Bajonettkampf

Quelle: Buch "KGB Alpha Training Manual"

 

Der Sinn des Bajonetts:

Vermutlich war der erste Weltkrieg die große Zeit des Bajonetts. Die Bedeutung vom Bajonett war vor diesem Krieg, aufgrund der geringeren Feuerkraft der Gewehre, natürlich größer, aber es wurde nie derart viel im Nahkampf gekämpft wie in den Schützengräben dieses Krieges. Aber man muss auch hier wieder die Bedeutung des Bajonettes relativieren. Denn der Kampf und die Ausbildung war damals mit den langen Gewehren recht "statisch" (sofern man bei einem Kampf um Leben und Tot überhaupt von statisch sprechen kann...). Heute beutzt man sein kompaktes Sturmgewehr mit dem Bajonett zusammen als Waffe. Dabei wird mit dem ganzen Gewehr geblockt und auch mit allen Seiten des Gewehres zugeschlagen. Im 1. Weltkrieg wurden vermehrt von den Soldaten Grabenkeulen, Spaten, Kampfmesser usw. einesetzt. Gerade in den engen Gräben war mit den langen Gewehren schlecht zu kämpfen. Wenn man sich die damaligen, oft selbst gebauten, Waffen anschaut denkt man gleich ans Mittelalter. Es wurden sehr viele Brustpanzer aus Eisen verwendet, Helme mit Ketten vor dem Gesicht als Splitterschutz für die Augen und diverse Hiebwaffen.

 

Der Sinn des Bajonettkampfes ist in der Kampfmoral zu suchen. Man muss den Soldaten Handlungsoptionen an die Hand geben. Es fühlt sich für die Soldaten gut an, wenn sie im Nahkampf ausgebildet worden sind. Und wenn man auch keine Bajonette nutzen will sollte man zumindest die Soldaten im Nahkampf mit dem Gewehr ausbilden. Denn das kommt fast auf das Selbe raus. Aber nur fast! Denn wenn der Soldat im Graben liegt und der Feind sich an seine Stellung vorarbeitet steigert das Aufpflanzen des Bajonetts die Kampfmoral erheblich.

Und wenn der Soldat in der Lage ist einfache Angriffe durch einen Kolbenstoß abzuwehren wird er in einem asymetrischen Konflikt auch nicht vorschnell tödliche Gewalt anwenden.

Warum sind alle Bajonette stumpf?

Diese Frage wird oft aufgeworfen. Meist wird gesagt, dass es zum Stoßen gar nicht scharf sein muss. Aber nicht ohne Grund sind auch Saufedern scharf geschliffen.

Meine sehr intelligente Frau hatte eine andere Idee dazu. Vermutlich wollen die Verantwortlichen dadurch Verletzungen in Friedenszeiten verhindern. Wenn Soldaten mit dem Bajonett Trainieren oder damit "Spielen" kann es sehr schnell zu schweren Verletzungen kommen. Jeder der schon mal mit einem scharfen Schwert trainiert hat wird das wissen. Auch ich würde als Verantwortlicher stumpfe Bajonette beschaffen. Im Kriegsfall sind diese schnell durch die Truppe selber scharf geschliffen.

 

 

Hier ist ein Bericht über einen Bajonetteinsatz von englischen Soldaten im Jahr 2004

 

Hier findet ihr Techniken

 

Liebe Kameraden der Bundeswehr. Bedenkt, dass die meisten G36 Bajonette am Markt für das G36E sind (E bedeutet Export). Und die passen nicht an euer Gewehr! Auf Wiki steht auch ein bisschen was dazu. Evtl. passen die Bajonette, wenn man den Mündungsfeuerdämpfer gegen einen anderen tauscht?

 

 

Die Übungskata zum Kampf mit dem Gewehr und Bajonett aus dem Buch Gjogsul.
Die Übungskata zum Kampf mit dem Gewehr und Bajonett aus dem Buch Gjogsul.

Mir persönlich hat vor allem das Buch Gjogsul beim Training geholfen. Es beinhaltet eine Kata die sich sehr gut zum Training eignet. Das Buch hat mich auch durch meine Jugend begleitet.

 

 

 

Ein paar von meinen Bajonetten. So viel mehr habe ich aber auch nicht.
Ein paar von meinen Bajonetten. So viel mehr habe ich aber auch nicht.

 

 

Und als kleiner Nachschlag ein sehr gutes Video über die Nahkampfmittel des 1. Weltkrieges. Es erklärt auch einige Nachteile des Bajonetts: