Tiberius T8.1 Paintballpistole zur Selbstverteidigung mit Gummigeschossen

 

-Schießen

-Gedanken zu Selbstverteidung

-Verstellen der Energie

-Zerlegen

-Anleitung

-Weiterführende Videos

 

Preis ca. 280 Euro

Gewicht inkl. Magazin: 1kg

12g CO2 Kapseln im Magazin

Schuss pro CO2 Kapsel bei 7,5 Joule: etwa 24

Technisch mögliche Energie: Etwa 30 Joule

Die Tiberius T8.1 Paintballpistole wird in einem richtig guten Koffer geliefert. Nur eine Lage Schaumstoff fehlt darin noch.
Die Tiberius T8.1 Paintballpistole wird in einem richtig guten Koffer geliefert. Nur eine Lage Schaumstoff fehlt darin noch.

Über die Tiberius T8.1 Pistole erzähle ich bei meinen ähnlichen Berichten (Tippmann TCR und Umarex HDR50) bereits etwas. Als ich diese Berichte geschrieben habe war mir die T8.1 bereits bekannt, aber erst jetzt habe ich sie gekauft. Beim TCR Bericht erzähle ich einiges über die Wirkung von Gummigeschossen und liste auch Vergleichswerte unterschiedlicher derartiger Waffen auf. Beim HDR50 Bericht zeige ich Euch die unterschiedlichen Geschosse die es im Kaliber .68 gibt. Also die von Pepperball und von FN.

 

Die Tiberius Pistole hat sich derart bewährt und eignet sich so gut für den "Less Lethal - Law Enforcement" und den "Selbstverteidungseinsatz", dass sie fast baugleich von den Firmen Pepperball als TMP und von FN als 303P verkauft wird. Beide sind fast baugleich mit der T8.1. Fotos von beiden Pistolen findet Ihr hier ganz unten.

Die TMP hat eine andere Mündung. Die Visierung der Tiberius Pistole ist prinzipiell austauschbar. Auf der FN 303P und der Pepperball TMP ist offenbar ein anders Visier verbaut, mit dem man die Mündung höher hält um mit schweren Geschossen weiter schießen zu können. Auf die Mündung der TMP kann das "Pepperball Split Shot" aufgesteckt werden. Dies lässt die Pfefferkugeln an der Mündung bersten und hat etwa die Wirkung einer Gaspistole. An sonsten müssten sie baugleich sein.

 

Als ich über das Tippmann TCR berichtet habe hatte ich vor allem den polizeilichen Einsatz im Kopf. Also mit Gummigeschossen auf eine größere Entfernung zu wirken. Daher habe ich mir das größere und präzisere TCR gekauft. Nun will ich mehr den SV Einsatz mit einer Paintballpistole durchdenken, wobei es um die Selbstverteidigung geht.

 

Meine Pistole hat ein "F" im Fünfeck. Sie erreicht weniger als 7,5 Joule und ich verändere hieran nichts. Ich will hier lediglich Möglichkeiten aufzeigen. Wer die V0 seiner Paintballwaffe auf über 7,5 Joule einstellt macht sich Strafbar!

 

Die Tiberius Magazintasche und das T8.1 Holster sind für den Paintballsport gemacht. Für den taktischen Einsatz würden sie mir weniger gefallen.
Die Tiberius Magazintasche und das T8.1 Holster sind für den Paintballsport gemacht. Für den taktischen Einsatz würden sie mir weniger gefallen.

Beim Studium der unterschiedlichen Quellen haben sich für mich diese beiden alternativen Einsatzbereiche für Paintballwaffen raus kristalisiert:

 

Less Lethal - Law Enforcement: Mit den Paintballwaffen werden etwa 3g schwere, relativ leichte Gummigeschosse verschossen. Diese sollen vor allem Schmerzen und so wenige Verletzungen wie möglich verursachen. Die Geschossenergie liegt hierbei idR. bei etwa 15-20 Joule. Die Geschosskonstruktion der FN Munition mit dem Bismut gefüllten Geschosskopf ist so aufgebaut, dass sie sich am Ziel zerlegen, nicht eindringen, und daher auch mit 30 Joule kaum Verletzungen verursachen. Sie sind mit 8,5g die schwersten .68 Geschosse am Markt. 

 

Selbstverteidungseinsatz: Hierbei werden harte Geschosse mit 6-8g und einer Energie von etwa 20-30 Joule verwendet. Diese sollen schwere Verletzungen verursachen und sind potentiell tödlich. Hierfür werden z.B. "Breakerballs" verwendet, die aus einer Gummiummantelten Glaskugel bestehen. Oder Fist Strike Reballs die beschwert werden. Das sind genau die roten Geschosse die Ihr hier bei mir seht.  Zusätzlich habe ich mir sehr harte Gummigeschosse mit einem Gewicht von etwa 7g gekauft. Dieses sehr hohe Gewicht für eine .68 Kugel erreichen sie durch die Beimengung von Metallpulver zum Gummi. 

 

Was ein derartiges Geschoss mit etwa 30 Joule aus der Tiberius leistet seht Ihr hier recht eindrücklich:

Hier seht Ihr einen Größenvergleich der T8.1 mit der JPX Pfefferpistole. Die Tiberius ist wirklich groß! Mehr zum JPX findet Du HIER.
Hier seht Ihr einen Größenvergleich der T8.1 mit der JPX Pfefferpistole. Die Tiberius ist wirklich groß! Mehr zum JPX findet Du HIER.
Die Magazine beinhalten die .68 Kugeln und die CO2 Kapseln. Dadurch kann man auch bei hoher Energie einfach ein weiteres Magazin nachladen und kann dieses mit voller Energie verschießen.
Die Magazine beinhalten die .68 Kugeln und die CO2 Kapseln. Dadurch kann man auch bei hoher Energie einfach ein weiteres Magazin nachladen und kann dieses mit voller Energie verschießen.

Die Tippmann TIPX dagegen hat eine CO2 Kapsel in der Waffe. Wenn man bei dieser das Magazin wechselt wird es mit dem CO2 ggf. knapp um ein zweites Magazin zu verschießen.

Das "F" im Fünfeck, zum Nachweis der Bauartzulassung, ist hinten auf der linken Seite angebracht.
Das "F" im Fünfeck, zum Nachweis der Bauartzulassung, ist hinten auf der linken Seite angebracht.

Schießen mit der Tiberius Pistole

Die Tippmann TIPX hat im Gegensatz dazu die CO2 Kapsel in der Waffe platziert. Wenn man bei dieser Pistole nachladen will muss man zusätzlich, ziemlich zeitaufwendig, auch noch die CO2 Kapsel wechseln.

Was aus vielen Videos und Reviews zur T8.1 nicht hervorgeht ist, dass man auch ein angestochenes Magazin wieder aus der Pistole nehmen kann. Hierbei geht nur wenig CO2 verloren. Man kann es dann wieder mit Kugeln befüllen und damit weiter schießen.

Mit einer CO2 Kapsel kann man etwa 24 Schuss abgeben.

Das Oberteil der Pistole besteht aus  Aluminium. Das Griffstück aus sehr gutem Glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Magazine sind aus Metall, vermutlich.

Die CO2 Kapseln werden in das Tiberius Magazin eingelegt und nur so leicht angezogen, dass es nicht angestochen wird.
Die CO2 Kapseln werden in das Tiberius Magazin eingelegt und nur so leicht angezogen, dass es nicht angestochen wird.

Wenn man die CO2 Kapsel eingelegt hat zieht man die seitliche Ladehilfe am Magazin runter und lässt sie unten einrasten. Nun kann man 8 Rundkugeln im Kaliber .68 oder First Strike Geschosse laden. Die First Strike Geschosse sind flossenstabilisiert. Hierdurch fliegen sie präziser.

So liegen die First Strike Reballs im Tiberius Magazin. Rechts ist die CO2 Anschlussstelle.
So liegen die First Strike Reballs im Tiberius Magazin. Rechts ist die CO2 Anschlussstelle.

Wenn man das Magazin in die T8.1 einführt rastet es ein, löst automatisch die Ladehilfe und der Zubringer führt die erste Kugel nach oben, vor den Lauf. Ein Fenster auf der Oberseite dient als Ladestandsanzeige. Schwarze Kugeln kann man hierdurch natürlich nur schwer erkennen.

Wenn man nun schießen will muss man die CO2 Kapsel durch eine Drehen unten am Magazin anstechen, entsichern und schießen. Wenn man das Magazin nun wieder aus der Waffe entnimmt zischt es kurz und es entweicht eine geringe Menge an CO2. Man kann das Magazin wieder laden und dann damit weiter schießen. Zur Verwendung mit First Strike Geschossen sollte man die Magazinfeder gegen die beiliegende rote Feder austauschen.

Ein Ersatzmagazin für die Tiberius T8.1 kostet etwa 40-50 Euro.
Ein Ersatzmagazin für die Tiberius T8.1 kostet etwa 40-50 Euro.
Die Mündung der Tiberius T8.1
Die Mündung der Tiberius T8.1
Tiberius T8.1 mit montierter Adapter Waeverschiene. Der Sicherungshebel ist beidseitig und lässt sich vor allem mit dem Abzugsfinger gut bedienen.
Tiberius T8.1 mit montierter Adapter Waeverschiene. Der Sicherungshebel ist beidseitig und lässt sich vor allem mit dem Abzugsfinger gut bedienen.

Gedanken zur Selbstverteidung mit der Tiberius

Zum Führen der Tiberius ist ein "großer" Waffenschein erforderlich. Diesen wird man dafür kaum bekommen. Sie besitzt ein "F" im Fünfeck und ist daher für Jedermann ab 18 Jahren frei verkäuflich. Man darf bei sich oder einem Freund Zuhause auch damit Schießen.

Man muss sie aber verschlossen lagern. Und die AWaffV verbietet es, dass man derartige Waffen mit Geschossen darin lagert. Rechtlich wäre das Lagern also nur erlaubt, wenn das geladene Magazin aus der Waffe entnommen ist und daneben liegt. 

 

Wenn man eine Paintballpistole mit "F" im Fünfeck mit aus dem Haus nehmen möchte darf man dies nur zum "Transport" "im Umfang seines Bedürfnisses". Das gilt auch für frei verkäufliche Waffen (§12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG).  Es ist daher völlig ausgeschlossen zum Selbstschutz eine derartige geladene Waffe mit sich zu Führen. Außer man einen Waffenschein und kann ein Bedürfnis hierfür begründen, wie es evtl. Personenschützer können. Sicherheitsmitarbeiter, die ausschließlich auf Privatgrund arbeiten, könnten aber mit derartigen Waffen recht problemlos ausgerüstet werden.

 

Das Magazin ist dafür ausgelegt, dass der Zubringer unten am Magazin arretiert wird. Das verhindert eine Deformierung der Kugeln auf Dauer. Die CO2 Kapsel kann man so fest anschrauben, dass sie noch nicht angestochen wird. Man könnte nun das geladene Magazin neben der Pistole in einem Blechschrank im Schlafzimmer oder an der Garderobe lagern. In einem Notfall kann man den Schrank aufschließen, das Magazin einführen und mit einer halben Umdrehung am Magazin die Waffe Schussbereit machen.

 

Jetzt stellt sich noch die Frage, ob man im Notfall die Energie der Pistole hoch drehen darf? Man könnte einen Imbusschlüssel neben die Pistole legen und in wenigen sec. die V0 Regulierungsschraube so weit wie möglich drehen. Das könnte aufgrund des rechtfertigenden Notstandes rechtlich möglich sein, wenn z.B. ein Einbrecher gerade an der Tür hebelt.

 

§34 StGB Rechtfertigender Notstand:

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.
Ich will und kann diese Frage nicht beurteilen! Ich weise auch nochmal ausdrücklich darauf hin, dass dies keine Rechtsberatung ist und jeder selber für sein Handeln verantwortlich ist! 

Verstellen der Energie an der Tiberius Pistole

Ein erster Schusstest mit den First Strike Reballs war nicht so beeindruckend. Sie drangen nur oberflächlich in die Lagen aus Karton ein.
Ein erster Schusstest mit den First Strike Reballs war nicht so beeindruckend. Sie drangen nur oberflächlich in die Lagen aus Karton ein.

Die Reballs sind ziemlich hart und spröde. Daher brachen von einigen Teile der Flossen ab. Wie Ihr auf dem Foto oben seht sind die "RAP4" Reballs relativ schlecht verarbeitet und weisen Deformationen auf die mit Sicherheit mit verantwortlich sind für die Schäden.

Ich vermute, dass meine T8.1 weit unterhalb der 7,5 Joule eingestellt ist. Meine schweren Gummigeschosse drangen etwas tiefer ein als die Reballs. Aber bedenkt, dass man diese Waffe eben an der Regulierungsschraube aufdrehen kann (bis zu 27-30 Joule). Daher sollte das Einstellen der V0 nur mit einem Chrony erfolgen, damit man nicht versehentlich über die 7,5 Joule kommt. In der großen V0 Imbussschraube ist noch eine kleinere innen drinnen. Diese kleinere darf nicht verstellt werden, denn sie regelt, soweit ich das verstanden habe, den Arbeitsdruck in der Waffe.

 

 

An fast allen Paintballwaffen kann man die Energie verstellen. An der Tiberius ist dies sehr einfach. Ihr dürft aber nie über die erlaubten 7,5 Joule kommen.
An fast allen Paintballwaffen kann man die Energie verstellen. An der Tiberius ist dies sehr einfach. Ihr dürft aber nie über die erlaubten 7,5 Joule kommen.
An dieser Schraube kann die Energie der Tiberius T8.1 eingestellt werden. Wenn man die CO2 Pistole in eine WBK eintragen lässt darf man sie daran auf die offenbar zu erreichenden 30 Joule aufdrehen.
An dieser Schraube kann die Energie der Tiberius T8.1 eingestellt werden. Wenn man die CO2 Pistole in eine WBK eintragen lässt darf man sie daran auf die offenbar zu erreichenden 30 Joule aufdrehen.

Genau die Tatsache, dass man an der Tiberius einfach die Energie einstellen kann macht sie interessant zur Selbstverteidigung. Was aber nichts an der Gesetzeslage in Deutschland ändert! Ihr dürt sich nicht über 7,5 Joule stellen! Wie die Rechtslage in der Schweiz und Österreich ist weiß ich nicht sicher. Meinen dortigen Lesern ist es vermutlich erlaubt.

Wenn Ihr keine Chrony habt um die V0 zu messen, könnt Ihr euch evtl. die Energie folgendermaßen einschätzen. Wenn Ihr bei eurer Einstellung etwa 24 Schüsse aus einer CO2 Kapsel bekommt wird sie unter 7,5 Joule haben. Wenn Ihr auf nur 8-9 Schuss mit einer Kapsel kommt werdet Ihr viel zu weit gedreht haben und über 25 Joule erreicht haben. Jedenfalls erklärt das Mack Jo Si in seinen Videos so. 

Zerlegen der Tiberius T8.1

Was vielen Waffenbesitzer, die wenig mit Paintball zu tun haben, nicht klar ist ist, dass man diese Waffen meist selber sehr weit zerlegen kann und sie auch dafür ausglegt sind vom Schützen selber gewartet und getuned zu werden. Daher ist in der Anleitung eine ausführliche Anleitung dafür mit Explosionszeichnungen.

 

Bei einer Airsoft Waffe oder einem CO2 Gewehr würde ich eigentlich nicht auf die Idee kommen ein Ventil zu zerlegen. Aber ich war überrascht, dass ich es doch recht zügig zerlegt und zusammengesetzt bekommen habe.

 

Der Lauf ist mit einem Bajonettverschluss befestigt. Man drückt ihn ein und dreht, dann geht er nach vorne raus.
Der Lauf ist mit einem Bajonettverschluss befestigt. Man drückt ihn ein und dreht, dann geht er nach vorne raus.
Zum Zerlegen der Tiberius T8.1 löst man die drei Schrauben und treibt den Stift in der Mitte aus. Magazin und Lauf müssen entfernt sein, dann kann man das Oberteil abnehmen.
Zum Zerlegen der Tiberius T8.1 löst man die drei Schrauben und treibt den Stift in der Mitte aus. Magazin und Lauf müssen entfernt sein, dann kann man das Oberteil abnehmen.
Das zerlegte Tiberius Magazin.
Das zerlegte Tiberius Magazin.
Der zerlegte Ventil aus dem Tiberius Magazin mit den beiliegenden Ersatzdichtungen.
Der zerlegte Ventil aus dem Tiberius Magazin mit den beiliegenden Ersatzdichtungen.

Die FN 303P

 

 

Quelle: https://www.htdtactical.com/product/fn-303p-less-lethal-launcher/

Die Pepperball TMP

 

Quelle: https://www.bron.pl/pistolet-pneumatyczny-na-kule-gumowe-pieprzowe-pepperball-tmp

Weil die Pepperball TMP so groß ist wurde mit der TCP eine wesentlich kleinere Pistole geschaffen. Sie sieht an diversten Stellen etwas modifiziert aus. Sie besitzt nur 6 Schuss und verwendet die etwas selteneren 8g CO2 Kapseln. Die zivile Version, die First Strike FSC stelle ich Euch HIER vor.

 

Quelle: http://www.pepperball.com/product/tcp/

 

 

 

Hier verlinke ich Euch noch ein paar dazu passende Youtube Videos.

Bei min. 19 könnt Ihr einen Einsatz der Pepperball Pistole sehen:

Die Pepperball TMP im Einsatz in Denver. Quelle:

https://www.denverpost.com/2016/07/12/denver-police-union-out-of-line-on-riot-gear/

 

 

 

 

 

 

Nachtrag von 01/2020:

Schreibt mir bitte keine Mails mehr, wo Ihr die T8.1 noch bekommen könnt. Die Gebrauchten am Markt müsst Ihr schon selber suchen. Und um ein gutes Angebot zu finden muss man halt auch etwas Zeit aufbringen. An sonsten könnt Ihr auch einfach den Nachfolger First Strike FSC kaufen, den ich HIER vorstelle. Und die Tiberius T9 ist vermutlich auch nicht schlecht.

Tiberius T4 und das Pepperball VKS

Beim Tiberius T4 kann man CO2 Kapseln in die Magazine einlegen, oder eine Pressluftflasche anschließen. Man kann entweder First Strike Geschosse mit dem Magazin laden oder Rundkugeln mit dem "Hopper".
Beim Tiberius T4 kann man CO2 Kapseln in die Magazine einlegen, oder eine Pressluftflasche anschließen. Man kann entweder First Strike Geschosse mit dem Magazin laden oder Rundkugeln mit dem "Hopper".

.68 Geschosse gibt es zum Glück inzwischen viele am Markt. Für die in Deutschland erlaubten 7,5 Joule machen etwa 3g schwere Geschosse am meisten Sinn. Wenn man aber im Ausland lebt oder die Erlaubnis für stärkere Waffen hat sollte man sich nach 6-8g schweren Geschossen umschauen, damit ist mehr Energie möglich und sie reichen weiter.

 

 

Was ist die Tiberius T4 überhaupt? Die T4 ist eine Paintballwaffe, die schon lange nicht mehr hergestellt wird. Auch der Nachfolger T4.1 wird nicht mehr hergestellt. Auf dem Behördenmarkt wird aber das, mit dem T4.1 fast baugleiche, Modell als "Pepperball VKS" immer noch in relevanten Mengen verkauft.

Tiberius heißt inzwischen First Strike und für den Zivilmarkt fertigen sie einen sehr hochwertigen Nachfolger, das First Strike T15. Für das T15 gibt es sehr viel Zubehör, wie z.B. nachrüstbare Vollauto Abzüge, die man beim Paintballspielen im Ausland einbauen kann. Und auch gezogene Läufe bekommt man dafür. Soweit ich weiß wurde das neue T15 aber ausschließlich für den Paintballsport entwickelt und liefert wesentlich weniger Energie als die T4 Modelle (ich glaube etwa max. 20 Joule). Alle diese Tiberius und First Strike Gewehre sind sehr hochwertig und teuer (alle kosten etwa 800-900 Euro). Als ich eine günstige Gelegenheit hatte ein altes T4 zu erwerben habe ich es getan.

Die meisten anderen Blogger lassen sich von Herstellern Ausrüstung schenken um Werbung für sie zu machen. Fehler und Schwächen werden dabei nicht erwähnt. Ich will meinen Blog davon deutlich abgrenzen. Aus diesem Grund erzähle ich auch teilweise von Waffen die ich nicht besitze, ich kann mir schließlich nicht alles selber kaufen. Und ich erzähle ich Euch auch von Waffen die nicht mehr hergestellt werden. Denn ich gehe davon aus, dass die T4 und T4.1 die besten Paintballwaffen zur Selbstverteidigung sind, die in Deutschland verfügbar sind/waren (jedenfalls bei den Gewehren). Der Fachmann für derartige Waffen bezeichnet sie als "the most powerfull paintball rifle". Wie ich es schon bei der T8.1 gesagt habe gilt auch hier: Bitte fragt mich nicht wo Ihr noch diese alten Waffen bekommt, die müsst Ihr schon selber auf dem Gebrauchtwaffenmarkt suchen, wenn Ihr so eine haben wollt. In Deutschland wurden sowohl die T4, wie auch die T4.1, mit F im Fünfeck verkauft und es gibt einige wenige davon.

 

 

Was kann das Tiberius T4?

Die Besonderheit des T4 ist erst mal, dass es, wie auch die First Strike FSC, Tiberius T8.1 und das Tippmann TCR nicht nur für den Paintballsport, sondern auch für den Behördeneinsatz vorgesehen ist. Wie bei fast alle Paintballwaffen kann daran die Energie eingestellt werden. Ich sage es auch hier in aller Deutlichkeit: Das Verstellen der Energie über 7,5 Joule ist in Deutschland verboten und eine Straftat. Diese Waffen liefern aber wesentlich mehr Energie. Mit mittelschweren Geschossen mit 3-6g Gewicht sind das bei den T4, T4.1, T8.1, T9 und FSC etwa 30 Joule. Mit schwereren Geschossen, wie den Grimburg oder FN Geschossen sollten es noch einiges mehr sein. 

Das T4 kann über die Magazine, oder den "Hopper" mit Geschossen versorgt werden. Aus den Magazinen können auch First Strike (flossenstabilisierte) benutzt werden, aus dem Hopper nur Rundkugeln. Der Lauf hat eine Öffnung zum Magazin hin. Wenn man am "Ladehebel" zieht dreht sich der Lauf und diese Öffnung positioniert sich vor dem Hopper-Fenster. Im taktischen Einsatz kann man dieses Fenster abschrauben und darüber Einzelgeschosse laden (z.B. Breakerballs zum Zerschießen von Fenstern oder Paintballs zum Markieren von Straftätern in Menschenmengen). Alternativ kann man z.B. auch in das Magazin präzise First Strike Gummigeschosse laden und zusätzlich in den Hopper eine große Zahl an Pepperballs.

Das T4 kann entweder mit, in den Magazinen eingelegten 12g CO2 Kapseln, betrieben werden, oder mit einer angeschlossenen Pressluftflasche.

Leider hat die T4 einen glatten Lauf und ich konnte keinen gezogenen Lauf dafür finden.

Der Magazinschacht von unten. Links werden die Geschosse vom Magazin in den Lauf geladen und recht kommt das CO2 vom Magazin in die Waffe.

Der "Verschlussfanghebel" arretiert den Lauf, wenn er auf Hopperbetrieb gestellt ist. Ein Druck darauf lässt ihn wieder so rotieren, dass aus dem Magazin zugeführt wird.

Die Magazine der Tiberiut T4 nehmen Rundkugeln oder First Strike Geschosse auf und zusätzlich CO2 Kapseln.
Die Magazine der Tiberiut T4 nehmen Rundkugeln oder First Strike Geschosse auf und zusätzlich CO2 Kapseln.
Durch das Ladefenster der Tiberius T4 können entweder Einzelgeschosse geladen werden, oder es kann ein "Hopper" angeschlossen werden.
Durch das Ladefenster der Tiberius T4 können entweder Einzelgeschosse geladen werden, oder es kann ein "Hopper" angeschlossen werden.

Im Paintballsport nennt man den Betrieb mit Pressluft ("HP"), also high pressure, oder auch "HPA", für high pressure air.

Die Skala an meiner Flasche ist in psi (pound per square Inch). 5000 psi sind etwa 355 Bar, was bedeutet, dass meine Flasche für 300 Bar vorgesehen ist.

Hier fülle ich die Pressluftflasche der Tiberius T4 mit der Pumpe meiner Airringer Pfeilpistole. Das ist ziemlich aufwendig und dauert lange, aber es macht einen unabhängig. Um so eine Flasche zu füllen braucht man auf jeden Fall länger mehrere Stunden. Alternativ kann man solche Flaschen auch mit größeren Tauchflaschen füllen oder mit elektrischen Kompressoren.

 

Wenn ich meine Pressluftflasche an die Pumpe anschließe ist die Verbindung erst mal undicht. Ich muss erst 2-3 Pumphübe machen, bei denen ich die Flasche gegen die Pumpe drücke, bis die Verbindung unter Druck steht und sich selber abdichtet. Dann kann ich sie füllen.

 

 

Zerlegen des Tiberius T4

Wie bei allen echten AR15 auch, werden zum Zerlegen diese beiden Stiften raus gedrückt.
Wie bei allen echten AR15 auch, werden zum Zerlegen diese beiden Stiften raus gedrückt.

Anschließend muss der Sicherungshebel etwas über die "F" Stellung hinaus gestellt werden und der Upper kann aufgeklappt werden. Der Pfeil rechts markiert den Hebel um den Lauf zu entriegeln. Wenn er runter gezogen wird, kann der Lauf nach vorne entnommen werden.

Die First Strike FSC von hinten (links) und die T4 (rechts). Hinten auf die FSC kann auch ein Anschluss für eine CO2 Flasche nachgerüstet werden. Z.B. mit diesem oder diesem. Ob damit auch das T4 mit einer CO2 Flasche im Schaft nachgerüstet werden kann weiß ich leider nicht. Die große Messingschraube rechts unten ist zum Einstellen der V0.

(Mittlerweile habe ich das T4 auch schon wesentlich weiter zerlegt, davo hab ich aber keine Fotos gemacht. Es ist wirklich einfacher als man meist denkt).

Die First Strike FSC, Tiberius T8.1, T9.1, T4 und T4.1 sind innen alle fast gleich aufgebaut und sie verwenden die selbe Regulier- und Steuereinheit.
Die First Strike FSC, Tiberius T8.1, T9.1, T4 und T4.1 sind innen alle fast gleich aufgebaut und sie verwenden die selbe Regulier- und Steuereinheit.

Die mir bekannten Unterschiede der T4, T4.1 und des VKS:

Bei den Tiberius T4 und T4.1 dient der "Ladehebel" dazu die Waffe vom Magazinbetrieb auf Hopperbetrieb umzustellen. Ein Hopper ist ein großer Behälter oben auf der Waffe der bis zu etwa 150 .68 Rundkugeln aufnimmt. Bei dem Pepperball VKS dient der "Ladehebel" dazu die Pressluftzufuhr aus dem Schaft anzuschalten. Die Umschaltung von Magazin auf Hopper erfolgt beim VKS durch drehen des Laufes.

Das Tiberius T4 hat einen HP-Anschluss an einem Magazin. Aus dem Magazin führt ein Schlauch zu einer Pressluftflasche. Diese muss man irgendwo am Körper tragen.

Das Tiberius T4.1 hat diesen lästigen Schlauch nicht mehr und es wurde eine Pressluftflasche im Schaft integriert.

Der Vorderschaftes hat beim T4 und dem VKS eine andere Form.

Das VKS hat am Sicherungshebel drei Bezeichnungen S, F und D. D bedeutet dabei disassembly (zerlegen). Diese Bezeichnung hat das T4 nicht, aber der Hebel funktioniert gleich.

Z.B. bei der Polizei in Australien wird das VKS verwendet.

 

https://www.theage.com.au/national/victoria/victoria-police-reveal-confronting-new-riot-gear-20180323-p4z5wt.html

Und auch beim Justizvollzug in Hongkong.

 

https://www.scmp.com/news/hong-kong/law-crime/article/2050158/hong-kong-prison-officers-go-through-tough-training-regime

Das Veritas MK IV ist vermutlich baugleich mit dem Tiberius T4 und nicht dem Pepperball VKS. Es wird von einigen Polizeibehörden eingesetzt.

https://weaponews.com/weapons/65349413-guns-for-police-paintball-part-2.html

 

Auch das US Militär benutzt das Pepperball VKS:

https://www.pepperball.com/pepperball-awarded-u-s-army-contract-for-non-lethal-protection/

 

https://jnlwp.defense.gov/Current-Intermediate-Force-Capabilities/Variable-Kinetic-System/