Prägungen durch Sicherheitsberufe

Wer wird der bessere Personenschützer, ein Soldat oder ein Polizist?

Werden aus ehemaligen Polizeibeamten schlechte Detektive?

Sollten Polizisten Wehrdienst geleistet haben?

 

Jeder in einen Beruf hat der im weitesten Sinne mit "Sicherheit" zu tun hat wird so eine Frage schon mal gehört haben oder es sich selber schon gestellt haben. Über derartige Konstellationen eines Berufswechsels gibt es massenweise Theorien. Ich glaube, dass ich mittlerweile einen gewissen Einblick habe um eine handfeste persönliche Meinung dazu zu haben. Aber fangen wir an:

 

Was sollte ein Polizist mitbringen?

Ich kenne viele Polizisten die zuvor in einem Sicherheitsdienst gearbeitet haben. Ich konnte unterm Strich nicht feststellen, dass diese die besseren Cops sind. Ich vermute, das hängt damit zusammen, dass viele diese Jobs lediglich als Überbrückung für eine gewisse Zeit machen. Die Prägung die man dort erfährt ist wesentlich oberflächlicher als die spätere im Polizeiberuf. Daher wird eine Arbeit als Security kaum ein relevanter Pluspunkt sein.

Aber ich bin sehr wohl der Meinung, dass ehemalige Soldaten bessere Polizisten werden. Diese können sich meist mehr mit dem Beruf und dem Staat identifizieren und arbeiten professioneller. Ich erlebe derzeit eine Art sehr kleine Transformation bei neuen Kollegen. Von diesen ist mittlerweile kaum noch einer Soldat gewesen. Und für die aller Meisten von ihnen ist Polizist sein lediglich ein Beruf. Aber sicher keine Berufung mehr. Sie wollen Karriere machen, erwarten gute Beurteilungen, aber haben ihn ihrem gesamten Berufsleben noch niemals freiwillig ein Buch mit Polizeibezug in die Hand genommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ehemalige Soldaten ihren neuen Beruf als eine Art Karrieresteigerung warnehmen. Sie tragen die Uniform mit Stolz und sehen ihre Arbeit als "Dienst am Bürger".

 

Wer wird der bessere Detektiv, ein Soldat oder ein Polizist?

Diese Frage ist etwas müßig, denn ein ehemaliger Polizist der Detektiv wird hat etwas falsch gemacht. Kein vernünftiger Beamter würde seine Stellung aufgeben um eine derartige Arbeit zu machen. Das meine ich jetzt auf keinen Fall böse, ich will den Detektivberuf nicht abwerten. Aber die meisten dortigen Jobs sind recht schlecht bezahlt und die Aufträge sind auch meist nicht die Besten. Ich habe einige wenige ehemalige Polizisten kennen gelernt die in Sicherheitsdiensten gearbeitet haben. Fast alle wurden aus dem Dienst entlassen, weil sie Mist gebaut haben. Und die Meisten die sagen, dass sie mal bei der Polizei waren lügen sowieso.

Bei den Soldaten sieht das anders aus. Für einen einfachen Soldaten ist es kein "Abstieg" Detektiv zu werden.

Aber jetzt zu meinem Fazit: Polizisten geben auf keinen Fall bessere Detektive ab. Die Arbeit unterscheidet sich grundlegend. Polizisten arbeiten immer auf Basis ihrer Rechtsgrundlagen. Auch wenn sie Ermitteln hat das absolut nichts mit der Arbeit eines Detektives zu tun. Auch der beste Ermittler der Kripo müsste die Arbeit in einer Detektei von Grund auf neu lernen. Denn als Polizist lernt man nicht wie man Leute anlügt um Infos zu bekommen. Man lernt auch nicht wie man durch Tricks oder auf "dubiosen" Wegen an Daten kommt usw. Die Einzigen die hierbei einen Vorteil haben würden wären die Polizisten aus Observationseinheiten.

Ich behaupte, dass Soldaten sich wesentlich leichter tun als Detektive. Denn diese haben nicht die ganze Zeit Gesetze im Kopf, die ihnen im Weg stehen. Ich kenne einige Fälle in denen Personenschützer im "erweiterten Personenschutz" ermittelt haben. Diese waren alles ehemalige Soldaten. Sie zögerten keinen Moment illegal Telefone abzuhören und servierten den Arbeitern im Haus der Schutzperson immer kostenlos Getränkedosen. Anschließen nahmen sie von den Dosen die Fingerabdrücke ab und legten sie in einer Kartei ab zusammen mit den Kopien der Personalausweise. Ehemalige Polizisten würden so etwas kaum tun.

 

Es war ein Dauerthema eines meiner Ausbilder: "Soldaten geben bessere Personenschützer". Aber stimmt das?

Soldaten haben eine anerzogene Aggression. Ihnen wird beigebracht auf eine Gefahr zuzugehen um diese zu bekämpfen. Das ist etwas was in einer Polizeiausbildung so gut wie überhaupt nicht antrainiert wird. Und genau das ist tatsächlich ein gewaltiges Problem bei einem "Feuerüberfall" auf eine Schutzperson. In Zeiten der RAF oder für den Personenschutz in Kriesengebieten ist das sicher ein ganz wesentlicher Faktor.

Aber, für Personenschützer gibt es wesentlich mehr Gefahrensituationen als den Feuerüberfall. Es gibt Probleme die handgreiflich gelöst werden müssen oder andere Situationen auf die man mit genau der richtigen Menge an "Gewalt" und Agression die Probleme lösen muss. Oder es ist schlicht nur nötig zu Deeskalieren. Man ist nicht nur für das Leben der Schutzperson verantwortlich, sondern auch für dessen guten Ruf in der Öffentlichkeit. Und diese Probleme lösen Polizisten viel besser als Soldaten.

 

 

Aus welchen Menschen werden die besten Soldaten?

Das ist total egal. Die Grundausbildung eröffnet allen die selben Chancen. Ich hätte im Rückblick auf meine Persönlichkeit vor der Grundausbildung niemals gedacht, dass ich ein Soldat mit Leib und Seele werde. Mein Charakter hat sich völlig verändert in wenigen Wochen. Ich bemerkte, dass ich einige Dinge falsch gemacht hatte in meinem früheren Leben. Also begann ich sehr umfangreich mit Sport, ging fast täglich an meine Grenzen und bekämpfte alle meine Ängste mit der Konfrontation. Aufgrund meiner Angst vor Wasser wurde ich Taucher und wegen meiner Höhenangst wurde ich Fallschirmspringer und dann auch Fallschirmjäger. Ich führte Befehle aus ohne mit der Wimper zu Zucken und quälte mich so lange es der Auftrag erforderte. Aber bei vielen Kameraden war es anders herum. Sie machten davor als Zivilisten noch viel Sport und wurden dann als Soldaten faul und träge. Bestimmte gute Veranlagungen für das Soldat sein kann ich daher kaum erkennen.