Zivile First Responder bei Terroranschlägen?

Glock 17 mit Dead Ringer GP-2 Tritiumviviser, Blade-Tech Nano Insideholster und Oberland Arms Erste Hilfe Set (IFAK).
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Zivile First Responder
OA_Broschuere_Zivile_First_Responder_Pro
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Quelle: https://www.all4shooters.com/de/Shooting/Waffenkultur/Oberland-Arms-First-Responder-EU-Waffenrecht/OA_Broschuere_Zivile_First_Responder_ProLegal.pdf

 

 

Den Flyer hab ich mittlerweile öfter in die Hand gedrückt bekommen. Darin wird dafür geworben, dass Privatbürgern Waffenscheine ausgestellt werden um diese in die Lage zu versetzen Terroristen so schnell wie möglich unschädlich zu machen. Die Argumente darin sind die Üblichen die auch belegen, dass von Sportschützen und Jägern keinerlei Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht. Diese Argumente sind natürlich handfest und dürfen in allen Diskussionen über das Waffenrecht nicht ignoriert werden. In dem Flyer sind gute Argumente, er hat mich angeregt etwas darüber nachzudenken. Und ich muss sagen, dass ich eine etwas andere Meinung dazu habe.

 

Ich persönlich bin für wesentliche Lockerungen des Waffenrechts. Ich halte es auch für sinnvoll viel mehr Waffenscheine auszustellen und die Hürden der persönlichen Gefährdung zur Begründung eines Waffenscheines drastisch zu senken. Aber es macht einen großen Unterschied, ob der „Staat“ Bürger „anwirbt“ um als „First Responder“ bewaffnet durch die Stadt zu ziehen oder ob man es vereinfacht Waffen zur Selbstverteidigung zu führen. Denn die Gefahr wirklich auf einen Terroristen zu stoßen ist auch heute noch sehr gering, auch wenn es inzwischen fast täglich in Europa islamistische Anschläge gibt und diese in Zukunft vermutlich noch mehr werden. Die Chancen, dass einer dieser First Responder auch wirklich zufällig vor der Polizei am Anschlagsort ist sind ebenfalls verschwindend gering. Dazu besteht die Gefahr, dass man die falschen Leute motiviert Waffen zu tragen. So „Rekrutiert“ man nämlich evtl. zu viele Personen die dann das Gefühl haben sie müssten sich als Polizisten aufspielen oder evtl. sogar "Jagd auf Islamisten" machen wollen. Beides wäre nicht im Sinne der Sache mehr für die Sicherheit zu tun.

 

Wenn man das Problem anders angeht besteht aber evtl. die Möglichkeit ein Konzept mit Zukunft zu entwickeln. Die Vorraussetzugen für das Führen von Schusswaffen müssen gelockert werden. Zu aller erst muss allen Polizeibeamten die Möglichkeit gegeben werden ihre Dienstwaffen privat zu führen. Denn das ist mittlerweile nicht mehr überall möglich. Erst kurz vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt wurden den dortigen Polizisten das private Tragen ihrer Dienstwaffen verboten. Zöllner, Justizbeamte, Soldaten usw. dürfen fast alle keine Waffen außer Dienst führen. Zusätzlich können im Rahmen von „Ersatzbescheinigungen“ allen diesen Personen die Möglichkeit gegeben werden sich eine private, kompakte, Waffe zu kaufen.

 

Die Idee aus Sportschützen und Jägern „First Responder“ zu machen halte ich für grundlegend falsch. Denn keiner dieser Hobbywaffenbesitzer besitzt durch seine „Ausbildung“ (Waffensachkunde) eine Befähigung für bewaffnete Konflikte. Grundlage für einen Waffenschein soll eine angepasste Waffensachkunde sein in der auch Taktik, spezielles Waffenrecht, Erst-Hilfe usw. gelehrt wird. Bereits jetzt wird sogar, was viele nicht wissen, eine spezielle Waffensachkundeprüfung für einen Waffenschein verlangt. Das Ausstellen von Waffenscheinen sollte also komplett von dem Vorhandensein bisheriger waffenrechtlicher Erlaubnisse unabhängig sein.

 

Waffenscheine sind früher (50er -70er Jahre) sinnvoll ausgegeben worden und genau das sollte in dieser Art wieder erfolgen: Waffenhändler, Juweliere, Tankwarte, Taxifahrer, Geschäftsreisende, Geldboten usw. sind alle schließlich wirklich „mehr als die Allgemeinheit gefährdet“.

 

Aber „First Responder“ halte ich dennoch für sinnvoll. Und zwar zur Unterstützung der Rettungsdienste. Ich kann mir gut vorstellen, dass es staatliche Programme gibt in denen Ersthelfer kostenlos weitergebildet und ausgerüstet werden. Diese könnten sich im Gegenzug dazu verpflichten ihre Ausrüstung bei sich im Pkw zu führen um im Falle von Unfällen, Anschlägen oder Katastrophen helfen zu können. Diese Maßnahme sollte sich vor allem auch dafür eignen ein neues Gemeinschaftsgefühl zu schaffen und engagierte Bürger in den Kampf gegen den Terror einzubinden. Ich bin ebenfalls ein Befürworter von Hilfspolizisten. Vor allem auch ehemalige Soldaten aber auch andere engagierte Bürger können so in den Objektschutz und ähnliche Aufgaben eingebunden werden.

 

Können Terroranschläge verhindert werden? Ja, und zwar viel besser als die Meisten denken:

 

Beachtet, wie bei min. 6:00 erklärt wird, dass in Israel über 400 Attentate durch die Überwachung von "Sozialen Netzwerken" verhindert werden. Bereits jetzt gibt es in Deutschland ebenfalls sehr viele derartige Festnahmen. Die Zahl der Ermittlungsverfahren "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" (89a StGB) sind massiv angestiegen.