicht zuzumuten ist.
Nachtrag Dez. 2017: Die vielen Wildsauen machen nun auch etwas möglich. Sollte man bereits eine 9mm und eine .22er als Jäger haben kann man als Hundeführer für Nachsuchen auf Schwarzwild eine schwere Kurzwaffe (z.B. .44 Mag.) zum Eigenschutz und Fangschuss bekommen.
Für einen derartigen Antrag muss man sehr kreativ sein. Die Waffenbehörde wird vermutlich wirklich eine Stellungnahme des Kreisjägermeisters einholen, mit dem man sich vorher absprechen sollte. Ein gutes Argument kann sein, dass man eine 9mm Pistole zum Jagdschutz und einen .38 Revolver zur Fallenjagt mit Schrotpatronen verwendet. Nun beantragt man zum Übungsschießen ein .22lfB Pistole. Aber mehr als eine dritte Kurzwaffe wird man wirklich nur schwer als Jäger bekommen.
Aber Jäger unterliegen nicht dem sogenannten kleinen Anscheinsparagraphen. Sie dürfen also auch solche halbautomatischen Kurzwaffen erwerben:
Halbautom. Scorpion Pistole von: http://www.csa.co.cz
Halbautom. Scorpion Pistole von: http://www.csa.co.cz

 

Genau genommen dürfen Personen die Jäger und Sportschütze sind ihre Waffen nur für das beantragte Bedürfnis nutzen. Also nicht die Sportpistole auf der Jagd verwenden. Das bedeutet, dass sie problemlos 2 x 2 Kurzwaffen bekommen. Aus diesem Grund wird das jeweilige Bedürfnis zur Waffe ins Nationale Waffenregister mit eingetragen. Von manchen wird eine Gesetzeslücke empfohlen um die Waffen doch auch für das andere Bedürfnis zu nutzen, und zwar, dass man sich selber die Waffe mit Leihschein für das andere Bedürfnis ausleiht. Ob das rechtens ist mag ich nicht beurteilen.

Kaliber 4 Signalpistole (Walther "Heeresmodell"). Die Leuchtpistole hier aus meiner Sammlung ist noch aus dem 2. Weltkrieg und in einem ziemlich guten Zustand. Der Vater meines Jagdherren hat sie aus dem Krieg mit nach Hause gebracht.
Kaliber 4 Signalpistole (Walther "Heeresmodell"). Die Leuchtpistole hier aus meiner Sammlung ist noch aus dem 2. Weltkrieg und in einem ziemlich guten Zustand. Der Vater meines Jagdherren hat sie aus dem Krieg mit nach Hause gebracht.

 

Nachtrag vom 19.03.2017: Es sollte evtl möglich sein als Revierinhaber oder Jagdaufseher als weitere Kurzwaffe eine Kal. 4 Signalpistole genehmigt zu bekommen um in Notfällen den Teilnehmern von Gesellschaftjagden eine Unterbrechung der Jagd zu signalisieren. Ob das klappt wird vermutlich sehr vom jeweiligen Sachbearbeiter abhängen. In den Gesetzen habe ich nichts Gegenteiliges darüber gelesen.

Nachtrag vom Aug. 2017: Ein weiterer Grund für eine Kal. 4 Signalpistole kann das Vertreiben von wildernden Hunden und Katzen sein. Vor allem in Baden-Württemberg wo die Grünen das Erlegen dieser Tiere verboten haben. Das Vertreiben mit den sogenannten "Schall-Mess Patronen" (Knallpatronen die in der Luft detonieren) wäre eine "Mindermaßnahme gegenüber dem Erlegen. Auf diesem Weg könnte statt dessen auch ein Munitionserwerbsschein für 15mm Starenschreck beantragt werden.

Hier findet ihr einen Musterantrag dafür. Evtl. ist es aber sinnvoll nur einen der beiden Gründe anzuführen. Das Vertreiben von Hunden und Katzen mit Schallmesspatronen wird für die meisten Sachbearbeitern auch eine seltsame Vorstellung sein. Der Musterantrag soll auch nur eine Anregung sein. Evtl. habt ihr ja noch bessere Argumente, je nach euren örtlichen Gegenheiten.

 

Download
Antrag für eine Signalpistole zur Jagdausübung
antrag-signalpistole.doc
Microsoft Word Dokument 14.0 KB

Waffen für Personenschützer

Bei Personenschützern oder gefährdeten Personen ist noch weniger geregelt. Was hier meist Problemlos möglich ist ist z.B. eine Glock 19, einen Revolver in .38 Spez. und evtl. noch eine Trainingswaffe. Den .38 Revolver benötigt man um mit der Schutzperson in Ländern zu reisen in denen 9x19 als Kaliber verboten ist. Eine Glock 19 bietet sich hier an, weil sie für Personenschützer der perfekte Kompromiss ist zwischen Kompaktheit und Feuerkraft ist. Und für deutsche Personenschützer ist eben auch das CAA Roni interessant, weil es problemlos erworben werden kann und eine MP gut ersetzt. Mit einer entsprechenden Begründung können Personenschützer auch Langwaffen erwerben. Ich kenne Fälle in denen das Genehmigt wurde. Z.B. habe ich bereits eine Repetierflinte auf einem Waffenschein gesehen. Auch wenn so etwas meist schwierig zu begründen sein wird, Ihr müsst krativ sein und alles versuchen.

 

Personenschützer und andere bewaffnete Mitglieder von Sicherheitsdiensten sollten sich auch Gedanken über Less Lethal Waffen machen. Stellt Euch mal vor der Sachbearbeiter der Waffenbehörde muss über einen Waffenschein und eine WBK für eine Paintballpistole mit 30 Joule entscheiden (wie z.B. meine Tiberius T8.1). Ihm wird klar sein, dass Ihr mit dem Finger auf ihn zeigen werdet, wenn er den Antrag ablehnt und Ihr später eure scharfe Waffe benutzen musstet. Ich rechne daher einem derartigen Antrag auf eine Waffe für Gummigeschosse durchaus Erfolgschancen aus. Für so ein Bedürfnis könnte man z.B. auch eine Repetierflinte beantragen mit der "Auflage" lediglich Gummigeschosse oder Beanbags zu laden.

 

Das Roni für meine Glock 17 habe ich gelegentlich zum Jagdschutz verwendet. Mehr zum Roni findet Ihr HIER.
Das Roni für meine Glock 17 habe ich gelegentlich zum Jagdschutz verwendet. Mehr zum Roni findet Ihr HIER.

Nachtrag vom 02.04.2018:

 

 

Sonstige Gedanken dazu:

 

Ich hab ja bereits erklärt wie man Waffensammler wird. Daraus kann eine Möglichkeit auch hier interessant werden. Wer nur einzelne Waffen aus kulturhistorischen Gründen erweben möchte kann diese in eine grüne WBK eintragen lassen und muss dafür nicht extra eine rote WBK beantragen. Solltet Ihr z.B. bereits alle Schreckschussewaffen der Reck P6 / P10 Baureihe mit PTB besitzen und auch noch die Modelle ohne PTB-Zulassung und die scharfen 6,35mm Modelle haben wollten kann das auf diesem Weg mit der grünen WBK erfolgen, weil es nur sehr wenige Einzelstücke sind. Bei so einem Antrag wird auch immer vom SB bedacht werden wie Deliktrelevant die beantragten Waffen sind und wie viele Erlaubisse Ihr bereits habt. Wenn ihr Jäger, Sportschütze, Wiederlader usw. seit und dazu noch Waffensachkundeunterricht gebt usw. wird es viel leichter sein unkonventionelle Anträge genehmigt zu bekommen.

Ihr müsst kreativ sein!

Wenn euer verstorbener Vater z.B. bei der Polizei war beantrag ihr, dass Ihr das Waffenmodell seiner ehemaligen Dienstpistole haben möchtet zur Erinnerung an ihn. Schließlich habt ihr auch eine komplette Uniform von ihm noch aufgehoben usw.

Oder Ihr beantragt eine P1 der Bundeswehr kaufen zu wollen um einen Bericht über eure alte Dienstpistole und eure Wehrdienstzeit für die Regionalzeitung zu schreiben.

Oder Ihr arbeitet bei der Sparkasse und erforscht die Bewaffnung der Sparkassen in der Nachkriegszeit. Hierfür wollt Ihr lediglich die 2 damals eingeführten Modelle.

 

Auf diesem Weg wird man für diese Pistolen aber keine Munitionserwerbserlaubnis bekommen.

 

 

Bitte beachtet auch die HK4 Pistole. Sie ist technisch einmalig und mit ihr kann man 4 verschiedene Kaliber verschießen. .22lfb, 6,35mm Brow., 7,65mm Brow. und 9mm kurz. Bedenkt aber, dass Sportschützen für jedes Kaliber eine Bedürfnis zum Munitionserwerb nachweisen müssen, was bei 6,35mm schwer werden wird. Und als weiterer Nachteil kommt dazu, dass je nach Behörde, die Gebühren zum Eintragen der vielen Läufe und Munitionserwerbsstempel sehr teuer werden wird. Ein Waffensammler der keinen Munitionserwerbsschein bekommt sollte sich aber Gedanken darüber machen sich eine HK4 als Sportschütze oder Jäger zu kaufen.

 





Sollte die Waffenbehörde von Euch verlangen, dass Ihr eure Kurzwaffen für den Schießsport und die Jagd zusammen verwendet, um Euch vom Kauf weiterer Kurzwaffen abzuhalten, ist das nicht zulässig! Wenn Ihr z.B. als Sportschütze irgendwann auch noch den Jagdschein macht und nun zwei weitere jagdliche Kurzwaffen erwerben wollt, dürft Ihr das. Denn ein Bedürfnisfremdes Führen ist nicht zulässig. Das steht im Paragraph 12 WaffG.


Wer eine 9mm Pistole zum Schießsport erworben hat darf diese nur zum Zwecke des Schießsports "Transportieren" (Führen i.S. des WaffG). Die Behörde darf Euch nicht zwingen eure Sportpistolen zur Jagd zu verwenden. Da das nicht zulässig ist wird das Bedürfnis auch in das Nationale Waffenregister eingetragen und vermutlich auch in naher Zukunft in die WBK.


"(3) Einer Erlaubnis zum Führen von Waffen bedarf nicht, wer

1.

diese mit Zustimmung eines anderen in dessen Wohnung, Geschäftsräumen oder befriedetem Besitztum oder dessen Schießstätte zu einem von seinem Bedürfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit führt;"