Messer im Polizeidienst / Sicherheitsdienst

Victorinox Rescue Tool (Rettungsmesser)

Bei der Arbeit verwende ich, seit etwa 10 Jahren, das Victorinox Rescue Tool, da ich die Zange meines Leaterman WAVE dort nur sehr wenig benötige. Ich habe es z.B. benutzt um eine Autoscheibe einzuschlagen um einen Hund aus einem heißen Auto zu retten. Oder auch um einen verklebten Kühlschrank eines Mannes aufzuschneiden der sich zu Tode hungern wollte, und vielem Anderen. Mit dem Schraubenzieher kratze ich gelegentlich Zulassungsplaketten von Kennzeichen ab. Es ist ein sehr gutes, hochwertiges und durchdachtes Messer, dem ich voll vertraue. Der Schraubenzieher ist gegen Das Einklappen gesichert und sehr breit, so kann er auch als Hebel verwendet werden, oder um Dichtungsgummis von Fahrzeugfenstern zu entfernen. Mit der Spezialsäge können Frontscheiben zertrennt werden. Wirklich genial sind die Griffschalen mit Leuchtfarbe. Der einzige Nachteil ist, dass man zum Einklappen der Klinge zwei Hände braucht (Linkshänder schaffen es mit einer Hand). Das "Rescue Tool" trage ich in einem "Safariland open top Zubehörholster". Alles in dem Holster sitzt absolut fest und ich hatte noch nie Angst, dass etwas raus fällt.

Mein Victorinox Rettungsmesser, das mich schon viele Jahre täglich begleitet. Das Bundeswehr Taschenmesser gehört zur selben "Familie".
Mein Victorinox Rettungsmesser, das mich schon viele Jahre täglich begleitet. Das Bundeswehr Taschenmesser gehört zur selben "Familie".
Damit das Victorinox Rettungsmesser immer schnell griffbereit ist habe ich daran ein Lanyard befestigt und es im Safariland Open-Top Holster.
Damit das Victorinox Rettungsmesser immer schnell griffbereit ist habe ich daran ein Lanyard befestigt und es im Safariland Open-Top Holster.

5.11 LE+EMT First Responder Multitool

Der von mir sehr geschätzte Hersteller 5.11 hat ein neues Multitool auf den Markt gebracht. Multitools gibt es wie Sand am Meer, warum sollte das also etwas Neues sein, oder überhaupt nur erwähnenswert auf meinem Blog? Wie der Name schon sagt ist es für Polizisten, Sicherheitsmitarbeiter, Feuerwehrmänner und Sanitäter vorgesehen. Und das muss man gleich noch weiter einschränken, ich gehe nämlich davon aus, dass alle Einsatzkräfte von Rettungsdiensten keine Freude am LE+EMT Tool haben werden. Und wer garantiert noch viel weniger damit anfangen kann sind alle zivile Anhänger des "Tactical Lifestyle". Und genau das ist einmalig, weil sich 5.11 damit sehr bewusst einem großen Markt verschließt und die Verkaufszahlen gering bleiben werden. Seit vielen Jahren fiel mit an 5.11 immer auf, dass sie Ausrüstung entwickeln, die für den echten Einsatz vorgesehen ist und wo Praktiker von der Straße mitgearbeitet haben. Anderen Herstellern, der Namen ich nicht öffentlich nennen will, ist nur ein cooles Aussehen wichtig und man merkt, dass die Entwickler niemals außerhalb von einem Büro gearbeitet haben (das sind idR. die peinlichen Menschen die sich einen "taktischen Bart" wachsen lassen, um über ihre mangelnde Einsatzerfahrung hinweg zu täuschen).

Das 5.11 LE+EMT Multitool hat eine ungewöhnliche Form der Zange, vermutlich macht sie aber Sinn. Zusätzlich ist die Zange optimiert um Plastikfesseln zu zerschneiden.
Das 5.11 LE+EMT Multitool hat eine ungewöhnliche Form der Zange, vermutlich macht sie aber Sinn. Zusätzlich ist die Zange optimiert um Plastikfesseln zu zerschneiden.
Auf der einen Seite vom 5.11 LE+EMT Multitool ist eine kleine Messerklinge, ein Gurtschneider, der Bithalter, ein Handschnellenschlüssel und Arretierstift für Handschellen untergebracht.
Auf der einen Seite vom 5.11 LE+EMT Multitool ist eine kleine Messerklinge, ein Gurtschneider, der Bithalter, ein Handschnellenschlüssel und Arretierstift für Handschellen untergebracht.

Der Bithalter funktioniert zweifellos und auch der Gurtschneider wird seine Aufgabe erfüllen. Die Messerklinge ist für ein Multitool ziemlich einmalig. Sie zeigt nämlich mehr als deutlich, dass das LE+EMT Tool für absolut nichts anders, als die Arbeit von Einsatzkräften vorgesehen ist und auch für kaum etwas anderes verwendbar ist. Das Tool ist auch so breit, dass sich jeder zivile Nutzer darüber ärgern wird. Mein Leatherman WAVE hat einen Querschnitt von 17x20mm, das LE+EMT 24x50mm. Das Tool passt daher in keine Handelsübliche Gürteltasche. Was auf den Fotos hier nicht zu sehen ist, ist der seitliche, gute und hochwertige Gürtelclip.

Was mir am LE-EMT Tool überhaupt nicht gefällt ist der Handschellenschlüssel. Er passt nur für die Standart Schlösser und ist viel zu kurz. Es wäre vermutlich kein Problem gewesen, dort einen Universalhalter einzubauen, in den man unterschiedliche Schlüssel einlegen kann. So einen Halter seht Ihr HIER, in meinem Bericht über Handfesseln.

 

Die ungewöhnlich kleine Messerklinge ist eigentlich gar keine schlechte Idee. Sie ist so kurz, dass sie nur schwer entwendet und als tödliche Waffe gegen die Einsatzkräfte missbraucht werden kann. Die Klingenform ist ideal um Zulassungsplaketten zu entfernen und reicht vermutlich auch noch um Reifen notfalls zu zerstechen. Ein großer Mangel ist für mich dabei aber, dass die Klinge nicht arretiert. Das bedeutet zwar, dass dieses 5.11 Tool "§42a WaffG konform" ist, aber da es sowieso fast nur im Einsatz verwendet werden wird, spielt das keine Rolle. Bei einem derartigen Einsatzmesser würde ich es für absolut notwendig erachten, dass die Klinge arretiert. Schlecht finde ich auch, dass die Messerklinge mit der linken Hand geöffnet werden muss (der Gurtschneider mit der rechten). Die Messerklinge wird man schließlich öfter benötigen und muss dabei mehr umgreifen. 

 

Ich finde das LE+EMT Tool interessant und werde es auch ausprobieren und verwenden. Wenn es sich im Einsatz nicht bewährt, wir es in meinem Auto für Notfälle landen. Zweifellos hat es aber auch Schwächen und ich bezweifele, dass es in dieser Form lange am Markt bleiben wird. Viele Funktionen hätte man vermutlich mit einer anderen Bauform besser lösen können.

 

Nachtrag: Nach einigen Tagen im Einsatz muss ich ein vernichtendes Urteil über das LE-EMT Tool fällen. Es ist das schlechteste Multitool, das ich jemals in der Hand hatte. Der Griff ist zum Schrauben viel zu breit und der Schraubenzieher klappt beim Benutzen von alleine ein. Auch der Wechsel von Schlitz auf Kreuzschlitz Schraubenzieher ist viel zu aufwendig. Die Messerklinge ist so klein, dass man sich beim Einklappen sehr leicht selber an der Hand verletzen kann. Das Tool ist nur eine Zusammenstellung mehrerer Werkzeuge, ohne Sinn und Verstand. Jedes schweizer Taschenmesser ist praktischer. Ich kann vom Kauf wirklich nur abraten.

2. Nachtrag: Nach nur einer Woche, in der ich das Tool im Auto liegen hatte, war bereits Flugrost daran. Es hat also nicht nur ein schlechtes Konzept, sondern eine eine schlechte Qualität.

Böker RBB (Reality Based Blade)

Das Böker RBB Einhandmesser ist ein Kampfmesser, was aber auch viele Einsatzkräfte verwenden.
Das Böker RBB Einhandmesser ist ein Kampfmesser, was aber auch viele Einsatzkräfte verwenden.

Sinn und Zwecke des Böker RBB ist die Selbstverteidigung und es ist zweifellos eine "Waffe" im Sinne des WaffG. Ich habe meines 2006 gekauft, als es sehr neu am Markt war. Und so viele meiner Freunde, Kollegen und Kameraden haben dieses Messer auch gekauft und viel genutzt. Gekauft wurde es vor allem von denen, die sich wirklich auskennen, mit dem Messerkampf und der Messerabwehr. Es ist bis ins kleinste Detail durchdacht und man könnte seitenweise über dieses Messer berichten. Natürlich sieht es cool aus, aber jede Ausbuchtung und jede kleine Schraube ist aus einem bestimmten Grund vorhanden. Es wurde auch in vielen Varianten hergestellt, feststehend, oder als Spring- und Zweihandmesser z.B. Und weil es so genial und hochwertig ist, verwenden es sehr viele Einsatzkräfte auch für ihre tägliche Arbeit.

 Die vielen Funktionen des Böker "Reality Based Blade" Messers sind den meisten Besitzern überhaupt nicht bekannt. So ist der Clip z.B. absichtlicht ganz am Ende montiert, dass es fast unsichtbar in der Tasche verschwindet.
Die vielen Funktionen des Böker "Reality Based Blade" Messers sind den meisten Besitzern überhaupt nicht bekannt. So ist der Clip z.B. absichtlicht ganz am Ende montiert, dass es fast unsichtbar in der Tasche verschwindet.

Du magst einfache Messer?

Was ist der Sinn der vielen "Tools" am Markt? Sie sind Ergänzungen für einfache Messer mit nur einer Klinge: 5.11 Ratchet Kit, SWISS+TECH Utility-Key, True KeyTool.
Was ist der Sinn der vielen "Tools" am Markt? Sie sind Ergänzungen für einfache Messer mit nur einer Klinge: 5.11 Ratchet Kit, SWISS+TECH Utility-Key, True KeyTool.

Wer Taschen- und Einsatzmesser mit einer einfachen Klinge mag, kann sie mit den vielen "Tools" ergänzen. Die Industrie nennt sie auch meist nur "Tools" und mir ist auch keine bessere Bezeichnung dafür eingefallen. Ich habe in den Jahren einige davon angesammelt. Aber diese drei hier haben sich als sehr nützlich erwiesen und ich habe sie viel verwendet. Die beiden kleinen hatte/habe ich immer am Schlüsselbund. Sie erfüllen auch den Hauptzweck aller unserer Messer: Das Öffnen von Paketen mit noch mehr Ausrüstung. Das kleine KeyTool wird um einen Schlüssel, am Schlüsselbund befestigt. Wenn man es abmacht kann man es sogar als Pinzette benutzen, wenn man es zusammen drückt.

Der Nachteil so vieler "Spielzeuge" ist aber, dass man ab und zu solche Funktionen vergisst. Als ich beim abernten einer Marihuanaplantage 5 Zecken von der Hose geschnippt hatte, hab ich leider eine unter der Hose übersehen. Und da sie noch dazu an einer wirklich blöden Stelle war, und wir sonst nichts passendes finden konnten (an das Tool hatte ich eben nicht mehr gedacht), musste ein Kollege sie spät in der Nacht, mit Lockpicks, raus ziehen. Es ist doch toll, wenn man Kollegen hat, die einem auch in blöden Situationen helfen, einen dabei nur wenig auslachen, und vor allem auch keine Fotos davon machen ;-)

 

Die 5.11 Ratsche hab ich mal spontan gekauft. Aber mittlerweile arbeite ich sehr gerne mit ihr und sie liegt meist auf meinem Schreibtisch. Ich will sie aber nun als festen Bestandteil meines EDC in meinen neuen Helikon Tex Rucksack stecken, dabei wird sie mein Eickhorn RT1 und mein Ganzo G729 ergänzen. Bei der Ratsche wirft man den seltsamen Molle-Halter aber am besten gleich weg und verstaut die Teile anderst. Er nimmt viel Platz weg und die Teile fallen dort sofort raus.

Billige Messer aus China

Und dann gibt es da noch die unter Einsatzkräften weit verbreiteten billigen Einhand-/Rettungsmesser für wenig Geld. Sie machen meist das was sie sollen und vielen Kollegen reicht so ein Messer völlig. Man macht damit selten etwas falsch, wenn man wenig Geld ausgeben will. Aber bedenkt, dass ihr inzwischen aus China wesentlich bessere Messer für das selbe oder weniger Geld bekommt. Wer sich nicht bei Gearbest in China anmelden, und sie dort direkt bestellen, will bekommt die Ganzo, LAND und FURA Messer meist auch beim deutschen Ebay für ein paar Euro mehr.

 

Das Ganzo G729 ist eine Kopie des Spyderco para-Military 2. Die Qualität dieses 15 Euro Messers ist nicht nur sehr gut, es kann sogar locker mit den originalen Spyderco Messern mithalten (beim Klick auf das Bild kommst du zum Bericht über die H&K P7).
Das Ganzo G729 ist eine Kopie des Spyderco para-Military 2. Die Qualität dieses 15 Euro Messers ist nicht nur sehr gut, es kann sogar locker mit den originalen Spyderco Messern mithalten (beim Klick auf das Bild kommst du zum Bericht über die H&K P7).
Das Sanrenmu "LAND 9046 LCC - GH - T3"  Rettungsmesser hat einer meiner Kollegen in China bei Gearbest bestellt und mir geschenkt.
Das Sanrenmu "LAND 9046 LCC - GH - T3" Rettungsmesser hat einer meiner Kollegen in China bei Gearbest bestellt und mir geschenkt.

Das Messer kostet bei Gearbest nur 15 Dollar und ist qualitativ vergleichbar mit 100 Euro Messern. Auf der Rückseite hat es einen ausklappbaren Gurtschneider und eine massive und sehr scharf schleifbare Klinge.

Benchmade SOGP Dolch

Das Messer als Waffe ist ein Aspekt der sich kaum, bis gar nicht, mit der Arbeit als "Law Enforcer" vereinbaren lässt, also der Arbeit im Sicherheitsgewerbe, oder als Polizist. Als ich mir das Benchmade SOCP gekauft habe und die entsprechenden Videos dazu angeschaut habe ist mir die Idee gekommen etwas dazu zu schreiben, denn dieses Messer und seine dazu entwickelten Techniken öffnen einige wenige Optionen um auch hier ein Messer als defensive Waffe einsetzen zu können (theoretisch jedenfalls). Denn für Polizisten sind Messer nicht als "Waffe" zugelassen und auch gesellschaftlich nicht aktzeptiert.

Trageversuch mit dem Benchmade SOCP unter dem Einsatzgürtel.
Trageversuch mit dem Benchmade SOCP unter dem Einsatzgürtel.

Habt Ihr gewusst, dass die H&K SFP9 Dienstpistole in den USA den deutschen Namen VP9 ("Volkspistole") hat, und in Deutschland einen englischen Namen?

Ich habe noch nie bei meiner Arbeit "Kampfmesser" im erweiterten Sinn getragen (außer als Soldat). Das Kämpfen mit einem Messer ist in der Zivilgesellschaft in keiner Weise sozial akzepiert, es ist wenig effektiv um Angriffe zu stoppen und es verursacht schwere Verletzungen die in keinem Verhältnis dazu stehen, dass man für die öffentliche Sicherheit verantwortlich ist. Messer lassen einen gewaltsamen Konflikt fast immer eskalieren. Dazu ist die Gefahr sehr groß, dass ein gewalttätiges Gegenüber versucht einem ein Messer zu Entreißen um es zum Angriff zu nutzen. Noch dazu sind Messer nicht als "Waffe" im Sinne der diversen Polizeigesetze einsetzbar.

 

Aber das Benchmade SOCP ist genau dafür konstruiert, das es so verborgen getragen werden kann und dass niemand es bemerkt. Sollte nun z.B. jemand versuchen die Dienstpistole zu entreißen kann man mit der Waffenhand die Pistole sichern und das Messer mit der anderen Hand und aus jeder Richtung greifen und den Angreifer mit Stichen zurück drängen. Diese Stiche werden meist auch verhältnismäßig geringe Verletzungen verursachen. Diese Handlungsoptionen sind sehr interessant. Ich empfehlen dennoch kein Messer zur Verteidigung zu führen. Dazu kommt, dass die große Anzahl an Einsatzmitteln die meisten sowieso überfordern: Pistole, Schlagstock, Pfeffer, Fesseln, Taschenlampe (bald hoffentlich den Taser) und dann soll man dazu noch ein Messer im Notfall verwenden? Das wird nicht funktionieren. 

Die Idee hinter dem Benchmade SOCP ist auch, dass man andere Einsatzmittel zusammen mit dem Messer in die Hand nehmen kann.

 

 

Um den Sinn des Messers zu verstehen ist es am besten, sich das Werbevideo dazu anzuschauen: https://www.youtube.com/watch?v=jctUT_IJ0lQ

Eickhorn - RT1 Rettungsmesser mit Hakenklinge (LL80 Fallschirmkappmesser)

Eickhorn RT1 (LL80) Rettungsmesser. Normalerweise sind Fallmesser verboten, aber dieses ist laut BKA erlaubt, weil es keine "Waffeneigenschaft" hat.
Eickhorn RT1 (LL80) Rettungsmesser. Normalerweise sind Fallmesser verboten, aber dieses ist laut BKA erlaubt, weil es keine "Waffeneigenschaft" hat.

Mein RT1 Rettungsmesser verwende ich sehr gerne und viel. Es funktioniert und ist das einzig erlaubte Fallmesser. Seine Konstruktion ist zweifellos nicht so modern wie Einhandmesser zum Aufklappen, aber es ist einzigartig, macht sehr viel Spaß und wird seit etwa 84 Jahren in Solingen gefertigt. Daran ist noch ein Glasbrecher und ein Flaschenöffner. Der Marlspieker wurde hier durch einen sehr langen Schraubenzieher ersetzt. Zu bekommen ist das RT1 z.B. HIER, beim Hersteller. Ich selber habe zum Fallschirmspringen aber nicht das LL80 Messer, sondern das CRKT Stiff K.I.S.S., verwendet. Es passte perfekt in die Messertasche des Bundeswehr Kampfanzuges.

 

Fallmesser sind verboten und Einhandmesser dürfen nur mit "berechtigtem Interesse" geführt werden. Es gibt aber entsprechende Messer die nicht unter diese Verbote fallen. Der BKA Feststellungsbescheid vom 28.08.2003 über Rettungsmesser stuft bestimmte Messer mit hakenförmiger Klinge als Werkzeug ein und stellt klar, dass alle Einschränkungen von "Messern" nicht für sie gelten. Wer sie mit sich führt kann ja den Feststellungsbescheid bei sich tragen und dann ggf. vorzeigen. Denn viele Polizisten werden solche Details des Waffenrechts nicht wissen.

Nothammer und Gurtschneider

In fast jedem Einsatzfahrzeug liegt ein dienstlich gelieferter Nothammer mit Gurtschneider. Der Haken an der Sache ist nur, dass diese in jedem Fahrzeug wo anders sind. Oft liegen sie z.B. in einem Haufen Ausrüstung, ganz unten, im Kofferraum. Da würde ich im Notfall lieber gleich den Schlagstock verwenden um eine Scheibe einzuschlagen. 

Man muss noch folgendes realistisch betrachten: Bei einem Unfall, bei dem die Autotüre nicht aufgeht, sind normalerweise die Seitenfenster sowieso kaputt. Bei Unfällen werden Nothämmer ganz selten benötigt. Mir persönlich ist niemals ein solcher Fall begegnet. Und die Gurtschlosse lassen sich meist auch nach einem Unfall noch öffnen. Aber im Polizeidienst benötigt man dennoch beides! Und zwar um Personen gewaltsam aus einem Fahrzeug zu holen (oder einen bei Hitze eingeschlossenen Hund). Das kommt regelmäßig vor. Dafür sollte man, soweit es möglich ist, nicht den Schlagstock verwenden. Denn dieser lässt viele Glassplitter in den Innenraum fliegen. Am besten klebt man das Fenster mit Klebeband ab und benutzt dann einen Glasbrecher oder Nothammer. So verursacht man fast keine Splitter und der Schaden und das Verletzungsrisiko ist am niedrigsten. Im Notfall ist das natürlich alles nebensächlich.

Der Glasbrecher / Gurtschneider BodyGuard von SWISS+TECH mit Lampe und Alarm. Ein durchdachtes Tool. Leider ist es derzeit nirgens mehr zu bekommen.
Der Glasbrecher / Gurtschneider BodyGuard von SWISS+TECH mit Lampe und Alarm. Ein durchdachtes Tool. Leider ist es derzeit nirgens mehr zu bekommen.
"resqme" Glasbrecher mit Gurtschneider. Befestigt am TW1000 Pfefferspray im Auto. HIER geht es zu: "Einen taktischen SUV kaufen, oder die Familienkutsche sinnvoll nutzen".
"resqme" Glasbrecher mit Gurtschneider. Befestigt am TW1000 Pfefferspray im Auto. HIER geht es zu: "Einen taktischen SUV kaufen, oder die Familienkutsche sinnvoll nutzen".

Zu den Erste-Hilfe Sets (IFAK oder auch TEM-Kit) gehts HIER.

Federunterstützte Einhandmesser

Das hier sieht aus wie ein Einhandmesser, aber es ist "federunterstützt". Das bedeutet, dass man es an der Nase hier links anstößt und es dann, unterstützt von einer Feder, aufspringt. Hierbei wird die Klinge im Griff nur festgeklemmt und nicht arretiert, wie bei einem Springmesser. Diese Messer sind rechtlich gesehen Einhandmesser, haben aber die Vorteile von Springmessern und dürfen über 8,5cm Klingenlänge haben. Der erste BKA Bescheid regelt diese Freistellung. Der Zweite von 2016 besagt aber, dass Messer die ausschließlich über Federkraft geöffnet werden, dennoch Springmesser sind.

Feststehende Messer im Dienst?

Feststehende Messer machen im Dienst nur Sinn, wenn sie klein sind und relativ verborgen getragen werden. Denn sie werden schnell entrissen und gegen einen selber eingesetzt. Dazu sind sie meist auch zu groß und unpraktisch und werden daher relativ selten benutzt. Das CRKT Stiff Kiss habe ich mittlerweile einige Jahre in meiner Einsatztasche zum abkratzen von Zulassungsplaketten. Das entstammte mal einem kleinen "Wettkampf" mit einem Kollegen, wer das coolere Werkeug zum Entstempeln hat.

So kleine Messer wie das Ed Mahony Skywalk kann man auch problemlos an einem Einsatzgürtel befestigen. Meines habe ich leider im Handgepäck vergessen gehabt und musste es am Flughafen entsorgen, es war ein tolles Messer.

Walther bietet bei den Messern ein brauchbares Preis/Leistungs Verhältnis, die chinesischen Messer von Gearbest usw. sind aber viel hochwertiger. Das obere "Backup Knife"ist gerade noch dienstlich brauchbar, ein größeres Messer würde ich auf keinen Fall tragen. Das unten ist das "Walther MDK", das zum verdeckten tragen vorgesehen ist.

 Auch das Requim von Extrema Ratio hat eine Wegnahmesicherung und ist grade noch klein genug für den Streifendienst. Die Scheide passt zwischen Molle Schlaufen. Es ist ein super Messer. Auch wenn es unter 12cm Klingenlänge hat, behaupte ich, dass es eine "Waffe" ist und nicht ohne "berechtigtes Interesse" geführt werden darf. Es wird nämlich mit einer gegenteiligen Behauptung Werbung dafür gemacht.

 

Sonstiges

Im Privatleben ein No-Go: Sichtbare Clips. Jeder weiß sofort, dass man ein Messer trägt. Im Dienst ist das nebensächlich.

 

 

Nicht unerwähnt will ich lassen, dass die Firma Eickhorn, mit ihrem PRT-LEO ein Einsatzmesser hat, das einen eingebauten Fesselschneider aufweist.

"Off Duty" muss man nicht auf seine Einhandmesser verzichten. Man kann sie nämlich recht einfach "verschlossen" transportieren, wie es der §42a WaffG erlaubt. Bei meinem Bericht über Schlagstöcke erzähle ich etwas mehr dazu.

 

Hier geht es zu: Das Leaterman MUT-EOD für Sprengkräfte, Entschärfer und Hobby Pyrotechniker. Es ist groß, schwer und teuer, aber ich kenne kein besseres Multitool.

In den Zeiten meines Lebens, wo die körperlichen Anstrengungen hoch und der psychische Stress besonders belastend war, schuf ich mir einen Ausgleich mit der Kampfkunst "Iaido", also dem Ziehen des Schwertes.
In den Zeiten meines Lebens, wo die körperlichen Anstrengungen hoch und der psychische Stress besonders belastend war, schuf ich mir einen Ausgleich mit der Kampfkunst "Iaido", also dem Ziehen des Schwertes.