Messerkampf

Das Spyderco Warrior ist eines der interessantesten Kampfmesser. Darunter ist das FKMD Kapap Israeli Tracker
Das Spyderco Warrior ist eines der interessantesten Kampfmesser. Darunter ist das FKMD Kapap Israeli Tracker

Eigentlich mag ich die EWTO und auch den Autor des Buches nicht sonderlich. Aber ich empfehle Euch das Buch Blitz Defence nicht ohne Grund. Es ist das beste Buch das ich kenne zum Thema Selbstverteididung.

 

 

 

Ich weiß nicht mehr wann ich mich in den Selbstschutzgedanken rein gesteigert habe, vermutlich etwa mit 15 oder 16 Jahren. Ein aggressiver Mensch war ich jedenfalls nie. So stand ich damals also in meinem Wohnzimmer vor dem Fernseher mit einem alten NVA Gummimesser und trainierte mit Lehrvideos. Später fand ich ein paar Gleichgesinnte und wir trainierten gelegentlich zusammen. (Macht das niemals ohne Schutzbrille!!!!). Ich trug damals fast immer ein Messer bei mir. Und einige Jahre später wurde ich Soldat.

We Were Soldiers Once,...and Young. Für Soldaten ist das Messer die grundlegendste Waffe. Von meiner Zeit als Soldat erzähle ich HIER.
We Were Soldiers Once,...and Young. Für Soldaten ist das Messer die grundlegendste Waffe. Von meiner Zeit als Soldat erzähle ich HIER.

Und auch hier begleitete mich täglich der Gedanke um die letzte Waffe die man im Notfall zur Verfügung hat. Ich gehörte zu den wenigen Soldaten die auch dienstlich mit einem brauchbaren Kampfmesser ausgestattet worden sind. In meiner Stube baute ich mir einen Boxsack und an meinem Spind befestigte ich mit Kleband die Umrisse eines Gegners. So konnte ich auch alleine einigermaßen trainieren.  Ich muss im Rückblick sagen, dass ich gottfroh bin, dass ich mein Messer niemals gebraucht habe. Denn nun kenne ich einige Urteile zur Notwehr mit Messern und ich muss Euch ehrlich sagen: Ihr habt vor Gericht kaum eine Chance Notwehr angerechnet zu bekommen wenn ihr ein Messer benutzt habt!

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.muenchen-nach-604-tagen-gefaengnis-notwehr-messerstecher-kommt-frei.fe3a5b15-1b55-4ca1-a458-c151986d6bba.html

Dazu kommt das Problem, dass man einen Konflikt schnell eskalieren lässt, wenn man schwere Gewalt in einem einfachen "Handgemenge" anwendet. Oder wenn man mit einer tödlichen Waffe in einem Streit droht. 

Ich wurde im Laufe der Zeit ein Teil des Sicherheitsgewerbes. Jetzt lernte ich was die Wechselwirkungen von Straftaten und Rechtfertigungsgründen sind. Ich lernt den Umgang mit Pfefferspray, Schlagstock und Fesseln. Mir wurde nun noch mehr vor Augen geführt, dass es Waffen gibt die gesellschaftlich anerkannt sind und Andere die einem viele Probleme machen. Im Laufe der Jahre konnte ich einige Angriffe sofort mit Pfefferspray beenden. Niemand störte sich daran, auch wenn 50 Passanten zuschauten. Oft wurde nicht mal die Polizei gerufen, denn ich forderte die Angreifer immer so laut auf mich in Ruhe zu lassen, dass es alle um uns herum hörten. Sie wussten daher wer der Gute und wer der Böse ist. Der Angreifer zog meist den Schwanz ein und trollte sich fluchend. Und ich ging als Sieger nach Hause! Ohne Strafanzeige! In dieser Zeit fing es an, dass ich keine Messer mehr bei mir trug, außer Leatherman oder Rettungsmesser.

Ich wurde Polizist und lernte noch mehr Rechtsgrundlagen und trainiert noch viel mehr. Und vor allem sah ich, was auf der Straße wirklich funktioniert und was nicht.  Mir war klar, dass ich nun priviligiert bin und mir eine große Bandbreite an Waffen zum Führen zur Verfügung steht. Das Messer war nicht nur unnötig für mich geworden, mir war nun auch klar, dass sie zur Selbstverteidigung sehr schlecht sind! Ich rate daher jedem sehr davon ab Messer zur SV zu tragen. Macht Euch bewusst, dass ein Pfefferspray meist eine bessere "Stoppwirkung" haben wird als ein Messerstich. Und wer viel Messerkampf trainiert hat wird ziemlich einfach auf das Kämpfen mit dem Kubotan umsteigen können, die Techniken sind ähnlicher als viele danken.

 

Lernt nicht bei ehemaligen Postboten oder Versicherungsvertretern mit Kampfsportschulen wie man kämpft! Lernt bei Straßenschlägern, Söldnern, Soldaten und Polizisten die sich mit Gewalt auskennen! Bei dieser Gruppe von "Kampfsportlehrern" die ich meine sehen die Techniken immer sehr gut aus. Aber ihr wollte keine rhytmische Sportgymnastik lernen sondern das Kämpfen um Leben und Tot, und das sieht im echten Leben scheiße aus!  Und wenn ein Ausbilder erzählt, dass er "die Polizei" ausbildet, ist er einfach nur einer der üblichen Schwätzer. Denn in Deutschland bilden bei den Polizeibehörden zu etwa 96% nur eigene Beamte Selbstverteidigung und Schießen aus.

Ich will Euch hier nicht seitenweise Techniken erläutern. Dafür gibt es bessere Kämpfer als mich und bessere Medien wie meine Homepage. Aber ich will versuchen Euch etwas zu erklären und näher zu bringen. Außerdem ist es nicht mein Ziel als Polizeibeamter fremden Menschen, deren Hintergrund ich nicht kenne, sehr gefährliche Techniken beizubringen. Das alles hier soll vor allem dem Verständnis des Messers dienen um sich besser schützen zu können. 

 

Es gibt den Grundsatz: Stich zum Töten, Schneide zum Verletzen. Dieser Grundsatz hat aber einige Außnahmen. Die wichtigste Außnahme davon ist das gezielte Durchtrennen von Blutgefäßen, was als Ziel nur das Töten haben kann.

Selbstverteidigung mit dem Messer

Bild: Der "Military Stance" von Animal erwies sich für mich als äußert sinnvoll zur Verteidigung. Der linke Arm schützt den ganzen Körper und der Messerarm wird weiten hinten gehalten um ihn zu schützen und von hinten raus das Messer einzusetzen. 

Es gibt spezielle defensive Techniken. Dabei werden meist am angreifenden Arm oder der Hand des Angreifers gezielt Muskeln oder Sehnen zerschnitten. Dies sorgt dafür, dass der Angreifer seine Waffe nicht mehr halten kann. Es ist auch möglich einen Schnitt über die Stirn des Angreifers auszuführen. Jeder der schon mal eine Kopfverletzung gesehen hat weiß wie stark dies im ersten Moment blutet. Durch das Blut in den Augen wird die Sicht des Angreifers behindert. Das gezielte Zerschneiden von Blutgefäßen wird auch defensiv eingesetzt, endet jedoch schnell tödlich.

 

Beim Messerkampf muss man den Waffenarm weit hinter dem Körper führen und so schützen. Den anderen Arm hält man weit vor sich als Schild und zum Abwehren von Angriffen.

 

Wenn man mit einem Messer angegriffen wird ist das eigene Ziel der messerführende Arm des Angreifers. Auch mit einem Schlagstock ist es wesentlich sinnvoller auf die Messerhand zu schlagen, da man sich so nicht so weit raus wagen muss.

 

 

Wie wehrt man ein Messer ab?

 

Liebe Mitglieder und Wähler der ....... 

bitte schaut euch dieses Video an und urteilt erst danach über Polizisten die Angreifer erschießen mussten.

https://www.full30.com/video/9030f86490b70a13d01f3244842a91c2

 

Hättet ihr dem Täter das Messer weg nehmen wollen....? Auch Polisten möchten gerne lebend nach Hause kommen. 

Das Enforcer Messer MAT-II MD darf in Deutschland geführt werden und hat ein richtig gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Das Enforcer Messer MAT-II MD darf in Deutschland geführt werden und hat ein richtig gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Zur Abwehr eines Messers gibt es eigentlich nur eine sinnvolle Taktik. Man tasert den Bedroher möglichst von hinten während man mit einer Schusswaffe gesichert wird, für den Fall dass der Taser nicht wirkt.

Und glücklicherweise ist es sogar bei unseren Richtern angekommen, dass es bei einem direkten Messerangriff nur eine Möglichkeit gibt gesund nach Hause zu gehen: Man schießt so lange auf Brust und Kopf bis der Angreifer stehen bleibt.

Schüsse auf die Beine werden meist nicht Treffen und zeigen oft auch keine Wirkung, wie man an dem bekannten Fall eines geisteskranken Messerstechers in Regensburg sehen konnte.

 

Hier ein anderer furchbarer Fall: Polizistenmord auf der Gaisburger Brücke

 

 

Und wer noch mehr Furchtbares sehen will gibt in die google Bildersuche "Knife Wound" ein....

 

Ich will dazu noch eine kleine Geschichte erzählen. Ich war ein mal bei einem russischen WT Trainer für drei Tage in Hessen. Dieser wollte vor seinem Kurs, an dem ich auch teilnahm, zeigen wie man ein Messer abwehrt. Er forderte mich nun auf, ihn mit einem Messer zu bedrohen. Als er nach meiner Hand trat führte ich einen Schnitt gegen seine Archillessehne durch und der ganze Kurs wusste, dass er nun am Boden liegen würde und ich ihn mit dem Messer bearbeiten würde....

 

Etwas später waren wir bei einem anderen SV Trainer für ein paar Tage. Und dieser fordert mich zu einem Kampf mit Gummimessern herraus. Und ich merkte, dass ich ihm gewachsen war. Er war viel besser als ich, aber ich konnte ihm standhalten. Und das konnt ich durch die Taktiken aus den Filmen von Marc Mc Young!

Ein No-Go: Sichtbare Clips durch die jeder Passant sofort weiß, dass man ein Messer trägt.
Ein No-Go: Sichtbare Clips durch die jeder Passant sofort weiß, dass man ein Messer trägt.
Der leidige §42a WaffG verbietet das Führen von Einhandmessern und Hieb- und Stoßwaffen. Außer man hat sie in einem verschlossenen Behältnis.
Der leidige §42a WaffG verbietet das Führen von Einhandmessern und Hieb- und Stoßwaffen. Außer man hat sie in einem verschlossenen Behältnis.

Bedenkt bitte auch, dass sich die Koppeltaschen der Bundeswehr gut mit einem kleinen Vorhängeschloss verschließen lassen. Um dem Waffengesetz genüge zu tun müssen sie aber natürlich auch richtig zu sein, so dass nichts raus fallen kann.

Das Messer als Angriffswaffe von Straßenschlägern

Das Applegate-Fairbairn Kampfmesser und das Gerber Mark 2 sind welche von den wichtigsten Kampfmessern. das Gerber stammt aus der Zeit des Vietnamkrieges und war bei den Tunnelrats sehr beliebt.
Das Applegate-Fairbairn Kampfmesser und das Gerber Mark 2 sind welche von den wichtigsten Kampfmessern. das Gerber stammt aus der Zeit des Vietnamkrieges und war bei den Tunnelrats sehr beliebt.

Bild: Eine kaum abzuwehrende KGB Technik

 

Die offensiven Techniken dienen naturgemäß dem Angriff. Hierbei werden meist Stiche ausgeführt. Gegen die Lunge, Herz, Nervensystem oder auch Schnitte gegen die Blutgefäße. Es gibt auch spezielle Techniken zum schnellen und "lautlosen" Töten, dem sogenannten "Postenklau". Das will ich hier aber nicht behandeln. Es gehört hier einfach nicht her. Lediglich eine defensive militärische Technik der Scharfschützen will ich kurz anreißen, weil sie zeigt wie komplex das Thema sein kann: Sollte ein getarnter Scharfschütze von einer feinlichen Streife überlaufen werden wird ihnen beigebracht,  die Archillessehne des Feindes mit einem Schlag zu durchtrennen. Wenn dieser zu Boden stürzt stellt man die Klinge auf und lässt sie in ein bestimmtes Körperteil gleiten. Die daraus resultierenden Schmerzen macht eine Gegenwehr fast unmöglich... Und wenn Ihr in den Hollywood Filmen immer seht wie jemandem von hinten der Hals aufgeschnitten wird beachtet mal, dass die Schauspieler das Messer immer von vorne zu sich ziehen. Im echten Leben würden sie sich selber auch den Hals aufschneiden!

Derartige ziemlich cool gestaltete Messer bekommt man in Tschechien auf den Asiaten Märkten für wenige Euro, zusammen mit allen möglichen "verbotenen Gegenständen".
Derartige ziemlich cool gestaltete Messer bekommt man in Tschechien auf den Asiaten Märkten für wenige Euro, zusammen mit allen möglichen "verbotenen Gegenständen".

Das Messer ist auf der Straße eine sehr heimtückisch Waffe. Es wird meist verborgen in der Hand getragen. Es ist billig, klein und leicht. Es werden die Hände in den Hosentaschen gehalten und dort das Messer in der Hand. Wenn man nun nicht auf der Hut ist wird man einen Angriff nicht abwehren können. Ein Angreifer will keinen Kampf, er will euch Töten.

 

(Ich werde bei den Polizeigeschichten noch ein Erlebnis erzählen wo ein Dealer mit den Händen in der Tasche neben mir stand und sein Messer dort verbogen hatte. Ich kann diese Geschichte aber noch nicht veröffenlichen).

 

Und für alle die es noch nicht selber gesehen haben, in manchen Kulturkreisen wird wirklich gelehrt wie man Rasierklingen im Mund verbirgt! Auch vor mir hat die "Kundschaft" bereits Rasierklingen aus dem Mund geholt...

In diesem Zusammenhang will ich auch auf die diversen selbst gebauten Waffen in Gefängnissen hinweisen. Da werden "Klingen" aus Zigarettenfiltern oder Zahnbürsten gebaut und die Klingen von Einwegrasierern in Griffe montiert usw.

 

 

Klein, billig, verborgen.... Das Messer ist die Tatwaffe Nr. 1 in Deutschland. Und daran werde Gesetzesverschärfungen niemals etwas ändern. Und das beweist die Kriminalitätslage in England.
Klein, billig, verborgen.... Das Messer ist die Tatwaffe Nr. 1 in Deutschland. Und daran werde Gesetzesverschärfungen niemals etwas ändern. Und das beweist die Kriminalitätslage in England.

Welche Messer zur Selbstverteidung?

Das Walther Backup und das Böker Reality Based. Das Walter ist sehr einfach und günstig, funktioniert aber und unterliegt nicht dem §42a WaffG. Und das Böker ist eines der Besten am Markt.
Das Walther Backup und das Böker Reality Based. Das Walter ist sehr einfach und günstig, funktioniert aber und unterliegt nicht dem §42a WaffG. Und das Böker ist eines der Besten am Markt.

Ich zeige Euch diese beiden Messer hier extra. Sie zeigen die beiden Gruppen der relevaten Messer zur Selbstverteidung. Mit dem Reality Based habe ich vor einigen Jahren auch einige Versuche mit Schutzwesten gemacht, normale Kevlarwesten konnten diesem Messer nichts entgegensetzen. 

Die "Defensive Knifes" sind kleine feststehende Messer wie das Walther Backup. Und je nach Klingenform unterliegen sie nicht dem §42a WaffG.

Die "Combat Folder" sind im Prinzip das Selbe, aber als Einhandmesser und dem "Führverbot" des §42a unterliegend.

Alle anderen Messer sind entweder nicht zur Selbstverteidung geeignet / vorgesehen oder sie sind für den militärischen Einsatz und zu groß.

Das Böker Reality Bades Messer ist sehr durchdacht und viele Besitzer kennen seine Funktionen überhaupt nicht.
Das Böker Reality Bades Messer ist sehr durchdacht und viele Besitzer kennen seine Funktionen überhaupt nicht.

Bitte beachtet auch das was ich über Messer im Polizei- und Sicherheitsdienst geschrieben habe.

An meinem Jagdaufseher Gürtel trage ich das Blackfield P.I.K.E. Das "Kerambit" ist ursprünglich dafür gemacht worden um Reis zu ernten, den kleinen Finger steckt man dabei in den Ring und kann mit der offenen Hand Arbeiten und das Messer mit einem Schwung wieder zum Schneiden greifen. Ich erhoffe mir von dem Messer eine bessere Wirkung beim "Abnicken" von Rehwild.

Neck Knifes, wie dieses "Ed Mahony Skywalk" sind eine meist unterschätzte Option sein Messer zu tragen. (Diese Kette klappert übrigens ganz furchbar an der Kydex Scheide).
Neck Knifes, wie dieses "Ed Mahony Skywalk" sind eine meist unterschätzte Option sein Messer zu tragen. (Diese Kette klappert übrigens ganz furchbar an der Kydex Scheide).

Mein Fazit zum Messerkampf

Ich habe oben schon alles gesagt auf was ich raus will und was mir wichtig ist. Lasst die Messer Zuhause. Es bringt euch nichts, wenn Ihr später im Gefängnis sitzt! Ich habe vor einigen Tagen eine Lesermail von einem anderen Vater bekommen. Er macht sich Sorgen um die Sicherheit seiner Kinder. Aber ich habe es hier offenbar geschafft ihn zu überzeugen sein Messer gegen eine andere Waffe zu tauschen. Messer haben eine recht schlechte Sofortwirkung und verursachen schwere Verletzungen. Diese Kombination ist zusammen mit der gesellschaftlichen Warnehmung des Messers fatal für Euch hier in Deutschland. Wenn Ihr ein Messer bei Euch tragt werdet Ihr es vermutlich im Notfall auch einsetzen. Das würde ich auch machen wenn ich nichts Anderes bei mir habe. Und genau aus diesem Grund habe ich sehr bewusst vor Jahren angefangen keine Messer mehr mit mir zu führen. Und wenn ich keine Schusswaffe führen dürfte würde ich den JPX und eine Taschenlampe als Schlagwaffe tragen, was ich gelegentlich auch mache.