Ballistischer Schutz, Schutzwesten, Kevlar Helme usw.

Traum für Munitionssammler und Alptraum für Polizisten. Das in der Mitte ist eine 7mm Penna die Klasse 1 Westen mühelos durchschlägt. (oben 7,65 und unten 9x19)
Traum für Munitionssammler und Alptraum für Polizisten. Das in der Mitte ist eine 7mm Penna die Klasse 1 Westen mühelos durchschlägt. (oben 7,65 und unten 9x19)

Hier sind zuerst mal die grundlegenden deutschen Schutzklassen (kopiert von Wiki):

 

SK 1 und Level IIIA
Schutz vor Kurzwaffenmunition mit Weichkern und Rundkopf oder Teilmantel beziehungsweise Hohlspitze
SK 2
Schutz vor Kurzwaffenmunition mit Hartkern
SK3 und Level III
Schutz vor Langwaffenmunition mit Vollmantel und Weichkern oder Teilmantel beziehungsweise Hohlspitze
SK4 und Level IV
Schutz vor Langwaffenmunition mit Vollmantel und Hartke

 

Der Schutz gegen Stichwaffen wie Messer oder Nadeln, auch Stichschutz genannt, ist bei den ersten beiden Schutzklassen nicht zwingend inbegriffen und muss zusätzlich erbracht werden. Bei den Schutzwesten der Schutzklassen 3 und 4 wird dagegen konstruktionsbedingt auch Stichschutz vorausgesetzt.

 

 

 

Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass die Klassen 2 und 3 kaum eine praktische Bedeutung haben. Nur Gelegentlich wurden früher recht schwere und steife Klasse 2 Westen bei der Polizei beschafft. Und ab und zu begegnem einem auch Keramikplatten der Klasse 3. Fast immer ist es so, dass die Westen flexibele Kevlareinlagen der Klasse 1 haben und diese durch eine Klasse 4 Platte aufgerüstet werden. Mittlerweile werden auch Klasse 4 "Stand Alone" Platten ohne Weichballistik getragen.



Eine Besonderheit sind die beiden russischen Pistolenkaliber 9mm Makarov und 7,62mm Tokarev. Für die Makarov Pistole gibt es auf dem Weltmarkt fast nur Hartkernmunition und 7,62 Tokarev ist eines der schnellsten Pistolenkaliber überhaupt. Daher werden gute Westen der Klasse 1 zusätzlich mit diesen beiden, im praktischen Einsatz wichtigen, Kalibern getestet. 

Wenn unser Verteidigungsministerium mal nicht mehr so viel ausgemusterte Ausrüstung in Kriegsgebiete schickt bekommen wir evtl. auch mal wieder günstige Schutzwesten bei ebay.

 

 

Gebrauchte Schutzwesten kaufen?

Auf Schutzwesten wird fast immer vom Hersteller 10 Jahre Garantie gegeben. Und dann sollte der Dienstherr sie ersetzen, was meist, auch passiert. Wenn man eine gebrauchte Schutzweste kauft sollte man darauf achten, dass diese nicht wesentlich älter als 10 Jahre ist. Dann kann man sich noch einige weitere Jahre problemlos darauf verlassen. Wenn die Weste aber bereits 20 Jahre alt ist würde ich sie mir nicht mehr kaufen. Aus einem zuverlässigen Bericht habe ich die Information entnommen, dass meist sogar nach 30 Jahren immer noch die volle Schutzwirkung vorhanden ist. Aber ob dies für Lagerbestände galt, oder für Westen im Einsatz weiß ich nicht. Es macht logischerweise einen großen Unterschied bzgl. der Belastung der Fasern.

 

 

Aktuelle Entwicklungen:

Die Polizeibehörden haben eine Zeit lang ballistische Decken beschafft und Personen aus einem Gefahrengebiet zu evakuieren. Diese Decken waren eine völlige Fehlbeschaffung und werden fast nirgends mehr bereit gehalten. Einige Behörden (aber leider wirklich noch nicht alle,) sind dazu übergegangen sie durch viel sinnvollere Schilder zu ersetzen.

Es wurden viele Polizisten durch seitliche Schüsse auf die Schultern verletzt und getötet. Daher hat sich der sehr gut schützende, aber furchbar aussehende, Überwurf von Bonowi bei den Behörden durchgesetzt.

 

 

Kevlar und Titanhelme schützen fast gleich gegen Kurzwaffengeschosse. Titan ist aber gegen Geschosse ein kleines bisschen besser, weil es auch in den Randbereichen 100%ig schützt. Diese Helme schützen alle nicht gegen einen Beschuss mit Langwaffen! Sie entsprechen alle etwa der Schutzklasse 1. Das Militär beschafft lieber Kevlarhelme und die Polizei Titanhelme.

Quelle des Bildes :https://d.facebook.com/BR24/photos/a.208051235335.171746.208046455335/10155179728415336/?type=3&__tn__=EHH-R

Es werden inzwischen aber auch Helme beschafft die auf der Vorderseite eine Zusatzplatte befestigt haben und Langwaffengeschosse aufhalten können. Wenn ihr bei dem Bild genau hinschaut sehr Ihr die Platte auf der Stirn.

 Der Hier abgebildete Helm wurde von der Polizei NRW beschafft und wiegt 3,3kg, also das doppelte eines BW Gefechtshelms. Das bringt auch viele Nachteile mit sich. So lobenswert es ist wenn viel Geld für hochwertige Ausrüstung ausgegeben wird, aber überlegt mal wie schwierig es für einfache Streifenbeamten wird mit diesem Visier und der MP zu schießen.... oder was mit dem untrainierten Genick bei einem Sprung von einer Mauer passiert....

 

Quelle des Bilde: https://www.bild.de/regional/koeln/koeln-aktuell/neue-ausruestung-fuer-polizei-helm-wehrt-sturmgewehr-beschuss-ab-57663450.bild.html

 

Quelle des Bildes: https://polizistmensch.de/2017/07/nach-schiesserei-in-konstanz-angeschossener-polizist-ueberlebte-nur-dank-titanhelm/

 

 

Ein Bild das sich bei vielen Polizisten eingeprägt hat. Dieser Helm schützte einen Beamten beim Amoklauf in Konstanz vor einem .223 Geschoss. Er stoppte das Geschoss aber nur, weil es bereits vor dem Einschlag Energie durch "Hindernisse" verlohren hat.

 

 

 

Der Ulbrichts Titanhelm "Hoplit" ist aktuell vermutlich der beste der am Markt verfügbar ist. Er hat die raue Oberfläche, weil Titanhelme bei einem Treffer einen ausgeprägten "Glockeneffekt" haben und es diesen mindern soll.
Der Ulbrichts Titanhelm "Hoplit" ist aktuell vermutlich der beste der am Markt verfügbar ist. Er hat die raue Oberfläche, weil Titanhelme bei einem Treffer einen ausgeprägten "Glockeneffekt" haben und es diesen mindern soll.
Wenn der Dienstherr nicht für angemessene Ausrüstung sorgt sollte man sie sich selber besorgen. Das ist mein Bundeswehr Gefechtshelm (schwarz lackiert) und eine Weste mit Keramikplatten gegen Langwaffenbeschuss bestückt.
Wenn der Dienstherr nicht für angemessene Ausrüstung sorgt sollte man sie sich selber besorgen. Das ist mein Bundeswehr Gefechtshelm (schwarz lackiert) und eine Weste mit Keramikplatten gegen Langwaffenbeschuss bestückt.
Helm und Keramikplatte gegen AK-47 Schützen und ähnliche unangenehme Zeitgenossen
Helm und Keramikplatte gegen AK-47 Schützen und ähnliche unangenehme Zeitgenossen
Meine Oberkörperplatten wurden 2002 hergestellt
Meine Oberkörperplatten wurden 2002 hergestellt
Mein Plattenträger für den Fall der Fälle....Er ist von Mil-Tec und ziemlich günstig.
Mein Plattenträger für den Fall der Fälle....Er ist von Mil-Tec und ziemlich günstig.
Da ich keine günstigen Klasse 3 oder 4 Keramikplatten für die Seite gefunden habe, hab ich jetzt Klasse 1 Kevlarplatten von Secotec in der Seite von meinem Plattenträger.
Da ich keine günstigen Klasse 3 oder 4 Keramikplatten für die Seite gefunden habe, hab ich jetzt Klasse 1 Kevlarplatten von Secotec in der Seite von meinem Plattenträger.
Hier seht Ihr gut den Unterschied in der Dicke von einer Klasse 1 und einer Klasse 3 Platte.
Hier seht Ihr gut den Unterschied in der Dicke von einer Klasse 1 und einer Klasse 3 Platte.

Das oben sind recht dicke Keramikplatten, dafür sind sie auch etwas leichter. Die Unterleibplatte der Bristol Weste im nächsten Bild ist wesentlich schwerer, aber auch viel dünner.

Unterleibsplatte der bekannten BW-Bristol Weste. Einige dieser Platten habe ich zum richtigen Zeitpunkt für 5 Euro / Stück bei ebay bekommen
Unterleibsplatte der bekannten BW-Bristol Weste. Einige dieser Platten habe ich zum richtigen Zeitpunkt für 5 Euro / Stück bei ebay bekommen
Um die Eindringtiefe eines aufgefangenen Geschosses zu minimieren können zusätzlich "Schockabsorber" vor der Wirbelsäule und dem Brustbein eingelegt werden.
Um die Eindringtiefe eines aufgefangenen Geschosses zu minimieren können zusätzlich "Schockabsorber" vor der Wirbelsäule und dem Brustbein eingelegt werden.
Low Budget Schutzweste: BW-Splitterschutzweste. Sie hat doppelte SpliSchu Einlagen drin und habe keinerlei Zweifel, dass dies ausreichend gegen Kurzwaffen schützt.  Derzeit ist es nur sehr schwierig geworden komplette Westen der BW zu bekommen.
Low Budget Schutzweste: BW-Splitterschutzweste. Sie hat doppelte SpliSchu Einlagen drin und habe keinerlei Zweifel, dass dies ausreichend gegen Kurzwaffen schützt. Derzeit ist es nur sehr schwierig geworden komplette Westen der BW zu bekommen.

Stichschutz

Relevant sind eigentlich nur Kevlarwesten. In Deutschland werden durch die Behörden zu etwa 90% nur Kevlarwesten beschafft. Andere Fasern haben teilweise einen besseren Stichschutz, aber dafür andere Nachteile wie eine größere Steifigkeit.

Für Stichschutz wird idR. durch die Behörden nicht gesorgt, diesen müsste man nämlich zur Kevlareinlage nachrüsten. Und das ist richtig teuer. Zusätzlich macht es die Westen schwerer und dicker.

 

Aber das hier ist die dazugehörige,  sehr gute, Stichschutzeinlage aus Kettengeflecht in Filz. Dieser wird zusätzlich, vor der Kevlareinlage, in die Weste eingelegt. Gekostet haben mich diese Einlagen 20 Euro / Stück, aus der Konkursmasse. Andere, vergleichbare, Einlagen kosten jeweils etwa 200 Euro.

 

Von diesen Ketteneinlagen habe ich seit Jahren nur noch eine hinten am Rücken. Die Weste war mir auf Dauer mit beiden Zusatzeinlagen einfach zu schwer.

Es gibt ja unterschiedliche Materialien die teilweise einen materialeigenen Stichschutz haben wie z.B. Zytel oder Dynema. Diese sind aber oft steifer und daher unangenehmer zu tragen. In Bayern wurden, als zum ersten mal Schutzwesten beschafft wurden, Second Chance Westen beschafft. Diese waren aus nagelneu entwickelten Folien und sehr dünn. Nach einem Jahr haben die bei Tests gemerkt, dass die Schutzwirkung schon verfallen war. Das war das totale Debakel. Die Polizei hat haufenweise Geld verschwendet und die Firma war den Untergang geweiht.

 

Kauft niemals die 50 Euro Stichschutzwesten im Internet. Sie haben als Schutzelement eine Kunststoff- und eine Aluminiumplatte. Ich hatte vor vielen Jahren so eine Weste gekauft, für meine Arbeit beim Sicherheitsdienst. Sie sind so steif, dass ich damit nicht mehr aus der Rückenlage aufstehen konnte. Eine Schutzweste bringt einem nichts, wenn man damit nicht Kämpfen kann. Bei einem Test von Jörg Sprave von diesen Westen hatten sie eine sehr schlechte Schutzwirkung. Das Video wurde mittlerweile leider gelöscht von youtube.

Stichschutzeinlage von Second Chance bestehend aus Kettengeflecht in Filz.
Stichschutzeinlage von Second Chance bestehend aus Kettengeflecht in Filz.

Stichschutz Test von Kevlareinlagen

Ich will noch etwas zum Stichschutz und unterschiedlichen Klingenformen sagen.  Dolche kommen fast nie durch Kevlar (man glaubt es kaum, ist aber so). Was dagegen sehr gut penetriert sind Tanto Klingen. Das ist auch der Grund warum das Kampfmesser 2000 bei der BW beschafft wurde. Ob eine Klinge durch geht kann man aber sonst fast nicht vorhersagen. Diese beiden hier sind damals durch die Westen gegangen als wäre es nur ein Stück Pappe. Vor allem das Reality Based hat aus dem Kevlar einfach nur Hackepeter gemacht! Einige dieser Kevlareinlagen habe ich damals gleich weg geworfen, weil sie völlig zerfetzt waren.

Den Böker Reality Based und Leatherman Wave Klingen hatten die Kevlarwesten nichts entgegen zu setzen.
Den Böker Reality Based und Leatherman Wave Klingen hatten die Kevlarwesten nichts entgegen zu setzen.
Eine Vielzahl von Durchstichen durch die Kevlareinlage von 1987.
Eine Vielzahl von Durchstichen durch die Kevlareinlage von 1987.

Nachtrag vom 12.10.2018: Da ich mich aktuell mit Schnittschutzkleidung beschäftige und die Terroranschläge und Amokläufe mit Messern immer mehr werden wollte ich noch mal einen kleinen Test bzgl. dem Stichschutz von Schutzwesten machen. Dazu hatte ich noch eine Splitterschutzeinlage der Bundeswehr von 1994 rum liegen.

 

Das Rettungsmesser Sanremu LAND und ein Taschenmesser mit einer "normalen" Klingenform konnten dem Kevlar nichts antun und durchtrennten lediglich sehr wenige Lagen.

Mein Leatherman WAVE und das Benchmade SOCP aber penetrierten das Schutzpaket problemlos. Mein Böker Reality Based hatte ich leider gerade nicht zur Hand. Ich werde die Kevlareinlage damit aber vermutlich auch bald noch testen.

Es war wieder erschreckend wie leicht sich die Schutzweste mit den entsprechenden Klingen durchstoßen ließ.
Es war wieder erschreckend wie leicht sich die Schutzweste mit den entsprechenden Klingen durchstoßen ließ.
Das Sanremu LAND hat eine breite, aber scharfe Spitze. Es konnte der ballistischen Einlage nichts anhaben und ging nicht durch.
Das Sanremu LAND hat eine breite, aber scharfe Spitze. Es konnte der ballistischen Einlage nichts anhaben und ging nicht durch.

Beschussversuch von ballistischen Platten

Das hier war mal ein Beschussversuch den ich gemacht habe. Das ist eine Bristol Klasse 4 Platte der Bundeswehr. Die hat ihre Schutzwirkung nur, wenn sie vor einer Klasse 1 Weste getragen wird. Ich hatte diesen Test aber zunächst ohne eine zusätzliche Weste gemacht. Die 9mm und eine .44 Mag aus einem Unterhebelrep. (ganz unten) wurden gehalten. Der Schuss in der Mitte war eine .308 Vollmantel-Weichkern aus 100m, der ging glatt durch. Das Rosane was man in einem Loch sieht ist der Keramikteil der Platte. Beim Einschlag löst sich das Geschoss in der Keramik auf und Teile davon und von der Keramik fliegen ca. 2 Meter weit raus in Richtung des Schützen und haben ein sehr hohes Verletzungspotential, falls jemand in der Nähe steht.

 

Klasse 4 Keramik Schutzplatte
Klasse 4 Keramik Schutzplatte
Rückseite der selben Keramikplatte mit dem .308 Durchschuss
Rückseite der selben Keramikplatte mit dem .308 Durchschuss
Das Gewebe innen in der Platte aus Glasfaser
Das Gewebe innen in der Platte aus Glasfaser
Gut zu sehen die zersplitterte Keramik
Gut zu sehen die zersplitterte Keramik

Ich habe auch einen Test gemacht mit dieser baugleichen Platte die vor einer Splitterschutzweste montiert war, also quasi so wie es sein soll. Der Aufbau hat alles gem. Klasse 3 aufgehalten. Ein Schuss habe ich mit .223 und einen mit .308 gemacht. Beides Vollmantel Weichkern. Die Vorgabe der Klasse 4 konnte ich nicht testen, da ich keine Hartkernmunition zum testen hatte, die ist nämlich verboten.

Schnittschutzkleidung gegen Messerangriffe

Ich habe mir die Tage ein Schnittschutz T-Shirt bestellt. Es gibt in den letzten Monaten und Jahren derart viele Messerangriffe, dass ich in dieser Schutzkleidung sehr viel Potential sehe. Sowol für Privatleute wie auch für Polizisten, zum Aufrüsten der Schutzweste. Denn genau die üblichen Ziele eines Messerangreifers werden durch die Schutzweste kaum geschützt.

 

Ich werde bald von meinen Erfahrungen berichte ;-)

Ballistisches Schild selber machen?

Ich wollte schon seit längerem ein ballistisches Schild selber machen. Die "echten" sind aus normalen Kevlarmatten wie sie auch in Schutzwesten sind. Die Stoffbahnen werden mit einem Kunststoff vergossen und in Form gepresst. Genau so wie beim Bundeswehr Gefechtshelm. Ich habe aus alten Splitterschutzwesten die Kragen und Schulterstücke geöffnet und einzeln zu einer etwa A4 großen Fläche überlappend zusammen gelegt, bis es etwa 34 Lagen waren. Das entspricht etwa Schutzklasse 1. Das ganze hab ich bei jeder Schicht mit flüssigem Gummi verklebt. Und das hier war das Ergebnis:

Versuchsaufbau einer selbst hergestellten ballistischen Platte aus zerlegten Splitterschutzwesten
Versuchsaufbau einer selbst hergestellten ballistischen Platte aus zerlegten Splitterschutzwesten

Ich hab dann einen Schuss mit der 7,65mm Browning und einen mit der 9x19 drauf geschossen. Beide wurden einwandfrei gehalten. Wenn man genau hinschaut erkennt man auf dem Foto auch noch einen Einschuss. Aber leider enspricht das Ganze nicht wirklich meinen Vorstellungen. Es sieht einfach mies aus. Ich hab für das kleine Stück massenhaft von dem flüssigen Gummi verbraucht und der ist ziemlich teuer. Alternativ hatte ich mir noch billigen Baumarkt Silikon überlegt, aber da sind einige Lösungsmittel drin die dem Kevlar bestimmt nicht gut tun.
Und wenn ich ein Schild draus machen will muss ich auch noch einen Griff dran befestigen. Aber jede Schraube die ich da rein montiere bildet eine Schwachstelle.
Ich hatte auch überlegt ob ich das ganze auf ein Polizei-Demoschild klebe, aber wenn eine Kugel vorne drauf fliegt drückt die alles etwas nach hinten und der Kunststoff vom Schild würde hinten als Splitter in meine Richtung fliegen. Man müsste also die Kevlarmatten hinter den Kunststoff vom Schild montieren. Aber auch dann würde das alles mies aussehen, weil überall die Fransen vom Kevlar raus schauen.
Dann hatte ich noch überlegt ob ich eine Tasche nähen kann in die ich so eine "Platte" rein stecken kann, damit es besser aussieht. Aber auch das wäre nicht so Einfach. Der Vorteil an so einer Tasche wäre, dass man Stoffgriffe dran nähen kann ohne das Ganze durch Schrauben zu schwächen.

Jedenfalls hab ich inzwischen etwas die Lust an dem Projekt verlohren und hab mich zunächst anderen Bastelprojekten zugewand.

 

Hier ist ein super Video über das selber Fertigen von ballistischen Platten:

So eine Kevlarplatte von Secotec kostet nicht viel und wiegt nur 260 Gramm. Damit kann man z.B. sehr einfach einen Schulranzen oder ein Klemmbrett Kugelsicher aufrüsten.
So eine Kevlarplatte von Secotec kostet nicht viel und wiegt nur 260 Gramm. Damit kann man z.B. sehr einfach einen Schulranzen oder ein Klemmbrett Kugelsicher aufrüsten.

Und falls Ihr jetzt meint, dass es voll übertrieben ist sein Kind mit ballistischem Schutz zur Schule zu schicken: Ja, da habt Ihr zweifellos recht. Aber einige meiner Leser wohnen in Schwellenländern und arbeiten für große Konzerne. Da sieht das gaaanz anders aus. (Danke für Eure Mails :-)

Mehr zum Schutz unserer Kinder findet Ihr HIER.

Versuchsweise habe ich derzeit eine Klasse 1 Platte in meiner Schreibklatte. Auf Dauer halte ich diese Option aber nicht für sonderlich sinnvoll.
Versuchsweise habe ich derzeit eine Klasse 1 Platte in meiner Schreibklatte. Auf Dauer halte ich diese Option aber nicht für sonderlich sinnvoll.
Wesentlich sinnvoller, wichtiger, bzw. absolut unerlässlich ist dagegen das Polizei-Bullshit-Bingo auf der Rückseite meiner Schreibklatte ;-)
Wesentlich sinnvoller, wichtiger, bzw. absolut unerlässlich ist dagegen das Polizei-Bullshit-Bingo auf der Rückseite meiner Schreibklatte ;-)

Nachtrag:

Wo mich die Tage ein Fahradfahrer statt mit "Grüß Gott" mit "Haben Sie nichts Besseres zu tun" begrüßt hat konnte ich das auch noch abkreuzen. Dumm für ihn war jedoch, dass wir im Anschluss bei ihm Diebesgut im Rucksack fanden, das er kurz zuvor auf einer Baustelle gestohlen hat :-)

Beschuss von Splitterschutzwesten

Vor einigen Jahren habe ich mal ein paar Beschussversuche mit Plitterschutzwesten gemacht. Splitterschutzwesten haben einige Lagen Kevlar weniger als Klasse 1 Westen. Ich habe damals ausschließlich mit einer Pistole und 9mm Para Vollmantelmunition darauf geschossen. Das nicht sehr wissenschaftliche Ergebnis war, dass die Kugeln meist gehalten wurden, aber nicht immer.

 

Das hier war ein Beschussversuch mit einer 9x19 Pistole. Bei beiden Schulterteilen der Splitterschutzweste wurde das Geschoss gehalten. Bei dem zweiten ist die Rückseite aufgerissen, hat aber auch gehalten.

Schulterteil einer Splitterschutzweste von 1994 mit Einschussloch. Das 9mm Para Geschoss wurde gehalten.
Schulterteil einer Splitterschutzweste von 1994 mit Einschussloch. Das 9mm Para Geschoss wurde gehalten.
Die selbe Einlage aufgeschnitten. Kevlareinlagen haben auch die Eigenschaft Geschosse zu fangen.
Die selbe Einlage aufgeschnitten. Kevlareinlagen haben auch die Eigenschaft Geschosse zu fangen.
Platt gedrücktes 9mm Geschoss nach dem Beschussversuch
Platt gedrücktes 9mm Geschoss nach dem Beschussversuch
Weiterer Beschussversuch mit einen Slitterschutzwesten Teil von 1988. Der Einschlag vom 9mm Geschoss hat die Hülle hinten platzen lassen. Durchgeschlagen ist das Geschoss aber nicht.
Weiterer Beschussversuch mit einen Slitterschutzwesten Teil von 1988. Der Einschlag vom 9mm Geschoss hat die Hülle hinten platzen lassen. Durchgeschlagen ist das Geschoss aber nicht.
So sah das Vollmantelgeschoss nach dem Versuch aus.
So sah das Vollmantelgeschoss nach dem Versuch aus.
Bei diesem Kragenteil einer Splitterschutzweste von 1988 ging das Vollmantelgeschoss durch.
Bei diesem Kragenteil einer Splitterschutzweste von 1988 ging das Vollmantelgeschoss durch.
Die Bolzen aus meiner Armbrustpistole konnten dieser Kevlareinlage nicht viel anhaben.
Die Bolzen aus meiner Armbrustpistole konnten dieser Kevlareinlage nicht viel anhaben.

Das Gewebe hat den Einschlag der Bolzen aber auch nicht unbeschadet überstanden.

 

HIER hab ich einen Test gemacht und mit dem Luftgewehr auf Kevlareinlagen geschossen.

 

Hier ist ein ganz interessantes Video. Die russische PSM Pistole wurde NICHT zum durchschießen von Schutzwesten entwickelt. Aber sie schafft es dennoch, trotz ihrer eigentlich sehr schwachen ballistischen Leistungen: