Schlagstöcke für Polizisten, Sicherheitsmitarbeiter und "Bürger"

Im Notfall wird alles verwendet was greifbar ist. Aber plant nicht den Einsatz einer Schlagwaffe ohne Pfefferspray. Jeder erfahrene Straßenschläger wird sie Euch sonst weg nehmen können!

 

-Bonowi EKA (mit Defender Adapter)

-Bonowi Multibridge

-Monadnock PR24-XTS Teleskoptonfa

-Monadnock Autolock

-ESP Billigschlagstock

-Nextorch Nexlock

-Fazit zu den gezeigten Stöcken

-Gedanken zu Schlagstöcken in 2019

-Techniken mit Schlagstöcken

-Führen von Schlagstöcken

-Den Schlagstock im "verschlossenen Behältnis" führen

 


Ich stelle Euch hier mehrere Schlagstöcke im Vergleich vor. Alle sind
recht verbreitet und bei Behörden im Einsatz (außer die von ESP). Nach dem dieser Bericht nun schon 4 Jahre alt ist wurde es nun Zeit ihn zu ergänzen und zu überarbeiten.

Der Tactical-Dad schleppt seine Sammlung aus der Waffenkammer: Monadnock PR24 Teleskoptonfa, EMS Leicht, Bonowi EKA, Bonowi ES, Nextorch Nexlock, "Police" Schlagstock mit Reizstoff und die bekannten Eskrima Stöcke.
Der Tactical-Dad schleppt seine Sammlung aus der Waffenkammer: Monadnock PR24 Teleskoptonfa, EMS Leicht, Bonowi EKA, Bonowi ES, Nextorch Nexlock, "Police" Schlagstock mit Reizstoff und die bekannten Eskrima Stöcke.
EKA von Bonowi mit Defence Adapter, Monadnock Autolock und Monadnock PR-24 Teleskoptonfa und ESP billig Schlagstock
EKA von Bonowi mit Defence Adapter, Monadnock Autolock und Monadnock PR-24 Teleskoptonfa und ESP billig Schlagstock
EKA von Bonowi mit Defence Adapter, Monadnock Autolock und Monadnock PR-24 Teleskoptonfa und ESP billig Schlagstock
EKA von Bonowi mit Defence Adapter, Monadnock Autolock und Monadnock PR-24 Teleskoptonfa und ESP billig Schlagstock

Bonowi EKA Schlagstock

Zuerst ist der EKA von Bonowi dran (Einsatzstock, kurz, ausziehbar). Bei der Polizei wird er teilweiseauch ESA genannt (Einsatzstock, ausziehbar). Er hat es mittlerweilein Deutschland auf Platz 1 der Behördenschlagstöcke geschafft. Der Preis liegt bei etwa 160 Euro. Er ist inzwischen der tägliche Begleiter der Streifenpolizisten in Berlin, Baden-W., der BuPo... Aber auch vieler privater Sicherheitsdienst wie der DB-Sicherheit.

Einer der Hauptgründe für seine rasche Verbreitung ist meiner Meinung nach sein Aussehen. Er hat nicht wie alle anderen Schlagstöcke das dünne Endrohr was von Laien als "Totschläger" gesehen wird. So konnten sogar unsere auf  "Deeskalation"
bedachten Politik ein derartiges Einsatzmittel einführen. Es gibt auch einen Monadnock Autolock ohne Endkappe der die TR (technische Richtlinie) der Polizei zum Teleskopschlagstock erfüllt. Die TR wird weiterhin vom B&T Triton und vermutlich auch vom Nexlock Stock erfüllt. Aber nach meinen Informationen wurde bisher keiner von den Anderen bei einer Polizeibehörde in Deutschland eingeführt. Aber ich gehe davon aus, dass der Nexlock viel Potential für Behördenaufträge hat.

Der EKA unterscheidet sich zum Monadnock Autolock vor allem in seiner Leichtgängigen und geräuscharmen Bedienung. Man kann die Spitze des Stockes so in das Standartholster stecken, dass der Stock automatisch beim Ziehen ausfährt. Ebenso kann man ihn an der Spitze greifen und ausziehen (natürlich geht auch das normale Ausfahren durch eine Schleuderbewegung).

Mitgeliefert wird ein Ring, der das Ende des Stockes dicker macht und ihn sicherer in der Hand liegen lässt. Dieser Ring ist an drei Seiten abgeflacht und soll ein Wegrollen auf der Straße, dem Autodach usw verhindern. Ich hatte den Ring noch nie beim Einsatz montiert und der Stock ist mir schon drei mal über die Straße gerollt. Er macht also vermutlich schon Sinn, aber ich mag den dicken Ring schlichtweg nicht am Stock haben.

Mein Stock ist übrigens der mittelgroße von drei unterschiedlichen. Den Kurzen hatte ich auch schon mehrfach im Einsatz und kann diesen eigentlich auch empfehlen. Er macht trotz seiner geringeren Größe immer noch den Eindruck, dass man damit kräftig zuschlagen kann. Für einen uniformierten Einsatz würde ich aber immer eine Nummer größer wählen. Auf der IWA hatte ich einmal ein leichtes Modell (Aluminiumversion) des Bonowi EKA in der Hand. Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, wie man mit diesem leichten Stock jemandem weh tun soll? Alleine schon das ausfahren war bei den leichten Teilen kaum möglich. Die lange Version des EKA dürfte für die Meisten zu groß sein. Ich persönlich würde weder den langen noch den speziellen leichten Stock von Bonowi haben wollen.

Den Meisten wird bekannt sein, dass Bonowi den Händlern nur den Verkauf an WBK Inhaber, Polizisten, Jäger... gestattet. Meiner Meinung nach ist das eine sehr fragwürdige Firmenpolitik. 

Als Zubehör gibt es den Tonfa Griff und den Defender Adapter. Am Tonfagriff hatte ich nie wirklich Interesse und besitze ihn daher auch nicht. Da ich aber den EMS-Leicht für sehr sinnvoll halte habe ich mir den Defender Adapter gekauft. Für diesen gibt es inzwischen spezielle Holster. Ich habe den EKA mit dem Adapter immer umgedreht
im Standartholster, was ganz gut geht. Der mittelgroße EMS ragt beim Defender Adapter übrigens nicht über den Ellenbogen hinaus (bei mittelgroßen Personen) in der Abwehrhaltung. Das Standartholster hat ein Problem. Die Gürtelschlaufe wird mit einem Klettverschluss verschlossen. Die rauhe Seite davon steht unten etwa 1cm weit hervor
und beschäftigt die Hose. Ich habe dort ein kleines Stück "Flauschband" angebracht und so das Problem gelöst. Ein weiter Vorteil des EKA ist, dass er in geschlossenem Zustand fast nicht klappert.

 

Mein Fazit nach viel praktischer Erfahrung mit dem Bonowi EKA: Er ist mit seinen 547 Gramm schwer. Wenn man einen voll gepackten Einsatzgürtel hat wird der EKA zu schwer sein. Meinen habe ich daher meist in der Jackentasche oder an der Einsatzweste getragen. Weiterhin hat mich immer etwas gestört, dass das Einfahren etwas hakelig ist. Wenn man den Knopf drückt muss man immer etwas am Vorderteil drehen und rütteln, damit er einfährt. Aber trot der Kritik war er ein verlässlicher Begleiter und ich hatte ihn immer gerne dabei.

Bonowi EKA, der Ring soll ein Wegrollen verhindern und macht das Ende dicker.
Bonowi EKA, der Ring soll ein Wegrollen verhindern und macht das Ende dicker.
Bonowi EKA mit Holster. An dem Klettstreifen kann man den Ziehwiderstand einstellen. Das Holster ist auch neigbar.
Bonowi EKA mit Holster. An dem Klettstreifen kann man den Ziehwiderstand einstellen. Das Holster ist auch neigbar.
Bonowi EKA Spitze arretiert im Holster, wenn man ihn fest rein drückt.
Bonowi EKA Spitze arretiert im Holster, wenn man ihn fest rein drückt.

Bonowi Multibridge Multifunktionsgerät für den EKA Schlagstock

Bonowi bringt einen recht interessanten Adapter für den EKA Schlagstock auf den Markt. Dieser wird eine Taschenlampe, ein Pfefferspray und einen Handschutz beinhalten.

http://www.lauterbacher-anzeiger.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis/praktisches-fuer-die-polizei_18404633.htm

 

http://www.osthessen-zeitung.de/einzelansicht/news/2017/dezember/cihan-corumlus-idee-wird-realitaet-multifunktionsgeraet-fuer-den-polizeidienst.html

Die Firma Bonowi ist ja bekannt für ihre sehr guten Einsatzmittel. Ich selber verwende schon sehr lange den EKA Schlagstock der mir treue Dienste leistet und bereits viel klaglos überstanden hat. Der EKA war die letzten 10 Jahre vermutlich der besten Schlagstock auf dem Markt. Seit kurzem gibt es aber nun aber auch von Brügger & Thomet den triton und von Nextorch den Nexlock, die beiden mind. gleichwertig sind. Aber hierbei muss man bedenken, dass der B&T Schlagstock lediglich eine Kopie des EKA ist. Für den EKA gibt es bereits ein paar Adapter um ihn als Tonfa oder EMS-Leicht zu verwenden. Und nun erweitert Bonowi ihr Programm um diesen Multifunktionsadapter.

Quelle: https://www.facebook.com/BonowiIPE/photos
Quelle: https://www.facebook.com/BonowiIPE/photos

Wie ihr auf den eingefügten Bildern sehen könnt weisen hierbei Taschenlampe und Pfefferspray in Richtung des "Gegenüber", während man den Schlagstock in Bereitschaft an der Schulter hält. Genau dort hält man auch eine Taschenlampe im professionellen Einsatz. Bei einfachen Kontrollen kann man auf diesem Weg wichtige Einsatzmittel sofort einsetzen, sollte es notwendig sein.

 

Probleme sehe ich bei dem Konzept vor allem darin, dass man die Lampe und das Pfefferspray nur beidhändig einsetzen kann. Aus meiner Sicht ist das ein großer Nachteil.

 

Aber wenn man den Einsatz dieser Waffe im Kopf durchspielt ergeben sich weitere Nachteile / Probleme. Denn normalerweise hält man seine Taschenlampe in der linken (schwachen) Hand, so dass man mit der rechten Hand den Schlagstock oder die Pistole einsetzen kann. Und wenn man sich bei größeren Handgreiflichkeiten, z.B. gegen Menschenmengen, verteidigen will hält man meist den Stock in der rechten und das Pfeffer in der linken Hand.

 

Nach einer ersten Einschätzung denke ich, dass der Adapter weniger von Polizisten oder Polizeibehörden gekauft werden wird, sondern sich mehr für Sicherheitsdienste eignet. Gerade Sicherheitsdienste die die Ausbildungszeit ihrer Mitarbeiter kurz halten wollen sind mit so einer Waffe evtl. gut beraten. Ich denke hierbei z.B. an Revierfahrer die Gebäude auf Verschluss kontrollieren.

 

Ein weiterer Einsatzzweck könnte es sein, dass man den so aufgewerteten Schlagstock an der Garderobe oder im Auto bereit liegen hat (§42a WaffG beachten).

 

Nach einigen Überlegungen habe ich mich dafür entschieden, dass ich den Multibridge überhaupt nicht haben möchte. Ich halte seine viele Optionen eher für eine "Spielerei".

 

Mittlerweile habe ich gesehen (Jan. 2019), dass der Multibridge im Katalog aufgeführt ist. Ob er schon lieferbar ist und was er kosten wird weiß ich aber nicht. Und auch der mangelhafte bzw. überhaupt nicht vorhandene Internetauftritt von Bownowi in letzter lässt diverse Zweifel aufkommen....

Monadnock Autolock Schlagstock

Der zweite Stock den ich euch vorstellen will ist der Monadnock Autolock (eine Marke von Safariland). Der Preis liegt etwa bei 190 Euro. Er wird vor allem in England von der Polizei verwendet. Man kann den Autolock als technischen Vorläufer/Vorbild des Bonowi sehen. Sehr markant ist an ihm die "Power safety Tip". Also die große Endkappe die im
Gegensatz zu den handelsüblichen "Friction Lock" Schlagstöcken Verletzungen verhindern soll. Diese ist auch groß genug dass man den Stock daran mit zwei Händen auseinanderziehen kann. Der Autolock ist auch sehr hochwertig. Aber man muss für das
Ausfahren viel Schwung und Kraft aufbringen. Sollte man sich in einem Handgemenge am Boden befinden schafft man das evtl. nicht mehr. Das Geräusch beim Öffnen des Stockes ist dafür sehr Respekt einflößend und laut. Für das Zusammenschieben muss man, wie beim EKA, lediglich den Knopf an Stockende eindrücken und kann den Stock zusammen schieben. Auch das braucht beim Autolock mehr Kraft als bei dem Bonowi. Als Nachteil empfinde ich bei der langen Endkappe, dass diese den Stock in geschlossenem Zustand wesentlich verlängert. Klappern tut er im geschlossenem Zustand kaum. Ich halte diesen Stock für recht gut. Den hohen Preis ist er im Vergleich mit dem EKA eher nicht wert. Der EKA spielt hinsichtlich der Handhabung und Qualität in einer anderen Liga. Wenn man Glück hat bekommt man einen Autolock aus alten englischen Polizeibeständen für kleines Geld.

Monadnock Autolock Endkappe
Monadnock Autolock Endkappe
Monadnock Autolock und Bonowi EKA Verriegelungsknöpfe
Monadnock Autolock und Bonowi EKA Verriegelungsknöpfe
Monadnock Autolock "safety Tip" Spitze
Monadnock Autolock "safety Tip" Spitze

Monadnock PR24

Hier kommt nun der Monadnock PR24-XTS (Preis etwa 160 Euro). PR soll für Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit oder öffentliche Angelenheiten) stehen. 24 ist die Länge in Zoll. Dieser sehr gute Teleskop-Tonfa ist, soweit ich weiß, weltweit der am meisten verkaufte Tele.-Tonfa im Behördenbereich. Es ist in Deutschland bei einigen Behörden für den Zivileinsatz angeschafft worden. In der Schweiz hat dieser Stock auch für den uniformierten Einsatz weite Verbreitung gefunden (z.B. Stadtpolizei Zürich). Der
einfache, nicht ausfahrbare, Tonfa heißt übrigens auch PR-24.

Der Schlagstock hat mich sofort überzeugt. Man hat alle Möglichkeiten eines Tonfa aber kann ihn recht problemlos führen und damit Autofahren, was mit einem großen Tonfa nicht geht. Das Ausfahren mit einer Flip-Bewegung ist etwas schwierig. Am besten hält man ihn zum Ausfahren am langen Ende. Im Innenteil ist ein Nippel der durch eine
Feder von innen in das Außengehäuse springt. Dadurch verriegelt der Stock. Wenn man den Nippel eindrückt kann man den Stock wieder zusammen schieben. Am Ende ist eine abschraubbare Kappe durch die sich der Stock zerlegen lässt. Durch ein Loch an der Seite kann man den Seitengriff abschrauben.

Ich habe den PR24 einige Male geführt. In meinem einfachen Tonfa Holster, wo das Ende nach unten hängt, hat er sich leider auch schon selbstständig beim Rennen geöffnet, was aber nicht weiter schlimm ist. Im Zivileinsatz konnte ich den Stock recht problemlos in den Gürtel stecken und unter der Jacke verbergen. So wenig ich Tonfas für sinnvoll halte, der PR24 wäre meine erste Wahl.

Monadnock PR24-XTS zerlegt
Monadnock PR24-XTS zerlegt
Monadnock PR24-XTS. Hier sieht man das kleine Loch mit dem Nippel zum Schließen des Stockes
Monadnock PR24-XTS. Hier sieht man das kleine Loch mit dem Nippel zum Schließen des Stockes

Noch etwas ganz Wichtiges für Sicherheitsdienste: Wer einen Schlagstock führt (was man als Sicherheitsmitarbeiter trotz des Paragraph 42a WaffG darf) sollte unbedingt einen Nachweis über eine Ausbildung am Schlagstock haben. Sonst hat man ggf. vor Gericht ganz schlecht Karten. Ebenso von Vorteil ist es, wenn man den selben Stock hat wie die örtliche Polizei. Das gilt auch für Handfesseln. So steht man ebenfalls vor Gericht besser da, nach einem Einsatz.

Wer nur so einen billigen Tonfahalter hat kann ihn mit einem Beltkeeper wesentlich aufwerten.

Foto links: Visier Special Nr. 8 "Freie Waffen"

 

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die "Flips" aus einem Tonfa mehr Kraft als ein normaler Schlag erbringen. Das Gegenteil ist der Fall!


Um den Einsatz von Schlagstöcken zu trainieren eignen sich vor allem alte Autoreifen. Die Stöcke geben einen intensiven Impuls in die Hand zurück und das Festhalten muss geübt werden.

ESP Schlagstöcke (friction Lock)

Mit vorstellen will ich hier auch noch zwei der üblichen “billig” Modelle. Hier von der tschechischen Firma ESP in zwei unterschiedlichen Längen. Einer brüniert und einer
verchromt. Ich habe beide schon seit Jahren und weiß nicht mehr was sie gekostet haben. Mitgeliefert wird bei diesen Stöcken meist eine Nylontasche in die man den Stock auch ausgefahren einlegen kann. Man bezeichnet diese Stöcke als “Friction Lock”, da sich die einzelnen Elemente festklemmen. Zum Einfahren muss der Stock auf eine harte Unterlage geschlagen werden. Solle man einen Stock suchen den man einfach nur neben die Türe legt sollte auch so einer ausreichen. Aber für den professionellen Einsatz sind sie absolut ungeeignet. Bei dem Langen von den Beiden hat sich bei mir das vorderste Element verabschiedet und ist gegen die Wand geflogen, was mein Vertrauen in den Stock massiv hat sinken lassen. Die Firma ESP fertigt ihre Stöcke auch in einer gehärteten Behördenversion und stellt massenhaft Zubehör dafür her. Das Meiste davon ist aber Spielerei (Klappspaten-, Stemmeisenadapter..).

 

Nachtrag vom April 2018: Die Firma ESP war sehr innovativ. Aber sie muss nun ganz dringend ihre gesamte Produktpalette ändern. Kein Profi wird mehr einen "friction Lock" Schlagstock kaufen. Und mit ihren Anbauprodukten werden sie auch nicht weiter kommen, denn diese sind nur eine Spielerei. Wenn ESP das nicht tut wird sie wie Maglite oder Glock Schiffbruch erleiden. Ich würde mir nämlich ganz sicher keine Glock mehr kaufen.

ESP billig Schlagstock in zerlegtem Zustand.
ESP billig Schlagstock in zerlegtem Zustand.
ESP billig Schlagstock im Holster. Das labbrige Holster funktioniert zur Haus- und Hofverteidigung. Aber alleine schon als normaler Security würde ich mit so etwas billigem  nie zur Arbeit gehen.
ESP billig Schlagstock im Holster. Das labbrige Holster funktioniert zur Haus- und Hofverteidigung. Aber alleine schon als normaler Security würde ich mit so etwas billigem nie zur Arbeit gehen.
Die billigen Schlagstöcke kann man idR. auch in offenem Zustand in die Holster stecken. Dafür ist der Ring an der Unterseite vom Holster.
Die billigen Schlagstöcke kann man idR. auch in offenem Zustand in die Holster stecken. Dafür ist der Ring an der Unterseite vom Holster.

EMS-Leicht oder RRB Schlagstock

Hier kommt jetzt der EMS-Leicht, der auch RRB (Rapid Rotation Baton) genannt wird. Aus meiner Sicht ist dies der beste aller fullsize Schlagstöcke. Er basiert auf der Annahme, dass alle Techniken die man mit dem Tonfa machen kann im echten Leben nicht funktionieren. Und ich kann euch bestätigen, dass diese Annahme nicht aus der Luft gegriffen ist. Die Schläge (Flips) eines Tonfa entwickeln auch viel zu wenig Energie.

Beim EMS-Leicht gibt es nur zwei Griffe die man mit einem Flip schnell wechseln kann: Abwehren und Zuschlagen.

EMS-Leicht im Rechtshänder-Holster. Er wird hinten rechts am Gürtel mit der Spitze nach oben getragen.

 

 

Wirklich gelungen ist das Kydex Holster. Das Holster ist toll und sehr gut durchdacht. Der Stock wird dabei nach oben am Rücken getragen und stört viel weniger als ein Tonfa. mit dem Daumen der Waffenhand wird der Verschlussknopf geöffnet und der Stock einfach seitlich raus gezogen. Man hat ihn automatisch in der Abwehrhaltung. Durch die verdeckte Positionierung des Verschlusses wird es kaum jemand schaffen einem Polizisten den Stock zu entreißen.

 

Der EMS-Leicht wurde leider nur bei der Landespolizei Niedersachsen eingeführt. Und dort wurde er, soweit ich weiß, vom Bonowi EKA mit Defender Adapter abgelöst.

 

Bevor ich hier endlos Techniken für den EMS-Leicht erkläre schaut euch lieber das Video an: https://www.youtube.com/watch?v=7zHrE27lT-o

Das Holster vom EMS-Leicht (RRB Baton) ist richtig toll und durchdacht! Die verdeckt angebrachte Verschlussschlaufe verhindert unberechtigten Zugriff am EMS Leicht.
Das Holster vom EMS-Leicht (RRB Baton) ist richtig toll und durchdacht! Die verdeckt angebrachte Verschlussschlaufe verhindert unberechtigten Zugriff am EMS Leicht.

Nextorch Nexbaton / Nexlock

Der Nexlock und der EKA sehen zwar fast gleich aus, aber in den letzten 10 Jahren hat sich in der Entwicklung doch etwas getan und der Nexlock ist VIEL leichter.
Der Nexlock und der EKA sehen zwar fast gleich aus, aber in den letzten 10 Jahren hat sich in der Entwicklung doch etwas getan und der Nexlock ist VIEL leichter.

Ich habe vor einigen Wochen eine Lesermail bekommen mit der Anregung einen Vergleich zwischen dem Nexlock und dem EKA Teleskopschlagstock zu schreiben. Derartige Vorschläge bekomme ich oft und da ich, im Gegensatz zu den meisten anderen Bloggern, mir keine Ausrüstung schenken lasse wollte ich den Vorschlag gleich abblocken. Aber dann begann ich doch darüber nachzudenken. Mein Schlagstock Bericht ist schließlich bereits 4 Jahre alt und sollte dringend mal überarbeitet werden. Auf der IWA 2018 hatte ich den Nexlock zum ersten Mal in der Hand. Er machte einen anständigen Eindruck, aber ich dachte nicht weiter über ihn nach. Nun, einige Monate später, bekam er auf dem Markt doch eine relevante Bedeutung. Interessierte dürfen sich durch die Bonowi Firmenpolitik den EKA nicht bestellen. Die Monadnock und ASP Schlagstöcke sind teuer und viele Händler führen sie dazu auch nicht. Aber den Nexlock bekommt man und er ist mit etwa 120 Euro auch noch etwas günstiger als die Anderen. Dann habe ich den Nexlock bei Polasonline.de für lediglich 96 Euro gesehen und sofort zugeschlagen.

Als ich ihn wenige Tage später auspackte wurde mir sofort eines klar, er ist leichter als der EKA. Das wusste ich zwar schon vorher, aber das Gewicht war viel leichter als ich dachte.

Bonowi EKA: 547 Gramm

Nexlock: 333 Gramm

 

Ich habe ja weiter oben beim EKA bereits erzählt, dass er im Alltag zu schwer ist. Aber der Nexlock macht sich am vollen Einsatzgürtel nicht mehr so sehr bemerkbar wie der EKA. In den USA ist das Gewicht der Einsatzgürtel ein großes Thema und dort fallen immer wieder Streifenbeamte aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst aus, wo das Gewicht vom Gürtel eine Mitschuld hatte. Zum Glück haben die Beschaffer der deutschen Polizeibehörden auch hierbei erkannt, dass mehr Ausrüstung an Einsatzwesten, weg vom Gürtel, verlagert werden muss. Bei der leichten Version von Bonowi hat einfach nichts gestimmt. Ich hab ihn kaum ausgefahren bekommen. Beim Nexlock ist das überhaupt nicht der Fall. Der Stock fährt sofort aus wenn man es will. Und vor allem ist er so ausbalanciert, dass er ordentlich schwingt und Kraft auf das Ziel bringt. Diese Kraft ist etwas weniger als beim EKA, aber das Ziel dieser Einsatzstöcke ist ja sowieso nicht irgendwelche Knochen zu brechen. Ich würde dem Nexlock voll vertrauen. Ich will noch erwähnen, dass er minimal mehr klappert als der EKA. Auch sehr positiv viel mir auf, dass der Stock ohne zu haken einfährt, er ist hierbei wesentlich besser konstruiert als der EKA. Der Stock wird übrigens in "P.R.C." hergestellt. Das ist der neue Tarnausdruck für China.

Da ich mir kein spezielles Holster zum Nexlock dazu bestellt habe war ich positiv überrascht, dass er einwandfrei im EKA Holster getragen werden kann. Auch die Öffnungshilfe vom Bonowi Holster kann man damit verwenden.

 

In der taktischen Option des leisen Öffnens durch ziehen an der Spitze sind beide Stöcke etwa gleich "laut".

 

Das einzige was ich bisher natürlich nicht beurteilen kann ist die Haltbarkeit. Ich will mit meinem wirklich keine Belastungstest machen, ich habe schließlich 96 Euro dafür bezahlt und will ihn die nächsten Jahre noch nutzen. Der Hersteller gibt an, dass der Stock nach 3000 Öffnungen gewartet werden sollte. Er kann vom Endkunden zerlegt werden und wird mit Silikonfett geschmiert. Ein Video dazu findet Ihr HIER. Das Video ist viel verständlicher als die Anleitung.

 

Mein Fazit zum Nexlock:

Im Preis Leistungsverhältnis ist der Schlagstock aktuell sicher "ungeschlagen" (dummes Wortspiel). Ich bin mir sicher, dass Nextorch nun auch einige Behördenaufträge bekommt. Und wenn man dazu noch das geringere Gewicht bedenkt wäre der Nexlock aktuell meine erste Wahl! Er wird meinen Bonowi EKA nun ersetzen.

Der Nexlock kann problemlos vom Benutzer selber zerlegt und gereinigt werden.
Der Nexlock kann problemlos vom Benutzer selber zerlegt und gereinigt werden.
Ein weiter Vorteil des Nexlock Schlagstocks ist der größere Knopf an der Unterseite.
Ein weiter Vorteil des Nexlock Schlagstocks ist der größere Knopf an der Unterseite.

Das Nexlock Holster (rechts) ist gut durchdacht und funktional. Es kann geneigt werden und der Stock kann auch in ausgefahrenem Zustand geholstert werden.

Der Bonowi EKA passt auch in das Holster.

Ausgefahren sind der Nexlock und der Bonowi EKA gleich lang. Eingefahren ist der Nexlock etwa 1,5cm länger.
Ausgefahren sind der Nexlock und der Bonowi EKA gleich lang. Eingefahren ist der Nexlock etwa 1,5cm länger.
Mein recht alter "Police-Schlagstock" verwendet übrigens das sehr seltene "Technische Senföl" oder auch "Allylsenföl". Es ist quasi der scharfe Bestandteil des Senfs. Meist wird Chili zur Herstellung benutzt.
Mein recht alter "Police-Schlagstock" verwendet übrigens das sehr seltene "Technische Senföl" oder auch "Allylsenföl". Es ist quasi der scharfe Bestandteil des Senfs. Meist wird Chili zur Herstellung benutzt.

Fazit zu den gezeigten Schlagstöcken

Alle hier vorgestellte Stöcke (außer den billigen von ESP) halte ich für sehr gut und Einsatztauglich. Ob ein Tonfa sinnvoll ist stelle ich persönlich eher in Frage. Kaum jemand kann mit dem Tonfa anständig umgehen. Die Ausbildung daran ist sehr zeitintensiv und vieles aus der Ausbildung ist praxisfern. Auch die Größe des Tonfa ist ein Argument gegen ihn. Die Schläge aus dem Tonfa (Flips) haben wesentlich weniger Kraft als von einem normalen Stock. Der große Vorteil ist, dass die Schläge fast immer auf den Extremitäten landen, wo sie ja auch hin sollen. Die Schläge eines einfachen Stockes können da eher mal auf dem Kopf des Angreifers landen. Bei der Polizei im Streifendienst ist die Akzeptanz des Tonfa nahezu null! Der Gummiknüppel wurde früher eher mitgeführt als der Tonfa heutzutage. Für wesentlich sinnvoller als Tonfas halte ich den EMS-Leicht. Nicht ohne Grund hat sich die Polizei von z.B. Sachsen-Anhalt für diesen Stock entschieden. Es gibt lediglich zwei Griffe: Zuschlagen und Abwehren. Beide Griffe kann man durch einen einfachen Flip wechseln. Alles Andere sind ganz allgemeine Schlagstocktechniken die recht einfach zu erlernen und anzuwenden sind. Ich kann jedem nur die Werbefilme dazu im Internet empfehlen, die sind wirklich überzeugend.

 

Aktuell halte ich den Nexlock für den besten Schlagstock am Markt, der dazu auch noch ein super Preis-/Leistungsverhältnis mitbringt.


Wenn man sich unter denen umhört die einen Teleskopschlagstock führen hört man immer wieder: " Wenn ich den Stock ausfahren wird der Angriff meist sofort eingestellt". Die Wirkung eines ausgefahrenen und erhobenen Teleskopstockes ist sehr beeindruckend. Und genau das führt dazu, dass er meist überhaupt nicht benutzt werden muss.

Wenn man ihn dazu noch mit einem Pfefferspray in der linken Hand kombiniert hat man sehr viele Handlungsoptionen und ist evtl. auch gegen mehrere Angreifer gerüstet.

Gedanken zu Schlagstöcken im Jahr 2019

 

Wir leben im Jahr 2019 und es werden immer noch durch die Polizeibehörden Schlagstöcke beschafft. Irgendwie ist das doch seltsam, dass man heute noch von Polizisten erwartet, dass sie ihr „Gegenüber“ schlagen. Das wirkt fast schon rückständig, denn es ist nun etwa 100 Jahre her, dass die Polizeisäbel von Gummiknüppeln abgelöst wurden. Und bereits seit den 70er Jahren gibt es z.B. Taser. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl anderer wirksamer Waffen (Pfefferspray, Gummigeschosse, Pepperballs...) die sich zum polizeilichen Einsatz eignen. Die Politik in Deutschland scheut sich immer davor die Verantwortung für die Einführung von Tasern zu übernehmen. Und so lange das so bleibt werden die deutschen Polizisten weiter Pfefferspray, Schlagstock und Pistole einsetzen müssen. Prinzipiell wäre das auch alles zusammen keine schlechte Wahl, wären da nicht die vielen Vorfälle mit Messern in der heutigen Zeit. Denn gegen ein Messer wird kein Polizist einen Schlagstock einsetzen, das wäre schlichtweg lebensgefährlich. Und Alle die etwas Anderes behaupten haben schlichtweg keine Ahnung! Aber Polizisten müssen mit der Gewalt umgehen, ob sie das wollen oder nicht. Und so friedliebend Polizisten meist sind, es gehört zum Beruf, dass „Deeskalation“ oft nicht funktioniert.

 

Bei Demonstrationen findet man Profi- und Straßenschläger. Die Demonstranten in den ersten Reihen, die sich gegen die Polizei stellen, sind dort meist um ihren Gewaltfantasien freien Lauf zu lassen. Sie befinden sich genau dort wo sie hin wollten und haben einkalkuliert, dass sie ein paar Schläge abbekommen werden. Und genau aus diesem Grund sind Schlagstöcke bei gewalttätigen Demonstrationen oder Fußballspielen viel weniger Wirksam als die Entscheidungsträger sich das meist vorstellen. Dazu kommt, dass diese Straßenschläger schnell gelernt haben, dass Polizisten mit Schlagstöcken nichts gegen geworfene Steine unternehmen können. Ob eine Gruppe von Polizisten bei einer gewalttätigen Demo Schlagstöcke hat oder nicht spielt meist keine entscheidende Rolle. Wichtiger sind Einsatzmittel wie Reizstoffe, Absperrgitter und Gummigeschosse.

 

Aber das Gegenüber von Streifenpolizisten hat idR. nicht geplant dort zu sein. Bei einem Konflikt kommt meist die Stufe der Diskussion und Deeskalation. Aber jedem ist klar, dass diese Stufe vorbei ist, wenn ein Polizist den Schlagstock erhoben hat. Jeder ist schon einmal geschlagen worden und will das logischerweise nicht. Und im Gegensatz zur Schusswaffe weiß das Gegenüber, dass der Polizist nach der Drohung auch zuschlagen wird. Daher sind meiner Überzeugung nach Schlagstöcke im Streifendienst wesentlich wichtiger als bei Demonstrationen oder Sportveranstaltungen.

 

 

 

 

 

 

Nach dem ich selber nun einige Jahre recht viel Erfahrung mit dem Schlagstock gewinnen konnte wird es Zeit für ein Fazit:

 

Die Beschaffung von Tonfas bei den diversen Behörden war ein Fehler. Ein ganz entscheidender Faktor bei polizeilichen Einsatzmitteln ist die Akzeptanz bei den Streifenbeamten und die war beim Tonfa quasi überhaupt nicht vorhanden. 1. weil der Quergriff und seine zusätzlichen Funktionen nutzlos sind im Streifendienst und 2. weil er viel zu groß ist um ihn im Streifenwagen den ganzen Tag über zu tragen.

 

Interessanterweise stören sich kaum die „Geschlagenen“ an einem Einsatz vom Schlagstock (ich meine natürlich am nächsten Tag, wenn sie wieder nüchtern sind). Genau genommen beschwerte sich niemals ein Festgenommener oder eine Passant über meine Schlagstockeinsätze. Aber die Presse und die Politik mag die Bilder von Schlagstockeinsätzen nicht. Und genau da ist das Problem des Schlagstocks, es wird damit „geschlagen“! Die Meisten werden das erst Mal für etwas Falsches halten, denn wir haben alle gelernt, dass man niemanden „schlägt“. Jemandem Pfefferspray in das Gesicht zu sprühen oder ihn mit dem Taser zu Boden zu bringen fühlt sich dagegen wesentlich „friedlicher“ an. Ich meine das aus der Sicht der Bürger und der Presse, denn für einen Polizisten bedeutet ein Tasereinsatz viel Schreibarbeit.

 

Überrascht hat mich im Laufe der Jahre auch, dass die Schlagstockeinsätze eigentlich nie zu Verletzungen geführt haben. Damit hatte ich früher nicht gerechnet. Die Ziele sind übrigens meist die Oberarme oder Beine. Der Schlagstock ist ein sehr effektives Einsatzmittel und funktioniert wesentlich besser als man meist denkt. Aber er kann in den möglichen polizeilichen Einsatzlagen niemals den Taser ersetzen, denn mit dem Taser hat man sehr viele Handlungsoptionen und er ersetzt in vielen Situationen Pfefferspray, Schlagstock und eben auch die Pistole.

 

Sowohl für Polizisten, wie auch für Bürger die sich verteidigen möchten gilt folgendes: Ein Schlagstock alleine ist einem in einem Kampf schnell von einem Straßenschläger weg genommen. Oder er wird abgewehrt und man wird selber einfach niedergeschlagen. Aber in Kombination mit einem Pfefferspray sieht das ganz anders aus. Noch dazu kann man Pfefferspray bereits bei eher geringen Gefahren einsetzen, da keine Verletzungen zu erwarten sind. Und die Richter bringen eher Verständnis für dessen Einsatz auf.

 

Ich bin von Pfefferspray voll überzeugt. Vom Schlagstock aber nicht zu 100%, denn der Taser macht das Meiste wesentlich besser. Der Taser ist das beste Einsatzmittel das es für Polizisten und andere Sicherheitskräfte gibt.

 

Techniken mit dem Schlagstock

Oft unterschätzt, aber sehr effektiv ist der grade Stich mit dem Schlagstock. Kaum ein Angreifer rechnet damit. 

 

Auch wenn es mir fern liegt hier SV Techniken zu erläutern möchte ich die, aus meiner Sicht, zwei wichtigsten Techniken erwähnen:

1. Der Aggressor / Angreifer ballt die Fäuste. Ein Schlag auf die Fäuste sollte den Kampf sofort beenden. Dafür muss man auch nicht weit an den Angreifer ran. Und selbst im Falle einer gebrochenen Hand ist die Notwehrlange für einen Richter später offensichtlich.

2. Auf den normalen Schlag (von rechts nach links) mit dem Stock sollte man im Notfall sofort einen Rückhandschlag mit dem Stockende in das Gesicht des Angreifers folgen lassen (ohne erneute Ausholbewegung). Diese Technik ist fast nicht abzuwehren.

 

Und auch ganz wichtig ist es wie man eine Teleskopschlagstock überhaupt öffnet. Er wird in einer geraden Bewegung nach unten oder oben geöffnet. Hierbei darf er nicht hinter den eigenen Körper geführt werden. Er wird auch nicht seitlich geöffnet, denn dort stehen meist Personen die man nicht treffen will ;-)



Als sehr empfehlenswert halte ich den Werbefilm von ESP. Darin wird einiges gezeigt was auch in der Praxis funktioniert. Zur einer bekannten Werbefigur eines anderen Schlagstockherstellers möchte ich nur soviel sagen: Kunststücke und Theater haben auf der Straße nichts verloren. Ihr wollte keine rhytmische Sportgymnastik lernen sondern das Kämpfen um Leben und Tot, und das sieht im echten Leben scheiße aus!

 

 

Führen von Schlagstöcken (§42a WaffG)

Ja ich weiß, der Paragraf 42a WaffG verbietet im Regelfall das
Führen eines Schlagstockes (Hieb- Stoßwaffe). Im §42a steht folgendes:

 

Es ist verboten ... Hieb- und Stoßwaffen ... oder Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm

zu führen.
Absatz 1 gilt nicht für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen....für den Transport in einem verschlossenen Behältnis,für das Führen der Gegenstände nach Absatz 1 Nr. 2 und 3, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt......Weitergehende Regelungen bleiben unberührt.
Ein berechtigtes Interesse .... liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.

 

 

Lediglich Sicherheitsdiensten wird ein berechtigtes Interesse eingeräumt, weil das Führen im Zusammenhang mit der Berufsausbildung erfolgt. Alle anderen werden Probleme haben ein "berechtigtes Interesse" glaubhaft zu machen. Denn die Selbstverteidigung ist ausdrücklich kein berechtigtes Interesse.  Ich habe einmal für einen Bekannten einen Antrag an die Waffenbehörde geschrieben, dass er durch eine persönliche Gefährdung ein berechtigtes Interesse bestätigt bekommt. Das wurde als nicht im Sinne des WaffG abgelehnt. Ob ein Detektiv bei einer Observation dieses "berechtigte Interesse" in Anspruch nehmen kann ist nicht ganz klar, evtl. aber schon. Mehrere Bekannte von mir haben bereits überlegt ob sie ein Gewerbe als Detektiv anmelden um so das Führen eines Schlagstocks begründen zu können.

 

Was bleibt ist das Führen auf dem eigenen Grundstück oder in einem verschlossenen Behältnis. Bei Schusswaffen und "gleichgestellten Gegenständen" darf ein "Transport" nur erfolgen wenn es "im Zusammenhang mit dem Bedürfnis" erfolgt. Das gilt auch für frei Verkäufliche Waffen wie Luftgewehre. Aber bei Messern und Schlagstöcken wird das nicht gefordert. Man darf also ein Messers oder einen Schlagstock in einem verschlossenen Behältnis führen. Man benötigt keinen Grund dafür, dass man einen Schlagstock im verschlossenen Behältnis mit sich führt.

 

 

Schlagstock im "verschlossenen Behältnis" führen

rechtlich auf sichereren Beinen steht euer "verschlossenes Behältnis" wenn das Schloss im Reißverschluss und nicht nur in der Schnur davon steckt.

TT Tasche mit MTS, Monadnock Autolock in einer Flaschentasche und Monadnock Teleskoptonfa im Waffenfach eines Rucksacks.
TT Tasche mit MTS, Monadnock Autolock in einer Flaschentasche und Monadnock Teleskoptonfa im Waffenfach eines Rucksacks.

Nach der WaffVwV 42a 1 ist auch eine "eingeschweißte Verpackung" ein verschlossenes Behältnis (evtl. auch das Verpacken in einem Briefumschlag mit Vorhängeschloss?).

 

Ebenso sollte ein abschließbares Handschuhfach im Auto ein Führen ermöglichen. Die
Maxpedition Rucksäcke haben z.B. auch ein Waffenfach an das ein kleines Vorhängeschloss abgebracht werden kann. Das Vorhängeschloss kann auch so klein sein, dass man es einfach abreißen kann, dass WaffG stellt keinerlei Anforderungen an das Schloss. Jeder kann sich ja selber mal Gedanken machen was für ihn Sinn macht. Ihr könnt überlegen an die Jackentasche ein kl. Vorhängeschloss anzubringen, eine abschließbare Gürteltasche oder Bauchtasche zu tragen usw. Vermutlich wird auch ein Kabelbinde zum "verschließen" geeignet sein.

 

Es stellt sich die Frage, ob man nun im Falle eines rechtfertigenden Notstandes (§34 StGB) die Tasche aufreißen oder das Schloss öffnen darf. Das muss nun jeder für sich selber überlegen.

 

--Rechtsberatung kann nur ein Anwalt geben! --

Derartige Kassetten oder "Auto-Safes" bieten vor allem im eigenen Auto die Möglichkeit Einhandmesser oder Schlagstöcke verschlossen" mit sich zu führen. Achtet beim Kauf aber genau auf die Maße, denn nicht alle Teleskopschlagstöcke passen in solche Boxen rein. Eine Montage könnte sich mit Klett am Fahrzeugdach oder an der Mittelkonsole anbieten. zur besseren Fixierung von Schlagstöcken kann man evtl. auch Besenhalter innen rein schrauben.

 

Quelle: https://www.asmc.de/Transport/Aufbewahrung/Transportboxen/MFH-Sicherheitskassette-Metall-schwarz-p.html

Auch mit einem 20 Euro günstigen Fingerabdruckschloss kann man eine Tasche "verschließen" um Einhandmesser oder Schlagstöcke zu führen.
Auch mit einem 20 Euro günstigen Fingerabdruckschloss kann man eine Tasche "verschließen" um Einhandmesser oder Schlagstöcke zu führen.

Dank eines Lesers wurde ich auf die Möglichkeit sehr günstiger Fingerabdruck-Vorhängeschlösser aufmerksam gemacht. Diese kann man an seinem Rucksack oder seiner Gürteltasche anbringen zum verschlossenen Transport.

 

Prinzipiell ist so eine "anfällige" Technik aber immer kritisch zu sehen, wenn es um die eigene Sicherheit geht. Bisher funktioniert das Schloss aber sehr zuverlässig.

Diesen Teleskoptonfa von Monadnock könnte man z.B. in diesem verschlossenen Koffer einsatzbereit im Auto liegen haben.
Diesen Teleskoptonfa von Monadnock könnte man z.B. in diesem verschlossenen Koffer einsatzbereit im Auto liegen haben.

Der MTS entspricht in seiner Bauform einigen Gegenständen die vom BKA als "Hiebwaffe" definiert wurden. Daher darf ihn nicht jedermann griffbereit führen. Mehr zum MTS, Kubotanen und anderen Schlagwaffen findet Ihr HIER.

Auch die Koppeltaschen von der Bundeswehr lassen sich "verschließen". Evtl. kann man die Verschlüsse auch an andere Taschen nähen.
Auch die Koppeltaschen von der Bundeswehr lassen sich "verschließen". Evtl. kann man die Verschlüsse auch an andere Taschen nähen.

Die beiden Schlagstöcke unten unterliegen dem Waffenrecht und man darf sie nicht ohne Weiteres bei sich tragen. Aber den Griff des Chinlin Surival Spaten schon. Mehr Gegenstände die dem Waffenrecht nicht unterliegen findet Ihr HIER.

Der Knüppel hat in der englischen Polizeigeschichte eine große Bedeutung. Es wird dort "Trucheon" genannt und oft war er verziehrt.

Die Fotos konnte ich im Hafenmuseum London machen. Es gab früher dort eine eigene Hafenpolizei. Heute fertigt Cold Steel wieder einen Trucheon.

Aus dem Knüppel entwickelte sich der kleine "Tippstaff" der ein Symbol für die "königliche Macht" war, die durch die Polizei oder auch andere Behörden ausgeübt wurde.

 

In der deutschen Polizeigeschichte spielte der "Gummiknüppel" eine große Rolle. Er löste den Polizeisäbel ab, mit dessen stumpfer Rückseite auch zugeschlagen wurde, wenn man niemanden töten wollte. Im dritten Reich verbot Hitler den Gummiknüppel und es wurden "Seitengewehre" an die Polizisten ausgegeben. Was damit genau gemacht werden sollte verstehe ich bis heute nicht ganz. Sollten die Polizisten zum Messerkampf übergehen???