(Aufgrund der Fastnachtszeit ist das heutige Thema nicht wirklich ernst gemeint, beruht aber dennoch auf gewissen Erfahrungen)

 

Taktisches Kochen

(Für extrem kochfaule Einsatzkräfte)

Foto: Eine gemeinsame Übung meiner Einheit mit dem 2. REP der Fremdenlegion. Die C-160 Transall war ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschland und Frankreich. C bedeutet Cargo und 160 ist die Flügelfläche in qm. Transall bedeutet Transporter-Allianz. Auch bei dieser Übung nutzte ich jede Gelegenheit um unsere "EPA-Leicht" gegen Anderes zu tauschen. Denn immer nach 1-2 Tagen konnte ich das darin enthaltene Travellunch nicht mehr sehen und ich habe eine Abneigung gegen gefriergetrocknetes Outdoor Essen entwickelt. Bitte beachtet auch meinen älteren Bericht "Wie kocht man EPA richtig".

Tipp: Wenn es kalt ist und Du dich im Feld rasierst wärme dir Wasser im Kochgeschirr, über dem Esbit Kocher, um darin deinen Rasierer sauber zu machen. Das mag der Ein oder Andere zwar etwas eklig finden, aber Rasierschaum geht in der Kälte sonst kaum vom Rasierer runter.

 

-Die Detektiv Nudeln

-Das BePo Frühstück

-Der Frühstücksburger

-Nachtisch Warnung

-Das Kasernen Wochenendessen

-Das BePo Brot

-Wer nicht auf sich aufpasst bekommt Joghurt

 

Ich hatte vor einigen Jahren einen Ausbilder mit sehr viel Erfahrung. Er gehörte nicht zu denen, die Kaufmann gelernt  hatten, und dann meinten "tactical" in den Namen ihres Youtube Kanals schreiben zu müssen. Er wurde als Fallschirmjäger "erwachsen" und arbeitete dann über Jahrzehnte in der "Konzernsicherheit". Einer seiner Grundsätze lautete: "Essen muss nicht schmecken, Essen ist Vorbereitung für den Kampf". Ich hörte auf ihn und würgte mir damals sogar Vollkornbrot runter. Das Essen dieses ekelhaften Brotes sah ich als Teil des harten Trainings an. Eine Zeit lang hab ich mir auch Eiweißshakes und Quark rein gewürgt, was ich aber ehrlich gesagt nicht lange durchgehalten habe.

Die Detektiv-Nudeln

(geht immer, schmeckt immer, schmeckt jedem und kostet fast nichts)

Als Detektiv fand ich mich Abends immer in einer Ferienwohnungen wieder. Und davon hatte ich viele im Laufe der Zeit. Privatdetektive haben meist auch gemein, dass sie nicht viel Geld verdienen. Obwohl ich einiges an Spesen bekam, war auswärts Essen keine gute Idee.

Zwar verfügen alle Ferienwohnungen über eine kleine Küche, aber einen Ofen oder eine Mikrowelle haben sie nicht immer. Nur eines ist dort immer sicher vorhanden, die Herdplatte. Mein Hauptnahrungsmittel bestand damals also aus Spaghetti von Miracoli, oder anderen Herstellern. Für so eine Packung bezahlt man z.B. beim Aldi nur etwa einen Euro. 
Tipp: Wirf in das Nudelwasser zusätzlich zwei Brühwürfel, das macht die Nudeln würziger.

Bedenke: Zum Muskelaufbau sind Spaghetti wenig geeignet, da sie viele Kohlenhydrate beinhalten.

Habt Ihr gewusst, dass die fertig gekochten Spaghetti in der Dose einen Euro weniger kosten, als die von Micacoli?

(Damit will ich nur meine Kollegen ärgern, die alle sehr gerne kochen und immer fast durchdrehen wenn ich bei der Arbeit nur Fast-Food esse.

Das BePo-Frühstück

Man finden es beim ersten Mal seltsam, wenn man um 03:00 Uhr "morgens" in der Kantine ungefragt einen Haufen Rührei bekommt, neben dem zwei Wiener liegen. Aber wenn man nur wenige Stunden geschlafen hat und um 06:00 Uhr (Ende der Nachtzeit gem. § 104 StPO (im Sommer ist es 04:00 Uhr)) Türen eintreten muss, bei der anstehenden Razzia, lernt man Rührei mit Wienern schnell zu schätzen. Es hat sich bewährt und ist in bestimmten Bereitschaftspolizei Kantinen eine Tradition geworden für das Frühstück mitten in der Nacht.

Tipp: Die Wiener werden dafür nicht zerschnitten serviert, denn das wäre gegen die Tradition. Zusätzlich sind die Einsatzkräfte beim Zerkleinern der Wiener gezwungen beide Hände zu benutzen, was zur Erwachung mitten in der Nacht beiträgt. Es kann auch Milch und Zucker zurückgehalten werden, damit jeder seinen Kaffee schwarz trinken muss (wie es sich gehört). So wird das unnötige Blut im Koffeinkreislauf verdrängt. Damit die Einsatzbereitschaft schneller hergestellt wird, sollte der Kaffee auch nur lauwarm serviert werden. So wird er schneller getrunken.

 

Oder Alternativ, Der Frühstücksburger ("Gastbeitrag" eines Kollegen)

Eine Semmel wird dafür mit Leberwurst, Käse, Schinken und Spiegelei belegt.

(Eine "Semmel" ist bei uns das, was bei Euch vermutlich Brötchen, Schrippe oder Wecken heißt)

 

Nachtisch-Warnung:

Im Dienst sollte man kein fertig gekauftes Tiramisu essen, es enthält meist Alkohol.
Im Dienst sollte man kein fertig gekauftes Tiramisu essen, es enthält meist Alkohol.

Die hier, von einer anonym bleibenden Einsatzkraft, in der Nachtschicht erreichten 1,6 Promille sind aber nicht "echt". Es ist nicht der Atemalkoholwert, sondern es basiert lediglich auf dem Mundalkohol, der nur für wenige Sekunden bzw. Minuten anhält.

 

Das Kasernen-Wochenendessen

Wer am Wochenende alleine in der Kaserne bleibt muss sich selber mit Essen versorgen. Die meisten "Gemeinschafts- und Sozialräumen" haben eine Mikrowelle. Über die Jahre hat sich vor allem ein Essen dafür bewährt: Mikrowellenreis von Uncle Bens mit Tunfisch aus der Dose. Dafür eignet sich aber nur Tunfisch mit Zwiebeln und Gemüse, sonst wird das Essen zu trocken. Ein weiterer Vorteil dieses Essens ist, dass man zum Lagern keinen Kühlschrank benötigt.

Tipp für Stillose: Etwas Ketchup kann man auch noch rein machen.

Tipp für Feinschmecker: Die Knoblauch-Oliven vom Aldi machen sich darin richtig gut.

Uncle Bens Reis und Tunfisch aus der Dose (Mit Gemüse und Zwiebeln) ergeben ein super Essen.
Uncle Bens Reis und Tunfisch aus der Dose (Mit Gemüse und Zwiebeln) ergeben ein super Essen.

 

Kasernen-Wochenendessen Variante 2:

Dieses Essen reicht kulinarisch nicht an den Reis mit Tunfisch ran. Aber wenn man die Wiener im Glas kauft, kann auch dieses Essen komplett ohne Kühlschrank gelagert werden. Meine Foto hier ist nicht in einer Kaserne entstanden und es handelt sich hier um Bio Wiener aus dem Kühlregal. Betrachtet dies bitte als "Übungskünstlichkeit".

Dieses Essen hat sich ebenfalls bereits lange bewährt. Und ich vermute, dass kreative Einsatzkräfte es noch durch weitere Zutaten verbessern können.

Auch Tactical Bohnen aus der Dose mit Wienern ergeben ein brauchbares Essen für die Kaserne.
Auch Tactical Bohnen aus der Dose mit Wienern ergeben ein brauchbares Essen für die Kaserne.

Serviervorschlag: Das Kasernen-Wochenendessen wird am besten mit 5,0 Bier serviert. Das hat sich dazu ebenfalls bewährt. Ein gutes Bier, das nicht auf Werbung, sondern auf Qualität, setzt. Also etwas, das auch mein Blog als Ziel hat.

 

Das BePo Brot

(oder auch "ich erzähle Geschichten")

Es gab einmal zwei Kameraden. Sie waren jung und ahnten noch nicht, dass ihr gemeinsamer Weg noch viele Jahre dauern würde. Ihnen wurde das Schreiben mit 10 Fingern beigebracht, wie unsere Demokratie funktioniert und dass man in Dienstgebäuden keinen Alkohol "lagern" darf. Sie teilten sich eine Stube und waren irgendwie "anders". Der Spieß wusste nichts davon, dass sie Kabel für ihre Feldtelefone durch die Wände zogen, Ihre Vorgesetzten ärgerten sich darüber, dass sie von höherer Stelle die Erlaubnis hatten ohne Ausbilder die Schießanlage zu nutzen (was sie ausgiebig taten), und auch wenn sie donnerstags nicht feiern gingen, verschliefen sie doch freitags regelmäßig das Antreten.

 

Diese beiden Kameraden kauften sich eines Abends ein fertig geschnittenes Brot im Supermarkt und legten es in ihrer Stube in einen Schrank. Es war vermutlich zu viel gekauft und wurde die darauf folgenden Tage nicht geöffnet. Einige Wochen später stießen sie erneut auf das noch verpackte Brot (es muss ein Freitag gewesen sein, denn freitags musste, zum Leid der beiden Kameraden, immer geputzt werden). Da die beiden Kameraden etwas faul waren warfen sie das alte Brot aber nicht weg, sondern ließen es wo es war. Die Tage und Monate vergingen und jeden Freitag wunderten sich die beiden Kameraden, dass das Brot weder hart wurde, noch schimmelte. Sie redeten sich ein, dass es ein wissenschaftliches Experiment war, ob sie das Brot dort evtl. doch nur aus Faulheit nicht entsorgten, fragten sie sich nicht. Aber nach 2 Jahren waren sie gezwungen ihr Experiment zu beenden, da sie ihre Stube verlassen und weiterziehen mussten. Nach diesen 2 Jahren war das Brot immer noch weich wie am ersten Tag, nicht geschimmelt und sah aus als könnte man es noch essen.

 

Was können wir aus dem Brot lernen?

Wenn freitagmittag Stubendurchgang der Ausbilder ist, muss man immer in dem Moment einen Besen in der Hand haben, wenn die Ausbilder zur Tür rein kommen. Das lässt "einfach gestrickte" Ausbilder glauben, dass man fleißig geputzt hat. Wenn zusätzlich alles von den sichtbaren Tischflächen weg geräumt ist wird das Chaos in den Spinden und der Staub in den Ecken nie auffallen. Zusätzlich können die Blicke der Ausbilder gezielt gelenkt werden. Hierfür eigenen sich z.B. ungewöhnliche Gegenstände auf den Tischen, wie riesige Zimmerpflanzen, angeschlossene uralte Telefone oder kuriose Bilder an den Wänden. Die intelligenteren Ausbilder fangen idR. Gespräche darüber an, die nicht so schlauen Ausbilder gehen meist einfach wieder raus, weil sie das Gefühl haben etwas nicht verstanden zu haben. Eine Kontrolle des Reinigungszustandes der Stube erfolgt so meist von keinem der Ausbilder ;-)

 

Vielleicht erinnert Ihr Euch in diesem Zusammenhang auch noch an die Szene aus dem Film "Full Metal Jacket", wo der Hauptdarsteller "Born To Kill" auf seinem Helm stehen hat, zusammen mit einem "Peace-Zeichen" an seiner Weste. Seinem Vorgesetzten versucht er dann zu erklären, dass er damit etwas über die "Dualität" des Menschen sagen will, was dieser aber nicht versteht.

 

Fazit der Stubenkontrollen:

Derartige psychologische Experimente mit Ausbildern sind in Abwägung mit der treuen Pflichterfüllung und Gehorsamspflicht idR. als zulässig anzusehen.

Wer nicht auf sich aufpasst bekommt Joghurt.

 

Wer als Notfall in die Klinik kommt, muss das essen was noch übrig ist (also das, was sonst keiner will). In diesem Fall wurde es "Abendessen-vegetarisch" genannt.

Wenn es dich auf der Straße erwischt hat und Du verletzt im Krankenhaus liegst, wird es Dir oft schwer fallen etwas "festes" zu essen. In diesen Zeiten lernt man dann Joghurt, Milchreis und Grießpudding zu schätzen. Denn so was geht fast immer runter. Und ab und zu kauft man sich dann, das im Krankenhaus zu schätzen gelernte, später im Supermarkt selber.

 

 

Fazit aus dem Joghurt:

 

Passt auf Euch, die Kameraden und Kollegen auf, lernt viel, trainiert hart und seit wachsam. Denn das Schwitzen im Frieden spart Blut im Kampf. Und von Schmerzensgeld könnt Ihr euch die Gesundheit nicht zurück kaufen.

 

 

Biertrinken taktisch betrachtet

Ich möchte Euch hier noch zwei weitere meiner "taktische" Biersorten vorstellen. Abgesehen von meinen regionalen Biersorten und dem "5,0" Bier, bevorzuge und kaufe ich regelmäßig auch Spaten und Astra.

Als Sodat habe ich mehrere Lehrgänge in der Luftlande- / Lufttransportschule in Altenstadt besucht. Das ist ein netter kleiner Ort in Oberbayern, mit einer kleinen Dorfdisko, die fast ausschließlich von Fallschirmjägern, Kommandosoldaten und Kampfschwimmern besucht wird. Wobei ich gar nicht weiß, ob es diese Disco noch gibt? Zu meiner Zeit gab es in den Kellern der dortigen "Inspektionen" Getränkeautomaten mit Bier von Spatenbräu.

 

Geheimtipp: Da Alkohol in allen Dienstgebäuden inzwischen verboten ist, wird Bier bei den Getränkeautomaten in den Fächern für stilles Mineralwasser versteckt (das ist natürlich nur ein Witz... (wenn das entsprechende Fach aber stark gebraucht aussieht, wirst Du dort vielleicht doch fündig)).

Und so lernte ich das Spaten Bier kennen und schätzen. Und obwohl das inzwischen viele Jahre her ist, kaufe ich mir immer noch Spaten Bier. Der Bezug zu diesem Bier entstand in einer sehr prägenden Zeit und so verbinde ich das Bier mit meinen damaligen Abenteuern.

 

Sehr ähnlich ist das mit Astra Bier aus Hamburg. Ich habe vor vielen Jahren mal auf der Reeperbahn für einen Sicherheitsdienst gearbeitet. Für mich war auch das eine sehr spannende Zeit, wo ich viel lernte. Es war aber auch eine anstrengende Arbeit, die dazu noch sehr schlecht bezahlt worden ist.

Ich arbeitete mit tollen und genialen Kollegen zusammen, aber auch mit welchen der schlimmsten Vollidioten, die man sich vorstellen kann. In der letzten Nachtschicht öffneten wir uns bei Sonnenaufgang jeder ein Astra und genossen die letzten gemeinsamen Momente. Danach fuhr ich, in meinem unauffälligen Detektiv-Opel-Astra, die lange Strecke zurück nach Süddeutschland. Und wegen dieser Erinnerungen gehört das Astra, bis heute, zu meinen bevorzugten Biersorten. Davon abgesehen hat sich Hamburg beruflich und privat zu einer Stadt entwickelt, wo ich immer wieder gerne hin fahre.

Selbstheilunsgkräfte einer Gefahrengemeinschaft

(oder auch: "Das Dienstabschlussbier")

 

Ein gemäßigter und sozial akzeptierter Alkoholkonsum spielt für Einsatzkräfte dann eine Rolle, wenn sie nach der Nachtschicht ihr Dienstabschlussbier ("DAB") trinken. Wegen einiger, durchaus positiv zu bewertender, Entwicklungen in den letzten Jahren, wurde überall der Alkoholkonsum am Arbeitsplatz verboten. Damit sich weiter der Zusammenhalt der Einsatzkräfte festigen kann, hat sich der Ort zum Genuss des Dienstabschlussbiers verlagert. Abends werden einige Parkplätze und Tankstellen von "Auto-Posern" und Gammlern belegt, die dort Alkohol konsumieren. Aber früh am Morgen finden sich dort dann kurioser Weise Einsatzkräfte zusammen, die ihre Nachtschicht hinter sich haben. Dort wird dann zusammen ein (1!) Bier getrunken. Vor allem Sonntag früh, nach der anstrengenden Nachtschicht. Und da Sonntags um 06:00 Uhr kein normaler Mensch auf den Beinen ist, weiß und bemerkt das fast niemand.

 

Ein korrigierender Faktor und die geistige Gesundheit:

Diese Treffen nach Dienstschluss sind nicht nur für den Zusammenhalt einer Gefahrengemeinschaft wichtig, sondern auch zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse. In den Medien wird immer wieder gerne über "PTBS Einsatznachbereitungen" und psychologischer Betreuungen gesprochen, um traumatische Einsätze bewältigen zu können. Ich selber arbeite schon seit 20 Jahren in unterschiedlichsten BOS. Aber mir wurde noch nie eine Einsatznachbereitung angeboten, dafür fehlt in fast allen professionellen (hauptberuflichen) Hilfsorganisationen das Personal (also Geld). Das war leider immer die Realität, dort wo ich gearbeitet habe. Ich hatte jedoch auch nie den Eindruck, dass ich vom Arbeitgeber im Stich gelassen worden wäre. Denn ein gutes Arbeitsklima, Kameradschaft und Vertrauen in Vorgesetzte kann einiges auffangen.

 

Viele Einsatzkräfte arbeiten unter Zeitdruck. Die gemeinsame Zeit in Ruhe nach Dienstschluss sorgt dafür, dass Probleme aller Art sofort auffallen und man sich gegenseitig Halt und Hilfe geben kann. Und wenn die Probleme einen Umfang erreichen würden, den man nicht mehr innerhalb der Gruppe oder des Zuges lösen kann, kann so auch Hilfe von außen angestoßen werden. Sollte man einen derartiger Rahmen, in dem Vertrauen herrscht nicht haben, geht man alleine nach Hause. Es fehlt dann ggf. die Meinung von Anderen, die einen konstruktiv auf eigene Fehler aufmerksam machen, oder merken wenn etwas falsch läuft.

 

Aber von diesen durchaus wichtigen Überlegungen zur geistigen Gesundheit abgesehen, werden dort die vielen dienstlichen Kleinigkeiten besprochen. Es erfolgt genau dort ein Austausch über das vorherige Einsatzgeschehen. Ohne einen gemeinsamen Abschluss der anstrengenden Schicht, in der Freizeit, würden viele kleine Probleme gar nicht angesprochen werden. Es werden Probleme aller Art im kleinen Kreis angesprochen und geklärt, bevor sie an Außenstehende weitergegeben werden. Geplante und "offizielle" Veranstaltungen, wie Betriebssport oder Betriebsausflüge, können diesen internen Austausch nicht ersetzen.

 

Ein positiver Einfluss auf den Berufsethos:

Des Weiteren hebt das gemeinsame Diebstabschlussbier das berufliche Selbstbild und die Identifikation des Einzelnen zu seinem Beruf auf eine andere Ebene. Es gibt leider viele Einsatzkräfte die ihren Beruf, zusammen mit ihrer Arbeitskleidung, in den Spind hängen. Selbst sehr auf sich bedachte Einsatzkräfte werden so an die Gemeinschaft angebunden. Und es entwickelt sich eine Bindung zu den Kollegen und Kameraden, die weiter geht, als das rein berufliche Zusammenarbeiten. In Verbindung mit der selben Ausbildung, die alle absolviert haben, den alltäglichen Gefahren, eines beruflichen Selbstbildes, gemeinsamer Freude, Leid und Kameradschaft, kann ein Zusammenhalt entstehen, der viel leisten kann. Ein Zusammenhalt, den weder kleine interne Konflikte, noch widerliche und hetzende Berichte der Presse zerstören können. Hat das jetzt wirklich etwas mit Alkohol zu tun? Nein, natürlich nicht. Es hat etwas mit einer Arbeit zu tun, die Weltverbesserer, Gutmenschen und Moralisten nicht leisten könnten. Es hat, wie so oft, auch etwas mit dem Unterschied zwischen Schwätzern und Machern zu tun.

 

Zum Weiterlesen empfehle ich Dir meine Berichte: "Wer wagt gewinnt" und "Der Mann in der Arena".

Sonntag 06:00 Uhr. Alle schlafen, nur die Einsatzkräfte beenden eine anstrengende Nachtschicht.
Sonntag 06:00 Uhr. Alle schlafen, nur die Einsatzkräfte beenden eine anstrengende Nachtschicht.

Bierdosen sind taktisch

Beim Dienstabschlussbier werden die Traditionalisten und die Taktiker unterschieden. Die einen bevorzugen Glasflaschen, weil Bier einfach unumstößlich in Glasflaschen gehört, das schon immer so war und es daran nichts zu rütteln gibt. Die anderen bevorzugen Dosen, weil Bierdosen taktisch sind (dazu gehöre natürlich ich). Dosen sind beim Transport erheblich leichter als Glasflaschen und ihr tatsächliches Packmaß ist geringer. Sie sind widerstandsfähiger und verursachen bei einer Beschädigung keine gefährlichen Glassplitter. Wenn man die leeren Dosen wieder in seinem Rucksack verstaut, können die kleinen Restmengen kaum raus und den Rucksack versauen. Bei Glasflaschen muss man diesbezüglich wesentlich mehr aufpassen. Bierdosen lassen sich wegen ihrer geringeren Geräuschentwicklung auch wesentlich leichter vor Ehefrauen und Vorgesetzten verbergen.

Nach dem Genuss lassen sich pfandfreie (ausländische) Dosen klein zusammen drücken. Von allen taktischen Überlegungen abgesehen, kann man den Pfand der deutschen Bierdosen in jedem Geschäft einlösen. Auch hierbei sind die Glasflaschen im Nachteil.  

Foto links: Der Tactical-Dad führt ein Experiment mit einem einheimischen Bierglas und ausländischem Bier durch. Fazit dieses gewagten Experiments: Es ist notfalls möglich in dieser Kombination Bier zu konsumieren, von Genuss kann jedoch, bei einem derartigen Missverhältnis zwischen Glasinhalt und Füllstand, keine Rede mehr sein. Derartige Stilbrüche sollten nur in sogenannten "Survival-Situationen" erfolgen. Es ist sonst zu erwarten, dass man mit dieser kulturellen Unsensibilität die Gefühle der indigenen Bayern verletzt. Bitte beachte, dass für dieses Experiment eine Sondergenehmigung vom Bayerischen Heimatministerium vorlag und ein Sachverständiger anwesend war. Ich kann von derartigen Experimenten, außerhalb einer kontrollierten Umgebung, nur abraten.