Landespolizei -  Kommunaler Ordnungsdienst

"Mützenschild" einer Stadtpolizei. Angelehnt an US Badges in der Besatzungszeit. Wenn es echt ist hat der Besitzer nach der verstaatlichung das Stadtwappen durch die Bay. Rauten ersetzt.
"Mützenschild" einer Stadtpolizei. Angelehnt an US Badges in der Besatzungszeit. Wenn es echt ist hat der Besitzer nach der verstaatlichung das Stadtwappen durch die Bay. Rauten ersetzt.

Nachtrag: Mein Abzeichen ist leider doch eine Fälschung. Das hab ich erst jetzt feststellen können :-(

 

 

Ich bin Beamter der Landespolizei. Ich habe jedoch auch einige Einblicke in Kommunale Ordnungsdienste. Und nun gibt es eine Entwicklung in Deutschland die mich persönlich beschäftigt. Immer mehr Gemeinden gründen KODs, weil die LaPo vieles nicht mehr leisten kann. Dazu habe ich HIER schon etwas geschrieben.

 

Als Streifenbeamter muss ich sehr viel Zeit am Schreibtisch verbringen. Ich erstelle massenweise Akten deren Sinn oft zweifelhaft ist. Da sind zum einen Strafanzeigen deren Ausgang bereits vorab klar ist. Und zum Anderen auch Vieles was fast ausschließlich Versicherungen diehnt, also z.B. Unfallberichte über Ereignisse im Straßenverkehr oder für Berufsgenossenschaften bei Arbeitsunfällen. Bei der Sachbearbeitung werden wir mit Bürokratie überschüttet. Einfache Mittel die unsere Arbeit erleichtern würden werden nicht beschafft. Z.B. werden Einsatzdaten im Einsatzleitsystem erfasst. Auf der Straße schreibe ich nun alle Daten erneut per Hand auf und erfasse sie in unserer Vorgangsverwaltung neu. Computer in den Streifenwagen haben wir nicht, obwohl diese alles wesentlich vereinfachen würden und uns wesentlich längere Außendienstzeiten ermöglichen würden.  Vor allem würden die Kosten für ein paar Computer sehr teures Personal (Beamte mit Ausbildung, Krankenversicherung, Pension...) einsparen. Alle derartigen investitionen würden Personal und Personalkosten in einem enormen Umfang einsparen. Und das würde der Sicherheit der Bevökerung zu gute kommen. Aber es wird eben nicht gemacht.

 

Und wenn ich Außendienstzeit habe muss ich meist Einsätze abfahren. Wenn wir etwas Zeit haben um selber etwas "aufzugreifen" kümmern sich die meisten Kollegen um Verkehrsverstöße.

 

Ich habe also kaum Zeit präventiv zu arbeiten. Und ein KOD macht die meiste Zeit genau das. Die werfen Trinker aus dem Stadtparkt, sorgen dafür dass unsere "Kundschaft" keine Kampfhunde hat, zeigen offen Präsenz auf der Straße und sorgen dafür, dass vor Schulen nicht gerast wird. Sie sind so eben auch ein präsenter Ansprechpartner für die Bürger.

 

In einer mir bekannten Stadt hat das nun dafür gesorgt, dass der KOD für Ordnung sorgt, was der Landespolizei überhaupt nicht gefällt. Die Beamte neiden den Mitarbeitern ihre Befugnisse und sehen nur sich selber als "Polizei". Vermutlich ist ihnen, genau wie mir auch, klar dass sie für die Sicherheit der Bürger nicht mehr in dem Maße sorgen können wie bisher.

Die Angestellten des KOD dagegen müssen Tag täglich ihre ganze Arbeitszeit nah an der "Kundschaft" verbringen und bekommen keinen Beamtenstatus und oft nicht mal Schusswaffen um sich selber zu schützen. Sie bekommen auch keine anerkannte Berufsausbildung. Die Gefährdung der KOD Mitarbeiter ist annähernd die Selbe wie bei Landespolizisten. Die Einsätze sind weniger gefährlich, deren Anzahl ist aber viel höher. Und die meisten lebensgefährlichen Angriffe auf Polizisten geschehen bei Personenkontrollen, Streitereien usw. Also allem dem, was KODs auch machen.

 

So sind nun Konflikte zwischen den Landespolizeien und den Kommunalen Ordnungsdiensten vorprogramiert. In der Schweiz, wo viele Polizisten von der KaPo zu einer StaPo wechseln, ist das anders. Dort herrscht meist gegenseitiger Respekt und Anerkennung.

 

Vermutlich lassen sich diese Konflikte bei uns nur dadurch unterbinden, dass gemischte Streifen und Fortbildungen organisiert werden. Und auch dadurch, dass die KOD Mitarbeiter eine angemessene Ausbildung erhalten.