Schreckschusswaffen zur Selbstverteidigung

Kleiner Waffenschein mit der S&W Pistole die ich bei WPU gewonnen habe.
Kleiner Waffenschein mit der S&W Pistole die ich bei WPU gewonnen habe.

Zu erst will ich folgendes klarstellen: Ich halte Schreckschusswaffen für eine recht schlechte Wahl zur Bewaffnung. Wesentlich sinnvoller in jeder Hinsicht ist ein Tierabwehrspray. Mit SSW unterliegt man vielen Vorschriften des WaffG, das viele Fallstricke aufweist. Mit dem Tierabwehrspray unterliegt man fast keinen Reglementierungen. Ein Spray ist unfaufällig, billig und der Einsatz wirkt sehr defensiv. Aber Schreckschusswaffen geben dem Besitzer ein gutes Gefühl der Sicherheit und haben daher ihre Berechtigung.

Man muss auch die gesellschaftliche Bedeutung der Schreckschusswaffen sehen. Sie sind die Waffen des kleinen Mannes. Und viele haben auch keine Möglichkeit eine scharfe Waffe legal zu bekommen. Zur gesellschaftlichen Bedeutung habe ich aber genug bei der "Geschichte der SSW" geschrieben. 

 

Wer meint, Revolver seien immer zuverlässiger, der irrt. Gerade bei  Schreckschussrevolvern kann es schnell passieren, dass die Trommel verklemmt. Z.B. wenn sich die Zündhütchen hinten raus drücken. Dann geht gar nichts mehr. Bei Pistolen kann man in diesem Fall einfach durchladen und weiterschießen.

 

Man sollte niemals Gaskartuschen und Knallkartuschen im Wechsel laden, das vergeudet nur Kapazitäten. Je nach taktischen "Vorlieben" kann man aber als erste Kartusche eine Platzpatrone laden für Warnschüsse.

Ich persönlich würde empfehlen im Wechsel CS, CN und OC-Gaskartuschen zu laden. So kann man eine ziemlich fiese Wolke zwischen sich und den Aggressor bringen. Das geht aber natürlich nur, wenn die Waffe mit allen drei Munitionssorten zuverlässig funktioniert. Das Testen der Gaskartuschen ist extrem wichtig.

Bedenkt weiterhin, dass die Gaswolke sehr schnell vom Wind weg geweht wird. Im schlimmsten Fall in euer Gesicht oder in das von Unbeteiligten. Das kann schnell zusätzliche rechtliche Folgen haben. 

 

Ich zeige euch hier noch zwei sehr eindrucksvoll Videos über die Wirksamkeit von Gaskartuschen, eines mit sehr schlechter (etwa min 0:50) und eines mit sehr guter Wirkung:

Auch bei Schreckschusswaffen gilt das was ich über scharfe Waffen immer sage: Sie müssen so klein wie möglich sein. 90% aller Waffenbesitzer machen den Fehler sich eine Pistole mit großer Magazinkapazität zu kaufen. Diese Waffen sind aber viel zu groß um sie immer bei sich zu haben. Und dann bleibt die Waffe regelmäßig Zuhause liegen. Und ihr kennt das ja: Man braucht immer etwas dann wenn man es nicht dabei hat.

 

Genau so wichtig wie die Wahl der Waffe ist die Wahl des Holsters und die Tageweise. Wenn man sich ein normales Gürtelholster kauft kann man seine Jacke in der Öffentlichkeit nicht mehr ausziehen. Daher verwende ich fast nur Insideholster die von einem Hemd oder Pullover verdeckt sind. Bei kleinen Pistolen und guten Holstern reicht dann schon ein T-Shirt um die Waffe zu verdecken. KAUFT KEINE GROßEN WAFFEN! Das werdet Ihr bereuen. Schaut auch hier rein, wo ich etwas über das Führen von scharfen Waffen geschrieben habe oder das Reisen mit Waffen. Vermutlich hilft Euch das auch weiter. 

 

Meine Empfehlung ist die Zoraki 906 oder Walther PK380.

Kauft niemals eine Schreckschusswaffe ohne Sicherheitsrast.

Kauft keine SA/DA Pistole ohne Entspannmöglichkeit (Walther PPQ oder S&W MP).

 

 

Dem normalen Bürger bleibt oft nur ein kleiner Waffenschein für Schreckschusswaffen.  Man sollte sich aber immer vorher über die Folgen der Benutzung im Klaren sein! Der Einsatz einer Schreckschusswaffe wird meist sehr negative Folgen haben! Vor allem über den darauf folgenden Polizeieinsatz sollte man vorbereitet sein, denn die Polizei wird meist von einer Schießerei ausgehen!

 

Noch etwas zu dem bekannten Satz: "Dann zieht der Angreifer eine scharfe Waffe". Dieser Satz ist einfach nur Käse! Ein Angreifer wird seine scharfe Waffe bei einem Angriff nicht verborgen halten und sie erst als Antwort auf eine Schreckschusspistole raus holen. Das passiert einfach nicht und mir ist auch kein einiger derartiger Fall bekannt. Aber, dass ein "Gaspistolen-Schütze" etwas später in die Mündungen von Polizeiwaffen schauen muss passiert öfter mal!

 

Eine Auswahl der knappen Literatur über Selbstverteidigung mit Schreckschusswaffen.
Eine Auswahl der knappen Literatur über Selbstverteidigung mit Schreckschusswaffen.

Einige meiner Schreckschusswaffen stelle ich Euch HIER vor.

Bitte beachtet auch meinen Bericht: Scharfe Waffen mit Waffenschein führen. Dort werdet Ihr vermutlich einiges lesen können das Euch auch interessiert.