Jagdschutzstreife / Behkämpfung der Wilderei

Der Tactical-Dad auf Streife im Jagdrevier mit dem Ruderboot.
Der Tactical-Dad auf Streife im Jagdrevier mit dem Ruderboot.
Jagdaufseher und Bundesheersoldaten auf Jagdschutzstreife auf einem Übungsplatz. Quelle: http://www.krone.at/oesterreich/allentsteig-wilderer-treibt-in-sperrzone-unwesen-riskiert-leben-story-588031
Jagdaufseher und Bundesheersoldaten auf Jagdschutzstreife auf einem Übungsplatz. Quelle: http://www.krone.at/oesterreich/allentsteig-wilderer-treibt-in-sperrzone-unwesen-riskiert-leben-story-588031
Ein Wildlife Trooper aus Alaska auf Streife. (Quelle: http://www.dps.alaska.gov/Blog/AlaskaWildlifeTroopers/)
Ein Wildlife Trooper aus Alaska auf Streife. (Quelle: http://www.dps.alaska.gov/Blog/AlaskaWildlifeTroopers/)

Ich möchte hier ein paar Gedanken los werden über eine Jagdschutzstreife. Nach dem sogar die Züricher Zeitung über die Wilderei in Deutschland schreibt und hier das Thema kaum jemanden Interessiert. Die Revierinhaber werden mit dem Problem alleine gelassen. Die Politik und die Polizei ist kaum gewillt ihre knappen Ressourcen in den Jagd- und Artenschutz zu investieren. Evtl. helfen diese Ideen ja jemandem um ein eigenes Konzept zu entwickeln.

Der Grundgedanke zu dieser Streife stammt von meinem Jagdschutzmentor. Dieser hat "Jagdschutz Dienstleistungen" kommerziell angeboten. Die Idee war gut, sie waren gut ausgebildet und ausgerüstet. Aber in Deutschland will kaum jemand dafür Geld ausgeben. Und vor allem sehen viele das Problem der Wilderei nicht.

 

Aber es könnten sich ein paar Jäger und andere Freiwillige zusammenfinden um gemeinsame Streifen auf den Weg zu bringen. Diese könnten in gekennzeichneten Fahrzeugen und als Fußstreifen in Wilderei gefährdeten Revieren Patrouillieren um Präsenz zu zeigen. Ebenso könnten sie Revierinhaber beraten über Verhaltensweisen, Ausrüstung und Taktiken im Umgang mit der Wilderei (und natürlich auch allen anderen Jagdschutz relevanten Themen). Diese Streifen könnten auch von den örtlichen Jagdvereinen initiiert werden. Auf diese Weise könnte evtl. auch eine finanzielle Aufwandsentschädigung geschaffen werden und das ganze Projekt würde auf eine größere Akzeptanz stoßen.

 

Streifenfahrzeug einer Naturschutzpolizei im Züricher-Zoo.
Streifenfahrzeug einer Naturschutzpolizei im Züricher-Zoo.
Auch diese Playmobil Jagdaufseher fahren Streife, durch das Kinderzimmer :-)
Auch diese Playmobil Jagdaufseher fahren Streife, durch das Kinderzimmer :-)

 

Wie könnte so ein Konzept aussehen:

 

Ein derartiges Konzept könnte auf zwei Säulen basieren: Abschreckung oder Festnahme (ähnlich der Prävention und Repression). Zur Abschreckung gilt: Offene Präsenz schreckt ab und verdrängt das Problem zu Anderen die sich weniger darum kümmern. Eine Festnahme ist prinzipiell sehr schwer im Bereich der Wilderei. Aber wenn man sich daran versuchen will bedarf es verdeckter Maßnahmen und dem Einsatz technischer Überwachungsmittel deren Einsatz rechtlich geprüft werden muss. Derartige Maßnahmen wäre z.B. die Observation gefährdeter Orte und von verdächtigen Personen oder der Einsatz von Wildkameras oder Ortungsgeräten. (In den USA werden präparierte Wildtiere an Straßen platziert und observiert um Wilderer festzunehmen.)

 

Durch die Organisation über den Jagdverein könnte so etwas revierübergreifend und flexibel statt finden. Für die einzelnen Revier könnten Absprachen über Streifgebiete und Zeiten erfolgen.

 

Sofern die Mitglieder der Streife Inhaber eines Jagdscheines sind und einen Begehungsschein für das jeweilige Revier haben dürfen sie natürlich auch Waffen tragen (zu den Zwecken des Jagdschutzes). Die Begehungsscheine könnten sowohl zeitlich wie auch im Umfang (z.B. nur für sichtbar krankes Rehwild oder nur zur Krähenjagd) begrenzt ausgestellt werden um eine größere Akzeptanz bei den Revierinhabern zu erlangen. 

Aber auch Nichtjäger könnten daran teilnehmen. Wenn in einer Doppelstreife einer bewaffnet ist sollte das bereits ausreichen. Schließlich braucht man auch jemanden um über Telefon die Polizei und über Funk Unterstützung zu rufen.

 

Jagdschutzbefugnisse sind natürlich von Vorteil und in jedem Fall anzustreben. Aber in manchen Bundesländern ist das Übertragen dieser Befugnisse auf Begehungsscheininhaber nicht möglich. Und wenn man das Ganze aus Sicht eines Sicherheitsdienstes betrachtet ist das auch gar nicht unbedingt nötig. Schließlich stehen jedem Rechtsgrundlagen wie Notwehr, vorl. Festnahme oder die BGB Selbsthilfe des Besitzdieners zu.

 

Akzeptanz:

Das Wichtigste ist natürlich erst mal, dass die Revierinhaber einem Vertrauen und Bedarf an dem Konzept haben. Aber dann muss man auch darauf achten, dass man sich nicht die vielen Spaziergänger, Landwirte und Grundstücksbesitzer zum Feind macht. Denn sonst wird man massive Probleme bekommen. Man sollte also nicht den Spaziergänger mit dem nicht angeleinten Hund maßregeln, sondern ihn nach verdächtigen Beobachtungen befragen und um Hilfe bitten (aushändigen der Visitenkarte usw).

Ein weiterer Schlüssel um akzeptiert und respektiert zu werden ist ein offenes Auftreten. Wenn man dem Projekt z.B. den Namen "Arten- und Naturschutzdienst Spessart" oder "Streifendienst Jagdverein XY" gibt sollte es eine Homepage geben die den Interessierten zeigt was und wer dahinter steckt. Um diese Offenheit zu gewährleisten sollten zumindest die Fahrzeuge gekennzeichnet sein, wofür sich z.B. Magnetbeschriftungen an den Türen anbieten.

 

Für Baden-Württemberg gilt: Die Grünen haben die amtlich bestätigten Jagdaufseher und die Jagdschutzbefugnisse zwar abgeschafft, aber jedem Jäger steht es dennoch offen Schriftzüge wie "Jagdschutz" zu verwenden oder sich "Jagdaufseher" zu nennen. HIER habe ich bereits etwas darüber geschrieben.

 

Was ebenfalls sehr zur Professionalität beitragen kann ist wenn so viele Mitglieder wie möglich Im Naturschutzdienst (Naturschutzwacht) sind, amtlich bestätigte Jagdaufseher oder Forstschutzbeauftragte sind. Das verschafft ggf. auch zusätzliche Befugnisse.

 

 

Auf dem Foto bestreife ich die Wildkameras im Auwald.
Auf dem Foto bestreife ich die Wildkameras im Auwald.
Das Playmobil die Wilderei thematisiert finde ist richtig gut. Denn an sonsten ist das Problem kaum im öffentlichen Bewusstsein.
Das Playmobil die Wilderei thematisiert finde ist richtig gut. Denn an sonsten ist das Problem kaum im öffentlichen Bewusstsein.
Forstschutz: Ich mag intelligente Menschen. Hier kann ein Förster auf sehr einfache Weise sehen ob jemand Holz von ihm stiehlt.
Forstschutz: Ich mag intelligente Menschen. Hier kann ein Förster auf sehr einfache Weise sehen ob jemand Holz von ihm stiehlt.

Leider gibt es nur sehr wenige Ermittlungserfolge bei der Jagdwilderei. Und wenn es doch gelingt diesen Tätern habhaft zu werden sprechen die Richter teilweise haarsträubend milde Urteile. Wie HIER, wo ein Wilderer 150,- für das Legen von Schlingen bezahlen sollte.

Bei der Operation Sirius haben wir Ausschau nach Wilderern gehalten. 

Replik des Forstschutz Seitengewehr (Forstschutzkommando)
Replik des Forstschutz Seitengewehr (Forstschutzkommando)
Das Seitengewehr vom Forstschutzkommando ist sehr selten. Ich hab noch nie ein Original gesehen.
Das Seitengewehr vom Forstschutzkommando ist sehr selten. Ich hab noch nie ein Original gesehen.