ABC-Schutz (radioaktive, biologische und chemische Gefahren)

Die "Scheißhaus-Parolen"

Bild links:

"Die Kacke ist am Dampfen..."

 

Jeder Soldat wird von Kameraden Folgendes bereits gehört haben: "Das bringt ja alles eh nichts. Im Atomkrieg bin ich sowieso gleich tod..." Derartige Aussagen sind grundlegend falsch! Wer so etwas von sich gibt zeigt nur, dass er keine Ahnung hat.

Foto: "Wie sie überlebten", aus der Zeitschrift Bevölkerungsschutz, Ausgabe 1959-01. In dem Bericht wird von neun Japanern erzählt, die BEIDE Atombomenwürfe nacheinander erlebt, und überlebt, hatten.

 

 

Im kalten Krieg waren es recht "einfache" Rechnungen, wie viele Menschenleben durch eine entsprechende ABC-Abwehrausbildung oder den Bau von Schutzräumen im Falle eines Atombomkrieges, überleben würden. Hierzu muss man einige Punkte verstehen um sich schützen zu können. Z.B. Dinge wie die Halbwertszeit, Inkorporation, Schutz durch Abstand usw. und natürlich, was überhaupt bei einer Atombombenexplosion passiert.

 

Ein weiterer Aspekt der "Scheißhausparolen" wäre die psychologische Kriegsführung, die immer wieder mit ABC-Waffen betrieben wird. Also, dass z.B. von staatlicher Seite gelogen wird, dass der Feind ABC-Waffen hat, oder eingesetzt hat. Aber dieses Thema würde für meinen Blog zu politisch werden.

Zivilschutzbunker und Schutzräume

Für Viele ist es völlig übertrieben, einige halten es für sinnvoll. Den Bau von Schutzräumen und Bunkern. Offiziell fördert der Bund, soweit ich weiß, lediglich noch eine Art von Bunkern, die Leitstellenbunker der Deutschen Bahn. Alle anderen werden bei uns von offizieller Seite als überflüssig angesehen. In der Schweiz sieht man das bekanntlich anders. Aber auch in der BRD gab es 1965 und 1985 politische Vorstöße zur Pflicht Schutzräume in Neubauten einzurichten. Obwohl es 1985 nur für 3,6% der deutschen Bevölkerung Schutzplätze gab, wurde eine derartige Pflicht nie eingeführt. Es blieb lediglich bei der Bezuschussung von privaten Schutzraumbauten. Es gab, nach Ende des kalten Krieges, noch ganz wenige Städte die aus eigener Tasche in Deutschland Bunker unterhalten haben (z.B. die riesigen Schlossbergstollen in Freiburg). Aber mittlerweile ist, soweit ich weiß, München die einzige Stadt in der noch Bunkeranlagen betriebesbereit sind. (mir wurden die Tage vertrauliche Informationen zugetragen, dass es auch in weiteren Großstädten noch einsatzbereite Schutzräume gibt, das sind aber sehr wenige) Das auf dem Foto ist der Raum des Bunkerwartes vom Hbf Hamburg.

Nachtrag vom 02.07.2019: Aachen hat auch noch einsatzbereite Schutzräume, mind. jedenfalls für die Einsatzleitung. Das kann man HIER sehen.

Damals gingen am Hbf Hamburg von allen Gleisen Treppen runter in einen Gang, der durch mehrere "Drängeltore" in die beiden großen Bunker unter dem Vorplatz führten. Drängeltore sind Vereinzelungsanlagen die geschlossen werden können ohne Menschen einzuquetschen. Ein Einzelnes davon seht Ihr hier. Die Kontaktstellen der Tür bestehen nicht aus scharfen Kanten, sondern aus halbrunden Platten. Auf dem Boden ist eine Gummimatte mit einer Zählelektronik verbaut, damit der Bunkerwart weiß wie viele Personen bereits drinnen sind. Der deutsche Zivilschutz hatte nie ausreichend Geld, aber das Vorhandene wurde sehr effektiv eingesetzt.

Wer von Euch hat diese vermeintliche Litfaßsäule vor dem Hbf Hamburg schon mal gesehen? Sie dient einzig und alleine der großen, unter dem Vorplatz liegenden, Bunkeranlage, die etwa 3000 Menschen aufnehmen kann. Ich habe schon viele Zivilschutzanlagen, Bunker und Festungen besichtigt, aber keine Führung war so eindrücklich wie diese: http://www.hamburgerunterwelten.de/

Nicht nur die Anlage unter dem Bahnhof ist beeindruckend, wir wurden auch bei den Erzählungen regelrecht in die Zeit des kalten Krieges zurück versetzt.

Das waren die Medikamente, die idR. in Zivilschutzanlagen eingelagert wurden. Man hoffte darauf, dass sich unter den Schutzsuchenden genug medizinisches Personal finden würde, die die Krankenstationen der Bunker hätten betreiben können.

Zu diesen Medikamenten gab es dort noch Bettpfannen, Urinflaschen, Schnabeltassen, Windeln, Milchflaschen und jede Menge Nivea Creme. Der Schwerpunkt dieser Minimalaustattung lag eindeutig in der Krankenpflege, und nicht in der Ersten-Hilfe. Das was in diesem Bunker ein Raum mit Schreibtisch, Behandlungsliege und drei Patientenbetten ist, ist im riesigen Sonnebergbunker in Luzern ein dreistöckiges Krankenhaus.

Wirklichen Schutz vor ABC-Waffen bieten nur Bunker / Schutzräume (Bahnhofbunker Hbf Hamburg).
Wirklichen Schutz vor ABC-Waffen bieten nur Bunker / Schutzräume (Bahnhofbunker Hbf Hamburg).
Der Zivilschutz Bunker in Stuttgart Feuerbach stammt noch aus dem 2. Weltkrieg und wurde modernisiert. Besichtigt werden kann er HIER (klick auf das Bild).
Der Zivilschutz Bunker in Stuttgart Feuerbach stammt noch aus dem 2. Weltkrieg und wurde modernisiert. Besichtigt werden kann er HIER (klick auf das Bild).

Um Platz zu sparen sind in Schutzräumen meist 1/3 Betten und 2/3 Sitze. So kann in einem Schichtsystem geschlafen werden.

Verbunkerte Eisenbahnleitstelle Nürnberg. Führungen werden ab und zu vom darüber liegenden Eisenbahnmuseum angeboten.
Verbunkerte Eisenbahnleitstelle Nürnberg. Führungen werden ab und zu vom darüber liegenden Eisenbahnmuseum angeboten.

Alle Bunker verfügen am Eingang über eine Schleuse. Und die großen Anlagen haben dort auch Dekontamininations-Anlagen. Diese Duschen hier habe ich in einem Führungsbunker der schweizer Armee fotografiert.

Das was für uns Deutsche aufwendige Schutzräume sind, und was wir für besonderst halten, gibt es in der Schweiz unter jedem dritten Haus. Das hier links ist der Eingang zu einem "ASU". Also einem Atomsicheren-Unterstand. Diese Bunker sind in großen Mengen überall dort in der Schweiz vergraben worden, wo man Gefechte erwartet hatte und die kämpfende Truppe schützen wollte. Auch diese waren für einen 14 tägigen Aufenthalt vorgesehen. Sie wurden inzwischen meist den Bauern geschenkt, unter deren Äckern sie vergraben liegen.

Die ABC-Schutzmaske ("Gasmaske")

Die Schutzmaske ist der zentrale Schlüssel um sich vor sehr vielen ABC-Gefahren zu schützen. Sie schützt das Gesicht vor Kontamination und vor allem auch vor der inkorporation. Meine Maske ist das Modell 65A2 mit Trinkschlauchanschluss, ältere M65 haben diesen nicht. Das Modell 65Z ist übrigens an silbernen Ringen am Filtergewinde und Ausatemventil zu erkennen und war für Zivil- und Katastrophenschutz vorgesehen. Die Masken sind meist außen an der Stirn mit der Größe (1, 2 oder 3) versehen. Aktuell verwendet die Bundeswehr das Modell 2000. Im zivilen Bereich sind eher Schutzmasken mit einem großen Fenster üblich, vor allem von Dräger und Auer.

Die M65A2 ABC-Schutzmaske der Bundeswehr mit Trinkschlauchanschluss und Trinkbeutel mit Nährlösung (schmeckt widerlich).
Die M65A2 ABC-Schutzmaske der Bundeswehr mit Trinkschlauchanschluss und Trinkbeutel mit Nährlösung (schmeckt widerlich).
Mit den aktuell verwendeten Bundeswehr Schutzmasken kann man diese Nährflüssigkeit trinken oder auch mit einem Anschluss aus der Feldflasche. Diese Möglichkeit ist sehr wichtig, wird zu wenig bedacht und trainiert.
Mit den aktuell verwendeten Bundeswehr Schutzmasken kann man diese Nährflüssigkeit trinken oder auch mit einem Anschluss aus der Feldflasche. Diese Möglichkeit ist sehr wichtig, wird zu wenig bedacht und trainiert.

ABC-Schutzmasken kosten bei Ebay nicht viel und man kann sie für sehr viel verwenden. Ich habe sie bereits bei Bränden benötigt und zum Entfernen von Wespennestern. Kauft Euch nach Möglichkeit aber gleich modernere Modelle mit Trinkschlauchanschluss. Beachtet beim Kauf, dass im Gummiband am Kopf und innen, meist das Herstellungsjahr steht. Wenn Ihr die Möglichkeit habt eine Maske selber auszuwählen, solltet Ihr schließlich die neueste nehmen.

In der privaten Krisenvorsorge kauft sich kaum jemand eine Maskenbrille. Sie werden hauptsächlich beim Militär und den Feuerwehren verwendet.
In der privaten Krisenvorsorge kauft sich kaum jemand eine Maskenbrille. Sie werden hauptsächlich beim Militär und den Feuerwehren verwendet.
Prüfkoffer für ABC-Schutzmasken. Heute verwendet die Bundeswehr elektronische Geräte dafür, die Partikel in der Luft messen.
Prüfkoffer für ABC-Schutzmasken. Heute verwendet die Bundeswehr elektronische Geräte dafür, die Partikel in der Luft messen.

Im Prüfkoffer ist ein Ballon, der die Maske hinten abschließt. Mit einem Manometer kann geprüft werden, ob die Maske und die Ventile dicht sind. Wenn man keine professionelle Prüfgeräte hat kann man eigentlich nur bei aufgesetzter Maske den Luftein- und Auslass zuhalten und Ein- oder Ausatmen. Dabei merkt man ob sie dich sitzt. Aber kleine Undichtigkeiten am Maskenkörper bemerkt man so nicht.

Im Koffer ist auch Spezialwerkzeug um die M65 Masken komplett zu zerlegen und auch neue Scheiben zu montieren. Das ist aber nicht dafür vorgesehen, dass man seine Maske mit den selben Teilen wieder zusammensetzt. Die Metallteile werden dabei aufgebogen und verkratzt. Das sollte also nur erfolgen, wenn man Teile kaputt sind und ersetzt werden sollen. Beim Zusammensetzen würden die Metallteile durch neue ersetzt. Ich selber habe bei der Prüfung und Reinigung meiner M65A2 Maske alles, bis auf die Gläser, zerlegt. Denn die Befestigung der Gläser hätte sonst im Anschluss massive Bearbeitungsspuren gehabt. Das seltsame Alugestell im Koffer ist dafür da, die Gläser in den Maskenkörper zu drücken und dabei den Metallrahmen um die Gläser, mit einem kleinen Hebel, festzubiegen.

Meine Maske habe ich zerlegt und in Seifenwasser mit einer alten Zahnbürste gereinigt. Nach dem Trocknen würde ich sie zügig wieder zusammenbauen. Ich habe sie 2-3 Tage zerlegt liegen gelassen und dabei hatte sich etwas Staub auf den Kontaktstellen gesammelt, der theoretisch zu Undichtigkeiten führen könnte. 

Covid-19 "FFP3" Maske selber machen

Coronavirus Mundschutz nähen

(Auf die Wirksamkeit gegen Staub und Infektionen gibt es natürlich keinerlei Garantie und das alles hier ist nur als "Dekorationsgegenstand" gedacht!)

Ja ich weiß, ich hatte vor wenigen Tagen noch erzählt, dass ich nicht auf den Coronavirus Zug beim Bloggen "aufspringen will"... Ich gehe aber gerade davon aus, dass in einigen Tagen eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz kommen wird. Die einfachen Modelle schützen ja, wie wir mittlerweile fast alle wissen, hauptsächlich die anderen Menschen vor uns. Einen selber schützen nur die FFP Masken. Ich selber habe aber nur eine einzige FFP3 Maske, von einer Ebola Gefährdungslage vor einigen Jahren (wer hätte gedacht, dass Ebola mal zu was nutze ist...). Und daher hab ich mir probehalber zwei Masken gebastelt. Und natürlich zeige ich sie Euch. Mein Eigenbau hat eigentlich ganz gut geklappt und vielleicht hilft Euch das hier Gezeigte ja bei Euren eigenen Entwürfen. Es ist mein erster derartiger Versuch, er ist sicher nicht ideal, aber vermutlich schützt meine Maske wesentlich besser als die einfachen OP Masken.

Das Material von billigen Dreiecktüchern aus einem alten Kfz-Verbandkasten erschien mir ideal dafür, in Kombination mit dazwischen gelegtem Küchenpapier. Ich schnitt mir ein 20cm breites und 17cm hohes Stück Küchenpapier ab. Das legte ich in ein doppelt so hohes Stück von dem Dreiecktuch. Und darauf legte ich dann drei Streifen, dreilagig geschnittenes, Küchenpapier. Eine Stapel in die Mitte, einen oben und einen unten.

So wollte ich erreichen, dass ich das Teil später zusammenfalten kann und die Knickstellen dünner sind als die drei Flächen. Zur Abdichtung nach oben, gegen das Beschlagen der Brille beim Ausatmen, habe ich auf die obere Knickstelle zwei Lagen Tempo gelegt. Dann klappt ich das Dreiecktuch zusammen und nähte mit Nadel und Faden einmal ringsherum zusammen. Dann sah es so aus wie auf dem Bild oben. Dabei bin ich nicht sonderlich sorgfältig vorgegangen und es hat etwa ein Stich pro cm ausgereicht. Und obwohl ich die mehrlagigen Küchenpapierstreifen so nur sehr grob festgenäht hatte scheint alles recht brauchbar zu halten. Zum Durchstoßen der Nadel hab ich eine Zange verwendet, weil das teilweise etwas schwer ging. Nach dem Zusammenlegen hab ich etwas Gummiband an den Enden eingenäht und alles seitlich zusammengenäht. Die überstehenden Teile am rechten und linken Rand habe ich einfach mit einer hochwertigen Rettungsschere abgeschnitten.

Die drei Teile meiner selbst genähten FFP Coronavirus Schutzmaske habe ich zusammengelegt und seitlich ein Gummiband befestigt.
Die drei Teile meiner selbst genähten FFP Coronavirus Schutzmaske habe ich zusammengelegt und seitlich ein Gummiband befestigt.
Meine Covid-19 FFP eigenbau Maske war so eigentlich schon fertig und benutzbar. Aber ich wollte noch ein Ventil einbauen.
Meine Covid-19 FFP eigenbau Maske war so eigentlich schon fertig und benutzbar. Aber ich wollte noch ein Ventil einbauen.

An den FFP3 Schutzmasken hilft ein Ventil dabei, dass die Masken nicht zu schnell durch die Ausatemluft feucht werden. Und da ich eine etwa 20 Jahre alten Abu "LifeKey" Beatmungsmaske rum liegen hatte, sollte mir deren Ventil nun beim Bau meiner Maske helfen. Mit einem Cutter hab ich ein passendes Loch in die Maske geschnitten und das Ventil mit etwas Folie (etwa so viel Folie wie auf dem Foto links) in die Maske, zwischen die Lagen Küchenpapier, eingelegt. Da bin ich dran gekommen, ohne die Nähte auftrennen zu müssen. Ich wollte das Ventil eigentlich festkleben, aber es hielt auch so recht gut.

 

Test:

Die Masken funktionieren recht gut und ich vermute, dass sie auch recht anständig filtert. Sie sind auch angenehm zu tragen, schließt rings um gut und mein Mund und die Schleimhäute haben keinen Kontakt zur Maske.

Womit ich bei meiner 1. Eigenbau Maske nicht ganz zufrieden war ist der Abschluss an der Nase, beim Ausatmen. Denn dort beschlägt meine Brille etwas mehr wie bei der "echten" FFP3 Maske. Diese hat im Bereich der Nase einen biegbaren Drahtbügel, der für einen dichteren Abschluss nach oben sorgt. Meine 2. Maske hat, mit den 3 Lagen Küchenpapier etwas weniger, wodurch sie besser aussieht und angenehmer zu tragen ist. Ich habe sie mit 20cm auch 2cm schmaler gemacht als die 1. Aber wegen dem fehlenden Ventil wird die 2. wirklich wesentlich schneller feucht.

Das ist meine erste selbst genähten FFP Covid-19 Maske. Sie war etwas zu dick und zu breit.
Das ist meine erste selbst genähten FFP Covid-19 Maske. Sie war etwas zu dick und zu breit.
Meine 2. FFP Coronavirus Maske wird wegen dem fehlenden Ventil schneller feucht. Aber wegen der Abdichtung mit dem Tempo nach oben beschlägt die Brille eigentlich überhaupt nicht mehr.
Meine 2. FFP Coronavirus Maske wird wegen dem fehlenden Ventil schneller feucht. Aber wegen der Abdichtung mit dem Tempo nach oben beschlägt die Brille eigentlich überhaupt nicht mehr.

Der ABC-Selbsthilfesatz

Foto: Gasschutzausrüstung der Wehrmacht, aus dem Buch "Der Infanterist des deutschen Heeres".

 

Jedem Soldaten wird zur Schutzmaske auch der Selbsthilfesatz ausgehändigt. Im kalten Krieg wurde auch die meisten Angehörigen von Feuerwehr, Sanitätsdienst und THW damit ausgerüstet. Er dient der Vorbereitung auf den Einsatz von ABC-Waffen, z.B. durch das Verschließen der Ohren, oder der Einnahme von Piridostigmintabletten. Darin sind z.B. aber auch Autoinjektoren mit Atropin, gegen eine Nervenkampfstoffvergiftung, oder auch Dekontaminationspuder und Seife. Es gibt aber auch schon lange Bemühungen ihn durch einen wesentlich moderneren zu ersetzen, z.B. mit Gummihandschuhen und Desinfektionsmittel. Die derartigen Konzepte wurden aber nie richtig umgesetzt. Die Bundeswehr Taschenkarte "ABC-Abwehr aller Truppen" will ich hier aus rechtlichen Gründen nicht zeigen. Die bekommt Ihr aber oft auf Ebay angeboten.

Den ABC Selbsthilfesatz gibt es bei der Bundeswehr schon sehr lang. Die Atropininjektoren werden nur im Kriegsfall an die Soldaten ausgegeben.
Den ABC Selbsthilfesatz gibt es bei der Bundeswehr schon sehr lang. Die Atropininjektoren werden nur im Kriegsfall an die Soldaten ausgegeben.
 ABC-Selbsthilfesatz mit Übungsmaterial. Übungsinjektoren für Atropin, Übungsspürpapier und ÜB-Dekontaminationspulver
ABC-Selbsthilfesatz mit Übungsmaterial. Übungsinjektoren für Atropin, Übungsspürpapier und ÜB-Dekontaminationspulver

Der ABC-Selbsthilfesatz von 1961. Die Schutzplane wurde irgendwann wieder abgeschafft. Später ersetzte der normale Poncho diese Plane.

 

Das blaue Übungsspürpapier reagiert auf Zitronensäure. Das "scharfe" reagiert auf flüssigen und festen Kampfstoff. Für gasförmigen Kampfstoff benötigt man eine Spürpumpe.

 

 

ABC-Schutzanzüge

Der "Obergarment" Schutzanzug der Bundeswehr. Im Gewebe ist Aktivkohle eingearbeitet. Er ist etwas angenehmer zu tragen als ein Gummianzug, kann aber nur ein Mal verwendet werden.
Der "Obergarment" Schutzanzug der Bundeswehr. Im Gewebe ist Aktivkohle eingearbeitet. Er ist etwas angenehmer zu tragen als ein Gummianzug, kann aber nur ein Mal verwendet werden.

Die in den Overgarment verarbeitete Aktivkole wird mit Sicherheit nicht ewig funktionieren! Wenn Ihr Overgarment bei ebay kauft achtet unbedingt auf das Alter. Das steht außen auf der Verpackung drauf. 

ABC-Schutzanzüge aus Gummi von der NVA. Der große Vorteil davon ist, dass sie dekontaminierbar und wiederverwendbar sind. Flüssiger Kampfstoff kann  Gummianzüge schneller durchdringen, als es bei den Overgarment der Fall ist. Das Arbeiten in Gummi Schutzanzügen ist auch anstrengender. Sie werden eher bei der ABC-Abwehrtruppe eingesetzt, und weniger bei den kämpfenden Einheiten.

 

Der Gummi Schutzanzug der Bundeswehr wird "ZODIAK" genannt.

 

Schutzanzug vor radiaktiver Kontamination aus einem Kernkraftwerk. Der weiße Overall besteht aus einem Gewebe um Partikel zu "Fangen" und wird außen getragen.
Schutzanzug vor radiaktiver Kontamination aus einem Kernkraftwerk. Der weiße Overall besteht aus einem Gewebe um Partikel zu "Fangen" und wird außen getragen.

Resident Evil ist nur ein Film, aber diese Anlage ist echt!

Der Sonnenberg Bunker in Luzern wurde gebaut um 20.000 Menschen im Falle eines Atomkrieges Schutz zu bieten. Er besteht aus zwei Autobahntunneln, die mit gewaltigen Toren verschlossen werden konnten und einer "Kaverne" in der Mitte, als Versorgungstrakt. Auf der Fahrbahn wären Schlafräume aufgebaut worden.

 

Links sind Schilder zur Kennzeichnung der Schlafräume, rechts geht ein Aufzug runter um das Material für die Schlaf- und Waschräume in den Autbahntunnel runter zu lassen.

Querschnitt durch die "Kaverne" vom Sonnenberg Bunker in Luzern. Das ist der 7 stöckige Versorgungstrakt der Anlage, der mitten im Berg liegt.

Treppenhaus in der "Kaverne" des Sonnenberg Bunkers. Dort gibt es ein Gefängnis, einen Radiosender, ein dreistöckiges Krankenhaus und vieles mehr...

Das hier ist das Gefängnis im Sonnenberg Bunker. Er wird aktuell von der Kantonspolizei als "Massengewahrsam" genutzt, für Demonstationen usw.
Das hier ist das Gefängnis im Sonnenberg Bunker. Er wird aktuell von der Kantonspolizei als "Massengewahrsam" genutzt, für Demonstationen usw.

Einer der Wasch- und Toilettenräume, die auf der Fahrbahn des Autobahntunnels aufgebaut worden wären. Fast in allen Zivilschutzanlagen in Europa sind an den Toiletten nur Vorhänge, und keine Türen. Das basiert auf den bitteren Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg und soll verhindern, dass die Menschen auf den Toiletten Suizid begehen.

Wenn man in der Kaverne die Türe aufmacht, steht man nicht im Freien, sondern es rasen die Fahrzeuge im Autobahntunnel an einem vorbei. Die Ausmaße der Anlage sind gigantisch. 

In jedem deutschen Zivilschutzbunker liegen die Filter in extra Räumen die mit Strahlenschutzsteinen verschlossen werden. Diese Steine sind eckig, haben Blei eingebettet und oben einen Griff.
In jedem deutschen Zivilschutzbunker liegen die Filter in extra Räumen die mit Strahlenschutzsteinen verschlossen werden. Diese Steine sind eckig, haben Blei eingebettet und oben einen Griff.

Die Positionierung der Luftfilter ist ein erheblicher Konstruktionsmangel am Sonnebergbunker. Die Filter würdem im Fall eines Atomkrieges massiv strahlen und ein Aufenthalt in diesem Raum wäre nicht möglich, bzw. schlichtweg tödlich.

Ein weiterer ist, dass der Aufbau der Schlafräume Tage gedauert hätte. Im Falle eines 3. Weltkrieges hätte man diese Tage aber nicht gehabt. Alleine das Einschleusen der Schutzsuchenden hätte zu lange gedauert. All diese Probleme haben dazu geführt, dass der Bunker im Kriegsfall "nur" noch für einige tausend Bürger vorgesehen ist.

Sonstiges

Schlüsselelemente im ABC-Schutz sind auch:

-Die Probenentnahme

-Die Spürtrupps

-Das Markieren verseuchten Gebietes

-Die Dekontamination (Entstrahlung, Entseuchung und Entgiftung)

Evlt. schreibe ich auch Mal dazu etwas.

 

 

Auf diese Art sollten mit den Markierungen kontaminierte Gebiete gekennzeichnet werden. Dies wäre von ABC-Spürtrupps durchgeführt worden. Heute sind die Feuerwehren immer noch für so etwas ausgerüstet und ausgebildet. Aber es gibt nur noch sehr wenige Spürtrupps.

BW Markierungssatz Atom, Bio, Gas. Falls wirklich kontaminierte Gebiete damit markiert werden wird auf der Rückseite der Folien das Datum und die Stahlungswerte usw. notiert!
BW Markierungssatz Atom, Bio, Gas. Falls wirklich kontaminierte Gebiete damit markiert werden wird auf der Rückseite der Folien das Datum und die Stahlungswerte usw. notiert!

Wenn man die Prinzipien der Desinfektion, der Inkorporation usw. verstanden hat, versteht man auch wie die Dekontamination funktioniert.

Foto: Der Reibert von 1982.

Wenn sich die politische Situation in der Ukraine beruhigt und stabilisiert hat plane ich dort einen Urlaub und den Besuch der Museen eines Raketensilos für Interkontinentalraketen und eines Bunkers für Atom U-Boote.

 

Und wenn Ihr in Zürich seit schaut euch das Zivilschutzmuseum an. Bzw. besser Ihr plant euren Aufenthalt dort wenn das Museum geöffnet hat. Ein Polizeimuseum gibt es dort auch, das kann man aber leider nur in Gruppen besichtigen.

 

Für jeden der sich über Bunkeranlagen informieren will empfehle ich die Seite Geschichtsspuren. Dort ist die Zivilschutz Datenbank. Dort könnt Ihr z.B. euren Ort eingeben und findet die bekannten Bunker mit einigen Daten angezeigt. Bedenkt bei dieser Datenbank aber, dass vermutlich 99% dieser Bunker nicht mehr einsatzbereit sind.

 

Das hier ist eine super Seite bzgl. dem Kalten Krieg die ich empfehlen kann:

http://www.fulda-gap.de/

 

Überleben in Natur und Umwelt von Heinz Volz hat auch einen ABC teil. Auch sehr interessiert ist die ABC-Schutzfiebel von Major Mast.
Überleben in Natur und Umwelt von Heinz Volz hat auch einen ABC teil. Auch sehr interessiert ist die ABC-Schutzfiebel von Major Mast.

In dem Buch Überleben in Natur und Umwelt, von Heinz Volz, geht es auch darum, wie man Schutzausrüstung improvisieren kann. Die ABC-Schutzfibel war als Standartwerk für Behörden gedacht. Meine Ausgabe, die ich vermutlich mal bei ebay gekauft habe, war früher in der Bibliothek eines Polizeipräsidiums. Aber keines meiner Bücher kommt an das sehr gut aufgearbeitete "Feuerwehr Grundlehrgang" ran. Ich kann jedem Interessierten nur dazu raten es sich zu kaufen. In wie weit das ABC Thema auch in neuern Ausgaben behandelt wird weiß ich aber nicht.

In vielen militärischen Grundlagen Büchern wird auch die ABC-Abwehr behandelt. Aber wirklich am besten, ist von allen meinen Büchern dazu, das Buch "Feuerwehr Grundlehrgang". Dieses Buch würde ich als aller erstes empfehlen.
In vielen militärischen Grundlagen Büchern wird auch die ABC-Abwehr behandelt. Aber wirklich am besten, ist von allen meinen Büchern dazu, das Buch "Feuerwehr Grundlehrgang". Dieses Buch würde ich als aller erstes empfehlen.

 

 

Mir ist völlig klar, dass viele nicht ausreichend Englisch für dieses Video verstehen. Aber es ist sehr gut!