Thema der Woche Teil 3

-Geschenke für den Kampfsport Nachwuchs

-Aldi Blackout Vorsorge

-Radioaktiver esoterischer Schmuck

-Ein Tipp für Substitutionsärzte

-Der TÜV bemängelt mal wieder meinen Kfz-Verbandkasten

-Das Rückgabezeichen vom Beschussamt und die gefährlichste Bockbüchsflinte der Welt

-Enforce Tac Messe Nürnberg

-IWA Waffenmesse Nürnberg

 

Geschenke für den Kampfsport Nachwuchs

Diese Spielzeug Wurfsterne und das Nunchaku habe ich im Spielzeug Müller für wenige Euro gefunden. Aber sind Soft-Nunchakus nicht verboten?
Diese Spielzeug Wurfsterne und das Nunchaku habe ich im Spielzeug Müller für wenige Euro gefunden. Aber sind Soft-Nunchakus nicht verboten?

Mein Blog beschäftigt sich nicht mit Sport, sondern mit Selbstverteidigung. Das wissen viele meiner Leser vor allem auch aus meinem entsprechenden Bericht dazu. Aber gestern fand ich im Spielzeug Müller Nunchakus und Wurfsterne. Diese kamen für ein paar Verwandte als Nikolausgeschenk in Frage. Obwohl ich schon öfter Spielzeug Nunchakus gesehen habe, fragte ich mich doch, "sind die als Soft-Nunchakus nicht verboten"? Ich kann die meisten BKA Feststellungsbescheide nachvollziehen, sie erscheinen mir logisch und im Sinne des WaffG. Aber meine ganz persönliche Meinung zum entsprechenden BKA Bescheid ist, dass die Formulierung darin ein Widerspruch in sich selber ist. Eben weil Soft-Nunchakus keine Bestimmung zum Drosseln haben. Ihre Bestimmung ist einzig und alleine der Sport. Aber sind diese Spielzeuge auch verboten? Dazu gibt es keine endgültige und rechtskräftige Aussage, sondern nur Meinungen. Der Verkäufer bewegt sich dabei schon mal auf rechtlich sichererem Boden als der spätere Besitzer, es wird nämlich nur ein Bausatz verkauft. Verbotene Gegenstände haben meist keine "wesentlichen Teile" und daher sind sie in zerlegtem Zustand oft in einem rechtlichen Graubereich.

 

Das Spielzeug Nunchaku ist einiges kleiner und daher eindeutig für Kinder bestimmt. Zusätzlich ist seine Konstruktion viel einfacher und auch nicht langlebig. Beim Spielen damit fliegen die Einzelteile regelmäßig auseinander. Ich stelle einfach mal die Behauptung auf, dass es einen rechtlichen Unterschied zwischen Trainings- und Spielzeug-Nunchakus gibt und die Spielzeuge erlaubt sind. Das ist nirgends festgeschrieben und schlichtweg ungeregelt. Aber da der BKA Bescheid sogar ausdrücklich sagt, dass die Konstruktion und das verwendete Material keine Rolle bei der Einstufung spielt, muss ich tatsächlich vom Kauf davon abraten. Mein eigenes habe ich auch gleich wieder zerlegt. Zum Verschenken an die interessierte Jugend eignet sich vermutlich eher ein Bokken oder Eskrima Stöcke

 

Die Wurfsterne sind aus Gummi und daher haben sie keinerlei Waffeneigenschaft. Sie sind rechtlich völlig problemlos.

 


Aldi Konserven für die Blackout Vorsorge?

Ich habe bereits vor vielen Jahren festgestellt, dass die Konservendosen von Aldi und Lidl ungenießbar sind. Sie liegen daher in meinem Vorrat und werden, im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln, nicht umgewälzt bzw. verbraucht. Wenn sie zu alt geworden sind, werfe ich sie einfach weg. Ich hatte eigentlich vor, mir nie mehr welche davon zu kaufen. Aber als ich beim Aldi heute Spaghetti in der Dose für 39 Cent sah, musste ich diese einfach kaufen und probieren. Meine Frau sah mich übrigens völlig verständnislos an, als ich die Dose in den Einkaufswagen legte. Ich befürchtete bereits, dass auch diese nicht essbar sein wird. Aus dem Grund habe ich nur eine Dose und ohne Fleisch gekauft. Es wäre für mich ethisch nicht vertretbar, derartige Konserven zu kaufen, wenn dafür Tiere sterben mussten. Und das meine ich diesmal wirklich ernst.

Ich dachte mir, Spaghetti in der Dose würden sich gut für die Blackout Vorsorge eignen, da nur sehr wenig Energie zum Erhitzen nötig ist. Alternativ könnte man sich damit auch günstige Erddepots anlegen. Man kann diese Dosen sogar ohne Werkzeug öffnen. Nach wenigen Minuten in der Mikrowelle und einigen Löffeln stellte ich fest, dass auch diese Konserven lediglich eine Verschwendung von Lebensmitteln sind. Sie war ungenießbar und landete sehr schnell im Müll.

 

Warum habe ich das Experiment überhaupt gemacht: Ich wollte mir beweisen, welchen kulinarischen Gefahren ich mich, nur für meine Leser, aussetze und was für ein toller Blogger ich bin ;-)

Was ist mein Fazit: Es gibt keinen Grund eine Alternative zu den bewährten Maggi Dosenravioli zu suchen. Vielleicht gehe ich bei Gelegenheit mal beim Nestle Werksverkauf vorbei und versorge mich dort mit Blackout-Ravioli. Sie sind gut essbar, fast ewig haltbar, günstig, mit wenig Energie zu erhitzen und schmecken den meisten Kindern und Jugendlichen sogar sehr gut.

Ein kleiner Nachtrag:

Ich war offenbar nicht der Einzige, der die Aldi Dosen Spaghetti als ungenießbar einschätzt. Der Preis ist von 1,19 Euro auf nur noch 19 Cent gefallen und niemand will sie haben.


Radioaktiver esoterischer Schmuck

(Negativ Ionen, Bio Energy, Quantum Pendant...)

In den letzten Tagen wird von einigen Medien über den radioaktiven Schmuck berichtet, der Esoterikern angedreht wird. Die Gegenstände, die als "Quantum Pendant", "Negativ Ionen" oder "Bio Energy" bezeichnet werden, schützen natürlich weder vor 5G Strahlung, noch helfen sie bei Schlafstörungen. Dafür würden einige aber beim Tragen für eine Dosis sorgen, die gesundheitsschädlich ist. Wirklich verwerflich bei der ganzen Sache ist, dass kein einziger der Verkäufer auf die radioaktive Strahlung hinweist. Enthalten ist darin übrigens Thorium. Strahlenschutz Interessierte verwenden sie derzeit gerne als Prüfstrahler für ihre Geigerzähler.

Wegen der Berichterstattung der letzten Tage vermute ich, dass die Behörden dem Import und Verkauf bald einen Riegel vorschieben werden (Link, Link, Link). Diese Gegenstände sind vor einigen Monaten auch schon dem Bundesamt für Strahlenschutz aufgefallen. Da sie aber offenbar nur einen derartigen Anhänger mit einer relativ geringen Strahlung getestet haben (160 nSv/h), waren sie in ihren Empfehlungen auch eher "entspannt" und gehen von keiner unmittelbaren Gesundheitsgefahr aus. Ich bezweifele jedoch, dass einige dieser Gegenstände wirklich im Hausmüll entsorgt werden dürfen, wie es das BfS aktuell noch vorschlägt. Es gibt übrigens auch äußerlich gleiche Gegenstände, die gar keine erhöhte Strahlung aufweisen. Zwei davon seht Ihr auf den beiden unteren Fotos. Einige haben jedoch auch eine hundertfach höhere Dosisleistung. In diesem Zusammenhang will ich auf ein sehr interessantes Video verweisen das erklärt, warum alle Messwerte von Geigerzählern massiv voneinander abweichen. Meine entsprechenden Berichte über den Schutz vor ABC-Gefahren findet Ihr HIER, HIER und HIER.


Ein Tipp für Substitutionsärzte, MPU-Gutachter und Verkehrspolizisten

Kunsturin zum Überlisten von Drogentests wird in diesen Beuteln verkauft und vor allem auch für Verkehrskontrollen und die MPU bereit gehalten.
Kunsturin zum Überlisten von Drogentests wird in diesen Beuteln verkauft und vor allem auch für Verkehrskontrollen und die MPU bereit gehalten.

Drogensüchtige, Junkies und Kiffer die am Straßenverkehr teilnehmen, sind eine Gefahr für uns alle. Wenn sie dabei niemanden umbringen ist das in unserem Land seltsamerweise aber nur eine Ordnungswidrigkeit!? Es sind leider erschreckend viele Menschen, die den Unsinn der "weichen Drogen" glauben, schwer süchtig werden und ihr Leben weg werfen. Aber der Alltag muss für sie ja weitergehen, also werden sie sehr kreativ, wenn es darum geht, Ihre Drogensucht im Alltag zu verbergen. Ein wichtiger Teil davon ist für Viele das Autofahren, nach dem Konsum von Rauschgift. Die Gefahr, der sie alle Anderen damit aussetzen, ist für diese Menschen völlig nebensächlich. In Österreich nennt man diese Drogen ja nicht ohne Grund "Suchtgift". Da diesen Konsumenten aber klar ist, dass Verkehrspolizisten ihnen ihre Sucht an der Nasenspitze ansehen, werden sie teilweise durchaus kreativ. Und später, wenn die Führerscheinstelle eine MPU mit regelmäßigen Drogentests anordnet, ebenfalls. Das Kurioseste was ich in diesem Zusammenhang mal gesehen habe war ein umschnallbarer Gummipenis, zur Abgabe von Kunst- oder Fremdurin. Der Besitzer hat ihn verwendet, um seinen "Beikonsum" vor dem Subsitutionsarzt zu verheimlichen (Wenn ein Substitutionspatient neben seinem Subutex, Methadon oder Polamidon illegale Drogen konsumiert, wird er aus dem Programm geworfen).

 

Lasst Euch nicht täuschen! Wenn Ihr bei einer Durchsuchung diese weißen Beutel findet ist darin keine Seife, sondern Kunsturin. Zu finden sind sie meist in Griffweite von Autofahrern, in den Bauchtaschen von Kapuzenpullovern und sogar in extra Fächern von Unterhosen für drogensüchtige Autofahrer, die es in speziellen Fachgeschäften für drogensüchtige Autofahrer zu kaufen gibt (und nein, das ist kein Witz).

Die Frage, ob man diese drogensüchtigen Autofahrer auffordern darf, sich zur Demonstration die Hände mit ihrer angeblichen "Seife" zu waschen (evtl. sogar zur Belustigung der Einsatzkräfte?), ist eine ethisch-moralische, die ich hier nicht beurteilen will.

Wie immer gilt:

E-Mails die Marihuana, oder anderes Rauschgift, verharmlosen werden nicht beantwortet. Auch Hassmails habe ich diesbezüglich schon hunderte bekommen und auch diese werden nicht beantwortet.


Abgelaufene Lidl Ravioli im Test

Der kalte Krieg ist wieder da, die Nato verlegt Truppen in Richtung Osten, Erdgas wird kapp und um unser Stromsystem steht es gar nicht gut. Der Selbstschutz interessiert wieder viel mehr Menschen und ein Blogger nach dem anderen widmet sich dem Thema. Die goßen "Influencer" (Werbemarionetten ohne eigene Ideen) halten den BBK Ratgeber in die Kamera und reden schlau über Dinge daher, von denen sie wenige Wochen zuvor noch nie gehört haben. Was soll ich also auf meinem Blog thematisieren, das hoffentlich ein paar Lesern weiterhilft? Ich probiere alte, seit einigen Jahren eingelagerte, Konservendosen.

An Dosenravioli scheiden sich die Geister. Die einen verteufeln sie, die anderen mögen sie sogar gerne. Ich selber esse sie gelegentlich, aber ausschließlich die originalen von Maggi. Vor einigen Jahren hatte ich mal die dumme Idee, mir einige Konserven von Aldi und Lidl einzulagern. Zum Glück habe ich nur wenige davon gekauft, bevor ich merkte, dass sie ungenießbar sind. Und die letzten Jahre lagen sie einfach in meiner Garage und warteten dort auf eine so schlimme Krise, dass mir nichts anderes mehr bleibt. 

In meinem Vorrat befanden sich zwei dieser Dosen mit dem MHD 08/2018. Da anderen Dosenravioli ab der Fertigung ein MHD von zwei Jahren haben, sind sie vermutlich 2016 hergestellt worden und waren bei meinem Test sechs Jahre alt. Wenn ich jetzt bedenke, dass ich schon EPAs gegessen habe, die mehrere Jahrzehnte alt waren, war dieser Test nicht mal sonderlich spektakulär.

 

Nach dem Öffnen fiel mir lediglich auf, dass sich die festen Bestandteile etwas gesetzt hatten und oben auf eine klare Flüssigkeit war. Die Ravioli rochen einwandfrei. Nach einigen Minuten in der Mikrowelle probierte ich sie. Sie schmeckten genau so, wie ich es von Lidl Konserven erwartet hatte. Sie waren ekelhaft und an der Grenze zur Ungenießbarkeit. Ganz wichtig ist aber, dass sie nicht alt schmeckten. Wie fast alle Lidl und Aldi Konserven landeten sie sofort im Müll.

 

Fazit:

Ich mag es eigentlich nicht, Lebensmittel weg zu werfen. Aber obwohl ich keine großen Ansprüche an mein Essen habe, ist bei diesen billig Konserven meine Grenze erreicht. Das Interessante an dem Test war aber, dass das nicht am Alter der Konserve lag, sondern an deren grundsätzlich minderwertigen Qualität.

Das eigentliche Fazit ist also sehr einfach und klar: Ich kaufe Dosenravioli nur noch von Maggie, dem Hersteller Nr. 1. Bei diesen Konserven gehe ich davon aus, dass man sie auch nach über 10 Jahren über dem MHD noch bedenkenlos essen kann.

Die Tage war ich im Nestle Werksverkauf. Was man dort genau für welchen Preis bekommt ist sehr unterschiedlich und wird hauptsächlich von der aktuellen Produktion abhängen. Die Konserven haben genau das Selbe gekostet, wie im Supermarkt. Aber andere Lebensmittel haben wir für weniger als den halben Preis bekommen. Es war ein netter Ausflug, aber auch keiner den man unbedingt machen muss. Seine Vorräte kann man als verantwortungsbewusster Familienvater auch in jedem Supermarkt auffüllen. Nach dem ich weiter oben auch schon eine Aldi Konservendose probiert habe, verspreche ich euch, dass damit erst mal Schluss ist und ich mich wieder anderen Dingen widmen werde. Ich kann das widerliche Zeug ja sowieso schon nicht mehr sehen. Ich habe z.B. einen Mosin Nagant, mit sehr interessanten Stempeln oder eine ungewöhnliche Erkennungsmarke und einiges mehr. Ich habe jedenfalls keine Angst, dass mir die Ideen ausgehen werden. Ich betreibe Tactical-Dad ja schon seit etwa 5 Jahren ;-)


Der TÜV bemängelt mal wieder meinen Kfz Verbandkasten

Wie schon bei der letzten TÜV Überprüfung wurde erneut mein Verbandkasten bemängelt. Vor zwei Jahren hatte ich nur meinen grünen Kasten dabei, den ich mir für Notfälle optimiert habe. Details dazu findet Ihr in meinem Bericht über die Erste-Hilfe Ausrüstung.

Seit dem habe ich in meinem Auto zusätzlich mein Oberland Arms IFAK und eine weitere komplette DIN Norm Verbandtasche mit Warndreieck. Ich vermute, dass das Haltbarkeitsdatum der Tasche abgelaufen ist (ich habe gar nicht nachgeschaut). Vielleicht hat der TÜV Mitarbeiter aber auch eine genaue Prüfung der DIN-Norm durchgeführt und ihm ist aufgefallen, dass meine Gummihandschuhe nicht sofort beim Entnehmen oder Anschauen reißen und ich es tatsächlich gewagt habe, sinnvolle Dinge zur Blutstillung und Beatmung mitzuführen...? Wie Ihr euch sicher vorstellen könnt, finde ich die Bemängelung meines Verbandkasten daher recht lustig.

 

Jedem verantwortungsbewussten Familienvater sollte klar sein, dass die vorgeschriebenen Kfz Verbandkästen ziemlich schlecht und realitätsfern sind. Die DIN Norm 13164 ändert sich regelmäßig und wird angepasst, was ja eigentlich eine gute Sache sein sollte. Mit der neuesten Änderung kommen jetzt Mundschützer dort rein. Da fragt man sich schon, was das soll? Und anstatt fertig verpackte Druckverbände vorzuschreiben, sind darin immer noch 5 Mullbinden und 6 Wundkompressen vorgeschrieben. Ich habe schon viele Verletzte verbunden, aber ich habe noch nie eine Wundauflage und eine Mullbinde verwendet, wenn ich ein fertiges Verbandpäckchen hatte (für Ungediente: Es heißt nicht Verbandspäckchen, es heißt ja auch nicht Schubslade, Puffsmutter oder Schamslippe). Die durchaus nützliche Fettkreide wurde übrigens schon vor vielen Jahren aus der Liste gestrichen. Jeder Unfallbeteiligte konnte mit der Kreide die Position seiner vier Räder markieren und so die Fahrbahn in wenigen Minuten frei machen (das ist bei geringen Schäden sogar im §34 Absatz 1 Nr. 2 StVO vorgeschrieben).

 

Ich kann jedem sehr raten, sich zusätzlich anständiges Erste-Hilfe Material ins Auto zu legen. Niemand will es erleben, dass er eine fremde leblose Person reanimieren muss und keine Beatmungsmaske dabei hat. Als ich mal in so einer Situation war, war diese Person schon eine Stunde tod und ich hatte den ganzen Tag restlichen Leichengeschmack im Mund.... Und wenn Ihr wirklich eine starke Blutung stillen müsst, seit Ihr sehr dankbar für hochwertiges Material.

Die Erste-Hilfe hat ein Problem. In diesem Bereich tummeln sich viele Laien, die wenig bis gar keine praktische Erfahrung haben. Im Umkehrschluss fühlen sich viele davon sehr überlegen und reden gerne über Richtlinien und Dinge, die sie nur aus Büchern kennen. Ich bekomme regelmäßig von derartigen Menschen Lesermails, dass ich "falsche" und "gefährliche" Dinge dazu auf meinem Blog schreiben würde. Neulich hat mir tatsächlich einer davon erzählen wollen, dass man mit dem Besitz eines chinesischen Tourniquets eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz und dem Markenrecht begehen würde. Ich bin wirklich kein Experte für die Erste-Hilfe. Aber da ich dazu praktische Erfahrung in einem relevanten Umfang habe, habe ich wenig Verständnis für derartigen Unsinn. Und wenn jemand ein Tourniquet aus China bestellt, setze ich so viel Kompetenz bei meinen Lesern voraus, dass man es vor der Benutzung auch testet. Mein Erste-Hilfe Bericht wird ziemlich viel gelesen und zu keinem anderen Bericht bekomme ich derart kuriose Mails. Das hat vermutlich den Hintergrund, dass in Deutschland allen Ersthelfern und Sanitätern über Jahrzehnte beigebracht wurde, dass nur Ärzte bestimmte Maßnahmen treffen dürfen. So entstand eine Kultur des "das darf man aber nicht". Und wenn Erste-Hilfe Ausbilder etwas über Notfälle erzählen wollen, dabei aber nur rechtliche Hürden im Kopf haben, wird nie etwas Anständiges dabei raus kommen. Ich werde daher bald meine FAQs entsprechend ergänzen.

 

Wenn Du selber ebenfalls Erfahrung mit der Bewältigung von Notfällen sammeln willst, gibt es viele ehrenamtliche Möglichkeiten dazu, vom DRK bis zu den freiwilligen Feuerwehren. In diesem Zusammenhang will ich auch auf die Handy App "Mobile Retter" aufmerksam machen (Video). Mit dieser App werden Notrufe zusätzlich an registierte Ersthelfer weitergeleitet und sie zeigt, wie umfangreich die taktischen Möglichkeiten des Smartphone sind. HIER kannst Du nachsehen, ob diese App auch in deinem Landkreis von der Rettungsleitstelle unterstützt wird.

 

Das Engagieren in Hilfsorganisationen bringt einen nicht nur persönlich weiter, man kann auf diesem Weg auch unserer Gesellschaft etwas zurück geben. Unsere Gesellschaft und unser Staat braucht nämlich nicht nur den moralischen Rückhalt aufrechter Bürger sondern auch eine praktische Mithilfe. In einer Zeit, wo Verschwörungstheorien immer weiter um sich greifen, ist so etwas wichtiger denn je. Während ein Teil unserer Mitmenschen sich mit Rauschgift in die Psychiatrie bringt und ein weiterer Teil Unsinn über Telegram verbreitet, kann man so den entscheidenden Unterschied machen.

 

Hast Du Netflix, dann lass dir die Serie "Flint Town" nicht entgehen:


Das Rückgabezeichen vom Beschussamt und die gefährlichste Bockbüchsflinte der Welt

Wir sind in Deutschland nicht nur mit den besten Waffenherstellern der Welt verwöhnt, wir haben auch eine rechtlich vorgeschriebene Beschussprüfung. Alleine eines davon sollte uns vor unschönen Überraschungen schützen. Als ich mir eine Bockbüchsflinte eines deutschen Qualitätsherstellers, aus den 60er Jahren, gebraucht kaufte, hatte ich keinerlei Zweifel an deren technischer Zuverlässigkeit. Ich wurde aber sehr enttäuscht...

Ich unternahm einige Versuche mit Einstecksystemen, mit der Bockbüchsflinte, mit einer Reduzierhülse (.222 Rem. auf .22 Mag) und einem Einstecklauf (16/70 auf .22 Mag). Die abgeschossenen Hülsen aus dem Kugellauf waren alle entweder gerissen, oder hinten aufgebaucht. Ich vermutete erst, dass das auf die Reduzierhülse zurück zu führen wäre. Da ich aber doch Zweifel an der Maßhaltigkeit der Waffe hatte, führte ich sie einem "freiwilligen Beschuss" gem. §6 BeschussV, beim Beschussamt Ulm, zu. Dies ließ sich gut mit einem Ausflug in das Müller-Schießzentrum verbinden. Das MSZU sollte man als Jäger und Schütze wirklich mal gesehen haben. Auch das angeschlossene Geschäft ist recht groß. Nur Sammler werden dort kaum fündig, da sie dort keine Gebrauchtwaffen verkaufen.

 

Meine Bockbüchsflinte schaffte es nicht mal bis zum Überdruckbeschuss, es wurden bereits bei der Vorprüfung dermaßen massive Fehler in der Maßhaltigkeit festgestellt, dass sie gem. § 4 BeschussV zurückgewiesen wurde und die entsprechende Stempel gem. §9 Absatz 4 BeschussV aufgebracht wurden. Es waren aber nicht nur irgend welche Mängel, sonder sie waren so sicherheitsrelevant, wie ich es noch nie erlebt habe. Das .222 Remington Patronenlager hatte einen Verschlussabstand, der einen ganzen Millimeter zu groß war! Jeder Schuss einer Büchsenpatrone hätte also wortwörtlich nach hinten los gehen können. Durch die mangelnde Abdichtung nach hinten, hätten die Patronen leicht reißen und den Druck in das Gesicht des Schützen frei geben können (etwa 3500 Bar). Und das 16/70 Lager hatte eine Länge von nur 65 Millimeter! Es war also ganze 5 Millimeter zu kurz. Jeder Schuss einer 16/70 Patrone hätte den ganzen Lauf zerreißen können, weil die Schrotpatrone nicht genug Platz hat um sich zu entfalten. Ich frage mich daher schon sehr, wie diese Waffe jemals die Qualitätskontrolle des Herstellers passieren konnte und wie sie im Anschluss im Beschussamt München ihre Stempel bekommen hat? Ich will auch ausdrücklich noch erwähnen, dass sie in den letzten Jahren jagdlich geführt und geschossen wurde und dass die festgestellten Mängel keine Abnutzungserscheinungen waren. Der vorherige Besitzer kann froh sein, dass ihm diese Waffe nicht um die Ohren geflogen ist.

Diese Kennzeichnung links würde fast niemand verstehen. Das liegt auch daran, dass die Mitarbeiter beim Beschussamt das alte Beschusszeichen von 1965 nicht mit einem X entwertet haben. Das wäre aber nach §9 Absatz 4 BeschussV vorgeschrieben gewesen. Die meisten Waffenbesitzer kennen das Rückgabezeichen gar nicht und würden die Kennzeichnung vermutlich als Neubeschuss aus dem Jahr 2021 interpretieren. Das Rückgabezeichen ist im §9 Absatz 4 BeschussV beschrieben und auch die Dekodierung der Jahreszahl ist dort erklärt. Um es aber noch mal zu verdeutlichen, beim Rückgabezeichen ist nur das Ortszeichen vom Beschussamt und die Jahreszahl vorhanden. Es fehlt aber der Adler bzw. das "CIP". 

 

Fazit aus meiner Bockbüchsflinte:

Die Fertigungsqualität der Waffe und die Arbeit des bayerischen Beschussamtes von 1965 kann man nur als verantwortungslos bezeichnen. Diese Waffe hätte niemals in den Handel kommen dürfen. Ich hatte den Hersteller um eine Stellungnahme gebeten, es erfolgten aber nur Ausflüchte und nicht mal eine Entschuldigung. Der Hersteller und der Mitarbeiter vom Beschussamt können froh sein, dass diese Waffe, wie durch ein Wunder, nicht auf der Jagd explodiert ist. Sie hätten sich dann nämlich, durch ihre schlampige Arbeit und ihre Garantenstellung, vermutlich einer gefährlichen Körperverletzung durch Unterlassen strafbar gemacht (§§ 224 iVm. 13 StGB; Mindeststrafe: 6 Monate Haft). Meine Theorie ist übrigens, dass jemand von den Verantwortlichen damals bei der Arbeit gesoffen hat. Den Namen des Herstellers mag ich nicht nennen, es hätte niemand etwas davon, wenn ich ihn öffentlich vorführen würde.

Man darf durch meine Geschichte aber auch nicht den Eindruck gewinnen, dass die Beschussämter Behörden wären, bei denen schlampig gearbeitet wird. Das wäre nämlich grundlegend falsch. Die Beschussämter sorgen für eine hohe Fertigungsqualität und schaffen viel Sicherheit.

Meine argentinische Kipplaufpistole von Rexio hatte nie ein Beschusszeichen. Um sie sportlich zu nutzen, wollte ich sie beschießen lassen.
Meine argentinische Kipplaufpistole von Rexio hatte nie ein Beschusszeichen. Um sie sportlich zu nutzen, wollte ich sie beschießen lassen.

Da der Lauf nicht maßhaltig war, wurde vom Beschussamt nur das Rückgabezeichen aufgebracht. Dieser Stempel und die angehängte Karte weisen auf die Rechtsfolgen hin. Da die genauen Gesetzesstellen im Waffenrecht wichtig sind: Im §12 BeschG steht, dass Waffen ohne Beschusszeichen nicht überlassen oder geschossen werden dürfen. Im §21 Absatz 1 Nr. 6 BeschG ist das Überlassen derartiger Waffen als Ordnungswidrigkeit sanktioniert. Das Schießen mit einer unbeschossenen Waffe ist in den Sanktionen nicht zu finden. Im Falle einer Waffe mit Rückgabezeichen, könnte es aber als Verstoß gegen behördliche Auflagen geahndet werden (§§ 18 Absatz 2 iVm. 21 Absatz 1 Nr. 9 BeschG). 

 

Mir sind in Deutschland schon öfter unbeschossene Waffen begegnet. Dazu muss man wissen, dass sich einige Länder zur CIP zusammen geschlossen haben (Argentinien gehört nicht dazu). Alle diese Länder erkennen die Beschussprüfung der anderen Mitglieder an. Meist sind es Waffen aus den USA und der Schweiz, denen der Beschuss fehlt. Vor allem nach privaten Importen wird die Beschussprüfung oft ignoriert oder vergessen. Wenn jemand an so eine Waffe kommt, muss er sie also vor einem Weiterverkauf, oder der Benutzung, beschießen lassen.

Ich vermute, dass bisher kaum einer meiner Leser das Rückgabezeichen gekannt hat. Bekannter ist da schon eher das X, mit dem Beschusszeichen entwertet werden. Auch dieses X bekommt man nur selten zu sehen, aber es steht sogar im Fragenkatalog zur Sachkundeprüfung. Damit Ihr auch das mal gesehen habt, zeige ich euch eines hier links. Das ist ein Röhm RG12 Revolver in .22 lfB, den ich für meine Referenzwaffen Sammlung mal bei einem Händler für 20 Euro mitgenommen habe. Das kleine X auf der Trommel fällt kaum auf. Dem Waffenhändler ist es nicht aufgefallen und mir auch erst einige Wochen nach dem Kauf. Ein Rätsel konnte ich jedoch noch nicht lösen. Warum wurde dieser alte und billig Revolver mit Zinkrahmen überhaupt einem Neubeschuss zugeführt? Er hat ja schließlich nach der Fertigung bereits einen gültigen Beschuss erhalten.

 

Ich hoffe Ihr habt hier etwas gelernt und dass ich euch auch etwas Interessantes zeigen konnte. Bleibt meinem Blog treu und empfehlt ihn weiter, er lebt schließlich nicht von verlogener Influencer Werbung, sondern von eurem Interesse.


Enforce Tac Messe Nürnberg (IWA 2022)

Auf die Umarex HDB68 warten schon viele zivile Waffenbesitzer, zum Einsatz von Gummigeschossen und Pepperballs. Das hier ist die "Behördenversion". Sie wird 16 Geschosse im Kaliber .68 aufnehmen und etwa 200 Euro kosten.
Auf die Umarex HDB68 warten schon viele zivile Waffenbesitzer, zum Einsatz von Gummigeschossen und Pepperballs. Das hier ist die "Behördenversion". Sie wird 16 Geschosse im Kaliber .68 aufnehmen und etwa 200 Euro kosten.

Und es gibt tatsächlich auch den HDR50, die HDP50, die HDS68 und die HDX68 in einer blauen "Behördenversion". Über Sinn und Unsinn dieser Waffen, für das Behördentraining, lässt sich natürlich durchaus diskutieren...

 

Nachtrag: Die HDB68 ist übrigens jetzt auch auf der Umarex Homepage.

Das coolste Rubber-Patch war eindeutig beim Behördenausrüster Etzel zu finden. Auf dem Patch ist eine Kripomarke aus Gummi drauf. Auch sehr gut gelungen sind die Gürtelhalter für einen Polizeistern, die an ein US-Badge erinnern. Die Firma Etzel hat offenbar den Vertrieb der Piexon Produkte für Deutschland übernommen.

Darauf haben vermutlich einige gewartet, vom Piexon JPX kommt eine 2. Generation auf den Markt. Der Hauptunterschied zur 1. Generation ist das verlängerte Griffstück und der Abzug.
Darauf haben vermutlich einige gewartet, vom Piexon JPX kommt eine 2. Generation auf den Markt. Der Hauptunterschied zur 1. Generation ist das verlängerte Griffstück und der Abzug.

Die Produktion des Piexon EOC ist erst jetzt angelaufen. Das hier links ist eines der ersten Stücke, in der endgültigen Version. Die beiden Versionen, die ich HIER bereits gezeigt habe, waren nur Prototypen. Das EOC ist ein elektronisch gesteuertes Pfefferspray mit einem Entfernungsmesser. Die Reichweite liegt bei etwa 8,5m. Ein "Tierabwehr" Schriftzug ist auf den Gerät angebracht, ob es aber auch tatsächlich auf den Zivilmarkt kommt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Der Pfefferspray Hersteller Nr. 1 konnte die größte "Gaspistole" der Welt vorweisen (Hoernecke). Der Reizstoffwerfer ist vereinzelt bereits von europäischen Behörden beschafft worden.

Da ist es, das HK433, das vermutlich modernste und beste Sturmgewehr der Welt.
Da ist es, das HK433, das vermutlich modernste und beste Sturmgewehr der Welt.

Statt dieser genialen Entwicklung will das BMVg aber ein veraltetes AR-15 System, ohne Klappschaft und Durchlademöglichkeit im Anschlag, beschaffen. Über diese abwegige, irre und dumme Entscheidung habe ich mich aber in meinem Jahresrückblick bereits ausgelassen.

Foto Links: Das HS-VHS, was ebenfalls wesentlich sinnvoller als Standart-Sturmgewehr wäre.

Einen völlig neuen Weg bei Abwehrsprays geht die Firma "Code-4". In den Sprays ist kein Reizstoff, sondern eine Farbe die die Augen des Angreifers so bedeckt, dass er nichts mehr sehen kann.
Einen völlig neuen Weg bei Abwehrsprays geht die Firma "Code-4". In den Sprays ist kein Reizstoff, sondern eine Farbe die die Augen des Angreifers so bedeckt, dass er nichts mehr sehen kann.

Dieses Konzept sollte, im Gegensatz zu Reizstoffen, auch bei Geisteskranken und Drogensüchtigen funktionieren.

Zusätzlich bietet die Firma eine große Palette an Markiermitteln an, bis hin zu .68er Paintballgeschossen.
Zusätzlich bietet die Firma eine große Palette an Markiermitteln an, bis hin zu .68er Paintballgeschossen.

Bereits 5000 Behörden haben die Vorteile von Pepperballs erkannt. Behörden und Privatleute weltweit setzen immer mehr auf diese Waffen. Auch der US Hersteller Sabre fertigt inzwischen eigene Pava Balls und ist dabei eigene .68er Waffen dafür zu entwickeln. Ich dürfte leider keine Fotos von den Entwürfen machen. Ich habe bereits sehr viel zu diesen Waffen auf meinem Blog geschrieben.

Ich beschäftige mich viel mit Pfefferspray und habe damit auch umfangreiche praktische Erfahrung. Seit vielen Jahren verwende ich den Halter von Peter Jones. Ich halte ihn für den besten Pfefferspray Halter weltweit. Auch viele meine Leser sind damit sehr zufrieden. Die finnische Firma "Authorities Gear" hat diesen Halter nun etwas optimiert (Link). Die Firma verkauft auch interessant Gürtel, Plate-Carrier usw.

In meinem Pfefferspray Teil-1 Bericht habe ich über Mängel am IDC RSG-2000 Pfefferspray Gehäuse gesprochen. Offenbar ist ein Fehler davon behoben, in dem der Verschluss vom Gehäuse auf den Gürtelhalter verlegt wurde. Ich hatte leider keine Zeit mit den Mitarbeitern darüber zu sprechen.

Das wichtigste Produkt auf der ganzen Enforce Tac war eindeutig der Taser 7. Das richtig gut gemachte Herstellervideo findest Du HIER.
Das wichtigste Produkt auf der ganzen Enforce Tac war eindeutig der Taser 7. Das richtig gut gemachte Herstellervideo findest Du HIER.
Kaum Aufmerksamkeit auf der Enforce Tac erregte die Glock 46.
Kaum Aufmerksamkeit auf der Enforce Tac erregte die Glock 46.

Viele kennen meine Meinung zur Glock, ich halte sie für veraltet und gefährlich. Beim Versuch das Sicherheitsproblem ihrer Pistolen zu lösen, hat man eine Waffe mit zwei Zerlegehebeln geschaffen. Da stellt sich die Frage, wie sich so eine Waffe gegen die Konkurrenz durchsetzen soll? Ich würde sie jedenfalls nicht kaufen.

Im Gegensatz zur Glock 18, die vermutlich jeder gerne hätte.
Im Gegensatz zur Glock 18, die vermutlich jeder gerne hätte.

Für mich persönlich waren die 44mm Werfer von Verney Carron aus Frankreich ("Flash Ball" genannt) besonders Interessant (Video). Die in Frankreich, gegen ein ärztliches Attest, verkäuflichen Versionen (FBC und FBM) haben etwa eine E0 von 100 Joule. Die Behördenversionen haben etwa 150 Joule. Sie werden vor allem bei den BAC verwendet, die sich täglich der gewalttätigen Straßenkriminalität entgegen stellen. Hierbei sind sie wegen ihrer kleinen Bauform bei den Beamten beliebt, weil sie sich so im Zivileinsatz verdeckt tragen lassen. Aber die 44mm Mündung macht beim Gegenüber halt doch entsprechend Eindruck macht. Das Kaliber wurde absichtlich so groß gewählt, damit die tennisballartigen Geschosse nicht in die Augenhöhlen eindringen können.

Das absolute Highlight der Messe war das VR Trainingssystem von Refence. Das System wird bereits sehr erfolgreich von einigen Polizeibehörden eingesetzt (Video). Das System hebt das Einsatztraining auf ein ganz neues Level und ermöglich unfassbar viele Möglichkeiten. Die, vom Computer simulierten, Personen reagieren sogar auf die Ansprache der Einsatzkräfte. Ich war davon schwer begeistert und kann jedem Behördenverantwortlichen nur sehr zu einem Test des Systems raten.

Mein "Gewinner des Tages" war die neue FN306 Smart Protector Pistole für Gummigeschosse.
Mein "Gewinner des Tages" war die neue FN306 Smart Protector Pistole für Gummigeschosse.

Die Pistole verfügt über 5 Läufe, die mit 12,55mm Gummigeschoss-Patronen geladen werden. Die Patronen werden elektrisch gezündet, ähnlich der OSA-Pistole oder der H&K P11. Die E0 der Geschosse liegt bei etwa 30 Joule. Unter der Pistole ist eine Kamera montiert, mit einem intelligenten Computersystem. Es erkennt, wenn die Waffe auf den Kopf eines Menschen gerichtet wird und blockiert in diesem Fall das System.

Die Waffe kann jedoch auch so programmiert werden, dass es nur ein akustisches Signal gibt, wenn sie auf den Kopf gerichtet wird.

Die fünf Leuchtdioden zeigen die verbleibenden Patronen in der Waffe an. Kurzwaffen für Gummigeschosse werden bei Behörden nur sehr selten eingesetzt und daher rechne ich auch nicht mit relevanten Verkaufszahlen, bei dieser beeindruckenden Waffe.

 

Natürlich gäbe es noch einiges mehr zu erzählen und zu zeigen, z.B. die Kombinationen von Leuchtpunktvisieren mit Wärmebildkameras, von denen es mehrere zu sehen gab. Ich bin jetzt aber schon seit 20h wach, war lange auf der Autobahn unterwegs und muss endlich ins Bett. Ich habe mir aber auch den neuen 20 Zoll "Easy Lock Teleskopschlagstock" von ESP gekauft. Den werde ich sicher noch in absehbarer Zeit auf dem Blog vorstellen.


IWA Waffenmesse Nürnberg 2022

Die IWA haben wir dieses Jahr ausnahmsweise am Sonntag besucht. Der IWA Sonntag ist ein sehr spezieller Tag, einige Aussteller sind dann schon weg, es ist sehr ruhig, aber ab und zu bekommt man Ausstellungsstücke, die die Austeller aus Übersee nicht mit nach Hause nehmen möchten. Kennzeichnend ist aber vor allem, dass der Sonntag sehr ruhig ist und keinerlei Gedränge herrscht. Unterm Strich ist es aber so, dass sich die früheren Tage eher für einen Besuch anbieten. Ich will auch hier nur sehr kurz und knapp auf die, für mich, relevanten Punkte eingehen.

Umarex ist zweifellos eine der ganz großen Firmen. Sie haben ihre gesamte Produktpalette der Taschenlampen überarbeitet. Das war auch dringend nötig. Sie sind jetzt wieder auf dem aktuellen Stand der Technik und haben mir durchaus gefallen.

Viele werden auf den Umarex HDR68 warten. Er kommt in wenigen Wochen in die Geschäfte und wird etwa 140 Euro kosten.
Viele werden auf den Umarex HDR68 warten. Er kommt in wenigen Wochen in die Geschäfte und wird etwa 140 Euro kosten.

Der Markt der Paintballwaffen zur Selbstverteidigung wächst stetig weiter. Das freut mich insbesondere daher, weil ich einer der Wegbereiter davon in Deutschland war und schon vor vielen Jahren über das Thema geschrieben habe. Der HDR68 wird den Paintballmarkt schnell erobern, er kostet schließlich nur etwa die Hälfte der Konkurrenten (TIPX und FSC). Da er aber recht groß ist, eignet er sich fast nur zur Heimverteidigung. Ich selber würde dafür vermutlich aber die neue HDB68 wählen. Sie hat nämlich 16 Schuss im Magazin.

Sehr eindrücklich war das neue Umarex Airsoft H&K MG4. Auch wenn ich mit Airsoft nicht viel zu tun habe, diese Waffe hätte vermutlich jeder gerne in seinem Schrank stehen.
Sehr eindrücklich war das neue Umarex Airsoft H&K MG4. Auch wenn ich mit Airsoft nicht viel zu tun habe, diese Waffe hätte vermutlich jeder gerne in seinem Schrank stehen.

Die französische Firma SAPL kennt hier kaum jemand, aber in ihrem Heimatland sind sie ein wichtiger Teil des Waffen- und Behördenmarktes. SAPL lieferte an die Polizei z.B. eine große Menge Schutzschilde, als die "Gelbwesten" ihren perversen Gewaltphantasien freien Lauf ließen und die russischen Geheimdienste diese Situation für einen Sturz der französischen Regierung ausnutzen wollten. Das versuchten sie z.B., in dem sie über RT die Lüge verbreitete, dass die Polizeigewerkschaft, während den schlimmsten Ausschreitungen, alle Beamten zum Streik aufgerufen habe. Dank vieler aufrechter Bürger, Polizisten, Spione und Soldaten, ist das zum Glück nicht gelungen.

Bei den privaten Waffenbesitzern sind vor allem die 12/50er Waffen von SAPL beliebt, die Gummigeschosse verschießen. Diese Waffen dürfen dort, mit einem ärztlichen Attest, erworben werden. Das links ist die "GC27" Pistole, für die es einen Wechselaufsatz mit Revolvertrommel gibt. Das Kaliber des Wechselsystems ist 8,8x10 SAPL und verschießt Plastikgeschosse, zum Training (Video). Vielen Dank für die Infos an Emilie Lefebvre. Weiteres über derartige Waffen findet Ihr HIER auf meinem Blog.

Das links ist der günstige und einschüssige Pepperball Compact. Die neuere Version verschießt keinen Pepperball, sondern eine, sich sofort zerlegende, Pfefferwolke (Video). Ich habe auf der IWA erfahren, dass derzeit die Planungen laufen, um dieses "Pepperball Blast" in den deutschen Handel zu bringen. Da die genaue rechtliche Einstufung etwas komplex ist, kann das aber noch eine Weile dauern. Genau so gefreut hat mich auch zu erfahren, dass die Firma safety-first24.de die Pepperballwaffen auf dem deutschen Zivilmarkt verkauft. Wundert Euch aber nicht über die Preise, diese Waffen sind auch in den USA sehr teuer.

Die Kimar LTL Alfa CO2 Pistole im Kaliber .50 war schon eine Weile in Frankreich auf dem Markt. Jetzt wird sie auch in Deutschland, für etwa 120 Euro, verkauft. Sie ist der HDP50 sehr ähnlich. Interessant sind die gummiumantelten Stahlgeschosse. Etwas Ähnliches verwendet die Israelische Armee, mit Abschussbechern aus ihren M16 Gewehren. 

Wer immer noch glaubt, dass das Pedersoli White Hawk Gewehr ein historisches Vorbild vor 1871 hat, kann ja mal überlegen, ob das auch für das Little Badger Survival Gewehr gilt..... Mehr über das White Hawk erzähle ich HIER.
Wer immer noch glaubt, dass das Pedersoli White Hawk Gewehr ein historisches Vorbild vor 1871 hat, kann ja mal überlegen, ob das auch für das Little Badger Survival Gewehr gilt..... Mehr über das White Hawk erzähle ich HIER.

Endlich gibt es mal ein wirklich neues Modell auf dem Markt der Schreckschusswaffen, die Retay PM ist eine Kopie der Makarow Pistole. Ab wann sie mit einer EU 2019/69 Zulassung verfügbar ist, weiß ich leider nicht.

Die Laser Shot Schießkinos bieten viele Möglichkeiten, die wir natürlich nutzten, mit Taser und Pfefferspray.
Die Laser Shot Schießkinos bieten viele Möglichkeiten, die wir natürlich nutzten, mit Taser und Pfefferspray.

Der Vertreter von Laser-Shot schaut uns an, als ob wir Aliens wären, als wir sofort nach einer Simulation von Pfefferspray und Taser fragten. Nach mehreren Tagen IWA waren wir offenbar wirklich die Einzigen, die nicht die Schusswaffen testen wollten, sondern nur die nicht tödlichen Einsatzmittel. Als ich ihm sagte, dass ja jeder andere Hersteller Schusswaffen Simulationen hat, fand er uns offenbar nicht mehr so komisch.

Ich freue mich Euch mitzuteilen, dass sich das HS-VHS 2s Selbstladegewehr in .223 Rem. derzeit beim BKA, für die Erteilung eines Feststellungsbescheides, befindet. Internetvideos aus den USA findet Ihr unter dem Namen "Springfield Hellion". Das Gewehr soll einen Endkundenpreis von 2000 Euro erreichen. Damit wird es Zweifellos einen relevanten Platz am Markt bekommen. Ich vermute, dass es in dieser Version aber erst mal nicht für Sportschützen erwerbbar sein wird (z.B. wegen den Lüftungsöffnungen am Vorderschaft).

Ich habe auf meinem Blog schon oft Reizstoffwerfer als "Die größte Gaspistole der Welt" bezeichnet. Das trifft auch auf diese Ramme von Sabre zu. Sie ist schon seit einigen Jahren am Markt, aber doch immer wieder eindrücklich. Da will man nicht auf der falschen Seite der Ramme stehen.

Meine kurz zusammen gefassten Eindrücke der IWA 2022 schließe ich mit "Dem Gewinner des Tages", der Bubix Bro Pistole. Ich besitze viele Waffen und schieße schon seit über 25 Jahren. Und die Waffe meiner Wahl ist die Walther PPS der 1. Generation. Diese Pistole begleitet mich schon über 10 Jahre. Konstruiert wurde die Walther PPS von Herrn Bubits. Und diese Entwicklung mündete jetzt in die Bubix Bro, welche sozusagen die Weiterentwicklung der Walther PPS ist. Die Pistole ist nur etwas größer, als die PPS, das Magazin fasst aber 12 Patronen im Kaliber 9mm Luger. Die Pistole verfügt nicht nur über diverse durchdachte Eigenheiten, sie ist auch sehr hochwertig verarbeitet. Ich meine damit, dass kaum ein anderer Hersteller mit der Fertigungsqualität mithalten kann, vor allem keiner von Verteidigungspistolen. Auf die vielen Details will ich hier gar nicht eingehen, Ihr könnt ja mal das Herstellervideo anschauen.

 

Wir waren so begeistert von dieser Pistole, dass mein Begleiter die Anschaffung der Bubix, auf seinen Waffenschein, plant. Die Pistole kostet mit 800 Euro etwas mehr, als vergleichbare Waffen. Aber wie sagte der Bubix Mitarbeiter, Wir verkaufen eine Art Dyson Staubsauger, unter den Verteidigungswaffen. Es ist nicht so, dass die Bubix nur ein Statussymbol sein soll, sie ist bis zum letzten Winkel für die Praxis durchkonstruiert. Ich habe ja schon immer Probleme mit Staub und Fusseln, die sich in meiner Walther PPS sammeln. Nach 4 Wochen verdecktem Appendix Carry, muss ich sie reinigen. Auch hier kann die Bubix Bro mit einem sehr engen Spaltmaß zwischen Verschluss und Griffstück auftrumpfen. Für Jäger wird es auch bald eine orangene Variante geben (jeder Jäger der schon mal eine verlorene Kurzwaffe im Wald suchen musste, weiß um diesen Vorteil). Meine einzig Kritik ist der Zerlegemechnismus. Die Bubix Bro muss man leider, wie die veraltete Glock, mit dem Abzug entspannen. Eine andere Methode zum Zerlegen gibt es nicht.