Munition bewirtschaften

Als ich den Artikel "Magazinwirtschaft bei AR-15 Magazinen" der Waffenkultur gelesen habe wurde ich inspiriert ebenfalls etwas Ähnliches zu Schreiben. Mich betriff dieses Thema bereits lang. Da meine AR-15 Magazine aber nicht derart belastet werden und aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit ist für mich die Bewirtschaftung der Munition wichtiger.

Sportschützen werden damit keine sonderlichen Probleme haben. Sie kaufen große Mengen an Munition und bekommen auch aus unterschiedlichen Gründen/Quellen Kleinmengen. Die Munition wird dann meist einfach, nach Kaliber sortiert im Munitionsschrank gelagert. Was man braucht holt man sich vor dem Schießen raus, egal ob es alt oder neu ist.

 

Bei Jägern wird das aber bereits komplizierter. Jäger verfügen meist über Munition mit unterschiedlichen Geschossen eines Kalibers. Gekauft werden eher kleinere Mengen und daher entwickelt sich oft eine bunte  Ansammlung von Patronen. Es werden einzelne Patronen mit zur Jagd genommen und dann wieder in den Schrank gelegt. Dazu kommt, dass die Patronen oft härteren Witterungseinflüssen ausgesetzt werden und dennoch immer zuverlässig funktionieren müssen. Wenn man nun nicht bewusst etwas Ordnung hält kann man nach einigen Jahren  teure Munition nur noch auf dem Stand verschießen ohne wirklich zu wissen wie die Treffpunktlage sein wird.

Jäger sollten daher immer zwei Schachteln griffbereit im Schrank haben. Eine um nasse oder leicht beschädigte Patronen für den Schießstand abzulegen und zentral zu sammeln. Und eine in die alle losen Patronen abgelegt werden und aus der sie vor der Jagd wieder genommen werden. So verhindert man, dass man jedes Mal neue Patronen aus dem lagernden Bestand nimmt und sie sich im Lauf der Zeit übrall verteilen.

Lagert niemals Patronen in Ledermappen! Die Munition oxidiert dort sehr schnell durch die Gerbsäure.

 

Für taktische Anwender sind andere Ding wichtig. Was aber auch diese Waffenbesitzer haben sollten ist ein Patronenhalter oder eine Schachtel in die man immer überzählige Patronen ablegen kann. So verschwinden keine einzelnen Patronen die man aus dem Patronenlager repetiert. Und wenn man eine andere Munition in die Magazine läd fliegt die alte Munition auch nicht rum.

 

Benutzt die Ladehilfen, denn die verhindern Beschädigungen an den teuren Einsatzpatronen.
Benutzt die Ladehilfen, denn die verhindern Beschädigungen an den teuren Einsatzpatronen.

Im Laufe der Jahre wird man seine Munition sehr oft Laden und Entladen. Das führt zu einer Abnutzung. Wenn man keine Ladehilfe verwendet haben die Hülsen sogar sehr schnell Dellen auf der Seite. Durch das Repetieren werden die Rillen abgenutz. Da eine Patrone etwa 1 Euro kostet wird man hier eine sinnvolle Bewirtschaftung betreiben wollen.

Ich habe immer etwa 1/3 meiner Magazine leer. Aber nicht weil ich eine Schwächung der Magazinfedern befürchte, denn die Federn sind auf Dauerbelastung ausgelegt. Polizeipistolen sind z.B. immer, Jahrelang, geladen! Ich befürchte eher eine Abnutzung an den Magazinlippen. Und wenn ich die Magazine alle paar Monate umlade kann ich die Munition und die Magazine so auf ihren Zustand prüfen. Beschädigte Patronen sortiere ich hierbei aus.

Alles was ich aussortiere verpacke ist unverzüglich in gekennzeichnete Schachteln. Nur so weiß ich auch noch nach ein paar Jahren, dass diese Patronen nicht mehr für den Einsatz vorgesehen sind. Für die alten Patronen gibt es zwei Optionen, entweder man verschießt sie auf dem Stand oder man lagert sie für schlechte Zeiten. Wenn man es sich finanziell leisten kann sollte man sie auf alle Fälle verschießen.

 

 

Ob man in seiner Freizeit Dienstmunition verwendet hängt natürlich hauptsächlich davon ab was die eigene Dienstvorschrift dazu sagt. Vermutlich wird sie nichts dazu sagen. Dann sollte man überlegen ob man eher mit einem außerdienstlichen Einschreiten rechnet oder mit einem Angriff auf sich. Beim Einschreiten ist Dienstmunition aufgrund der sichereren Rechtsgrundlage immer besser. Bei Angriffen wird man mit der privaten Munition aus taktischer Sicht besser da stehen, da diese eine größere "Stoppwirkung" hat. Die Einsatzmunition bietet eigentlich nur beim Durchschießen von Hindernissen und dem Zerschießen von Autoreifen Vorteile.

Das oben sind zwei Patronen nach etwa 2 Jahren regelmäßigem Führen. Natürlich funktionieren sie noch, aber will man sein Leben darauf verwetten...?
Das oben sind zwei Patronen nach etwa 2 Jahren regelmäßigem Führen. Natürlich funktionieren sie noch, aber will man sein Leben darauf verwetten...?

Meine .223 Munition lager ich auf Ladestreifen "Stripper Clips" in Bandoliers die wiederum in Luftdichten Munitionskisten sind. Mann kann sich ein Bandolier einfach umhängen und die Munition mit den beiliedenden Ladestreifenadaptern auch feldmäßig recht schnell laden.

Für den Alltag eignet sich das "StripLULA" bestens. Ich verwende es seit Jahren. Das Laden der Magazine geht mit oder ohne Ladestreifen sehr schnell und munitionsschonend. 

 

Nachtrag vom April 2018: Bedenkt beim Striplula aber, dass es mittlerweile zwei Generationen gibt. Ich besitze das der 1. Generation. Die Neueren sind auch für die Kunststoffladestreifen der schweizer Armee und von GECO geeignet. Und natürlich solltet Ihr die moderneren kaufen. Diese Innovation haben wir übrigens dem Chef von Oberland Arms zu verdanken ;-)

.223 Munition auf Ladestreifen in Bandoliers verpackt.
.223 Munition auf Ladestreifen in Bandoliers verpackt.
Verwendet zum Lagern die Schutzkappen der Kunststoffmagazine, sie verhindern das Eindringen von Staub und schonen die Magazinlippen. Ich lade immer etwa 2 Patronen weniger, was auch die Magazine schont.
Verwendet zum Lagern die Schutzkappen der Kunststoffmagazine, sie verhindern das Eindringen von Staub und schonen die Magazinlippen. Ich lade immer etwa 2 Patronen weniger, was auch die Magazine schont.
Laden der AR-15 Magazine mit StipLULA und Ladestreifen
Laden der AR-15 Magazine mit StipLULA und Ladestreifen
Laden der AR-15 Magazine mit StipLULA und Ladestreifen
Laden der AR-15 Magazine mit StipLULA und Ladestreifen
Man muss mit dem StripLULA lediglich nach rechts und links "wackeln" und die Patronen fallen nach unten in sek. raus.
Man muss mit dem StripLULA lediglich nach rechts und links "wackeln" und die Patronen fallen nach unten in sek. raus.