ABC-Schutz (radioaktive, biologische und chemische Gefahren)

Teil 1:

-Atomwaffen heute

-Schutz vor Atombomben

-Geigerzähler und Dosimeter

-ABC Auswertaustattung

 

 

 

 

Teil 2:

-Abwehr von Biowaffen

-Abwehr und Spüren von chemischen Kampfstoffen

 

Zum Teil 2 geht es HIER

Teil 3:

-Die "Scheißhaus-Parolen"

-Zivilschutzbunker und Schutzräume

-Die ABC-Schutzmaske ("Gasmaske")

-Covid-19 FFP3 Maske selber bauen

-Der ABC-Selbsthilfesatz

-ABC-Schutzanzüge

-"Resident Evil" ist nur ein Film...

-Sonstiges

 Zum Teil 3 geht es HIER.

Es begann mit diesem Arbeitstisch, darauf gelang Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Straßmann 1938 zum ersten Mal eine Kernspaltung. Zu sehen im Deutschen Museum.
Es begann mit diesem Arbeitstisch, darauf gelang Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Straßmann 1938 zum ersten Mal eine Kernspaltung. Zu sehen im Deutschen Museum.

Ob man ABC-Schutzausrüstung benötigt muss sich jeder selber überlegen. Ich halte die ABC-Abwehr bei der privaten Krisenvorsorge nicht für dermaßen wichtig, um diese ganzen Ausrüstungsgegenstände anzuschaffen, ich finde sie einfach interessant. Ich bin aber sehr wohl der Meinung, dass die ABC-Abwehr von den Behörden und BOS-Organisationen nicht ausreichend beachtet wird.

 

Evtl. hat man Industriebetriebe in der Nachbarschaft oder Ähnliches was eine derartige Gefahr verursachen kann. Ich persönlich habe z.B. vor Kernkraftwerken keine Angst. Aber auch ich war schon zwei Mal bei Bränden im privaten Bereich sehr froh, dass ich eine Gasmaske zur Hand hatte. Vermutlich hätte ich sonst bei einem dieser Brände eine schwere Rauchgasvergiftung erlitten (das ein normaler Filter einen nicht vor CO und CO2 schützt muss aber jedem klar sein). Auch in den meisten Streifenwagen sind Gasmasken, weil sie schnell und einfach einen gewissen Schutz vor vielen Gefahren bieten.

Eine eigentlich immer falsch verstandene Tatsache will ich sofort klar stellen. Denn diese ist grundlegend. Im Falle einer Atombombenexplosion ist die Halbwertszeit der radioaktiven Strahlung sehr kurz. Daher kann man sich i.d.R. 14 Tage nach der Explosion problemlos wieder im betroffenen Gebiet bewegen (Hiroschima wurde schnell wieder besiedelt). Aus diesem Grund sind ABC-Schutzbunker fast immer für 14 Tage Aufenthaltsdauer ausgelegt. Im Falle eines GAUs in einem Kernkraftwerk ist das anders, genau so wie auch bei schmutzigen Bomben. Dort ist die Halbwertseit sehr viel Länger (Tschernobyl ist immer noch Sperrgebiet).

Als das Kernkraftwerk in Fukushima explodiert ist haben sich viele wieder Gedanken über den Strahlenschutz gemacht. Ich natürlich auch. Als ich gemerkt habe, dass Geigerzähler in großen Mengen gekauft werden habe ich auch sofort zugeschlagen und mir den FAG Kugelfischer SV500 bei ebay gekauft. Ein Händler hatte davon einen großen Posten und man konnte zuschauen wie etwa alle 6h die Preise für diese Geigerzähler massiv angezogen haben. Ich habe mir damals diesen Geigerzähler nicht gekauft weil ich Sorgen vor der Strahlung aus Japan hatte. Ich habe den Reaktorunfall lediglich als Anstoß genommen mir endlich einen Zähler zu kaufen. Die nächsten Tage behielt ich den Markt weiter im Blick. Es war erschreckend zu sehen, wie schnell der ganze Markt leer gekauft war. Conrad Elektronik hatte mehrere Monate keinen einzigen Geigerzähler mehr verfügbar. Und das obwohl bei uns überhaupt keine Gesundheitsgefahr bestand. So gut unser Versorgungssystem ist, es ist auch in vielen Punkten sehr anfällig.

Atomwaffen heute

Foto: Kontrollraum eines Minuteman-III Raketensilos. Quelle: https://spacenews.com/kratos-bechtel-join-northrop-grummans-bid-to-develop-future-icbm-for-u-s-air-force/

Theoretisch gibt es unzählige Möglichkeiten zum Einsatz von Atomwaffen. Im kalten Krieg wurde vieles ausprobiert und gebaut. Atomwaffen gab es in Artilleriegranaten, Minen, bis hin zur panzerfaustähnlichen "Davy Crockett". Heute werden als Trägermittel meist Langstreckenraketen (aus Silos, von Fahrzeugen oder U-Booten), Bomben und Marschflugkörper verwendet. Raketen kürzerer Reichweite wurden durch die Einschränkungen des INF-Vertrages lange nicht mehr verwendet. An den INF-Vertrag hält sich aber niemand mehr. Russland hat in Kaliningrad Iskander Boden-Boden Raketen stationiert. Der Grund für die Stationierung war der Aufbau des NATO-Raketenabwehrsystems (ALTBMD). Die Iskander Raketen haben eine Reichweite von etwa 300-400km und sie verfügen über mehrere Vorrichtungen um ihr Ziel zu erreichen. Sie ändern unerwartet Ihre Flugroute, stoßen Täuschkörper aus und haben auch Störsender eingebaut. Die Rakete kann mit AA-86 und AA-92 Sprengköpfen bestückt werden, mit einer einstellbaren Detonationsstärke. Unterm Strich sind diese Raketen also durchaus ernst zu nehmen.  

Quelle: https://de.news-front.info/wp-content/uploads/2016/12/1476687430-1.jpg

 

Auch recht interessant ist, dass Russland erneut einen Eisenbahnraketenkomplex baut. Der Sinn hinter diesen, in Eisenbahnzügen verbauten Interkontinentalraketen ist, dass sie sich gut in den weiten Russlands verstecken lassen, und nur schwer aufgeklärt werden können. Die alten Systeme dazu werden öffentlich ausgestellt und es wurden sogar westliche Reporter, in den letzten Einsatztagen in die Züge gelassen. Die neu entwickelten Systeme werden sicher nicht der Öffentlichkeit gezeigt werden. Bestückt würde der neue Eisenbahnraketenkomplex vermutlich mit RS-24 Raketen, die mit der bekannten Topol-M verwand sind. Die RS-24 kann aber mehrere Sprengköpfe transportieren. Alle diese Sprengköpfe haben eine Stärke von mehreren hundert kt. Einen Bericht über die Topol-M könnt Ihr HIER anschauen.

 

Sie wurden immer kleiner...

Ich maße mir sicher nicht an, etwas von Politik und strategischen Planungen zu verstehen. Aber es scheint wirklich so, als hätte die gegenseitige Abschreckung im kalten Krieg funktioniert, um den Frieden zu waren. Im kalten Krieg wurden viele sehr große Wasserstoffbomben entwickelt. Die stärkste aller Bomben, die ZAR-Bombe mit über 50 Mt Sprengkraft, wird zwar immer wieder in Berichten erwähnt, aber das Militär hatte an so einer Waffe kein Interesse. Denn für das Militär sind kleine Atombomben wesentlich wichtiger. 

 

Bereits in den 50er Jahren wurde z.B. die "Davy Crockett" entwickelt (Foto links). Eine Mini-Nuke mit 0,02kt Sprengkraft. Diese Waffen wurden entwickelt um sie auf dem Gefechtsfeld in großer Zahl einzusetzen. Aber da beim Einsatz dieser Waffen Soldaten niedrigster Dienstgrade über deren Verwendung entschieden hätten, wurden diese Waffen aus dem aktiven Dienst geholt. Heute steht hinter dem Wunsch nach Mini-Nukes der Gedanke, dass deren Einsatz wesentlich leichter zu rechtfertigen wäre. Man könnte meinen, dass Mini-Nukes "eine gute Sache" sind, denn sie würden erheblich geringere Kollateralschäden verursachen. Aber durch die niedrigere Hemmschwelle wird der Einsatz dieser Waffen immer wahrscheinlicher. Und so muss man festhalten, dass die Existens von modernen Mini-Nukes vieles verändern könnte. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass Russland angeblich 48, in Aktenkoffern eingebaute, Atombomben verloren hat. Aber kein Land "verliert" Atombomben. Mehr Sinn macht es, zu behaupten, dass man sie verloren hat. So kann man bei einem Einsatz davon später immer die Schuld von sich weisen.

 

Atomwaffen stellen ein ungeheures Machtinstrument für die Politik dar. Für "Schurkenstaaten" sind sie quasi die Grantie weiter herrschen zu können, ohne von den Großmächten angegriffen zu werden. Wir haben uns daran gewöhnt, dass nur wenige Länder der Welt Atomwaffen haben und alles scheint dahingehend recht stabil (Indien, Pakistan und Nordkorea sind ja "weit weg"). Die USA und Russland spielen natürlich wieder ihr altes Spiel und modernisieren ihre Arsenale. Jedes Land, dass heute neue Atomwaffen haben will, wird von der "Weltgemeinschaft" kritisiert. Man sollte sich aber vor Augen führen, dass das mal anders war. Sogar die friedliebende Schweiz versuchte im kalten Krieg einiges um Atomwaffen zu bekommen. Auch in Deutschland gab es Bestrebungen sich eigene Atomwaffen zu beschaffen. Franz Josef Strauß gilt als einer, der dieses Ziel sehr intensiv verfolgt hat. Das gipfelte darin, dass das US-Militär ernsthaft den Diebstahl der Waffen, durch Bundeswehrkommandos, aus den "Sondermunitionslagern, befürchtete. Eine Situation die man sich kaum noch vorstellen kann.

 

 

Unbedarfte Menschen würden behaupten, dass Deutschland nichts mit Atomwaffen zu tun hat, Aber die Bundeswehr Tornados würden im Ernstfall Wasserstoffbomben aus dem amerikanischen Sondermunitionslager in Büchel zur Verfügung gestellt bekommen. Damit ist Deutschland zwar keine "Atommacht", aber wir haben sehr wohl etwas damit zu tun. Unsere Politik will davon zwar kaum etwas wissen, unterstützt den geplanten Atomwaffeneinsatz jedoch. Diese Bomben (vermutlich B61-12 Bomben) sind quasi das "Schweizer Taschenmesser" unter den Atomwaffen. Sie können auf 0,3kt eingestellt werden und ins Erdreich eindringen (gegen Bunkeranlagen), oder sie können mit max. 50kt in der Luft detonieren (gegen Flächenziele). Das nennt man auf schlau "selektierbare Sprengkraft" und erklärt auch, warum der Tornado zusätzlich einen Waffensystemoffizier hatte. Die Bundeswehr wird den alten Tornado, unter anderem, auch durch F/A-18 Super Hornet ersetzen. 30 dieser Flugzeuge werden nur aus dem Grund beschafft, damit Deutschland weiterhin Atomwaffen einsetzen kann. Wenn man überlegt, wie viel Geld 30 Jets kosten, sieht man auch, wie wichtig der deutschen Politik die "nukleare Teilhabe" auch heute noch ist. 

 

Quelle: https://defence.pk/pdf/threads/french-navy-receives-ssbn-le-terrible.75401/

 

Frankreich hat Deutschland schon mehrfach eine Teilhabe an ihren Atomwaffen angeboten. Man muss dabei nicht nur bedenken, welche Verantwortung der Besitz solcher Waffen mit sich bringt, sondern auch deren Kosten. An Stelle Frankreichs wäre ich auch froh, wenn ich andere Ländern an den Kosten von mehreren Milliarden Euro pro Jahr "teilhaben" lassen könnte...

Wir befinden uns gerade in einer Phase der "Atomwaffen-Überarbeitung". Viele Systeme werden derzeit modernisiert, vor allem die Trägersysteme. Man könnte auch sagen, einer "Atomwaffen-Neuordnung", wenn man manchen Berichten der Presse glauben will. Aber vermutlich wird sich durch die aktuellen Gegebenheiten (EU-Ausstieg Englands, Ende des INF-Vertrages usw.) gar nicht viel Ändern.

 

Schutz vor Atombomben und radioaktiver Strahlung

Für Menschen die in einem Abstand von wenigen Kilometern vom Nullpunkt entfernt sind spielen die Schutzmaßnahmen die entscheidende Rolle ob sie Überleben werden oder nicht.

Heute wird viel über das früher sehr bekannte "Duck and Cover" gelästert und geurteilt. Aber die Verantworlichen die im kalten Krieg den Bürgern Anleitungen für Schutzmaßnahmen an die Hand gegeben haben waren mutig und haben Verantwortung übernommen. Sie hätten im Falle eines 3. Weltkrieges vielen Menschen das Leben gerettet. Ich halte es daher für völlig fehl am Platz über "Duck and Cover" zu urteilen. Die Leute die das tun sind vermutlich auch die Selben die immer solchen Schwachsinn verbreiten, dass nach einem Atomkrieg jedes Leben unmöglich ist. Es hat seinen guten Grund warum Zivilschutzbunker für eine Aufenthaltsdauer von 14 Tagen ausgelegt waren und warum der Drill mit der Gasmaske immer noch Soldaten beschäftigt. Es gibt einige Prinzipien die man dazu verstehen muss.

Die Anfangsstrahlung tritt etwa eine Minute lang nach der Explosion auf. Um sich vor ihr zu Schützen muss man sich hinter eine möglichst dicke Deckung begeben. Das sollte man natürlich auch um der Hitzestrahlung und den umherfliegenden Trümmern von der Druckwelle auszuweichen! Die Rückstandsstrahlung ist das was später als der bekannte "Fallout" vom Himmel runter kommt. Sollte man sich also vor der Anfangsstrahlung etwas geschützt haben und im Anschluss den Explosionsort gegen den Wind verlassen und sich vor der Inkorporation geschützt haben, hat man sehr gute Chancen seine aufgenommene Dosis wesentlich zu reduzieren. Und so kann man sich vor der Strahlenkrankheit schützen.

Diese Übersicht gibt einen Anhalt welche Brandfolgen nach einer "kleinen" 20kt Atombombe zu erwarten sind. Wichtig dazu: Ein 40kt Bombe hat nicht die doppelte Zertörungskraft, sondern nur etwas mehr. Was lernen wir daraus?

 

 

Und diese Tabelle aus dem Buch "Feuerwehr Grundlehrgang" zeigt ebenfalls welche Schäden zu erwarten sind bei einem Atombombenabwurf.

Schutz vor radioaktiver Strahlung bietet Masse, Abstand und Zeit.

Auf diesen Bildern aus der Zivilschutzfibel sind Beispiele, wie man im Keller mit zusätzlicher Masse vor Radioaktivität abschirmen kann. Hierbei wird auch von Halbwertsschichten gesprochen. Vor allem die Gammastrahlung ist in der Lage auch durch Wände durchzudringen. Bei ihr bilden folgende Werte die Halbwertsschicht: 2cm Stahl, 5cm Beton, 8cm Erde und 22cm Holz. 

 

Je weiter man sich im Gebäude nach innen begibt, schützt einen Zusätzlich der Abstand von den vertrahlten Bereichen.

Der Faktor Zeit schützt einen, weil die Radioaktivität nach einem Atombombeneinsatz sehr schnell nachlässt. Das habe ich weiter oben bereits mit der Rechenscheibe erklärt. Als Fausformel gilt hierbei, dass man sich 14 Tage vor dem Fallout schützen soll. Das Bild links zeigt Vater und Tochter beim Betreten eines Schutzraumes und stammt aus der Zivilschutzfibel von 1964.

Für Rettungskräfte gilt: Abstand!

(Buch: "Feuerwehr Grundlehrgang")

Verstrahlung: Die Strahlung dringt durch Schutzanzug, Kleidung und Körper. Davor schützt Deckung, Abstand und ein schnelles Verlassen des kontaminierten Bereiches. Und alles Andere was die aufgenomene Dosis gering hält.

Kontamination: Die Köperoberfläche wird mit strahlenden Teilchen "beschmutzt". In diesem Fall muss der Körper "entstrahlt" werden und die Kleidung entsorgt (waschen, duschen, bürsten...). Und alles tun, damit man keine Teilchen "inkorporiert".

Inkorporation: Strahlende Teilchen geraten in den Körper. Das ist was vom schlimmsten was passieren kann. Denn diese Strahlenquellen bekommt man meist nicht mehr aus dem Körper raus und man wird innerlich weiter verstrahlt und die aufgenommene Dosis erhöht sich immer mehr. Man schützt sich vor allem durch die ABC-Schutzmaske. Wichtig ist auch das Verschließen von Wunden usw. Aus diesem Grund sind im Selbsthilfesatz wasserdichte Pflaster und Ohrenstopfen. Denn im Krieg gibt es viele Trommelfellrisse (logischerweise).

Geigerzähler / Dosimeter und Grenzwerte

Die Strahlenmenge die man aufgenommen hat wird mit dem Dosimeter gemessen (die "Dosis" wird meist in mSv gemessen).

Die Strahlung die aktuell vorhanden ist wird mit dem Geigerzähler gemessen (die "Dosisleistung" wird meist in mSv/h gemessen).

 

Zum Messen von radioaktiver Strahlung gibt es hauptsächlich vier Arten von Geräten.

Dosisleistungsmessgeräte - "Geigerzähler" (z.B. Radex One, oder mein FAG SV500)

Dosisleistungswarngeräte (z.B. Graetz Gamma Test, Graetz Gamma Smart one, Automess DL-Warner 6126B, Nukealert, K8 Nuke Safeguard, Ecotest aGent-R)

Dosismessgeräte - "Dosimeter" (Stabdosimeter, Filmdosimeter, elektronische Dosimeter...)

Dosiswarngeräte - Dosimeter mit eingebautem Alarm (z.B. , Graetz GPD150G)

Für Einsatzkräfte spielen alle diese Geräte eine relevante Rolle. Aber um vor dem Vorhandensein einer erhöhten Strahlung, bei anderen Tätigkeiten, gewarnt zu werden sind vor allem die Dosisleistungswarngeräte wichtig. Diese werden auch für die private Krisenvorsorge gekauft (in den USA vor allem der Nukalert) und sind oft auch für Laien sinnvoll und zu bedienen.

 

Wichtig sind folgende, grob dargestellte Dosis Grenzwerte:

Aus- und Forbildung 1 mSv

Einsatz zum Schutz von Sachwerten 15 mSv

Abwehr von Gefahren für Menschen 100 mSv 

Einsatz zur Rettung von Menschenleben 250 mSv

Wesentlich genauer dargestellt findet Ihr das alles beim Bundesamt für Strahlenschutz. Gerade wenn man ältere Messgeräte hat muss man den unterschiedlichsten Werten rechnen und zurecht kommen. Im Internet findet Ihr divserse Seiten wo man diese umrechnen kann. 

Diese Umrechnungstablle für radioaktive Strahlung habe ich vor vielen Jahren erstellt.

Damit auch ich als Laie etwas mit den Werten des Geigerzählers anfangen kann habe ich auch diese Tabelle erstellt. Sollte jemand einen Fehler darin finden würde es mich freuen wenn er sich bei mir meldet. Verwettet bitte nicht Euer Leben darauf, die Tabelle liegt schon lange bei mir rum!

FAG Kugelfischer SV500 Geigerzähler mit Beta- und Gammasonde, Kopfhörer, Montageklemme und dem Kabel um das Batteriefach bei Kälte am Körper zu tragen.
FAG Kugelfischer SV500 Geigerzähler mit Beta- und Gammasonde, Kopfhörer, Montageklemme und dem Kabel um das Batteriefach bei Kälte am Körper zu tragen.

Denkt daran, dass die Sonde immer mit einer Plastiktüte überzogen werden sollte. Denn wenn sie mit strahlenden Teilchen kontaminiert wird bekommt ihr keine richtigen Messergebnisse mehr!

Der SV500 Geigerzähler hat eine eingebaute und eine externe Sonde. Auch das Batteriefach lässt sich extern verwenden, damit die Batterien in der Kälte am Körper getragen werden können. Ich habe mir Adapter dazu besorgt, damit ich ihn auch mit Mignon Batterien betreiben kann. Das funktioniert aber nur mittelmäßig.

 

Zum Testen der Geigerzähler wird meist Uranglas, Porzellan mit Uranglasur oder Glühstrümpfe verwendet. Man bekommt auch genehmigungsfreie Prüfstrahler, die aber ziemlich teuer sind.

Das sind die alten Bundeswehr Stabdosimeter, die man recht günstig bei ebay bekommt. Wesentlich sinnvoller sind aber modernere Dosimeter.
Das sind die alten Bundeswehr Stabdosimeter, die man recht günstig bei ebay bekommt. Wesentlich sinnvoller sind aber modernere Dosimeter.

Foto: Blick durch das Dosimeter. Die Skala ist für einen echten Atomkrieg vorgesehen. Die Dosimeter z.B. in Krankenhäusern sind für erheblich geringere Strahlung ausgelegt. Solche Stabdosimeter sind meist schon sehr alt. Von meinem Satz sind auch mehrere defekt und sie zeigen falsche Werte an. Sie haben auch einen sogenannten "Selbstablauf", was bedeutet, dass sie sich selber entladen. Und das muss man beim Ablesen mit einberechnen. Bei meinen ist das 1% pro Tag. 

Das hier links ist eine Erkennungsmarke mit integriertem Dosimeter. Sie wurden in den Anfangsjahren der Bundeswehr an die Soldaten ausgegeben. Sie repräsentieren für mich, wie kaum etwas Anders, die damalige Angst vor einem Atomkrieg. Für mich ist die Beschäftigung mit der ABC-Abwehr lediglich ein "Hobby" und etwas was mich interessiert. Aber damals hat der Staat sogar jedem viel Geld bezahlt, damit er unter seinem Wohnhaus einen Bunker baut.

Quelle: Zeitschrift Bevölkerungsschutz Ausgabe 1967-02.

Das KSMD-RDC 3 D Thermolumineszens Dosimeter aus der DDR bekommt man oft für kleines Geld. Es misst, wie die meisten Dosimeter, Gamma- und Röntgenstrahlen. Zum Auslesen benötigt man ein Auswertgerät. Ob und in wie weit das für Privatpersonen funktioniert, kann ich nicht sagen. Zum ernsthaften benutzen würde lieber andere Dosimeter kaufen.

Das hier sind moderne Dosimeter der Bundeswehr. Das oben rechts ist das elektronisch Mirion SOR Dosimeter. Das schwarze ist von Thermo Electron Corporation. Das gelbe und blaue sind Filmdosimeter.

Das hier ist das FH 41S Dosiswarngerät von Frieseke & Hoepfner für den Strahlenschutz. Daneben ein Uranpellet Replik von EnBW.
Das hier ist das FH 41S Dosiswarngerät von Frieseke & Hoepfner für den Strahlenschutz. Daneben ein Uranpellet Replik von EnBW.

Dieser Dosiswarner piept, wenn die eingestellten Grenzwerte aufgenommen wurden. Zusätzlich beinhaltet es eine Dosisleistungswarnfunktion, wenn man sich plötzlich in stark strahlender Umgebung befindet. Mein FH41S ist für den Strahlenschutzeinsatz vorgesehen. Die Version FH41F hat höhere Grenzwerte und war für die Feuerwehr und den Zivilschutz vorgesehen. Die moderneren Versionen davon haben ein Display, auf dem man die aufgenommenen Werte ablesen kann (Z.B. die FH41z, FH41M). Eine Anleitung für das FH41z kann man beim BBK runterladen.

Das hier ist das Automess Dosisleistungswarngerät DL-Warner 6126. Sobald die Alarmschwelle von 25 mikro Sievert das Gerät erreicht fängt es an zu piepen.

Hier sind noch zwei Ausrüstungsgegenstände die mich schon lange faszinieren. Den Nukalert kann man bei sich tragen und er gibt Alarm wenn man einer größeren Strahlung als normal ausgesetz wird. Er ist ideal für Einsatzkräfte.

Quelle: http://www.nukalert.com/index_a.html

Das hier ist der RADSticker. Er ist die einfachste Form eines Dosimeters. Man klebt das Papierstück einfach irgendwo an sich hin und sieht darauf, wenn man einer erhöhten radioaktiven Strahlung ausgesetzt war, wenn es sich verfärbt.

 

Quelle: http://www.radiationdosimeter.org/

Mit diesen Messstellen, die überall in Deutschland verteilt sind, wird die aktuelle Strahlung gemessen. Die Werte des ODL-Netzes kann man im Internet abrufen (Klick auf das Bild)
Mit diesen Messstellen, die überall in Deutschland verteilt sind, wird die aktuelle Strahlung gemessen. Die Werte des ODL-Netzes kann man im Internet abrufen (Klick auf das Bild)

ABC Auswertausstattung, Rechenscheibe für Strahlung

Hier seht Ihr eine Schablone um den Fallout auf einer Landkarte vorherzusagen im Falle von Atombomben Abwürfen, und ein Rechenschieber mit dem sich Stahlungwerte, Detonationsstärken usw. berechnen lassen. Falls sich mal jemand gefragt hat wofür man Atombombenversuche gemacht hat? Z.B. zum Erstellen derartiger Rechnungen. In der Wüste von Nevada wurden aber auch deutsche Schutzräumtypen aufgebaut und bei den Atomtest mit erprobt.

Solche Rechenschieber habe ich auch oft in sehr großer Form in den Kommandoräumen von militärischen und zivilen Bunkern gesehen. Wenn das ganze Thema jemanden interessiert sollte er sich wirklich so eine "Auswertaustattung ABC-Abwehr" bei Ebay besorgen. Der Rechenschieber ist etwas von interessantesten was es an Ausrüstung dazu gibt. Er erlaubt lebenswichtige Berechnungen auf einfachste Weise. Bei einer Bunkerführung in Stuttgart meinte derjenige der uns geführt hat, dass in einem Atomkrieg die betroffenen Gebiete für Jahrzehnte verstrahlt wären. Als er auf meine gegenteilige Äußerung unverschämt wurde sagte ich ihm, dass er sich die 50cm große Rechenscheibe hinter sich an der Wand doch mal anschauen soll. Vermutlich war ihm das später ziemlich peinlich...

Schablone und Rechenschieber zur Vorhersage der Fallout-Ausdehnung und zur Berechnung der Stahlungswerte, bei Atombombenabwürfen. Damit kann man übrigens noch mehr Berechnungen als die hier gezeigten durchführen.
Schablone und Rechenschieber zur Vorhersage der Fallout-Ausdehnung und zur Berechnung der Stahlungswerte, bei Atombombenabwürfen. Damit kann man übrigens noch mehr Berechnungen als die hier gezeigten durchführen.
ABC-Abwehr Schablone der Bundeswehr, für Landkarten zur Vorhersage der Folgen von Atombombenabwürfen.
ABC-Abwehr Schablone der Bundeswehr, für Landkarten zur Vorhersage der Folgen von Atombombenabwürfen.

EMG-3 Geigerzähler und Strahlungs-Rechenscheibe der schweizer Armee.  Die Rechenscheibe kann man HIER kaufen. Welche Rechnungen man damit genau durchführen kann, weiß ich aber nicht. Sehr durchdacht ist die Front des Geigerzählers, denn dort ist eine Tabelle, mit der Jedermann etwas mit den Messerwerten anfangen kann. Leider habe ich kein Foto auf dem sie lesbar ist. Ihr findet aber per Google auch bessere Fotos davon.

 

Mit dieser Internetseite kann man sich die Folgen von bestimmten Atomwaffen auf einer Landkarte anzeigen lassen.

 

 

 

HIER geht es zum Teil 2.