Taser

Aktuell von der IWA 2017: Bonowi hat die Vertretung für den PhaZZer ("Enforcer") übernommen. Glücklich werden sie damit nicht werden, denn eine deutsche Behörde würde niemals das wesentlich schlechtere Konkurenzprodukt kaufen das natürlich auch weniger getestet ist. Alleine wenn man den PhaZZer in die Hand nimmt merkt man die billige Produktion.

 

Ich gehöre zu den "Glücklichen" die bereits etwas Erfahrung mit dem Taser machen konnten. Die meisten Meinungen zum Taser beruhen nämlich auf Emotionen und eben nicht auf Wissen oder Erfahrungen.

 

Es gibt keine "Taser-Toten"! Es konnte noch nie nachgewiesen werden, dass jemand durch den Taser gestorben ist. Amnesty International führt, aus meiner Sicht, eine Verleumdungskampange gegen Taser. Sie behaupten, dass in jedem Fall, wo jemand  nach einem Tasereinsatz gestorben ist die Todesursache der Taser war. Aber diese Leute standen meist unter Alkohol und Drogeneinfluss, waren zuvor in Schlägereien verwickelt, wurden "gepfeffert", "geknüppelt"... Diese Menschen sind meist körperlich und psychisch bereits geschwächt. Es ist ganz normal, dass Menschen gelegentlich im Polizeigewahrsam sterben, das lässt sich nicht verhindern. Das gibt es in genau so großer Zahl auch in Ländern in denen noch kein Taser eingesetzt wird.

 

Sollte es tatsächlich auch nur eine winzig kleine Gefahr durch den Taser geben würde der Hersteller nicht jedes Jahr zig tausend Menschen bei Vorführungen das Gerät testen lassen!

 

Einer der wichtigsten Aspekte des Taser ist, dass er nicht nur Verletzungen von Polizisten auf ein Minimum reduziert, er schützt sogar die "Beschossenen" vor Verletzungen. Denn ohne einen Taser müssen Polizisten viel härter zulangen. Zusätzlich verfügt er über ein sehr großes Drohpotential. Im Gegensatz zur Schusswaffe weiß das Gegenüber, dass es mit dem Einsatz rechnen muss, sollte ein Polizist damit drohen. Zusätzlich kann ein Laservisier eingeschaltet werden. Beim X-2 kann an der Seite ein Knopf gedrückt werden, der an der Front (Mündung) Blitze entlang laufen lässt. Das kann benutzt werden um den Einsatz anzudrohen oder um den Taser als Kontaktgerät zu verwenden (z.B. um um bei einem Widerstand einen Arm zu lösen). Die Erfahrungen aller Polizeibehörden zeigt, dass meist nach einer Androhung des Tasers der Widerstand selbstständig aufgegeben wird.

 

Sollten einmal bestimmte Sondereinsätze die Verwendung oder das Mitführen von Schusswaffen nicht zielführend sein kann der Taser eine Alternative sein. Das könnte z.B. sinnvoll sein bei großen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen an Karneval, in Flugzeugen oder wenn um jeden Preis Verletzte oder Tote vermieden werden müssen (Blutrache, Einsatz gegen wichtige Zeugen...). Es gibt auch Polizisten wie Jugendbeamte die gelegentlich keine Schusswaffen dabei haben wollen. In Justizvollzugsanstalten dürfen durch Einsatzkräfte ebenfalls keine Schusswaffen geführt werden. Auch kommunale Sicherheitskräfte können mit Tasern ausgestatte werden, sollte der Gemeinderat sich nicht zur Ausstattung mit Schusswaffen durchringen können.

 

Die Einsatzmöglichkeiten des Taser sind viel umfangreicher als man denkt. Schlüssige Argumente gegen den Taser gibt es eigentlich nicht. Alle Argumente der Taser-Gegner können leicht entkräftet werden.

 

Die Behauptung, dass die Verfügbarkeit des Taser die Polizisten verleiten würde ihn vorschnell einzusetzen ist einfach nur dummes Gerede. Polizisten setzten ja auch derzeit Schlagstock und Pfefferspray verantwortungsvoll ein. Zusätzlich dokumentiert die Elektronik des Tasers jeden Einsatz unlöschbar.

 

Vor ein paar Jahren habe ich mich mit einem Vertreter von Taser unterhalten und meine Sorgen geäußert, dass der Taser evtl. nicht für Streifenbeamte eingeführt wird. Er hat nur gelacht und war sich 100%ig sicher, dass in allen Bundesländern flächendeckend der Taser eingeführt wird. Er meinte, dass jeder Messerstecher, der von der Polizei erschossen wird, die Innenminister massiv unter Druck setzt. Nach England und Frankreich folgen derzeit die Schweiz und Österreich. Und als nächstes Land wird vermutlich Deutschland an der Reihe sein. In vertraulichen Sitzungen wurde offenbar bereits vor Jahren von mehreren Bundesländern beschlossen den Taser sofort einzuführen, sofern ein Bundesland den Anfang macht. Unsere Politik hat also offenbar mal wieder nicht genug Rückgrad um sich für den Schutz von Beamten einzusetzen. Und so bleibt den Polizisten nichts Anderes übrig als alle Meserstecher niederzuschießen, was eine Schweinere ist. Denn kein Polizist möchte jemanden das Leben nehmen.

 

Der Taser ist DAS Einsatzmittel der modernen Polizei. Die Zeiten als mit der Rückseite des Säbels zugeschlagen wurde oder renitente Personen mit Knüppeln blutig geschlagen wurden um polizeiliche Maßnahmen durchzusetzen sollten endlich vorbei sein!

 

Der Taser ist eine der wenigen Waffen die eine echte Stoppwirkung haben! Und teilweise sogar weit besser als bei einer Dienstpistole.

 

Verantwortliche in den Behörden müssen sich mehrere Punkte gut überlegen: Sollen bei einer Festnahme 4 Beamte einen Täter niederringen (was gewalttätig aussieht) oder soll der Täter, durch den Taser, schreiend zusammenbrechen und wird dann ohne körperliche Gewalt festgenommen (sieht auch gewalttätig aus). Von der Öffentlichkeitswirksamkeit betrachtet macht das also keinen großen Unterschied. Aber die Verletzungen bei den Beamten und auch dem polizeilichen Gegenüber sind nach der Einführung des Taser viel geringer. Bei Beamten kommen zu den Kosten der Heilbehandlung auch krankheitsbedingte Fehltage die teuer sind. Bei verletzten Festgenommenen muss mit Schmerzensgeldforderungen gerechnet werden. Relevant sind auch oft Imageschäden durch die mediale Berichterstattung über polizeiliche Gewaltanwendungen. Unschöne Bilder in den Medien sind natürlich nicht so schlimm, wie erschossene "Messerträger".

Verantwortliche von kommunalen Ordnungsdiensten müssen bedenken welchen Gefahren sie ihre Mitarbeiter aussetzen (je nach Aufgaben der Organisation) und ob die Behörde ggf. sogar aus Arbeitsschutzgesichtspunkten gezwungen ist die Mitarbeiter mit Schusswaffen auszustatten.  Bei vielen derartigen "Ortspolizeibehörden" werden Tätigkeiten wie Gaststätten-, Spielhallen-, Kampfhundehaltungs- und Waffenaufbewarungskontrollen ohne Schusswaffen durchgeführt. Das ist sogar eher die Regel als die Ausnahme. Bisher haben nur etwa drei Kommunen ihre Vollzugskräfte mit Schusswaffen ausgestattet. Sollten nun aber Mitarbeiter z.B. durch Messer schwer verletzt werden hat die Behörde vermutlich ein Problem. Auch hier hat der Taser Potential ohne dass Schusswaffen angeschafft werden müssen. Die Kommunen sollten auch bedenken, dass sie idR. nicht an die Vorgaben der Landespolizeien gebunden sind und selbst über ihre Einsatzmittel entscheiden können. Der Leiter der "Stadtpolizei" Frankfurt wollte nach einem tödlichen Schusswaffengebrauch seiner Leute Taser beschaffen, wurde aber leider von der LaPo Hessen ausgebremst.

 

Nebenbei noch erwähnt: Zivile Sky Marshalls von den Fluggesellschaften verwenden teilweise den Taser. Diese sind aber sehr verschwiegen.

 

Nachtrag: Mittlerweile hat sich in Deutschland einiges Getan. In den Ersten Bundesländern laufen Feldversuche und die Politik hat bereits bekannt gegeben, dass Taser für den Streifendienst frei gegeben werden.

Polizei Trier testet den Taser 2017

Polizei Oberpfalz richtet Arbeitsgruppe ein

 

 

Die ersten berliner Streifenbeamte werden mit dem Taser ausgerüstet. Sie waren bereits ausgebildet und die Taser lagerten. Wurden aber nicht ausgegeben, bis wieder ein Messerbedroher wenige Tage zuvor erschossen werden musste. "Rechtlich gelte der Taser während der Testphase als Schusswaffe..." steht in dem Bericht. Das bedeutet, dass die Polizisten keinen mit einem Messer bewaffnete Person mit dem Taser gefahrlos überwältigen dürfen! Sie müssen erst auf einen Angriff mit dem Messer warten. Und so werden trotz Taser wieder Menschen sterben müssen, weil die berliner Politik ..... (ich halt lieber meinen Mund).

Taser Coin, den ich mir durch 5 sehr schmerzhafte sec verdiehnt habe
Taser Coin, den ich mir durch 5 sehr schmerzhafte sec verdiehnt habe
Ein Werbegschenk von Taser: Ein T-Shirt in Taser Form gepresst
Ein Werbegschenk von Taser: Ein T-Shirt in Taser Form gepresst

Was macht der Taser?

Er schickt durch die Muskeln, die sich zwischen den beiden Pfeilen befindet, einen Impuls. Der Taser wirkt ausnahmslos zwischen diesen Pfeilen, also hat er auch niemals einen Einfluss auf einen Herzschrittmacher. Die Frequenz des Stromes ist derart gut programiert, dass sich aber alle Muskeln im Körper verkrampfen. Es fühlt sich an, als ob 10 Mann einen festhalten. Man kann sich nicht mehr bewegen und kippt einfach um. Das ganze geht bei der üblichen Polizeiversion 5 sec. Dann wird das polizeiliche Gegenüber aufgefordert den weiteren Anweisungen zu folgen, oder man überwältigt ihn. 

 

Wie fühlt es sich an getasert zu werden?

Mein ganzer Körper geriet innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde außer Kontrolle. Ich konnte auf gar nicht mehr reagieren. Das Einzige auf das ich evtl. Einfluss gehabt hätte wären meine Lautäußerungen gewesen. Meine Arme verkrampften sich vor der Brust und ich sackte zu Boden. Die Schmerzen waren furchbar. Nach 5 Sekunden war alles vorbei. Theoretisch hätte ich sofort wieder aufstehen können, wozu ich aber keine Lust hatte. Als Nachwirkungen hatte ich winzige Brandblasen am Rücken und etwa 3 Tage Muskelkater.

Taser X-Rep. Eine Patrone die aus jeder Flinte im Kal. 12/70 verschossen werden kann. Schockzeit 20sec. Der Preis pro Patrone sollten etwa 200 Euro sein. Quelle: http://www.highstakesliving.com
Taser X-Rep. Eine Patrone die aus jeder Flinte im Kal. 12/70 verschossen werden kann. Schockzeit 20sec. Der Preis pro Patrone sollten etwa 200 Euro sein. Quelle: http://www.highstakesliving.com
Taser X26P. Das Modell verfügt noch über die alten, breiten Kartuschen. Das "F" im Fünfeck ist drauf, da Taser für diese Kartuschen eine Zeit lang Geräte als "Druckluftwaffen" in Deutschland verkauft hat. Quelle: taser.com
Taser X26P. Das Modell verfügt noch über die alten, breiten Kartuschen. Das "F" im Fünfeck ist drauf, da Taser für diese Kartuschen eine Zeit lang Geräte als "Druckluftwaffen" in Deutschland verkauft hat. Quelle: taser.com
Taser X2 mit zwei schmalen Kartuschen. Quelle: taser.com
Taser X2 mit zwei schmalen Kartuschen. Quelle: taser.com

Nachtrag vom 23.02.2018:

Digital Ally hat ein Patent angemeldet bei dem die Wirkung des Tasers ohne Kabel zum Angreifer übertragen werden soll. Der Bericht dazu ist aber voller "Hetze" gegen Axon Enterprise.