Waffenrechts-Schwachsinn

Aufgrund des miesen Wetters gibt es heute etwas graue Theorie über das Waffenrecht zum "Besserwissen" und "Klugschei...en". Ich liste hier nun ein paar Gesetzesstellen auf und am Schluss kommt das Ergebnis, was Einige vermutlich überraschen wird. 

 

 

Der Erwerb von Schreckschusswaffen mit PTB Zulassung ist von der WBK Pflicht frei gestellt und somit unterliegen sie dem Grundsatz, dass nur Personen über 18 Jahren diese Waffen besitzen dürfen.

Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 2 Nr. 1.3 WaffG

§ 2 Absatz 1 WaffG

 

Der illegale Erwerb oder das Überlassen von einer scharfen Waffe ist eine Straftat. Als in den 70er Jahren unser Waffenrecht geschaffen wurde hat man sich aufgrund der Gesetzeslogik dazu entschieden das Überlassen und den Erwerb von frei verkäuflichen Waffen an Minderjährige lediglich als Ordnungswidrigkeit zu sanktionieren.

 

§34 Absatz 1 WaffG

§ 53 Absatz 1 Nr. 1 WaffG

 

Aber da unser Waffenrecht durch emotional geleitete Poltik laufend geändert wird und in seiner Struktur sowieso recht kompliziert ist wird immer wieder bei den Änderungen schlampig gearbeitet und es wird viel übersehen. Im Laufe der Jahre kam immer mehr Unsinn hinzu und die anfangs erdachte Gesetzeslogik geriet immer wieder mal ins Wanken. Es wurden auch die Aufbewahrungsvorschriften geändert, um die es hier geht.

 

§36 Absatz 1 Waffg:

(1) Wer Waffen oder Munition besitzt, hat die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen (darunter fallen gem. den rechtlichen Definitionen auch Schreckschusswaffen und Platzpatronen (Kartuschen)).

 

Im §13 Absatz 2 der AWaffV steht drin, dass Waffen oder Munition, deren Erwerb von der Erlaubnispflicht freigestellt ist mindestens in einem verschlossenen Behältnis aufbewahrt werden müssen.

 

In der Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 2.6 WaffG steht, dass Schreckschusswaffen auch "Schusswaffen" sind.

 

Und jetzt kommts:

Wer laut §52 Absatz 3 Nr. 7a eine genannte Vorkehrung für eine Schusswaffe nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig trifft und dadurch die Gefahr verursacht, dass eine Schusswaffe oder Munition abhandenkommt oder darauf unbefugt zugegriffen wird begeht eine Straftat!

Um diesen unzähligen Gesetzesstellen nun etwas bildlich zu erklären:

 

 

Wenn ein Erwachsener seine Schreckschusspistole vor seinem eigenen Sohn im Haushalt (absichtlich) nicht weg schließt begeht er eine Straftat, ohne dass überhaupt etwas passieren muss. Die Gefahr, dass der Jugendliche sie an sich nimmt reicht aus damit die Straftat verwirklicht wird. Es würde sogar ausreichen, wenn es sich nur um eine Platzpatrone handelt. Bei dieser strafrechtlichen Sanktion ist aber Vorsatz gefordert, Fahrlässigkeit reicht nicht aus. Der erwachsene Besitzer der Schreckschusswaffe muss sich also in etwa denken, dass es ihm sogar Recht ist wenn der Jugendliche die Waffe nimmt oder es ist "ihm egal" ob er sie nimmt. Auch dann wäre die Straftat mit "bedingtem Vorsatz" erfüllt.  

Wenn ein Erwachsener einem Jugendlichen (absichtlich) eine Schreckschusspistole schenkt begeht er aber lediglich eine Ordnungswidrigkeit!

 

 

Ich hoffe Euch hat mein kleiner Ausflug zu den kuriosen Untiefen des Waffenrechts gefallen :-)