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Russische Selbstverteidigungs- und Traumatic Waffen

Unsere russischen Nachbarn haben in den letzten Jahren massenweise sehr interessante Waffen zur Selbstverteidigung entwickelt. Noch vor einigen Jahren gab es in Russland lediglich die bekannten Militärpistolen Makarov, Tokarev und PSM in traumatic Kalibern. Meist also 9mm P.A. und 10x22T. Sie waren fast identisch mit den scharfen Varianten, hatten aber angepasste Läufe (mit Verengungen) und schwächere Verschlussfedern. HIER ist ein Beschussversuch auf ballistische Seife oder Gelatine. Die Geschossenergie wird mit 50 Joule angegeben. Als sich hierzulande vermehrt der Reizstoff OC durchsetze wurden dort sehr universell verwendbare Waffen gebaut. Aus manchen Waffen können von Gummigeschossen, Signalmunition bis hin zu Pfeffer alles verschossen werden. Dort wurden auch einige deutsche Ideen neu aufgegriffen, wie die Insektenpatronen oder das verschlusslose System der ASS und Wadie Pistole wurde beim Bamer erneut realisiert. 

 

Bedenken muss man, dass die meisten dieser Geräte den OC Wirkstoff einfach mit einer Treibladung nach vorne raus schleudern. Dieser wird dabei stark verteilt. Im Gegensatz zum JPX wo der Wirkstoff, durch die Düse an der Mündung, eher kompakt bleibt und weiter wirkt. Dafür muss man beim JPX viel genauer ziehlen. Alle diese OC-Waffen bräuchten eine PTB Zulassung, ob sie diese bekommen würden kann ich schlecht einschätzen (die OSA Pistole bekommt mit Sicherheit keine Zulassung). Die Waffen für Gummigeschosse sind alle WBK-pflichtig. Man muss bei den russischen Waffen für Gummigeschosse aber auch bedenken, dass diese bei dicker Winterkleidung nicht wirkt, Pfeffer aber eben schon.

 

Ohne jetzt viel mehr zu den unterschiedlichen Waffen zu schreiben (ich kenne die Meisten ja auch nur aus dem Internet) zeige ich Euch hier einige Videos.

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BKA Feststellungsbescheid OC Defender
150127FbZ343ReizstoffspruehgeraetOCDefen
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"Bamer" und "UDAR-M2" Pfefferpistole

Nachtrag von 11/2020: In Weißrussland gibt es Probleme, die ich hier sichlich nicht politisch thematisieren will. Aber ich entdeckte bei  Aufnahmen von dort die OSA Pistole im Polizeieinsatz. Sie wird in dem Video oben im Detail gezeigt. Das ist eine 4-schüssige russische Selbstverteidigungswaffe, mit elektrisch gezündeten Patronen und einem eingebauten Laservisier. Sie kann Gummigeschosse, Reizstoff, Signalsterne usw. verschießen. Die Pistole wird auch hier in Deutschland, an Berechtigte, verkauft

 

Quelle des Bildes: https://thewire.in/world/tens-of-thousands-defy-warning-shots-protest-in-belarus

Der Stand eines russischen Munitionsherstellers auf der IWA
Der Stand eines russischen Munitionsherstellers auf der IWA

Andere Traumatic Pistolen für Gummigeschosse

Die Grand Power T12 Traumatic Pistole stammt aus der Slowakei. Es gibt sie auch in einer sehr hochwertigen Schreckschussvariante, die z.B. in Österreich verkauft wird. In Russland (und z.B. Rumänien) werden auch viele Traumtic Pistolen von Umarex verkauft, wie die Walther P99 oder die Walther PP in 10x22T. Umarex macht hierzulande aber ein Geheimnis aus diesen Waffen und es ist schwer Infos darüber zu bekommen. Sie besitzen aber in den Verkaufsländern keinen sonderlich guten Ruf, weil sie den hier verkauften Schreckschusswaffen sehr ähnlich sind. Sie sind aus Zink gefertigt und gehen daher, bei dem etwas höheren Gasdruck der Gummigeschosspatronen, oft kaputt. Auch CSA fertigte einige Scorpion MPs für Gummigeschosse und einen entsprechenden Taurus Revolver habe ich auch schon in der Hand gehabt.

 

Eine deutsche Firma, die kein Geheimnis daraus macht ist ME, die ihren ME38 Compact-G, im Kaliber ".38 ME GUM" auch zum Kauf anbietet. Munition dafür gibt es z.B. vom kroatischen Hersteller "M-90".

Grant Power T910 Traumatic Pistole im Kaliber 9mm P.A. für Gummigeschosse.
Grant Power T910 Traumatic Pistole im Kaliber 9mm P.A. für Gummigeschosse.

Hier seht Ihr die Pistole Grand Power T10 im sehr seltenen Kaliber 10x28T für Gummigeschosse.

Recht neu am Markt sind die Traumatic Waffen von Zoraki. Man muss schon sagen, dass der Feuerstoß dieser vollautomatischen Zoraki 914 im Kaliber "9mm P.A." durchaus beeindruckend ist (min 11:10):

In Ungarn sind Waffen frei verkäuflich, bei denen Gummigeschosse mit einer Platzpatrone angetrieben werden. Sehr bekannt wurden die Modelle des Herstellers Keseru, weil sie von einem Rechtsradikalen als "Migrantenschreck" illegal nach Deutschland verkauft wurden. Sowohl die Gewehre, wie auch die Revolver, entwickeln etwa 80-120 Joule. Weit verbreitet sind dort auch Doppelfinten, die nach dem selben Prinzip funktionieren. Dazu findet Ihr HIER einige ballistische Daten.

Hier ist ein Video von einem Test an einem Freiwilligen, mit dem Kerseu Omerta Gewehr, was mit etwa 130 Joule Mündungsenergie beworben wird.

Französische Waffen für Gummigeschosse

Hier seht Ihr den Soft Gomm GC27 Revolver. Er hat zwei Aufsätze, einen einschüssigen im Kaliber 12/50 und einen mehrschüssigen im Kaliber 8,8x10 SAPL. Aus dem Internet habe ich die Angaben, dass die 12/50 Gummigeschosse etwa 60 Joule und die 8,8mm Munition etwa 10-15 Joule hat. Das Kaliber 11,6mm Safegom gibt es übrigens auch noch. Hersteller dieser Waffen ist die Firma SAPL.

Von diesen Pistolen im Kaliber 12/50 gibt es in Frankreich viele. Sie sehen aus wie Leuchtpistolen, sind jedoch aus billigeren Materialien gefertigt. Es gibt sie auch doppelläufig. 

Recht verbreitet ist auch der Flash Ball Werfer im Kaliber 44mm. Diese Waffen der Firma Verney Carron werden in großen Mengen bei der französischen Polizei verwendet, wo sie aber immer mehr vom B&T GL-06 Werfer abgelöst werden (In Frankreich "LBD-40" genannt). Der B&T Werfer ist mit seinem gezogenen Lauf wesentlich präziser und weiter einsetzbar, als die alten Flash Ball Waffen, die sich mehr für die zivile Selbstverteidigung eignen. Eine ähnliche Waffe, die es bereits ziemlich lange gibt, ist das Manurhin M35 Punch. Eine sehr gute Waffe, die viel zur zivilen Heimverteidigung verkauft wurde. Die Geschossenergie des M35 sollen etwa 100 Joule sein.

Die Flash Ball Waffen sind vor allem in Frankreich verbreitet. Sowohl bei der Polizei, wie auch zum privaten Selbstschutz.
Die Flash Ball Waffen sind vor allem in Frankreich verbreitet. Sowohl bei der Polizei, wie auch zum privaten Selbstschutz.

Die französische Firma SAPL stellt auch den Self-Gomm Adapter her. Das ist ein Abschussbecher im Kaliber 18mm für Schreckschusswaffen. Die Gummigeschosse daraus erreichen etwa 40 Joule.

Quelle: https://www.ednh.news/riot-control-guns-the-different-choices-made-by-european-nations/

Wegen der politischen Diskussion um den massiven Einsatz der LBD-40 müssen an den Waffen derzeit Kameras angebracht sein, die Ihr hier, neben dem Lauf montiert, sehen könnt.

 

 

Nachtrag: Und hier ist noch die polnische Kolter Guard-4 die dem JPX sehr ähnlich ist:

 

 

 

Und weil ich im Intenet drüber gestolpert bin und sie gut hier her passen verlinke ich noch ein paar Videos vom Einsatz der "Traumatic" Waffen: